WDR.de
Freizeit
Alle Beiträge aus Oberhausen
Oktopoden sind intelligente Tiere mit erstaunlichen Fähigkeiten: Sie bauen sich Festungen auf dem Meeresgrund, um sich vor Feinden zu schützen und können dank ihres komplexen Gehirns Werkzeuge benutzen. Außerdem tarnen sie sich bei Bedarf mit Hilfe von "Pigmentsäckchen", den sogenannten Hautfalten, in den Farben ihrer Umgebung und spielen sogar, was sonst nur bei Säugetieren beobachtet wird. Doch mit welchem ihrer acht Arme sie all diese Dinge am liebsten tun, wusste man bis dato nicht. Und so fragten sich Wissenschaftler lange, ob Kraken eventuell Rechtshänder seien oder aber all ihre Arme nach dem Zufallsprinzip benutzen.
Einen Monat haben die Besucher und Biologen im Sea Life Oberhausen und anderen Großaquarien europaweit das Greifverhalten von Oktopoden untersucht.
Jetzt liegt die Auswertung der rund 2.500 Beobachtungen vor: Die Oktopoden benutzen all ihre Tentakel, wenn sie nach Objekten greifen - aber nur selten das hinterste Armpaar.
Beim Greifen hatten mehr als die Hälfte der untersuchten Kraken keinen Lieblingsarm. Die rechten Arme wurden ebenso häufig benutzt wie die linken. "Man könnte annehmen, dass die vorderen sechs Tentakel die Funktion von Armen und die hinteren zwei die von Beinen übernehmen", so Robert Donoso, Abteilungsleiter der Aquaristik im Sea Life Oberhausen.
Manchmal allerdings, sind Kraken doch so etwas wie Rechts - oder Linkshänder. "Bei einer Sehschwäche eines Auges kommt es dazu, dass eine Armseite bevorzugt wird", so Donoso. Diese Erkenntnis können wir nutzen, um den Oktopoden im Krankheitsfall ihr Leben zu erleichtern. Wir können ihnen das Futter und Vitaminpräparate von der richtigen Seite zuführen. Eine solche Maßnahme kann im Ernstfall Komplikationen vermeiden und zur besseren Genesung beitragen."
Zum Seitenanfang
Sie sind verspielt und einfallsreich. Sie können durch ein Loch in der Größe eines Eurostückes hindurchschlüpfen und problemlos eine Dose oder auch Schraubverschlüsse öffnen: Der Oktopus ist ein begnadeter Bewegungskünstler, und er hat gleich acht Arme, die für ihn arbeiten. Doch haben die Tiere eigentlich einen Lieblingsarm, um Futter zu suchen, und einen anderen, der die Umgebung erkundet? Dies möchten Biologen nun herausfinden und untersuchen derzeit das Verhalten der Oktopoten im Großaquarium des Sea Life Oberhausen.
"Es hat schon mehrere Studien gegeben, in denen der Gebrauch der Arme bei Oktopoden untersucht wurde. Allerdings konnte immer nur eine kleine Anzahl an Tieren beobachtet werden, und so waren die Resultate jedes Mal widersprüchlich", erklärt Robert Donoso, biologischer Leiter im Sea Life Oberhausen. Um schlüssige Ergebnisse zu bekommen, starten neben Oberhausen 23 Sea-Life-Aquarien in ganz Europa eine neue Untersuchung
"Wir werden die Tiere jeweils Montags und Mittwochs füttern und beobachten, welchen Arm sie benutzen. Zusätzlich haben wir eigens für diese Untersuchung ungewohnte Objekte entwickelt und viel Spielzeug besorgt, das wir in den Becken platzieren", erklärt der Biologe den Ablauf des Experiments. Auch die Besucher sind aufgefordert, sich einzusetzen: "Bei uns wird der Tierliebhaber selbst zum Wissenschaftler. Er kann das Verhalten der Oktopoden genau studieren und die Erkenntnisse dokumentieren."
Bis jetzt geben Oktopoden der Wissenschaft viele Rätsel auf. "Was wirklich unglaublich ist: dass Oktopoden mehr als die Hälfte ihrer Nerven in den Tentakeln haben, und es wurde schon nachgewiesen, dass sie teilweise sogar mit ihnen denken." Ob die Mehrheit der Tiere Rechtshänder sind? Im Herbst geben die Sea-Life-Aquarien das Ergebnis der Untersuchung bekannt.
Zum Seitenanfang
Neue Wege im Umgang mit Zootieren geht das
Sealife-Aquarium in Oberhausen. Was bei Affen, Bären und anderen Säugetieren schon seit langem üblich ist, nämlich mit verschiedenen spielerischen Übungen erfolgreich gegen den oft eintönigen Zooalltag anzuarbeiten, wird in Oberhausen nun bei Fischen erprobt. Wissenschaftler an der israelischen Hebrew University haben in einer Studie mit Süßwasserrochen festgestellt, dass auch diese Tiere positiv auf verschiedenste Reize reagieren.
"Rochen sind von Natur aus sehr neugierig", so der Oberhausener Kurator Johannes Peschke. "Daher haben wir nach ausführlichen Verhaltensbeobachtungen begonnen, den Spieltrieb der Rochen mit ihnen bis dahin unbekannten Gegenständen zu fördern. Am besten haben sie auf Bälle reagiert, deswegen setzen wir diese nun regelmäßig ein."
Zum symbolischen Anstoss kam die 18-Jährige Vanessa Martini, Fußballbundesligaspielerin vom FCR Duisburg ins Oberhausener Aquarium. Kaum hatte sie den ersten Ball ins Rochenbecken geworfen, balgten sich nach Sealife-Angaben zahlreiche Rochen um den Ball. Besonders zwei große Stechrochenweibchen seien durch "häufigen Ballbesitz" aufgefallen und hätten ihre Beute "den anderen Rochen gegenüber hartnäckig verteidigt".
Zum Seitenanfang
Im
Sealife Aquarium Oberhausen kommt in Zukunft ein so genannter Fütterungsball zum Einsatz, mit dessen Hilfe die kleinen tropischen Fische im Ozeanbecken regelmäßig gesunde Kost erhalten. Der Futterball animiert die Fische, sich das Futter aktiv zu "erkämpfen". Die vegetarische Kost, wie zum Beispiel Bananen oder Bio-Kopfsalat, wird in einem Ball mit Löchern verstaut und an einem langen Seil ins Becken abgelassen. Durch den leckeren Geruch, den der Inhalt verströmt, wird der Futterball innerhalb von kürzester Zeit von kleinen und großen Fischen umzingelt.
"Bei Säugetieren", erklärt Kurator Johannes Peschke, "wird diese Methode schon lange zur Förderung eines artgerechten Verhaltens genutzt. Bei Fischen machen wir das im Sea Life erstmalig und es funktioniert sehr gut".
Zum Seitenanfang
Bill und Ben heißen die beiden Neuzugänge in der tropischen Lagune der Haie im Sea Life Oberhausen. Das Ammenhai-Pärchen stammt aus dem Sea Life Helsinki, wo das Becken für die circa zwei Meter langen und rund 60 Kilo schweren Tiere zu klein geworden war. Sie sind ungefähr sieben Jahre alt und haben gerade die Geschlechtsreife erreicht. Im Sea Life Oberhausen, dessen Becken mit 1,5 Millionen Liter ungefähr fünf Mal größer ist als das im finnischen Aquarium, hofft man nun auf Nachwuchs.
Erstmal müssen sich die beiden allerdings von den Strapazen des Umzugs erholen. Rund 60 Stunden hat der Transport von Helsinki durch Schweden und Dänemark bis nach Oberhausen gedauert. Weitere drei Stunden dauerte der Wasserwechsel, bevor Bill und Ben ihr neues Zuhause beziehen konnten. Ein weiterer Umzug wird dem Pärchen nun nicht mehr drohen: "Auch wenn die Ammenhaie ihre volle Größe von bis zu vier Metern erreichen, haben Sie in unserem Ozeanbecken noch Platz genug“ erklärt Christin Kowalewski, Pressesprecherin im Sea Life Oberhausen.
Zum SeitenanfangNach zweimonatigem Umbau ist heute die „Tropische Lagune der Haie“ im Oberhausener Sealife-Aquarium eröffnet worden. An der Stelle des ehemaligen Atlantikbeckens tummeln sich nun über 3.000 tropische Meeresbewohner im lauwarmen Wasser. Die beiden größten, ein Zebrahai-Pärchen, dürfte dabei kaum zu übersehen sein: Das circa zwei Meter lange Männchen drehte bereits am Eröffnungsmorgen direkt vor den Scheiben des Unterwasserglastunnels seine Kreise. „Freunde“ hat das Hai-Paar auch schon gefunden, zahlreiche Königsmakrelen hängten sich direkt an die Schwanzflossen der beiden Haie und hofften auf Futterreste. Ihren Namen haben die Zebrahaie übrigens von ihrer Färbung im Jugendalter – nur dann haben sie schwarze Streifen. Etwa ab dem fünften Lebensjahr fangen sie an, sich umzufärben und die Streifen verwandeln sich in schwarze Punkte. Wenn die Umfärbung abgeschlossen ist, haben die Haie die Geschlechtsreife erreicht.
Neben diesen beiden "Stars" tummeln sich unter anderem auch Schwarzspitzenriff- und Ammenhaie, Stechrochen Faden- und Königsmakrelen, Rotzahn-Drückerfische, Flammenzwerg-Kaiserfische, Zitronenflossen-Doktorfische und Orientalische Süßlippen in dem sechs Meter tiefen Becken. Zahlreiche Nachtschichten waren nötig, um mit dem Umbau termingerecht fertig zu werden. Die ehemaligen Atlantikbewohner mussten herausgefischt, das Wasser abgelassen, 15 Tonnen Bodengrund entfernt, Korallenimitate und neue Dekoration eingesetzt, die Kulisse neu bemalt, die Statik überprüft, die Scheiben poliert und 15 Tonnen philippinischer Korallensand eingebracht werden. 1,5 Millionen Liter Leitungswasser wurden eingefüllt, mit 60 Tonnen Meersalz aus Frankreich vermischt und in nur vier Tagen auf 25°C aufgeheizt. Insgesamt 600.000 Euro wurden in die neue Attraktion investiert, davon allein über 250.000 Euro für die Haie und Fische.
Mit der offiziellen Eröffnung der neuen Lagune hat Sealife Oberhausen die Preise erhöht: Erwachsene zahlen nun für ein Tagesticket 14,75 statt bisher 13 Euro, für Kinder bis 11 Jahre bleibt es bei 11 Euro.
Zum Seitenanfang
Jetzt tummeln sich auch tropische Fische in einer der größten Aquarien-Anlagen Deutschlands: "Falsche Clownfische" haben ihr neues Zuhause im
Sealife Center Oberhausen bezogen. Der falsche
Clownfisch gehört zur Familie der Anemonenfische und ist seit dem Kinofilm „Findet Nemo“ der vermutlich berühmteste Tropenfisch. Ähnlich wie im Film fühlen sich diese Tiere auch in Oberhausen am wohlsten in der Umgebung von Seenanemonen. „Sie leben mit ihnen in einer Symbiose: Während das Nesselgift der Seeanemone für andere Fische giftig ist, hat der Clownfisch einen besonderen Schutzstoff in der Haut, wodurch sie ihm nicht gefährlich werden kann. Im Gegenzug fallen für die Seeanemone Futterreste des kleinen Fisches ab“, erläutert Johannes Peschke, Kurator im Sea Life Oberhausen.
Auch eine andere schuppige Bekannte aus "Findet Nemo" ist jetzt in Oberhausen zu sehen: "Dori", ein blau-gelber
Palettendoktorfisch, leistet den falschen Clownfischen im Aquarium Gesellschaft. Damit sich die tropischen Tiere in Oberhausen wohl fühlen, wird das Wasser auf 25 Grad Celsius aufgeheizt. Außerdem benötigen die Meeresbewohner viel Wasserbewegung: 12-mal pro Stunde muss das Wasser mit einer speziellen Pumpe umgewälzt werden.
Zum Seitenanfang
Sind Seepferdchen treu oder sind sie notorische Fremdgänger? Unter Wissenschaftlern wird diese Frage schon lange diskutiert. Vier Monate lagen haben nun Besucher und Mitarbeiter im
Sea Life Oberhausen und den acht anderen deutschen Großaquarien der Kette untersucht, ob sich die Tiere ein Seepferdchenleben lang treu sind. Das Ergebnis: Monogamie ist für die kleinen Fische ein Fremdwort.
Für die Untersuchung wurden insgesamt 45 Seepferdchen aus drei verschiedenen Arten mit einem farbigen Halsband markiert, damit man erkennen konnte, welches Männchen zu welchem Weibchen gehört. Am Ende des Untersuchungszeitraumes gab es über 2.300 Aufzeichnungen, die von den Biologen ausgewertet wurden. "Wir konnten anhand der Markierungen sehen, dass Seepferdchen nicht nur mit dem eigenen Partner durchs Becken schwimmen", so Johannes Peschke, Kurator vom Sea Life Oberhausen. Für die Untersuchungen durfte jeder Besucher selbst zum Forscher werden. Mit Zettel und Stift ausgerüstet, sollte jede Berührung zwischen den Seepferdchen genau dokumentiert werden. Zu den Kontakten zählten die Verknotung der Schwänze, die Verhaltenskopie des Partners, sowie der Farbwechsel der Tiere. Da Seepferdchen sehr liebesbedürftige Tiere sind, zählen diese Kontakte bereits zum Balzverhalten.
Oftmals geht dem Paarungsspiel noch ein minutenlanger Tanz voraus, bei dem sich die Paare umkreisen. Häufig schwimmen die Tiere, sich an den Schwanzspitzen festhaltend, durchs Becken und erkunden die Umgebung. Insgesamt gab es 1.490 Kontakte zwischen Männchen und Weibchen, 627 Berührungen nur zwischen Weibchen und 260 Mal haben sich männliche Seepferdchen berührt. "Wirklich überraschend" ist dieses Ergebnis für Kurator Johannes Peschke: "Die Treue der Seepferdchen wurde schon häufiger diskutiert, aber dass sich auch gleichgeschlechtliche Tiere berühren, hätten wir nicht erwartet. Für uns bleibt zu klären, warum sich die Tiere so verhalten".
Wirklich treu blieben sich von allen untersuchten Exemplaren je zwei langschnäuzige Seepferdchen in Dresden und Konstanz. Es gibt sie also doch noch, die wahre Liebe im Seepferdchenreich.
Zum SeitenanfangPermanente URL dieser Seite: http://wdrblog.de/zoos_nrw/oberhausen/
Der WDR ist nicht für Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.