Donnerstag, 06.03.2014

Kulleraugen und rote Sturmfrisur

Orang-Utan-Weibchen mit Nachwuchs/Rechte: Werner Scheurer Borneo-Urang-Utan Cori mit ihrem Nachwuchs Ciri

Mit großen Kulleraugen blickt die kleine "Ciri" in die Welt. Der Borneo-Orang-Utan ist der jüngste Affenspross im WWW: Kölner Zoo und hatte nun den ersten großen Auftritt vor Journalisten. Der kleine Menschenaffe mit der roten Sturmfrisur kam Anfang Februar 2014 im Urwaldhaus des Zoos zur Welt. Seitdem lässt Mutter "Cori" - die schon dreifache Mutter ist - ihren Nachwuchs nicht aus den Augen. Und auch den Rest der Affensippe hat die kleine Ciri schon kennengelernt - unter anderem den Clan-Chef "Bornie", der mit seinen 30 Jahren der Älteste unter den Orang-Utans ist. "Der war ganz nett zu Ciri", beschreibt Zookurator Bernd Marcordes das erste Treffen. Dafür geht das Affenoberhaupt mit seinen Weibchen nicht immer so freundlich um. "Da geht es unter Orang-Utans schon mal ganz schön rüde zu", verrät Marcordes.
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Orang-Utans sind akut vom Aussterben bedroht. Auf den beiden großen Inseln Sumatra und Borneo nimmt der Lebensraum der roten Affen durch Zerstörung des tropischen Regenwalds ab. Grund dafür ist die Erschließung riesiger Palmölplantagen. Außerdem werden die Menschenaffen immer noch illegal gejagt. Rund 165 Borneo-Orang-Utans werden derzeit in europäischen 35 Zoos gehalten.

Einer davon ist nun die kleine "Ciri". Wenn sie in den nächsten Monaten etwas selbstständiger wird, kann sie mit "Cajunga" spielen. Die kam 2012 ebenfalls im Kölner Zoo zur Welt. "Menschenaffen wachsen sehr langsam und bleiben lange bei ihren Eltern", so Bernd Marcordes. Auf der Außenanlage wird man die Affen übrigens nur im Hochsommer antreffen. "Das sind echte Stubenhocker", sagt Marcordes.

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Donnerstag, 25.07.2013

Schuppige Sensation frisch aus dem Ei

Philippinenkrokodil/Rechte: Ziegler/Zoo Köln Endlich raus aus dem Ei: Geschlüpftes Philippinenkrokodil in Köln

Knack, Knack machte die Eierschale und die Sensation war perfekt. Denn heraus kam - mit blitzweißen Zahnreihen - ein Philippinenkrokodil geschlüpft. Und wenig später noch eines. So geschehen im Kölner Zoo.

Das Philippinenkrokodil gehört zu den seltensten und am stärksten bedrohten Krokodilarten der Welt. Die vom Aussterben bedrohte Art steht längst ganz oben auf der Liste schutzbedürftiger Arten. Nun müssen sich die Menschen um die Nachzucht dieser Art kümmern. In Köln ist nun die erste Nachzucht in Europa geglückt.

Die Eltern der beiden winzigen Krokodile stammen vom ersten Import dieser Art nach Europa - einer Leihgabe der philippischen Regierung. Und so hatte man es den Tieren im Zoo so angenehm wie möglich gemacht. Zunächst wurden sie in einer eigens dafür errichteten, geräumigen Anlage hinter den Kulissen des Aquariums gehalten, im Mai 2011 bezogen sie dann die neue Schauanlage im Kölner Aquarium. In diesem Mai schließlich konnte das Tierpflegerteam endlich die ersehnte Entdeckung machen: Auf einem Nisthügel lagen zehn Krokodileier, die sofort in eine Brutmaschine verfrachtet und bebrütet wurden. Am 13. Juli ertönten dann die ersten untrüglichen Lebenszeichen: Ruftöne aus zwei Eiern. Einen Tag später schlüpften die 23 Zentimeter langen Mini-Krokodile.

Angesichts der Sensation kamen auch bei Theo Pagel echte Vatergefühle auch. Seine Gedanken an den Schlupftag fasst der Kölner Zoodirektor jedenfalls so zusammen: "Es wird mir immer in Erinnerung bleiben, wie das Tier aus dem Ei heraus bereits mit uns gesprochen hat. Das klingt wie Froschquaken." Und tatsächlich betätigten sich Pagel und Zookurator Thomas Ziegler wenig später als Geburtshelfer. "Wir haben die kleinen Krokodile aus dem Ei gepellt. Das ist schon ein unglaublicher Moment, wenn man bedenkt, dass es von dieser Art vielleicht nur noch 150 Tier auf der Welt gibt."

Der Kölner Zoo engagiert sich auch in der Verhaltensforschung. So wurden bislang vier Studentenarbeiten am Kölner Zoo zum Sozial- und Raumnutzungsverhalten des Philippinenkrokodils geschrieben. Die beiden kleinen Philippinenkrokodile werden in den nächsten Wochen noch hinter den Kulissen des Zoos betreut. "Eines steht beim Kurator im Büro und das andere ist im Aquarium untergebracht", erzählt Theo Pagel. Wieso diese Trennung? "Die sind jetzt schon sehr zänkisch und würden sich gegenseitig bekämpfen." Und einen guten Appetit haben die Kleinen auch schon. "Nach Heimchen und Fisch gibt es morgen zum ersten Mal Würmer."

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