Freitag, 23.05.2014

Knopfaugen und Ringelschwanz

Kattas/Rechte: WDR/Goebel In Duisburg haben die Kattas Nachwuchs


Sobald die Tür zum Katta-Gehege im Duisburger Zoo aufgeht, hört man dieses schnarrende Geräusch. In Lemurensprache heißt das: Komm rein, aber tu mir nichts! Die schwarz-weißen Tiere recken die Hälse und springen neugierig auf Armlänge heran. Vielleicht hat Pfleger Werner Tenter ihnen ja etwas Feines mitgebracht. Zum Beispiel ein Stück Banane, eine Weintraube oder eine Heuschrecke. Letztere stehen ganz oben auf dem Speisezettel der Halbaffen.

Gleich dreimal bekamen die Kattas in den letzten Wochen Nachwuchs. Mit gerade einmal elf Wochen turnen die Kleinen bereits mit riesen Sprüngen durch das Gehege, klettern geschickt auf Bäume oder lassen sich gemütlich von Mama auf dem Rücken herumtragen.

Regenscheue Wohngemeinsschaft


Kattas/Rechte: WDR/Goebel + Kuscheln mit Mama Die Kattas leben in Duisburg mit den langhaarigen Varis zusammen. Zu ihrem Reich gehört auch ein Freigehege, dicht bewachsen mit Bambus. Doch an diesem Tag nieselt es leicht, und obwohl die Ausgänge ins Freie offen stehen, setzt keiner der Kattas auch nur einen Fuß vor die Tür. Lemuren seien, so sagt Pfleger Werner Tenter, echte Gewohnheitstiere. "Auch bei schönem Wetter geht es meist pünktlich um 13 Uhr nach draußen. Unter den verschiedenen Lemurenarten sei der Katta übrigens nicht der Schlaueste, erzählt Tenter. Mit kniffeligen Aufgaben - wie Heuschrecken aus Behältern pulen - wollen sich die flauschigen Tiere mit den auffälligen Ringelschwänzen nicht befassen. Nur ein männliches Tier lebt in Duisburg mit seinem Harem zusammen. Zu melden hat der arme Kerl allerdings gar nichts.


Appell an Besucher: Bitte nicht füttern!

Zoobesucher können den Halbaffen auf der Lemureninsel ganz nah kommen. Doch gibt es eine strikte Anweisung, die Tiere weder zu berühren noch zu füttern. "Nicht immer wird diese wichtige Regel eingehalten", erzählt Werner Tenter. Leider gäbe es immer wieder vereinzelt Besucher, die die Tiere trotz Verbot füttern würden. Und das kann krank machen. "Ich habe auch schon Popkorn im Gehege gefunden", so Tenter und appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen.


Kattas/Rechte: WDR/Goebel Normalerweise toben die kleinen Kattas schon durch das Gehege. Aber getragen werden ist auch ganz schön

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Donnerstag, 24.04.2014

Ältester Koala Europas eingeschläfert

Koala/Rechte: dpa War schon 1995 eine Sensation in Duisburg: Kangulandai


Am Ende ihrer Tage hat sich Koalaweibchen "Kangulandai" kaum noch von der Stelle bewegt. Die Kraft ließ einfach nach, Muskeln und Gewicht schwanden. Kangulandai - was in der Sprache der australischen Aborigines so viel bedeutet wie „die Erste"- war einfach alt. Und zwar uralt für Koalaverhältnisse. Sie war mit ihren knapp 20 Jahren sogar der älteste Koala Europas. Im Freiland in Australien werden Koalas selten älter als 10 Jahre. Um ihr wegen Altersschwäche den Sturz aus der Baumgabel zu ersparen, entschloss sich der Duisburger Zoo nun, das Tier einzuschläfern. "Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen", so Zoobiologe Volker Grün. "Viele, die als junge Pfleger in dem Zoo angefangen haben, kannten das Tier ja gut."

Sogar der australische Botschafter kam


Bereits 1995 war Kangulandai die Sensation im Duisburger Zoo. Noch nie zuvor war in Europa ein Koala erfolgreich aufgezogen worden. Somit war die Geburt der Kleinen ein Meilenstein in der Zoogeschichte. Riesengroß war damals die Begeisterung bei allen Mitarbeitern des Zoos, als zuerst ein Bein und ein Arm, und letztendlich dann der kleine Kopf des jungen Koala-Weibchens mit den dunklen Kopfaugen aus dem Beutel des Muttertieres hervorlugte. "Der anschließende Medienansturm war wie bei einem Staatsbesuch", erinnert sich ein Zoomitarbeiter. Und tatsächlich ließ es sich der damalige australische Botschafter in Deutschland nicht nehmen, dem Koala-Nachwuchs persönlich seine Aufwartung zu machen.

Kola in der Größe eines Gummibärchens


Die Begeisterung hat sich übrigens bis heute gehalten. Der Duisburger Zoo ist immer noch einer der ganz wenigen in Europa, der bis heute erfolgreich Koalas züchtet. Erst im Januar 2014 kam der Blog: jüngste Sproß der Duisburger Koalafamilie zur Welt. Mit großem Tamtam findet dann vor Journalisten und Fotografen das öffentliche Wiegen statt. Man habe in den zwei Jahrzehnten viel über das Verhalten der Koalas gelernt, so Volker Grün. Zum Beispiel, dass Jungtiere nicht nur bei der Mutter, sondern auch bei den Tanten innerhalb der Familie Milch trinken dürften. "Außerdem sei es immer fanzinierend eine Koala-Geburt mitzuerleben. "Die neugeborenen Tiere sind nur so groß wie ein Gummibärchen und finden ganz allein den Weg in den Beutel."

In den 20 Jahren, in denen Kangulandai am Duisburger Kaiserberg lebte, brachte sie acht Jungtiere zur Welt.


Koala mit Jungtier /Rechte:dpa Acht mal brachte Kangulandai Nachwuchs zur Welt

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Sonntag, 06.04.2014

Zwei Höcker und ein flauschiger Pelz

Trampeltier/Rechte: Kuster/zoo-foto.de Nach dem Toben wird geruht: Trampeltierfohlen im Duisburger Zoo

Vier Wochen ist das kleine Trampeltier aus demWWW: Duisburger Zoo nun alt und legt auch schon mal erste Spurts im Freigehege hin, wie die Tierpfleger berichten. Und weil Rennen und Toben so müde macht, sehen Besucher die junge Stute häufig beim Schläfchen.

Was genau ist denn jetzt ein Trampeltier, fragen sich viele Besucher beim Anblick der Herde. Deshalb hier noch einmal zum Verständnis. Trampeltiere und Dromedare gehören beide zur Gattung der Kamele. Doch tragen Trampeltiere im Gegensatz zu Dromedaren zwei Höcker auf dem Rücken. Außerdem stammen sie aus Asien. Das einhöckrige Dromedar lebt für gewöhnlich in Afrika oder Arabien. Lange glaubte man, in den Höckern speicherten die Tiere Wasser. Doch dem ist nicht so, erklärt Jochen Reiter, wissenschaftliche Leiter des Zoos in Duisburg. "Die Höcker stellten sich letztlich als riesige Fettspeicher heraus, die es den Trampeltieren ermöglichen, bei Nahrungsknappheit längere Zeit davon zu zehren. Außerdem isolieren sie sehr gut gegen Kälte."

Der jüngste Spross der Trampeltierfamilie heißt übrigens Medina. Für Mutter Sulina ist es bereits das dritte Jungtier. Anfänglich wollte Medina nicht so recht trinken. Da mussten die Pfleger etwas nachhelfen und zufüttern. Mittlerweile ist die Kleine Stute schon richtig kräftig.

Trampeltier/Rechte: Kuster/zoo-foto.de Medina beim Kuscheln mit Mama

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Mittwoch, 05.02.2014

Brillenbärchen tapst durchs Grün

Brillenbär/Rechte: zoofoto.de/Kuster Brillenbärnachwuchs in Duisburg

Tapsig und überaus neugierig erkundet der kleine Brillenbär erstmals sein Freigehege im WWW: Duisburger Zoo. Das Tierkind ist gerade der ganze Stolz des Zoos - denn: Brillenbären vermehren sich nur recht selten in Zoos. In freier Wildbahn sind sie stark bedroht.

Erst 2012 hatte der Zoo am Kaiserberg seine neue, naturnahe Anlage für südamerikanische Brillenbären eröffnet. Kein Wunder, dass die Zoofachleute seitdem sehnlichst auf Nachwuchs warten. Bei Brillenbären ist das schwer genug - nur etwa 70 Tiere werden in europäischen Zoos gehalten und nur eine Handvoll Jungtiere pro Jahr kommt zur Welt.

Brillenbär/Rechte: zoofoto.de/Kuster + Kleiner Kletterkünstler Ende Oktober 2013 konnten die Pfleger erstmals ein leises Fiepsen in den Stallungen hören, nachdem das 7-jährige Weibchen Huanca in bester Brillenbären-Manier verstärktes Nestbauverhalten gezeigt hatte. In den Folgewochen ließ die Mutter ihr Jungtier keine Sekunde aus den Augen. Abgeschirmt von der Öffentlichkeit sollten die Tiere die ersten Monate vor allem in Ruhe verbringen. Doch jetzt ist das Kleine nun so weit entwickelt und fit, dass es die ersten Schritte ins Außengehege wagt. Dicht an Mamas Seite werden nun Badeteiche, Wasserläufe und Kletterbäume inspiziert.

Der Brillenbär, auch Andenbär genannt, ist übrigens der einzige Bär, der in Südamerika vorkommt. Er ist ein echter Anpassungskünstler, der in wüstenähnlichen Gebieten ebenso zurechtkommt, wie auf Gebirgswiesen und Bergregenwäldern. Typischerweise trägt er eine weiße, brillenartige Zeichnung um die dunklen Augen. Das brachte ihm den Namen ein.

Brillenbär/Rechte: zoofoto.de/Kuster Die Brillenbäranlage wurde erst 2012 in Duisburg eröffnet

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Mittwoch, 22.01.2014

Koala-Mädchen klettert schon

Koalas/Rechte: Goebel Koalanachwuchs mit Mutter (r.) und einer Artgenossin aus der Gruppe

Nach sieben Monaten in Mutters Beutel, ist der jüngste Sproß der Koalafamilie im WWW: Duisburger Zoo nun voller Tatendrang. "Es ist ein forsches Mädchen", sagt Revierleiter Mario Chindemi, der seit Jahren sehr engen Kontakt zu "seinen" Koalas hat. Nur deshalb überlässt Muttertier Eora ihm beim ersten offiziellen Wiegen vor der Presse auch mal für wenige Minuten das Kleine, ohne ihm gleich die Finger anzubeißen. "Das können wehrhafte Koalas nämlich durchaus."

Auf die Waage mit dem Stoff-Kumpel

Koala-Jungtier/Rechte/Katja Goebel + Antreten zum Wiegen Im Juli 2013 kam das Jungtier zur Welt. Doch erst seit wenigen Tagen ist es nun immer öfter auch außerhalb von Mamas Beutel zu sehen. "Es ist munter, turnt herum und nimmt vor allem ordentlich zu", so Mario Chindemi. 350 Gramm zeigt die Waage an diesem Morgen. Die Kleine kennt das Prozedere mit der Waage bereits - allerdings haben die Pfleger die Messstation mit einem Ast und einem Stoffkoala getarnt. So glaubt das Jungtier, es steige mal kurz einem Verwandten auf den Rücken. Wiegen steht außerdem täglich auf dem Programm. So gewöhnt sich der Nachwuchs an den Pfleger und das Gewicht kann penibel kontrolliert werden. "In zwei Wochen werden Sie die Kleine nicht mehr wieder erkennen. Die legt jetzt jede Woche bis zu 160 Gramm zu."

Größte Koalazucht Europas

koala2.jpg + Forsches Mädchen Für Weibchen Eora ist das übrigens die erste Mutterschaft. Um so erfreulicher, dass es dem Jungtier so prächtig geht. "Bei Weibchen, die zum ersten Mal ein Jungtier kriegen, liegt die Sterblichkeitsrate der Kleinen bei 70 Prozent", erklärt der Revierleiter. "Doch bei uns im Zoo ist es genau umgekehrt. Wir haben eine Aufzuchtsrate von 80 Prozent." Der Duisburger Zoo hat die größte Koalazucht in Europa. Die Haltung der Tiere ist allerdings sehr teuer. Und so sucht der Zoo schon länger nach einer Alternative, um günstiger als bisher an frischen Eukalyptus zu kommen. Nach einem Aufruf an Gärtner der Umgebung, wer noch Kapazitäten für eine Eukalyptusplantage habe, hätte es schon über 100 Rückmeldungen gegeben, so Zoodirektor Achim Winkler. Das Zooteam will nämlich künftig die Eukalyptuspflanzen lieber frisch aus der Umgebung holen, als ihn für viel Geld aus den USA einfliegen zu lassen. "Frisch geerntet, schmeckt es unseren Tieren auch besser."


WDR-Video: WDR: Duisburger Zoo in Finanznot [Lokalzeit Ruhr; 13.01.2014]

Zooblog: Blog: Eukalyptus für Koalas gesucht (01.10.2013)

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Dienstag, 01.10.2013

Eukalyptus für Koalas gesucht

Koala/Rechte: zoo-foto Kuster Koalas fressen ausschließich Eukalyptus

Unter den Zootieren sind sie wahre Diven - jedenfalls was ihren ausgeprägten Feingeschmack angeht. Die elf Koalas im Duisburger Zoo vertilgen jede Woche 200 Kilo Eukalyptuspflanzen. Jedoch nicht irgendeinen Eukalyptus. Von den sechs bis acht verschiedenen Sorten, die den Tierchen wöchentlich unter die Nasen gehalten werden, suchen sie nur bestimmte Pflanzen heraus. "Da entscheidet die Tagesform", bestätigt Zoo-Kurator Volker Grün. "Manchmal fressen sie sogar nur die jungen Blätter und lassen den Rest liegen."

Koala/Rechte: zoo-foto Kuster + Duisburger Koala Die feinen Gaumen der pelzigen Australier machen dem Zoo allerdings zunehmend Sorgen. Bis Anfang des Jahres hatte der Zoo in der Fluggesellschaft Air Berlin noch einen Sponsor, der die Pflanzenfracht kostenlos aus Miami in Florida anlieferte. Damit ist nun seit ein paar Monaten Schluss und der Zoo muss den Transport mit 1.800 Euro pro Woche bezahlen. Jetzt sucht man in Duisburg nach Alternativen und schaut dabei auch über die Landesgrenze nach Belgien. Der dortige Zoo in Antwerpen hat einen Landwirt gefunden, der die Eukalyptuspflanzen für den Zoo anbaut. "So etwas könnten wir uns für Duisburg auch vorstellen."

Nun also sucht der Zoo nach Flächen für die eigene Eukalyptuszucht. "Vielleicht findet sich jemand, der ein großes Gewächshaus hat, das ungenutzt ist." Vielleicht könne man in Zukunft Kooperationen mit hiesigen Landwirten oder Gärtnereien schließen. Eukalyptusplantagen sind auch im übrigen Europa rar. Es gebe noch eine Plantage in Süd-England, dort aber seien die Pflanzen teurer als in Florida. Der Bedarf sei einfach nicht groß genug. "Wir sind nun einmal der einzige Zoo in Deutschland, der Koalas hält", so Grün.

Koala/Rechte: zoo-foto Kuster Duisburg ist deutschlandweit der einzige Zoo, der Koalas hält

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