Sonntag, 06.04.2014

Zwei Höcker und ein flauschiger Pelz

Trampeltier/Rechte: Kuster/zoo-foto.de Nach dem Toben wird geruht: Trampeltierfohlen im Duisburger Zoo

Vier Wochen ist das kleine Trampeltier aus demWWW: Duisburger Zoo nun alt und legt auch schon mal erste Spurts im Freigehege hin, wie die Tierpfleger berichten. Und weil Rennen und Toben so müde macht, sehen Besucher die junge Stute häufig beim Schläfchen.

Was genau ist denn jetzt ein Trampeltier, fragen sich viele Besucher beim Anblick der Herde. Deshalb hier noch einmal zum Verständnis. Trampeltiere und Dromedare gehören beide zur Gattung der Kamele. Doch tragen Trampeltiere im Gegensatz zu Dromedaren zwei Höcker auf dem Rücken. Außerdem stammen sie aus Asien. Das einhöckrige Dromedar lebt für gewöhnlich in Afrika oder Arabien. Lange glaubte man, in den Höckern speicherten die Tiere Wasser. Doch dem ist nicht so, erklärt Jochen Reiter, wissenschaftliche Leiter des Zoos in Duisburg. "Die Höcker stellten sich letztlich als riesige Fettspeicher heraus, die es den Trampeltieren ermöglichen, bei Nahrungsknappheit längere Zeit davon zu zehren. Außerdem isolieren sie sehr gut gegen Kälte."

Der jüngste Spross der Trampeltierfamilie heißt übrigens Medina. Für Mutter Sulina ist es bereits das dritte Jungtier. Anfänglich wollte Medina nicht so recht trinken. Da mussten die Pfleger etwas nachhelfen und zufüttern. Mittlerweile ist die Kleine Stute schon richtig kräftig.

Trampeltier/Rechte: Kuster/zoo-foto.de Medina beim Kuscheln mit Mama

Trackbacks zum Eintrag Zwei Höcker und ein flauschiger Pelz

Zum Anfang dieses Eintrags

Mittwoch, 05.02.2014

Brillenbärchen tapst durchs Grün

Brillenbär/Rechte: zoofoto.de/Kuster Brillenbärnachwuchs in Duisburg

Tapsig und überaus neugierig erkundet der kleine Brillenbär erstmals sein Freigehege im WWW: Duisburger Zoo. Das Tierkind ist gerade der ganze Stolz des Zoos - denn: Brillenbären vermehren sich nur recht selten in Zoos. In freier Wildbahn sind sie stark bedroht.

Erst 2012 hatte der Zoo am Kaiserberg seine neue, naturnahe Anlage für südamerikanische Brillenbären eröffnet. Kein Wunder, dass die Zoofachleute seitdem sehnlichst auf Nachwuchs warten. Bei Brillenbären ist das schwer genug - nur etwa 70 Tiere werden in europäischen Zoos gehalten und nur eine Handvoll Jungtiere pro Jahr kommt zur Welt.

Brillenbär/Rechte: zoofoto.de/Kuster + Kleiner Kletterkünstler Ende Oktober 2013 konnten die Pfleger erstmals ein leises Fiepsen in den Stallungen hören, nachdem das 7-jährige Weibchen Huanca in bester Brillenbären-Manier verstärktes Nestbauverhalten gezeigt hatte. In den Folgewochen ließ die Mutter ihr Jungtier keine Sekunde aus den Augen. Abgeschirmt von der Öffentlichkeit sollten die Tiere die ersten Monate vor allem in Ruhe verbringen. Doch jetzt ist das Kleine nun so weit entwickelt und fit, dass es die ersten Schritte ins Außengehege wagt. Dicht an Mamas Seite werden nun Badeteiche, Wasserläufe und Kletterbäume inspiziert.

Der Brillenbär, auch Andenbär genannt, ist übrigens der einzige Bär, der in Südamerika vorkommt. Er ist ein echter Anpassungskünstler, der in wüstenähnlichen Gebieten ebenso zurechtkommt, wie auf Gebirgswiesen und Bergregenwäldern. Typischerweise trägt er eine weiße, brillenartige Zeichnung um die dunklen Augen. Das brachte ihm den Namen ein.

Brillenbär/Rechte: zoofoto.de/Kuster Die Brillenbäranlage wurde erst 2012 in Duisburg eröffnet

Trackbacks zum Eintrag Brillenbärchen tapst durchs Grün

Zum Anfang dieses Eintrags

Mittwoch, 22.01.2014

Koala-Mädchen klettert schon

Koalas/Rechte: Goebel Koalanachwuchs mit Mutter (r.) und einer Artgenossin aus der Gruppe

Nach sieben Monaten in Mutters Beutel, ist der jüngste Sproß der Koalafamilie im WWW: Duisburger Zoo nun voller Tatendrang. "Es ist ein forsches Mädchen", sagt Revierleiter Mario Chindemi, der seit Jahren sehr engen Kontakt zu "seinen" Koalas hat. Nur deshalb überlässt Muttertier Eora ihm beim ersten offiziellen Wiegen vor der Presse auch mal für wenige Minuten das Kleine, ohne ihm gleich die Finger anzubeißen. "Das können wehrhafte Koalas nämlich durchaus."

Auf die Waage mit dem Stoff-Kumpel

Koala-Jungtier/Rechte/Katja Goebel + Antreten zum Wiegen Im Juli 2013 kam das Jungtier zur Welt. Doch erst seit wenigen Tagen ist es nun immer öfter auch außerhalb von Mamas Beutel zu sehen. "Es ist munter, turnt herum und nimmt vor allem ordentlich zu", so Mario Chindemi. 350 Gramm zeigt die Waage an diesem Morgen. Die Kleine kennt das Prozedere mit der Waage bereits - allerdings haben die Pfleger die Messstation mit einem Ast und einem Stoffkoala getarnt. So glaubt das Jungtier, es steige mal kurz einem Verwandten auf den Rücken. Wiegen steht außerdem täglich auf dem Programm. So gewöhnt sich der Nachwuchs an den Pfleger und das Gewicht kann penibel kontrolliert werden. "In zwei Wochen werden Sie die Kleine nicht mehr wieder erkennen. Die legt jetzt jede Woche bis zu 160 Gramm zu."

Größte Koalazucht Europas

koala2.jpg + Forsches Mädchen Für Weibchen Eora ist das übrigens die erste Mutterschaft. Um so erfreulicher, dass es dem Jungtier so prächtig geht. "Bei Weibchen, die zum ersten Mal ein Jungtier kriegen, liegt die Sterblichkeitsrate der Kleinen bei 70 Prozent", erklärt der Revierleiter. "Doch bei uns im Zoo ist es genau umgekehrt. Wir haben eine Aufzuchtsrate von 80 Prozent." Der Duisburger Zoo hat die größte Koalazucht in Europa. Die Haltung der Tiere ist allerdings sehr teuer. Und so sucht der Zoo schon länger nach einer Alternative, um günstiger als bisher an frischen Eukalyptus zu kommen. Nach einem Aufruf an Gärtner der Umgebung, wer noch Kapazitäten für eine Eukalyptusplantage habe, hätte es schon über 100 Rückmeldungen gegeben, so Zoodirektor Achim Winkler. Das Zooteam will nämlich künftig die Eukalyptuspflanzen lieber frisch aus der Umgebung holen, als ihn für viel Geld aus den USA einfliegen zu lassen. "Frisch geerntet, schmeckt es unseren Tieren auch besser."


WDR-Video: WDR: Duisburger Zoo in Finanznot [Lokalzeit Ruhr; 13.01.2014]

Zooblog: Blog: Eukalyptus für Koalas gesucht (01.10.2013)

Trackbacks zum Eintrag Koala-Mädchen klettert schon

Zum Anfang dieses Eintrags

Dienstag, 01.10.2013

Eukalyptus für Koalas gesucht

Koala/Rechte: zoo-foto Kuster Koalas fressen ausschließich Eukalyptus

Unter den Zootieren sind sie wahre Diven - jedenfalls was ihren ausgeprägten Feingeschmack angeht. Die elf Koalas im Duisburger Zoo vertilgen jede Woche 200 Kilo Eukalyptuspflanzen. Jedoch nicht irgendeinen Eukalyptus. Von den sechs bis acht verschiedenen Sorten, die den Tierchen wöchentlich unter die Nasen gehalten werden, suchen sie nur bestimmte Pflanzen heraus. "Da entscheidet die Tagesform", bestätigt Zoo-Kurator Volker Grün. "Manchmal fressen sie sogar nur die jungen Blätter und lassen den Rest liegen."

Koala/Rechte: zoo-foto Kuster + Duisburger Koala Die feinen Gaumen der pelzigen Australier machen dem Zoo allerdings zunehmend Sorgen. Bis Anfang des Jahres hatte der Zoo in der Fluggesellschaft Air Berlin noch einen Sponsor, der die Pflanzenfracht kostenlos aus Miami in Florida anlieferte. Damit ist nun seit ein paar Monaten Schluss und der Zoo muss den Transport mit 1.800 Euro pro Woche bezahlen. Jetzt sucht man in Duisburg nach Alternativen und schaut dabei auch über die Landesgrenze nach Belgien. Der dortige Zoo in Antwerpen hat einen Landwirt gefunden, der die Eukalyptuspflanzen für den Zoo anbaut. "So etwas könnten wir uns für Duisburg auch vorstellen."

Nun also sucht der Zoo nach Flächen für die eigene Eukalyptuszucht. "Vielleicht findet sich jemand, der ein großes Gewächshaus hat, das ungenutzt ist." Vielleicht könne man in Zukunft Kooperationen mit hiesigen Landwirten oder Gärtnereien schließen. Eukalyptusplantagen sind auch im übrigen Europa rar. Es gebe noch eine Plantage in Süd-England, dort aber seien die Pflanzen teurer als in Florida. Der Bedarf sei einfach nicht groß genug. "Wir sind nun einmal der einzige Zoo in Deutschland, der Koalas hält", so Grün.

Koala/Rechte: zoo-foto Kuster Duisburg ist deutschlandweit der einzige Zoo, der Koalas hält

Trackbacks zum Eintrag Eukalyptus für Koalas gesucht

Zum Anfang dieses Eintrags

Mittwoch, 28.08.2013

Nachwuchs bei den fischenden Katzen

Fischkatze/Rechte: Claudia Kuster/zoo-foto.de Neugierig guckt die kleine Fischkatze aus ihrem Versteck

Wasserscheue Katzen? Pah. Ausnahmen bestätigen die Regel. Im WWW: Duisburger Zoo lebt ein Fischkatzen-Pärchen. Diese seltene Bengalkatzenart hat sich auf Fischfang geradezu spezialisiert. Die Pfoten der asiatischen Raubtiere sind sogar mit Schwimmhäuten ausgestattet. Auf ihrer Suche nach Beute lauern sie nicht nur am Ufer und schlagen Fische gezielt aus dem Wasser, sondern waten auch häufig auf der Suche nach Krabben und anderem Wassergetier in seichten Gewässern umher. Fische werden auch tauchend und schwimmend erbeutet. Jetzt hat das Katzenpaar in Duisburg erstmals Nachwuchs bekommen. Und zwar gleich dreifachen.

Fischkatzen/Rechte: Claudia Kuster/zoo-foto.de + Erster Impftermin steht an Für den Zoo ist die Geburt der Kätzchen eine besondere Freude, zumal die Fischkatze seit Jahren auf der Roten Liste gefährdeter Arten steht. Die drei jungen Katzen kamen Ende Juni 2013 zur Welt und haben nun ihren ersten offiziellen Termin. Sie müssen zum Impfen. Auch wenn ausgewachsene Tiere nur ein Gewicht von bis zu 12 Kilo auf die Waage bringen, sind sie in ihrer Angriffslust nicht zu unterschätzen. Wie sagte mal ein Tierpfleger über die Fischkatze: "Sie weiß nicht, dass sie eine Kleinkatze ist, sondern fühlt sich als Löwe." Obwohl Katzen ihre Jungen allein aufziehen, ist bei den Fischkatzen in Duisburg auch der Vater immer in der Nähe. "Wir müssen den Kater gerade fast vor den Jungen schützen, so wüst sind die Kleinen mit ihm", erzählt Zookurator Volker Grün.

Zoobesucher können die fischenden Katzen übrigens auch dabei beobachten, wie sie im Wasserbecken ihres Gehege auf Beutefang gehen - wenn es auch nur ertrinkende Insekten sind. Den Fisch gibt es ansonsten vom Zoopersonal serviert.

Fischkatzen/Rechte: Claudia Kuster/zoo-foto.de Auch im Zoo werden die Katzen vor allem mit Fisch gefüttert

Trackbacks zum Eintrag Nachwuchs bei den fischenden Katzen

Zum Anfang dieses Eintrags

Montag, 08.07.2013

Wolfswelpen erkunden die Welt

Wolfswelpen/Rechte:zoo-foto.de/Kuster Toben, tollen, kämpfen: Die drei Wolfswelpen im Duisburger Zoo

Sie tollen durchs hohe Gras ihrer Anlage, raufen im Sand und streiten um die ersten Fleischhappen - die drei kleinen Wolfswelpen im WWW: Duisburger Zoo erkunden gerade ihr Revier.

Wolfswelpe/Rechte:zoo-foto.de/Kuster + Lauern im Gras Im Mai 2013 hatte sich das ranghöchste Weibchen des Duisburger Wolfsrudels in ihren selbst gegrabenen Erdbau verkrochen. Von dem Moment an wussten die Pfleger, dass es nun ungefähr noch zwei Monate bis zur Geburt dauern würde. Wölfe leben in hoch entwickelten Sozialsystemen. Und so brachten die Rudelangehörigen dem Alpha-Weibchen regelmäßig Futter zum Bau. Irgendwann verriet dann ein Fiepsen, dass der Nachwuchs da war. Blind und nur spärlich behaart blieben die Kleinen die ersten Wochen nur im Bau.

Mittlerweile sind aus den zaghaften Abstechern aus der Höhle Ganztagsausflüge geworden, bei denen die drei Wolfswelpen ihre Mutter gehörig auf Trab halten. Noch sind die kleinen Raubtiere grau-braun gefärbt. Wenn sie einmal groß sind, tragen sie das weiße Fell der Arktischen Wölfe. Auch mit dem Heulen klappt es noch nicht so ganz. "Mehr als Gekrächze kommt anfangs nicht heraus", so Zoobiologe Jochen Reiter.

Wölfe mit Welpen/Rechte:zoo-foto.de/Kuster Wenn sie groß sind, werden die jungen Wölfe das helle Fell der Arktischen Wölfe bekommen.

Trackbacks zum Eintrag Wolfswelpen erkunden die Welt

Zum Anfang dieses Eintrags

Mittwoch, 29.05.2013

Zweites Albino-Känguru in Duisburg

Albino-Känguru/zoo-foto.de/Kuster Erster Blick aus dem Beutel

Neugierig streckt das kleine Känguru seinen Kopf aus Mamas Beutel, spitzt die Ohren, reckt kurz die Nase. Von oben tröpfelt Dauerregen. Ok - also nix wie zurück in den warmen Beutel! Beim ersten offiziellen Pressetermin anlässlich des weißen Känguru-Nachwuchses mussten sich Fotografen, Journalisten und andere Zaungäste mächtig in Geduld üben, um einen Blick auf das seltene Tier werfen zu können.

Zum zweiten Mal ist im WWW: Duisburger Zoo also ein Albino unter den Bennett-Kängurus zur Welt gekommen. Vor sieben Monaten geboren kann man das nun etwa hasengroße Tier erstmals sehen. Für den Zoo ist das eine Sensation. "Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Albino-Känguru geboren wird, liegt bei 1:20.000", so Zoobiologe Volker Grün.

Känguru mit weißem Nachwuchs/Rechte: zoo-forto.de/Kuster Noch lässt sich das kleine Känguru viel herumtragen

Schon 2012 sorgte die Geburt des ersten weißen Tieres für Besucherrekorde. "Alle wollten sich damals diese Laune der Natur aus der Nähe ansehen", erzählt Volker Grün. Die Nachricht vom weißen Känguru hatte sich damals sogar bis Australien herumgesprochen. Dort werden diese Beuteltiere übrigens nicht Känguru, sondern Wallaby genannt. "Sonst sind die Besucher an unseren Kängurus oft einfach vorbei gelaufen. Doch als Nala im Gehege herumhüpfte, blieben die Menschen in Trauben vor dem Zaun stehen." Anfang 2013 nahm die Geschichte um "Nala" dann allerdings ein dramatisches Ende: Sie wurde vom Fuchs gerissen. Jetzt hat man den Auslauf vorsorglich mit Strom gesichert.

Nun hat Nalas Mutter also zum zweiten Mal für weißen Nachwuchs gesorgt. Das noch namenlose Tier mit dem hellen Flauschfell und der rosa Nase wird in den nächsten Wochen immer häufiger den Beutel seiner Mutter verlassen und hüpfend das Gehege erkunden. Auf der Wiese ist es unter der grauen Verwandtschaft dann gut zu erkennen.

Blog: Albino-Känguru vom Fuchs gerissen (15.01.2013)

Trackbacks zum Eintrag Zweites Albino-Känguru in Duisburg

Zum Anfang dieses Eintrags

April 2014

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30

Über das Blog

Geschichten aus nordrhein-westfälischen Zoos und Tiergärten.

Zoos

Aktuelle Einträge

Glossar

Newsreader-Feeds (XML/RSS)


Permanente URL dieser Seite: http://wdrblog.de/zoos_nrw/duisburg/