Dienstag, 14.02.2012

Abschied von "Tschuna" und "Daseep"

Tigerinnen/Rechte: Zoo Wuppertal + Sie gehörten seit fast anderthalb Jahren zu den absoluten Publikumslieblingen im WWW: Wuppertaler Zoo: Tigermädchen "Tschuna" und "Daseep", die nach einem verunglückten Start ins Leben durch Zufall dicke Freunde wurden. Am Dienstag (14.02.2012) heißt es im Wuppertaler Zoo Abschied nehmen von den verspielten Raubkatzen. Dann werden die beiden in einen Zoo nach England übersiedeln.

Tigerinnen/Rechte: Zoo Wuppertal + Im Oktober 2010 hatte das Schicksal die beiden Katzen zusammengeführt. Sowohl die sibirische Tigerin "Tschuna" als auch die Sumatratigerin "Daseep" waren von ihrer Mutter verstoßen worden. Pfleger zogen sie mit der Flasche groß. Und weil "Tschuna" allein im Wuppertaler Zoo saß und "Dassep" in Frankfurt, führte man die beiden in Wuppertal schließlich zusammen. Seitdem denken die Tigerinnen offenbar, dass sie Schwestern sind. In ihrer Außenanlage konnten Besucher sie stets beim ausgelassenen Toben, Rennen und Raufen beobachten. Am Größenunterschied und an der Färbung konnte man die beiden auseinander halten, denn "Tschuna" ist als sibirische Tigerin etwas größer und kräftiger. "Sie schmust auch etwas rüpeliger", so Zoo-Kurator André Stadler.

Doch von nun an haben Tschuna und Dassep einen höheren Auftrag. Künftig sollen sie für die Erhaltung ihrer Art sorgen. Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) will es so. "Es tut uns in der Seele weh", verrät Stadler. Schlecht für das Herz aber gut für den Kopf, sei der Abschied von den einstigen Flaschenkindern. "Die beiden werden jetzt Engländerinnen und bekommen einen Mann."

Bis zum letzten Tag hätten die beiden Tigerinnen einen innigen Kontakt zu ihren Pflegerinnen gehabt, mit Streicheleinheiten oder Extra-Leckerbissen - wenn auch mit einem Gitter dazwischen. Im englischen Zoo Dudley sollen die beiden Ziehkinder zunächst noch zusammenbleiben, bis "Tschuna" irgendwann in den Londoner Zoo umzieht. Die Hundetransportbox, in der Flaschenkind "Dassep" einst nach Wuppertal reiste, wird für den Transport allerdings nicht mehr ausreichen. Aus den knuddeligen Kätzchen sind mittlerweile 70-Kilo-Brocken geworden.

Tiger/Rechte: dpa/WDR/Goebel/Zoo Wuppertal

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