Donnerstag, 10.11.2011

Partnervermittlung für Großkatzen

Gepardenmutter mit Jungen/Rechte: Zoo Krefeld + Den Großkatzen im WWW: Krefelder Zoo steht ein heißer Liebeswinter bevor: Sumatratiger und Geparde dürfen sich näher kommen, und auch für Schneeleopardenmännchen "Patan" wird langsam nach einem neuen Weibchen Ausschau gehalten.
Mit Romantik und großen Gefühlen hat die Partnersuche aber erst einmal nichts zu tun. Wer sich mit wem paaren darf, ist vielmehr strengen Regeln unterworfen und liegt in der Hand von Zoologen und Zuchtbuchführern. Auch über die großen Zoo-Katzen wird in den europäischen Zuchtprogrammen genau Buch geführt.
Sumatratiger/Rechte: Zoo Krefeld + "Der Genpool soll möglichst breit sein", erklärt der Krefelder Zoo-Tierarzt Martin Straube. So wird genau dokumentiert, welches Tier mit wem verwandt ist, um Inzucht zu vermeiden. Auch achten Zuchtbuchführer darauf, dass nicht immer dieselben Tierpaare für viel Nachwuchs und andere Paare für wenig Nachkommen sorgen. Doch wohin mit all den Tierkindern in den Zoos? "Bei den Tieren, die mit dem Segen des Zuchtbuches zur Welt kommen, kann man sicher sein, dass sie später an andere europäische Zoos vermittelt werden", so Straube. "Das sind quasi alles Wunschkinder."

Doch so ganz ohne Gefühl geht es dann am Ende doch nicht. So herrscht bei den Geparden beispielsweise strikte Damenwahl. Sagt der Kater der Katze nicht zu, wird es auch nichts mit der Paarung. "Wir greifen da zu einem Trick und trennen die Tiere für eine gewisse Zeit, damit es in der Partnerschaft nicht so langweilig wird." Und so könnte es zwischen den Krefelder Geparden bald tatsächlich wieder funken.
Heiß her gehen soll es auch bei "Sutera" und "Beludru", den beiden Sumatratigern. Nach zwei Würfen mit insgesamt vier Jungtieren dürfen sich die beiden zum dritten Mal zu einem Schäferstündchen zusammenfinden. Mit etwas Glück finden die Tierpfleger dann schon vier Monate später junge Tiger in der Wurfbox.
Schneeleopard/Rechte: Zoo Krefeld + Einzig der halbstarke Schneeleopard "Patan" muss sich noch etwas gedulden. Der Zweijährige lebt derzeit noch mit seiner Schwester zusammen, wird aber bald geschlechtsreif. Vor allem bei Minusgraden kommen Schneeleoparden in Stimmung. Der Grund: Die Katzen, die normalerweise im Himalaya leben, sorgen naturgemäß dafür, dass der Nachwuchs im Frühjahr zur Welt kommt, wenn auch die Beutetiere Junge haben. Bevor sich auch "Patan" verlieben kann, muss seine Schwester ausziehen und ein neues Weibchen einziehen. Und das sucht dann natürlich wieder der Zuchtbuchführer aus.


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