Donnerstag, 26.05.2011

Pinguinbaby muss täglich auf die Waage

Pinguinküken auf der Waage/Rechte: Tierpark Bochum + Jeden Tag die gleiche Prozedur. Die Tierpfleger des WWW: Bochumer Tierparks stapfen unangemeldet ins Pinguingehege, lenken Mama und Papa ab, greifen beherzt in die Bruthöhle und schwupps - landet der neueste Pinguinnachwuchs auf der Haushaltswaage. Seit Wochen geht das nun schon so. Unter den neugierigen Blicken der gesamten Kolonie wird der Wonneproppen in aller Öffentlichkeit gewogen und begutachtet. Selbst die Seehunde schwimmen heran, um dem flauschigen Nachbarn beim Wiegen zuzuschauen.

Pinguinbaby/Rechte: Tierpark Bochum + Betrug das Schlupfgewicht des Kleinen im April etwa 100 Gramm, hatte sich nach einer Woche das Gewicht bereits verdreifacht. Nach drei Wochen brachte er schon stattliche 1200 Gramm auf die Waage! Erwachsene Humboldt-Pinguine werden bis zu vier Kilogramm schwer. Diese rasante Gewichtszunahme zeigt, dass es dem Pinguinbaby gut geht. Und auch die Eltern werden derzeit doppelt so oft mit Fisch gefüttert, damit sie genug Futter für ihr Junges haben. Noch hockt das Pinguinküken im Schutz der Bruthöhle. Doch die wird es bald verlassen und erste Erkundungstouren unternehmen.

Humboldtpinguine sind in Südamerika an den Küsten von Chile und Peru zu Hause. Die mittelgroßen Pinguine sind mit vier bis fünf Jahren erwachsen. Im Frühjahr legt das Weibchen in einer geschützten Bruthöhle ein bis zwei Eier.

Pinguinbaby/Rechte: Tierpark Bochum + Über einen Monat wechseln sich beide Eltern beim Brüten ab. Die Küken können nicht schwimmen und werden von beiden Eltern mit vorverdautem Fisch gefüttert. Erst nach drei bis vier Monaten gehen die jungen Pinguine zum ersten Mal ins Wasser. Die geselligen Vögel jagen Fische, Tintenfische und Krebstiere und erreichen dabei Geschwindigkeiten von etwa 40 Stundenkilometern. Meist tauchen sie im fischreichen Humboldtstrom vor den Küsten nach Sardinen und Sardellen und geraten so in Konflikt mit den einheimischen Fischern. Ein weiterer Grund für einen rapiden Rückgang der Bestände war der Guanoabbau, also das Einsammeln von Vogelkot als Dünger. Hierdurch verloren zahlreiche Humboldtpinguine ihre Brutplätze. Heute stehen die Humboldtpinguine unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens.
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