Im Münsteraner Zoo feiert am Mittwoch (18.11.09) ein ganz besonderer Bewohner Geburtstag: "Karlchen" ist wohl der letzte Schimpanse, der in Münster von Menschenhand aufgezogen wurde. Das war vor 30 Jahren. Am 18. November 1979 begann für Bärbel Uphoff, Revierleiterin bei den Menschenaffen im Allwetterzoo Münster, eine harte Zeit. An diesem Tag nämlich hatte Schimpansin "Lilly" ein Jungtier zur Welt gebracht, doch keinerlei Interesse an ihm gezeigt. Die Menschen mussten eingreifen, sonst wäre das Affenbaby verhungert. So nahm Bärbel Uphoff den kleinen Schimpansenjungen in ihre Obhut. Sie fütterte "Karlchen" mit der Flasche, windelte ihn und trug ihn im Tragetuch herum - selbst beim Einkaufen.
Zwei Jahre lang wohnte "Karlchen" nachts in der Wohnung von Bärbel Uphoff, am Tag begleitete er sie in den Zoo. Nach und nach lernte der kleine Schimpanse so seine Artgenossen kennen. Heute ist "Kalli", wie seine Ziehmutter ihn ruft, übrigens Boss der zehnköpfigen Schimpansengruppe im Allwetterzoo und selbst mehrfacher Vater.
30 Jahre sind eigentlich noch kein Alter für einen Schimpansen, doch macht "Karlchen" seit einiger Zeit sein Herz zu schaffen. Spezialisten der Universitätsklinik Münster haben nach einer aufwändigen Untersuchung eine Therapie für den Schimpansen festgelegt, die ihm das Leben gerettet hat. Karlchen hat einen Herzklappenfehler und muss täglich Medikamente bekommen. Die schluckt er vorzugsweise mit Pflaumenmus.
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"Barito" heißt er und ist das jüngste Maltalent des Krefelder Zoos. Dass der 10-jährige Orang-Utan sich derart für Pinsel und Leinwand begeistert, ist allerdings ein Novum: Kunst war im Affentropenhaus des Krefelder Zoos bis dato eher Frauensache. Die Krefelder Affenweibchen "Sita", "Tilda" und "Sandra" waren in der Vergangenheit mit ihrer Kunst bereits bekannt geworden. Erst im August 2009 war die
malende Sita gestorben. Doch nun schwingt mit "Barito" erstmalig ein halbstarkes Männchen den Pinsel. "Der kleine Kerl hat sich viel von Sita abgeschaut", erzählt Christine Peter, die sich im Krefelder Zoo um das Beschäftigungsprogramm für die intelligenten Tiere kümmert. Christine Peter arbeitet seit vier Jahren mit ihren rothaarigen Schützlingen und hat Barito erstmals Mitte Oktober Leinwand und Farben angeboten. Schon die erste Sitzung war ein voller Erfolg für Barito, der sich über diese kurzweilige Beschäftigung freut.
Zuschauen können Besucher dem Affen bei seinem neuesten Hobby allerdings nicht. "Er malt in seinem Rückzugsraum, den man von außen nicht einsehen kann", sagt Peter. Und manchmal geht es bei der Malstunde auch etwas rauh zu. Dann zerreißt Barito auch schon mal die komplette Leinwand oder zerbeißt seine Pinsel. Der Affe sei halt mitten in der Pubertät und manchmal etwas launisch.
Doch neben der nötigen Beschäftigung, erfüllt die tierische Malerei auch noch einen guten Zweck. Baritos Bilder sollen im Internet verkauft werden. Mit den Erlösen will der Zoo den Bau eines rund eine Million Euro teuren Gorilla-Außengeheges finanzieren. Die Preise für
die Bilder liegen zwischen 125 und 480 Euro. Galerist Heinz Hachel zeigt sich von Baritos Erstlingswerken begeistert. "Sie sind lebendig, dynamisch, ungeheuer kraftvoll."
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