Bei den Fischottern im Krefelder Zoo hat es nach langer Zeit wieder Nachwuchs gegeben. Am Mittwoch (10.12.08) konnten die beiden Babys erstmals von den Pflegern untersucht werden. Zunächst bekam Mutter "Gitta" eine Taube zur Ablenkung. Nur so konnte der Nachwuchs gefahrlos aus der Wurfbox herausgenommen werden, denn Fischotter bringen ihre nadelspitzen Zähne auch gerne zur Verteidigung ihrer Jungen zum Einsatz.
Dem ersten Augenschein nach handelt es sich um ein Weibchen und ein Männchen, die ihre Augen zur Zeit noch geschlossen haben. Erst ab dem 20. Tag nach der Geburt beginnen sie sich langsam zu öffnen.
Vor knapp drei Wochen hat Mutter "Gitta" ihren Partner "Titus" aus der gemeinsamen Wohnhöhle verbannt. Für die Tierpfleger war das ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich bei Familie Fischotter Nachwuchs eingestellt hatte. Erst einen Tag zuvor war die Behausung der Tiere gereinigt worden, ohne dass ein Nest mit Jungtieren entdeckt worden war. Umso größer die Freude der Pfleger, als kurze Zeit später ein zartes Piepsen aus dem Fischotterbau die Vermutung bestätigte. In ein paar Wochen werden die Jungtiere von ihrer Mutter erstmals ins Wasser gelockt werden.
Fischotter können sich Dank ihres stromlinienförmigen Körpers und des kräftigen Schwanzes schnell im Wasser bewegen. Auf ihren bis zu siebenminütigen Tauchgängen jagen sie Fische, Krebse, Schermäuse, Wasservögel und Insekten. Ausgewachsen haben sie eine Körperlänge von circa 1,30 m und wiegen bis zu 18 Kilogramm. Noch vor gut hundert Jahren besiedelte der Otter Deutschland flächendeckend. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde er in Nordrhein-Westfalen durch Jagd, Kanalisierung, Gewässerverschmutzung und Freizeitaktivitäten ausgerottet. Inzwischen breiten sich die Bestände aber von den Niederlanden und Niedersachsen wieder in heimische Gewässer aus.
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