Es könnten die ersten Schritte in ein neues Liebesnest sein: Die
in ein weißes Plastiktretboot in Schwanengestalt verliebte Schwanendame macht seit Freitag (09.03.07) Bekanntschaft mit sechs echten Artgenossen. In seinem Winterquartier im
Allwetterzoo Münster wurde das ungleiche Paar auf einem Teich mit sechs Trauerschwänen zu Wasser gelassen. Dort soll die «Schwarze Petra» mit einem der Junggesellen in der Gruppe anbandeln. Die ungewöhnliche Liaison hatte im vergangenen Frühjahr auf dem Aasee in Münster begonnen und seither selbst über Deutschland hinaus für Schlagzeilen gesorgt. Experten sehen allerdings die Chancen für eine neue und artgleiche Bindung als gering an. "Ich glaube nicht, dass sich 'Petra' auf einen unserer Trauerschwäne einlässt", sagte der Verhaltensbiologe des Allwetterzoos, Dirk Wewers. Auch externe Experten, die der Zoo befragt hat, sind sich einig: Der Schwan wird wohl seinem Tretboot treu bleiben.
Sollte das Blind Date wider Erwarten doch erfolgreich sein, ist geplant, die "Schwarze Petra" dauerhaft im Zoo zu behalten. Scheitert der Versuch, wird sie am 28. März auf den nahen Aasee zurückkehren, wo die tragische Liebe begann und sich der Heimathafen des Schwanentretboots befindet. Biologe Wewers räumte ein, dass er über mehrere Monate lediglich an eine leichte Bindung des Trauerschwans zu dem überdimensionalen Tretboot geglaubt hatte. "Mittlerweile ist deutlich geworden, dass es sich wohl um eine Prägung handelt." Diese sei bei streng monogam lebenden Tieren wie den Trauerschwänen deutlich stärker einzustufen. Der mittlerweile vierte Umzug des Paares vom Pelikan-Haus hinaus auf den Enten- und Schwanenteich sorgte am Freitag erneut für einen großen Medienauflauf. Selbst in China ist inzwischen über die Romanze berichtet worden. Erste Zoos werben dort mittlerweile damit, dass auch Trauerschwäne zu ihrem Tier-Repertoire gehören.
Nachtrag am ersten Tag nach der vom Zoo initiierten Beziehungs-Anbahnung:
Wie vermutet, ist die "schwarze Petra" an einem Kontakt zu männlichen Artgenossen nicht interessiert. Dafür werden erste Annäherungsversuche eines anderen Trauerschwan-Weibchens aus Münster gemeldet. Die Schwänin habe Tuchfühlung zur "schwarzen Petra" aufgenommen - und sei ebenfalls am weißen Tretboot interessiert. "Jetzt haben wir ein Tretboot und gleich zwei Mädels", sagte Zoodirektor Jörg Adler am Samstag (10.03.07).
Zum Anhören: Schwan Petra zieht um [ WDR2 Zwischen Rhein und Weser]
Zum SeitenanfangFür zwei junge Brillenpinguine begann am Donnerstag (08.03.07) der Ernst des Lebens: "Nummer 11" und "Nummer 12" watschelten unter Aufsicht der Pfleger erstmals durch das Gemeinschaftsgehege der
Duisburger Pinguinkolonie. Die letzten Wochen hatten die beiden von der Gruppe isoliert in der Obhut der Pfleger verbracht. Für "Nummer 11", wäre der Start ins Pinguinleben im Dezember 2006 fast völlig missglückt.
Nachdem sich der gerade einmal 25 Gramm schwere Schlüpfling nach 24-stündigem Mühen erfolgreich durch seine harten Eischale gepellt hatte, schien einer elterlichen Aufzucht eigentlich nichts im Wege zu stehen – wenn sich seine Erziehungsberechtigten nicht fürchterlich mit den Nestnachbarn in die Federn geraten wären. Um nicht zwischen den Vogelfronten zerrieben zu werden, musste das Küken seinen Schlupfplatz gegen ein Aufzuchtkörbchen der Tierpfleger eintauschen.
„Nummer 12“ durfte sich dagegen zuerst über fürsorgliche Eltern freuen – bis die Tierpfleger ihn nach 6-wöchigem Höhlen-Hocker-Dasein von Mutter und Vater entwöhnen mussten, um das allzu dünn geratene Küken mit entgräteten Heringsschwänzen sowie Mineral- und Vitamincocktails von Menschenhand aufzupäppeln.
Inzwischen sind beide Jungvögel zu stattlichen Jugendlichen herangewachsen, denen allerdings der berühmte „Feder-Frack“ noch fehlt.
PS: Nur noch wenige Tage bleiben, um bequem vom Schreibtisch aus eine andere Brillenpinguin-Kolonie im Internet beobachten zu können. Die drei
WDR.de-Pinguincams, mit deren Hilfe das Treiben von 83 Tieren im
Allwetterzoo Münster verfolgt werden kann, werden am 17. März abgeschaltet. Wenige Tage später kommen die Video-Webcams von WDR.de dann an anderem Ort erneut zum Einsatz - wo, wird noch nicht verraten.
Zum Seitenanfang
Besucher des Naturzoos Rheine müssen schon ganz genau hingucken, wenn sie das vor gut einer Woche geborene Zwergseidenäffchen entdecken wollen. Das Jungtier ist kaum daumengroß und sitzt durch seine Fellfärbung gut getarnt bei seinem Vater im Nacken. Bei den aus Südamerika stammenden Krallenaffen spielen Väter die tragende Rolle, zum Teil werden sie dabei auch von älteren Geschwistern des Neugeborenen unterstützt. Die Mutter übernimmt ihr Kind nur zum Säugen, alles andere ist Männersache. Zwergseidenäffchen sind mit die kleinsten Primaten, sie werden nicht größer als 15 Zentimeter (ohne Schwanz) und wiegen nicht mehr als eineinhalb Tafeln Schokolade.
Auch bei den Zwergziegen im Naturzoo gibt es bereits zu Beginn des Frühlings gleich dreifachen Nachwuchs, und "viele dicke Bäuche" deuten nach Aussage des Zoos daraufhin, dass in den kommenden Wochen mit einer regelrechten "Ziegenschwemme" zu rechnen ist.
Zum SeitenanfangPermanente URL dieser Seite: http://wdrblog.de/zoos_nrw/2007/03/09/
Der WDR ist nicht für Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.