Kübelweise Spott wurde in den vergangenen Tagen über Faultier Mats ausgegossen. "Faultier zu faul für die Forschung", titelten diverse Zeitungen, weil das Jenaer "Institut für spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie" die Arbeit mit dem Tier enttäuscht beendet hatte. Drei Jahre lang waren alle Versuche, die Bewegungen des tropischen Baumbewohners für eine Studie zu analysieren, fehlgeschlagen - Mats hatte sich einfach nicht bewegt. Auf die Entlassung aus dem Dienst der Wissenschaft folgte Ende 2006 der Zwangsumzug in den
Duisburger Zoo.
Doch seit das Tier dort in einer Baumkrone des Affenhauses abgesetzt wurde, ist es mit der Bewegungslosigkeit vorbei: "Wir überlegen, ob wir 'Mats' nicht einen neuen Namen geben sollen. 'Elvis' wäre nicht schlecht, so wie der durchs Gehege rockt." Frank Chomik, Inspektor für Tierversorgung im Duisburger Zoo, ist voll des Lobes für seinen neuen Schützling.
Vielleicht, schmunzelt der Duisburger Tierexperte, lag seine Bewegungsunlust ja auch an den schlechten Vorbildern, die "Mats" in Jena hatte: "Das einzige, was sich das Tier vom dortigen Lehrbetrieb an Bewegung abgucken konnte, waren ja 99 unterschiedliche Sitzpositionen in den Vorlesungen."
Natürlich hat Frank Chomik auch eine ernsthafte Erklärung dafür, warum der
Verwandte von Gürteltier und Ameisenbär in Duisburg plötzlich wie ausgewechselt ist: Anstelle des engen Jenaer Forschungskäfigs ohne Artverwandte könne sich das Tier nun "auf Hunderten von Quadratmetern" im Duisburger Affenhaus austoben. Außerdem gäbe es auch abwechselnd zwei Weibchen in dem Gehege. Gut möglich also, dass in Duisburg demnächst außer Mats auch sein Nachwuchs im Baum hängen wird - größenteils regungslos, aber extrem zufrieden.
Zum SeitenanfangAm vergangenen Wochenende ermöglichte es der
Aquazoo Düsseldorf den Patinnen und Paten, "ihren" Schützlingen näher als gewöhnliche Zoobesucher zu kommen. Wo dies nicht möglich war, zum Beispiel weil eine direkte Begegnung zu gefährlich ist (schließlich haben ja auch Krokodile Paten), gab es ein Treffen mit einem Ersatztier.
So machten sich die ganz Mutigen auf in das Gehege mit den Weißbüscheläffchen (ihnen sympathische Besucher wurden mit Urin markiert) oder rauften mit Fischotter Nemo, um dann stolz die Kratzer an den Händen zu zeigen. Angenehmer scheint der unmittelbare Umgang mit Riesenschlange,
Bartagame oder Vogelspinne. Regelrechte Renner waren die riesengroßen, aber recht zutraulichen Nashornleguane. Den weitesten Weg nach Düsseldorf nahm ein 'otter-närrisches' Ehepaar aus Stuttgart auf sich, um mit Nemo einmal spielen zu können.
Tierpatenschaften gibt es bereits ab 100 Euro jährlich aufwärts.
Zum SeitenanfangDes öfteren glauben Besucher im
Düsseldorfer Aquazoo, vor einem leeren Terrarium zu stehen. Nur wer genau hinschaut, entdeckt, welch große Rolle das Thema Tarnung im Tierreich spielt. Neben Insekten, die wie Blätter in den Büschen hängen, laubgrünen Reptilien, die mit ihrer Umgebung verschmelzen, und Schildkröten, die ihre Körperumrisse durch fransige Körperanhänge auflösen, sind nun noch weitere Meister der Tarnung in Düsseldorf zu sehen - oder eben auch nicht:
Fische, die nicht nur welke Blätter täuschend echt bis in den Blattstiel hinein nachahmen, sondern auch deren Bewegungen, wenn diese in sanfter Strömung hin und her wiegen. Blattfische aus dem Amazonasgebiet in Südamerika sind solche Weltmeister der Tarnung. Extra für diese Art wurden im Herbst Buchenäste mit welkenden Blättern gesammelt und zum Trocknen aufgehängt, damit genügend Dekorationsmaterial bereit steht, hinter dem sich die Tiere angemessen verstecken können.
Zum SeitenanfangAuf die ungebrochene Zeugungskraft der 80 Jahre alten Seychellen-Riesenschildkröte "Johann" setzt der Zoo im dänischen Odense. Der dortige Tierpark hat sich den 150 Kilogramm schweren Koloss im Krefelder Zoo ausgeliehen, wo "Johann" nicht ausgelastet ist, wie die Stadt Krefeld am Donnerstag berichtete. Im heimischen Quartier müsse "Johann" ständig mit Konkurrent "Bernhard" um die Gunst der einzigen Schildkröten-Dame "Elly" buhlen. In seinem neuen Zuhause habe der ursprünglich auf den Seychellen im Indischen Ozean beheimatete Casanova dagegen die Qual der Wahl. Dort warten drei Weibchen und vier Teenager sehnsüchtig auf ihn. Der Krefelder Zoo erhalte als Leihgebühr einen Teil des von "Johann" gezeugten Nachwuchses.
Zum SeitenanfangUdo Baars aus dem ostwestfälischen Bad Sassendorf ist sich nahezu sicher: Die schwarze Schwanen-Frau Petra, die sich
auf dem münsterischen Aasee in ein Tretboot verliebt hatte, ist seine Paula aus dem Kurpark von Bad Sassendorf. Deshalb war Baars heute nach Münster gereist. Er wollte seine geliebte Paula wieder sehen.
Paula, bist Du mein altes Mädchen?“ rief der 69jährige der Schwanen-Frau im Winterquartier des
Allwetterzoos Münster zu. Das Tier guckte anfangs verdutzt, dann gab es Schwanen-Laute von sich, die Baars als Liebeserklärung verstanden wissen wollte. Zurückhaltender reagierte Münsters Zoodirektor Jörg Adler. „Das Tier verhält sich nicht anders als sonst.“ Baars schreckt das nicht, er will wieder kommen. Allerdings ist fraglich, ob die Schwanen-Frau den Mann aus Bad Sassendorf tatsächlich will. Bei dem Besuch heute wich die schwarze Schwänin ihrem geliebten Tretboot nicht von der Seite. Armer Baars!
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Die Eröffnung der Afrika-Erlebniswelt im Sommer 2006 hat dem Tierpark in Gelsenkirchen einen kräftigen Besucherschub gebracht: Im vergangenen Jahr seien rund 785.000 Gäste in die
Zoom-Erlebniswelt gekommen (gegenüber 520.000 im Vorjahr), berichtete Sprecherin Sabine Haas am Montag (15.01.07). Im Sommer 2008 soll mit der Asien-Landschaft die Modernisierung und Umgestaltung des ehemaligen Ruhr-Zoos abgeschlossen werden.
Dann wird eine Besucherzahl von bis zu einer Million jährlich angepeilt. Auch die Zahl der Tiere hat sich im vergangenen Jahr erhöht: So wechselte 2006 eine ganze Damengruppe von Seelöwen aus Barcelona nach Gelsenkirchen in die größte europäische Seelöwenanlage. Aus Wien kamen die beiden Eisbären Lara sowie Olinka in den Alaska-Themenbereich, aus Zürich acht Schimpansen. Laut der jüngsten Inventur tummeln sich nun rund 560 Tiere in 90 Arten in den naturnah gestalteten Landschaften.
Zum SeitenanfangDank Nashornbaby "Davu" und dem milden Wetter zum Jahresende kamen im vergangenen Jahr 13,5 Prozent mehr Besucher in den Krefelder Jahr als 2005. Rekordmonat war der April, in dem sich das zu Jahresbeginn geborene Nashornbaby verstärkt zeigte, mit 56.000 Gästen. Insgesamt wurden im Jahr 2006 380.000 Besucher gezählt. "So ein Superergebnis hatten wir zuletzt nach der Eröffnung des Regenwaldhauses 1999", sagte Zoopressesprecherin Petra Schwinn.
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Rund 1200 hungrige Mäuler müssen im
Krefelder
Zoo Tag für Tag gestopft werden. Dies ergab das jährliche Zählen zum
Jahreswechsel. Mehr als 40 Mitarbeiter hatten - soweit möglich - Größe,
Alter, Geschlecht und Gewicht sämtlicher Zoo-Bewohner erfasst, teilte
die Stadt Krefeld am Montag (08.01.07) mit. In den Gehegen und Anlagen auf dem
rund 13 Hektar großen Gelände sind derzeit 212 Tierarten von der
Blattschneider-Ameise bis zum Elefanten beheimatet.
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Im Affenhaus des
Allwetterzoos Münster gibt es Zuwachs: Orang-Utan-Dame Temmy hat am zweiten Weihnachtstag einen kleinen Jungen zur Welt gebracht. Stolz präsentierte das 28-jährige Weibchen den Tierpflegern das Jungtier beim morgendlichen Dienstbeginn. Die ersten Tage nach der Geburt verbrachten Mutter und Kind ungestört hinter den Kulissen, denn Temmy war von der Anstrengung offensichtlich erschöpft. Seit Mittwoch (03.01.07) können es nun auch die Besucher in Augenschein nehmen.
Wie der Tierpark berichtete, hatte es zuletzt 1995 Nachwuchs in der nun achtköpfigen Menschenaffen-Gruppe gegeben. "Wir sind besonders stolz darauf, dass Mutter Temmy das Baby angenommen hat", sagte Revierleiterin Bärbel Uphoff. Denn im Duisburger Zoo hatte die 1981 geborene Orang-Utan-Dame bereits zweimal Junge zur Welt gebracht, sie aber beide nicht angenommen. Sie mussten damals mit der Hand aufgezogen werden.
Seit dem Jahr 2000 lebt Temmy in Münster. In den vergangenen Jahren, so die Revierleiterin, habe die junge Mutter vermutlich bei einem anderen Weibchen der Gruppe beobachtet, wie diese ihr Junges gesäugt habe und daraus gelernt. Die aus
Borneo stammenden Orang-Utans (was aus dem Malaiischen übersetzt "Waldmensch" bedeutet) säugen ihre Kinder bis zu sechs Jahre lang. Wer der Vater des kleinen Orang-Utans ist, wird ein Vaterschaftstest zeigen müssen. In Frage kommen die beiden neunjährigen Männchen Pongo und Demo.
In den vergangenen Tagen konnten die Tierpfleger des Allwetterzoos bei der Orang-Utan-Mutter eine ungewöhnliche Tragetechnik beobachten: Wenn sie klettert, hält sie eine Hand des Babys in der Schnauze, um es dadurch zusätzlich vor dem Abrutschen zu schützen. Dass sich das Kleine, wie bei Orang-Utans üblich, instinktiv im langen Fell festkrallt, scheint Temmy offenbar nicht sicher genug zu sein. "So etwas haben weder ich noch die Pfleger in 40 Jahren Arbeit mit Menschenaffen bisher gesehen", sagte Zoodirektor Jörg Adler. Seinen Status eines verwöhnten Einzelkindes ist das Jungtier übrigens schon bald wieder los: Bereits im Februar wird weiterer Nachwuchs bei den Orang-Utans erwartet. Dann wird ich auch erneut die Frage der Vaterschaft stellen. Sicher ist nur, dass es nicht der knapp 35-jährige „Jonny“ sein kann - denn der ist nicht mehr zeugungsfähig.
Inventur im Allwetterzoo: Hier klicken für ein Video der Aktuellen Stunde
Zum SeitenanfangAchim Winkler heißt der neue Mann an der Spitze des Duisburger Zoos. Wie der Tierpark am Dienstag (02.01.07) mitteilte, übernimmt der bisherige Stellvertreter das Amt von Reinhard Frese, der 13 Jahre lang den Zoo geleitet hatte und nun in den Ruhestand geht. Der 45-jährige Winkler hatte mehrere Jahre in England und Südafrika studiert und als Tierpfleger gearbeitet. Seit 1993 ist der Diplom-Biologe im Duisburger Zoo beschäftigt, 2005 wurde er vom Aufsichtsrat zum stellvertretenden Zoologisch-Technischen Direktor berufen. Als Schwerpunkte seiner künftigen Arbeit hat sich der Diplom-Biologe unter anderem die Sanierung der Tier- und Wirtschaftsgebäude sowie die weitere Internationalisierung des Tierparks vorgenommen. Ganz oben auf seiner Wunschliste stehen Fluss-Seekühe für das Tropenhaus. Mitte des vergangenen Jahres war Winkler auch als neuer Zoodirektor in Köln im Gespräch, sagte dort aber zu Gunsten des Duisburger Zoos ab.
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