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Marlar und die Tanten"In meiner jungen Karriere ist das der bislang schwerste Akt“, sichtlich geknickt eröffnete Theo Pagel, Chef des Kölner Zoos, die Pressekonferenz zum Tod der Elefantenkuh Khaing Lwin Htoo. Das Tier hatte lange für Schlagzeilen gesorgt, weil es nach einer wahren Marathon-Schwangerschaft vor acht Monaten das Elefantenbaby Marlar geboren hatte, einen der Stars im Kölner Zoo. Gestern Abend ist Khaing gestorben, an einem so genannten Harnblasenumschlag, wie Zootierarzt Dr. Olaf Behlert berichtete.
"Die Beschwerden sind erstmals Anfang des Jahres, also drei Monate vor Marlars Geburt aufgetreten.“ Zwar habe man sie immer wieder unterdrücken können, so dass Marlar von der Mutter optimal versorgt werden konnte. Eine Heilung sei jedoch nicht möglich gewesen. In den vergangenen beiden Monaten habe sich der Zustand der Mutter immer weiter verschlechtert, so dass sie gestern eingeschläfert worden sei.
Weil sich das abgezeichnet habe, wurde Marla bereits vor zwei Wochen auf Ersatzmilch umgestellt, zudem isst sie bereits feste Nahrung. "Wir sind voller Hoffnung, dass sie einen guten Weg geht“, so die optimistische Prognose von Theo Pagel. Die kleine Elefantin komme mit der Situation relativ gut klar und solle in der Gruppe bleiben, sagt Tierarzt Behlert. "Sie ist aber unruhig und sucht nach der Mutter."
Deren Rolle müssen nun die vier Tanten Thi Ha Phyu, Maejaruad, Kreeblamduan und Ton Koon einnehmen. Behlert: "Die waren vorher schon ganz jeck auf Marlar.“ Allzu lange wird Marlar wohl nicht die kleinste im Elefantenhaus sein: Mit ziemlicher Sicherheit – endgültige Untersuchungen stehen noch aus – sind weitere Kühe trächtig. Thi Ha Phyu und Tong Koon werden wohl als nächstes für Nachwuchs sorgen. Dann gibt es in Köln einen richtigen Elefantenkindergarten, das wäre laut Behlert "ideal für Marlar“.
Video: Trauer im Kölner Zoo [Aktuelle Stunde]
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