Eine kleine Elefantendame ist wohl dafür verantwortlich, dass der
Kölner Zoo auf ein Rekordjahr zurückblicken kann. Noch nie kamen so viele Besucher (1,15 Millionen) und noch nie wurden so viele Dauerkarten verkauft (22.000). Und auch neun Monate nach der Geburt von Marlar, die durch die
WDR-Elefantencam auch außerhalb Kölns viele Fans gewonnen hat, reißt das Interesse an dem Jungtier nicht ab. Seit Marlars Mutter Mitte Dezember eingeschläfert werden musste, habe der Zoo Hunderte von Zuschriften erhalten, erzählt der designierte Zoodirektor Theo Pagel: "Kinder haben uns gemalte Engel geschickt, die wir Marlar zeigen sollen, um sie damit zu trösten". Doch so persönlich viele der Briefe auch gestaltet sind: Der Zoo bittet um Verständnis, dass die Briefe nicht beantwortet werden können.
Das 439 Kilo schwere Elefantenbaby, so Theo Pagel, habe den Verlust der Mutter gut verkraftet. Mehrere Tanten kümmern sich inzwischen abwechselnd um Marlar und schützen sie vor den Bullen in der Herde. Weil Marlar seit dem Tod von Khaing Lwin Htoo keine Milch mehr aufgenommen hatte, sorgen nun Elektrolyte, Bananenbrei und zu so genannten Pellets gepresste Ersatzmilch dafür, dass das Jungtier auch weiterhin ein Kilo pro Tag zunimmt.
Doch vielleicht kann Marlar bald auch wieder echte Muttermilch trinken. Bis zu sechs der Kühe im Kölner Elefantenpark sind möglicherweise trächtig. Und nach der Geburt, das ist bei Elefanten durchaus üblich, dürfte sich dann auch Marlar bei einer ihrer Tanten bedienen. "Die nuckelt jetzt schon reihum überall mal rum, aber bislang kommt noch nichts", so Elefantenpfleger Werner Sass.
Tong Koon, die im September aus Thailand nach Köln kam, dürfte wohl als erste als Milchlieferantin für Marlar zur Verfügung stehen, denn die 17-Jährige Kuh ist sichtbar hochschwanger. Auf einen genauen Geburtstermin für das nächste Elefantenbaby will sich zur Zeit aber noch niemand im Kölner Zoo festlegen. Zu frisch ist noch die Erinnerung an so manchen Fehlalarm im Vorfeld von Marlars Geburt. Mit Hilfe eines kürzlich angeschafften Utraschallgeräts soll Tong Koon Anfang Januar erstmals genauer untersucht werden. "Dann werden wir zumindest wissen, wie groß das Ding da drinnen eigentlich ist", erklärt Theo Pagel mit einem Schmunzeln. Um zu erfahren, ob die anderen Kühe wirklich trächtig sind, wird ein Berliner Institut im neuen Jahr das Urin aller "Verdächtigen" einer Hormonanalyse unterziehen.
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