Es war das erste und zugleich wohl auch das letzte Mal, dass die beiden Gepardbabys in einer Waagenschale von normaler Haushaltsgröße Platz fanden. Für den vor zwei Wochen im
Allwetterzoo geborenen Gepardnachwuchs stand am Dienstag (30.11.06) neben Wiegen auch Geschlechtsbestimmung und Entwurmen auf dem medizinischen Prophylaxeprogramm. Eine Untersuchung übrigens, die sich nicht von der bei normalen Hauskatzen unterscheidet. Der Weg dorthin gestaltet sich bei Geparden allerdings komplizierter:
Erst musste Mutter "Megan" mit Futter ins Haus gelockt werden. Dann holte eine Tierpflegerin die Jungen aus dem Versteck, in dem sich die Gepardin mit ihrem Nachwuchs seit zwei Tagen aufhielt. Obwohl ihr außer dem Haus mit Fußbodenheizung noch zwei geschützte Höhlen zur Verfügung stehen, hatte sie ihre Jungen lieber im dichten Gebüsch der großen Freianlage verborgen. Bei Geparden ist es üblich, dass eine Mutter ihre Jungtiere immer wieder zu anderen Orten bringt. Nur so können sie im Freiland Räubern wie Löwen oder Hyänen entgehen.
In der Nacht des 16. November hatte die zehnjährige Großkatze ihre Jungtiere zur Welt gebracht. Davor gab es zuletzt 2004 Nachwuchs bei den Geparden. Damals waren es gleich fünf Junge, ebenfalls geboren von der aus Belfast stammenden "Megan". Vater des damaligen und auch des jetzigen Wurfes ist „Kambu“, der seine Nachkommen allerdings noch gar nicht zu Gesicht bekam: Der 2001 in Münster geborene Kater lebt derzeit im Zoo Wuppertal. Die beiden Gepardkinder sind übrigens Weibchen und Männchen und wiegen 750 bzw. 1.110 Gramm.
Bis Zoobesucher die Kleinen zu Gesicht bekommen, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Die Gepardbabys haben zwar schon die Augen geöffnet, können aber noch nicht laufen. Frühestens im Alter von etwa drei Wochen werden sie die ersten tapsigen Schritte wagen. Und sicher wird die erfahrene "Megan" ihre Jungen an kalten Wintertagen nicht so schnell auf Entdeckungsreise gehen lassen.
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