Donnerstag, 13.08.2015

Kleiner Jäger auf leisen Sohlen

Schneeleopardenjungtier/Rechte: Werner Scheurer Barid übt schon mal das Anschleichen

"Barid" heißt der jüngste Schneeleoparden-Nachwuchs und ist der ganze Stolz des WWW: Kölner Zoos. Am Donnerstag (13.08.2015) hatte er nun seinen ersten offiziellen Pressauftritt. Barid ist Einzelkind und hat sich dank fehlender Konkurrenz um Milch prächtig entwickelt.

Schneeleoparden leben in den Hochgebirgen Zentralasiens. Keine Großkatze klettert höher als dieser Jäger auf leisen Sohlen. Bis in Lagen von 5.500 Metern Höhe des Himalajas sind schon Tiere gesichtet worden. In freier Wildnis sind die großen Katzen allerdings so scheu, dass erst 1970 erstmals ein wild lebendes Exemplar fotografiert werden konnte. Auch ihre weiß-graue Färbung mit dunklen Punkten tarnt ihn im felsigen Lebensraum perfekt. Die Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) schätzt, dass nur noch 4.300 bis 7.200 Schneeleoparden in der Wildnis der asiatischen Hochgebirge leben. Illegale Jäger haben es nicht nur auf den Pelz der Tiere abgesehen, auch mit Knochen wird gehandelt.

Schneeleopardenmutter mit Jungtier/Rechte: Werner Scheurer Mutter Siri hält von Presseterminen gar nichts

Wenn "Barid" erst einmal groß ist, wird er rund 50 Kilo wiegen und seinen dicht behaarten Schwanz beim Springen wie ein Steuerruder einsetzen. Schneeleoparden können bis zu 15 Meter weit springen. Im Vergleich zu ihren afrikanischen Verwandten wirken sie auf den ersten Blick zwar größer, doch das dichte Fell trügt. Anders als Großkatzen wie Tiger oder Löwen, können Schneeleoparden auch nicht brüllen. Ihr Ruf ist ein lang gezogenes Heulen. Barid ist nun einer von rund 220 Schneeleoparden, die in europäischen Zoos gehalten werden. Seit 1994 hält der Kölner Zoo die seltenen Tiere und hat inzwischen 14 Jungtiere gezüchtet.

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Montag, 03.08.2015

Kleine Pelzkugeln mit Knopfaugen

Junge Biber/Rechte: Wuppertaler Zoo/Scheer Drei kleine Biber im Wuppertaler Zoo

Gleich drei kleine Biber kamen im WWW: Wuppertaler Zoo zur Welt. Die Nagetiere im Miniformat sehen aus wie kleine Pelzkugeln. Tierpfleger tauften die Drei auf die Namen "Degg", "Norb" und "Tiziana".

Biber werden bis zu 1,30 Meter groß und 30 Kilogramm schwer und sind damit die größten Nagetiere Europas. Ihre Lebensräume sind fließende und stehende Gewässer und deren Uferbereiche. Die gute Nachricht: Biber sind auch in NRW längst nicht mehr nur im Zoo zu beobachten. "Europäische Biber sind in der freien Wildbahn glücklicherweise nicht mehr bedroht und es gibt auch vor unserer Haustür schon Sichtungen, zuletzt in Düsseldorf und sogar in der Wupper", sagte Zoo-Kurator und Biologe André Stadler.

Junger Biber/Rechte: Wuppertaler Zoo/Scheer "Hallo Welt", scheint dieser Biber zu sagen

Das sah lange Zeit einmal ganz anders aus. Tatsächlich sollen bereits 1877 die letzten frei lebenden Biber in Westfalen und im Rheinland erlegt worden sein. Dann wurde es lange Zeit still um den großen Nager. Seit gut 30 Jahren werden sie gezielt wieder angesiedelt. Heute leben laut Landesumweltamt an und in nordrhein-westfälischen Gewässern wieder mehr als 600 Biber. Ihr Lebensraum ist streng geschützt.

Der Biber ist ein großer Baumeister unter den Tieren. Von den Baukünsten des Bibers profitierten viele andere Tiere. An den "Biberteichen" tummeln sich zahllose Insekten. Auch Fische, Amphibien und Vögel sind dort zu finden. Damit steigert der Biber ganz nebenbei auch die Artenvielfalt.


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Donnerstag, 16.07.2015

Python mit Teppichmuster

Dschungel-Teppichpython/Rechte:Tierpark Bochum Eine der beiden Dschungel-Teppichpythons im Bochumer Tierpark

Was in dem neu gestalteten Terrarium im WWW: Bochumer Tierpark aussieht wie ein orientalischer Bettvorleger, ist das neue australische Schlangenpaar, das vor wenigen Tagen hier eingezogen ist. Die Dschungel-Teppichpythons tragen ihren Namen nicht ohne Grund, denn ihr Schuppenmuster erinnert tatsächlich an die Struktur eines Perserteppichs. „Viele Schlangen haben eine eher unauffällige braun-grüne Färbung, die ihnen als Tarnung dient. Unsere leuchtend schwarz-gelben Teppichpythons sind daher ein echter Hingucker", so Revierleiter Dominik Töller.


Dschungel-Teppichpython/Rechte:Tierpark Bochum Dschungel-Teppichpythons sind in den Regenwäldern des australischen Bundesstaates Queensland heimisch. Aufgrund der zunehmenden Abholzung der Regenwälder ist ihre Art vom Aussterben bedroht und steht unter hohem Schutz. „Um die klimatischen Bedingungen des natürlichen Lebensraums nachzustellen, muss im Terrarium eine Durchschnittstemperatur von rund 28 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von circa 75 Prozent herrschen."
Die farbenprächtigen Reptilien sind Würgeschlangen. Ausgewachsene Dschungel-Teppichpythons können eine Länge von 1,80 Metern erreichen. Mithilfe ihrer sogenannten Labialgruben, die in Reihen an Ober- und Unterlippe angeordnet sind, können Pythons Infrarotstrahlen wahrnehmen und ihre Beute auch im Dunkeln aufspüren.

In ihrem Bochumer Terrarium können Besucher die Tiere jetzt beim Sonnenbaden beobachten. Und selbst wenn sie sich ins dichte Blätterwerk zurückziehen, kann man sie an ihrer Färbung noch erkennen.

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Dienstag, 02.06.2015

Sieben auf einen Streich

Gepardin mit Jungtieren/Reche: Zoo Münster Sieben Jungtiere bekam Gepardin "Najoma" in Münster

Das ist rekordverdächtig: Im Münsteraner Zoo hat Gepardin "Namoja" sieben Jungtiere zur Welt gebracht - und das, obwohl die Zucht der schnellen Großkatzen als schwierig gilt. "Ein Wurf mit sieben Geparden ist extrem selten - in der Regel kommen drei bis fünf Jungtiere auf die Welt", erklärt Allwetterzoo-Kurator Dirk Wewers.

Die beiden kleinsten Kätzchen werden derzeit noch mit der Flasche gefüttert „Die Kleinen wiegen alle zwischen einem und zwei Kilogramm und Namoja ist eine tolle Mutter. Sie kümmert sich extrem gut um ihre Jungtiere. Sieben Tiere sind viele, daher verwunderte es mich nicht, dass zwei der kleinen Katzen nicht so viel Milch bekommen wie die anderen. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, die beiden zwischendurch mit der Flasche zu füttern. Und das klappt auch sehr gut", berichtet Zootierarzt Carsten Ludwig.

Geparden-Jungtier an der FlascheReche: Zoo Münster Die Kleinsten im Wurf bekommen zusätzlich die Flasche

Geparde kommen etwa meerschweinchengroß auf die Welt und öffnen sehr rasch, teilweise schon nach fünf bis acht Tagen die Augen. Anfangs besteht ihr Leben aus Trinken und Schlafen, erst mit etwa zehn bis zwölf Wochen unternehmen sie Ausflüge in die nähere Umgebung.

Um das schnellste Lauftier der Welt bei guter Kondition zu halten, hat der Münsteraner Zoo den Großkatzen ein Gehege von 7.500 Quadratmetern gebaut. Der Gepard kann in nur drei Sekunden von null auf 100 Stundenkilometern beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit von 115 Kilometern pro Stunde hält er jedoch nur etwa 300 Meter weit durch. Inzwischen gilt der Allwetterzoo in Münster auch als Einrichtung für "Problemfälle". Geparde aus anderen Zoos werden für Monate oder Jahre nach Münster geschickt und kehren entweder tragend in ihre Heimatzoos zurück oder ziehen ihre Jungen im Allwetterzoo auf.

Geparden-Jungtier/Reche: Zoo Münster Der erste öffentliche Auftritt macht ganz schön müde

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Freitag, 29.05.2015

Nachwuchs für Gorilla Momo

Gorilla mit Jungtier/Rechte: dpa Mit 33 wurde Gorilla Momo noch Mutter

Sie ist das erste Mal Mutter und das mit 33 Jahren - im Duisburger Zoo hat Gorilla "Momo" am Mittwoch (27.05.2015) Nachwuchs zur Welt gebracht. "Momo kümmert sich rührend um ihr Baby, hält ihre neugierigen Gruppenmitglieder nur dezent auf Abstand und der stattliche 200-Kilo-Silberrücken und Vater Mapena hat ohnehin die Ruhe weg. Er hat seinen Harem machogerecht voll im Griff und wirkt ob der neuerlichen Geburt in seiner Familie eher tiefenentspannt", so Jochen Reiter, wissenschaftlicher Leiter des Duisburger Zoos.

Momo war bislang innerhalb der Gruppe immer in der Tantenrolle. Das heißt, wenn ihre Artgenossinnen Safari und Vizuri Nachwuchs bekamen, trug sie ihn oft geduldig auf ihrem Rücken herum und spielte den Babysitter der Truppe.

In Duisburg leben nun mit dem Neuzugang neun Gorillas in einer Familie. Die Jungtiere werden in den kommenden Jahren den Zoo wieder verlassen. In Zoos können Gorillas ein Alter von bis zu 45 Jahren erreichen.

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August 2015

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