Sonntag, 15.03.2015

Schöner Wohnen für Geparden

Geparden/Rechte:Liz Lück Chillen auf grüner Wiese: Zwei der drei Geparden im Aachener Tierpark

Ein 2.600 Quadratmeter großes Gehege mit grüner Hügellandschaft, Verstecken und erhöhten Ruheplätzen - das Gepardengehege im WWW: Aachener Tierpark Euregiozoo ist geradezu vorbildlich, befand der Berufsverband der Zootierpfleger. Dafür gab es jetzt die Auszeichnung mit dem "Biber" - sozusagen der "Oskar" im Tieranlagenbau.

Gepard/Rechte:Liz Lück Das Gehege bietet viel Platz für die schnellen Raubkatzen

"Die müssen auch mal Gas geben"

"Ich habe lange in Afrika gelebt", erzählt Tierparkchef Wolfram Graf-Rudolf. "Geparden lieben es weit oben auf einem geschützten Ausguck zu sitzen und sie brauchen vor allem viel Fläche. Die müssen einfach auch mal Gas geben können." In Aachen können die drei Gepardenkater das. "Die Laufstrecke im Gehege ist so lang, dass die Tiere beim Rennen auf ihre Spitzengeschwindigkeit kommen." Und das sind immerhin an die 100 Stundenkilometer. Die Tierparkmitarbeiter haben das Gehege für die tierische Männer-WG selbst entworfen und 2012 gebaut - mit einem kleinen Budget und viel Liebe zum Detail.

Zoff in der Kater-WG

Das Modell der reinen Kater-Haltung sei in der Vergangenheit in Zoos ein bisschen vernachlässigt worden, so Graf-Rudolf. Im Aachener Gehege können nun bis zu acht Geparden untergebracht werden. Derzeit wohnt einer der Kater allerdings noch in einem separaten Teil des Auslaufs. Das Tier war einige Zeit an einen anderen Tierpark ausgeliehen und wurde nach seiner Rückkehr von den Daheimgebliebenen nicht ganz freundlich begrüßt. Jetzt sollen sich die Tiere erst einmal wieder aneinander gewöhnen.

WDR: WDR-Lokalzeit: Auszeichnung für Aachener Tierpark

Gähnender Gepard/Rechte:Liz Lück Aber Rennen macht so müde

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Freitag, 13.03.2015

Elefantenfamilie zieht um

Elefantenfamilie/Rechte: Barbara Scheer
Wuppertaler Elefantenherde: Punda, Bongi, Pina-Nessi und Shawu

Bald heißt es Abschied nehmen von den Dickhäutern Punda, Bongi, Pina-Nessi und Shawu. Die Elefantenfamilie verlässt den WWW: Wuppertaler Zoo und zieht in den niederländischen Safaripark Beekse Bergen um. In der stark angewachsenen Zooherde gab es in letzter Zeit immer wieder Rangkämpfe, sodass der Zoo sich schweren Herzens entschlossen hat, sich von einigen Tieren zu trennen.

Kennenlernzeit mit neuen Pflegern

Die Vorbereitungen für den Transport laufen bereits auf Hochtouren. Schon seit einigen Wochen kommen regelmäßig Kollegen aus dem Safaripark nach Wuppertal, um die Tiere in ihrer gewohnten Umgebung kennenzulernen. Auf diese Weise können sich Menschen und Tiere bereits etwas aneinander gewöhnen. So lernen die zukünftigen Pfleger zum Beispiel auch, welche Kommandos das Wuppertaler Zooteam mit den Tieren über die Jahre trainiert hat und welche individuellen Eigenarten die Elefanten haben.

Neues Zuhause für Bongi

Unter den Dickhäutern ist auch Zooliebling "Bongi". Die mittlerweile fast 10-jährige Elefantenkuh war 2005 nicht nur das erste in Wuppertal geborene Kalb, "Bongi" war auch der erste in Nordrhein-Westfalen geborene Afrikanische Elefant überhaupt und damit eine Sensation. Traurig über den Umzug sind auch die Pfleger, die in den letzten Jahren viel Zeit mit den Tieren verbracht haben. "Das wird für uns Pfleger sehr hart," muss auch Tierpflger Gustav Röckener zugeben. Trauer bei den Elefanten wird es wohl nicht geben. Schließlich ziehen sie im Familienverband um und haben sich mit dem Rest der Wuppertaler Herde auseinandergelebt.

Einen exakten Termin für den eigentlichen Transport gibt es zwar noch nicht, wer sich von Punda, Bongi, Shawu und Pina-Nessie verabschieden möchte, sollte dies nun aber möglichst bald tun, so Zoobiologe Andreas Haeser-Kalthoff.

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Sonntag, 15.02.2015

Tierische Superhelden in Bochum

Hundskopfboa/Rechte: Tierpark Bochum

Eine echte Superheldin im Tierreich ist die neue Bewohnerin im Tierpark Bochum. Dort ist eine Hundskopfboa in die frisch renovierte Madagaskar-Anlage des Terrariums eingezogen. Die bis zu zwei Meter lange Boa bedient sich einer ausgeklügelten Technik, um Beutetiere aufzuspüren. Sie verfügt wie auch andere Boa-Arten über einen Infrarotsinn, der es ihr ermöglicht, die Wärmestrahlen ihrer Beutetiere zu sehen und diese so selbst in Verstecken leichter aufzuspüren.

Die neuen Nachbarn der Schlange sind die Taggeckos. Bei Besuchern sind die Neuzugänge schon jetzt beliebt, da sie oft gut sichtbar an der Glasscheibe des Terrariums auf und ab laufen.

Taggecko/Rechte: Tierpark Bochum Taggeckos haben Lamellen auf der Unterseite ihrer Füße, die es ihnen ermöglichen, sich selbst an glatten Oberflächen wie Glas festzuhalten und zu bewegen. Die Lamellen bestehen aus Milliarden einzelner Härchen, die sich an die Oberfläche anschmiegen. Durch die Berührung entstehen elektrostatische Kräfte, durch die sich der Gecko praktisch an der Oberfläche festsaugen aber problemlos wieder lösen kann. Diese Besonderheit der Geckos dient längst auch der Industrie als Vorbild. So versuchen Forscher beispielsweise ein besonders stark haftendes Klebeband zu entwickeln, das zum einen belastbar aber zum anderen auch ohne Rückstände lösbar ist.

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Sonntag, 08.02.2015

Norman ist jetzt ein Flaschenkind

Känguru-Jungtier/Rechte: Zoo Krefeld Känguru Norman wird von Tierpflegern aufgezogen

Glück im Unglück hatte das kleine Parma-Känguru "Norman" im Krefelder Zoo. Seine Mutter hatte das Jungtier verstoßen, obwohl es schon relativ weit entwickelt war. Erfolglos versuchte der Kleine sogar noch, in den Beutel eines anderen Muttertieres zu klettern. Doch dann bekamen die Tierpfleger Yvonne Wicht und Ronald Melcher Wind von der Sache und gewöhnten Norman an die Flasche.

Sechs Mal täglich füttern die erfahrenen Tierpfleger das Baby mit spezieller australischer Aufzuchtmilch für Kängurus. Tagsüber ist Norman in einer Box im Kängurustall oder wird von den Tierpflegern in einem Stoffbeutel auf dem Bauch herumgetragen. Nachts nimmt Yvonne Wicht ihren Schützling mit zu sich nach Hause. Dort bekommt er gegen Mitternacht seine letzte Mahlzeit, bevor er schläft.


Norman wurde wohl Pflegerin gibt Känguru die Flasche/Rechte: Zoo Krefeld Mitte September geboren. Das Geburtsdatum ist bei Kängurus nur exakt bestimmbar, wenn der Geburtsvorgang beobachtet wird. Babys wandern bei der Geburt nach einer einmonatigen Tragzeit mithilfe der Mutter in den Beutel. Dann sind sie kaum größer als ein Gummibärchen. Hier saugen sie sich fest an eine Milchzitze an und wachsen. Erst nach etwa fünf bis sieben Monaten verlassen sie den Beutel der Mutter.
In rund zwei Wochen werden die Tierpfleger mit der Milchentwöhnung beginnen. Diese Phase wird dann noch mal rund zwei Wochen dauern, bis Norman keine menschliche Hilfe mehr braucht und zu seinen Artgenossen zurückkehren kann. In der Aufzucht von Kängurus hat der Zoo Krefeld viel Erfahrung. Zoodirektor Wolfgang Dreßen promovierte über Verhalten und Fortpflanzungsbiologie von Parma-Wallabys. Zudem wurden im Jahr 2002 zwei Graue-Riesenkänguru-Jungtiere von Hand aufgezogen, nach einem Angriff einer frei gelassenen Gepardin, bei dem zahlreiche Kängurus zu Tode kamen. Auch Pflegerin Yvonne Wicht war damals an der Aufzucht beteiligt.

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Dienstag, 30.12.2014

Giraffenkalb auf wackeligen Beinchen

Er brauchte schon verdammt Giraffenkalb/Rechte: Zoo Münster lang, um das erste Mal auf seinen eigenen Beinen zu stehen - der kleine Giraffenbulle, der am Montag (29.12.2014) im Allwetterzoo Münster zur Welt kam. Als die Tierpfleger gegen acht Uhr das Giraffenhaus betraten, lag das Kalb im Stall, noch feucht von der Geburt, aber schon mit aufrechtem Hals. Der Kleine war bei der Geburt bereits um die 1,70 Meter groß und wog rund 45 Kilogramm. Nach einer Tragzeit von gut 15 Monaten hat die fast acht Jahre alte Netzgiraffe Makena ihr drittes Kalb problemlos zur Welt gebracht. Doch der Kleine stand erst Stunden später erstmals auf und unternahm auf wackeligen Beinchen einen Erkundungsgang durch das dick mit Stroh gepolsterte Gehege. Nur mit dem Trinken klappte es am ersten Tag noch nicht. Der Kleine findet die Zitze seiner Mutter nicht. Ähnliche Startschwierigkeiten hatte übrigens auch der vier Jahre ältere Bruder des kleinen Bulle kurz nach seiner Geburt. Bruder Paul wurde schließlich erst an die Flasche gewöhnt und dann an Mamas Zitze. Also liegen auch diesmal im Münsteraner Zoo die Milchflaschen schon bereit.

"Die beiden müssen sich erst noch aneinander gewöhnen", erklärt Zoosprecherin Stefanie Heeke. Die Zooleitung hofft auch auf das Verständnis und die Geduld der Besucher. "Wir haben heute das Giraffenhaus früher geschlossen, damit Mutter und Kalb Ruhe haben."

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