Dienstag, 04.06.2013
Erdmännchen finden Ersatzmama
Die Erdmännchen-Waisen
Stellen Sie sich vor, Sie werden plötzlich Mutter von zwei Babys, die gerade einmal 35 Gramm wiegen und alle zwei Stunden eine Pipettenladung Milch brauchen. Cheftierpflegerin Stefanie Kuckartz vom
Aachener Tierpark hat das gerade hinter sich. Doch die beiden kleinen Erdmännchen Fips und Lucky sind jetzt, sechs Wochen nach ihrer Geburt, aus dem Gröbsten raus und bringen annähernd 200 Gramm auf die Waage. Bevorzugte Lieblingsspeise: Hackfleisch mit Mehlwürmern und gedünsteter Möhre.
+
Kurz nach der Geburt
"Die Mutter hat die beiden Jungtiere nach der Geburt nicht angenommen und ist kurze Zeit später gestorben", erklärt Tierpark-Direktor Wolfram Graf-Rudolf die Handaufzucht. Also musste schnell eine Ersatzmama her. Stefanie Kuckartz übernahm und der Schlafentzug begann. Denn: In den ersten acht Tagen wollten die Erdmännchen alle zwei Stunden trinken - auch nachts. Ab Tag 15 öffneten sich erstmals die Augen und erste Gehversuche wurden unternommen. Während die Kleinen zunächst zwischen Tierpark und Wohnung der Pflegerin hin und her pendelten, haben es sich die Jungtiere nun im Schildkrötenhaus gemütlich gemacht. "Da ist es schön warm und auf dem sandigen Boden können sie gut das Buddeln üben", so Graf-Rudolf. Ab und zu geht es auch samt Ersatzmutter auf eine Wiese. Doch wenn Stefanie Kuckartz das Zeichen zum Abmarsch gibt, folgen Fips und Lucky sofort.
Fraglich ist allerdings, ob die beiden Waisenkinder irgendwann einmal zu der bestehenden Erdmännchentruppe des Tierparks ziehen können. "Schleichkatzen leben in festen Familienstrukturen. Innerhalb der Sippe sind sie sehr sozial, aber nicht bei fremden Tieren. Aber diese Frage haben wir uns natürlich nicht gestellt, als die hilflosen Würmchen da vor uns lagen."
Erster Ausflug unter freiem Himmel
Montag, 03.06.2013
Gorillababy: Tanzender Silberrücken wird Vater
Erst ein paar Stunden alt ist dieses Gorillababy im Krefelder Zoo
Überraschungsgeburt bei den Flachlandgorillas im
Krefelder Zoo: Bei der morgendlichen Routinerunde durch das Affenhaus entdeckten die Pfleger am Sonntag (02.06.2013), dass Gorillaweibchen Muna ein Baby auf dem Arm trug. Mit Nachwuchs im Gorillagarten hatte das Zooteam aber frühestens im September gerechnet. "Wir haben mehrere Schwangerschaftstests gemacht, aber die zeigten immer nur eine Schwangerschaft in der 5. bis 6. Woche an", wundert sich auch einen Tag später noch Zoosprecherin Petra Schwinn.
+
Erstmals Mutter: Muna
Ganz besonders freute sich Tierpfleger Klaus Reymer, der das Baby am Morgen entdeckte. Er ist seit 42 Jahren Menschenaffenpfleger und hat sämtliche Jungtiere der Affenbande aufwachsen sehen. Dennoch ist noch Vorsicht geboten. "Die ersten Tage nach der Geburt sind auch bei Menschenaffen kritisch", so Petra Schwinn. Obwohl es für Muna der erste Nachwuchs ist, wirke sie aber sehr entspannt. "Der Zoo war am Sonntag natürlich voller Menschen. Trotzdem hat sie sich mit ihrem Baby auch mal kurz vor der Panoramascheibe gezeigt."
Vater des Neuzugangs in der Affentruppe ist Silberrücken Kidogo. Der war um die Jahreswende mit einem akrobatischen Seiltanz berühmt geworden. Ein Zooschnappschuss zeigt den zwölfjährigen Silberrücken wie eine Ballarina beim grazilen Gang über das Hochseil. "Das Bild ging damals um die Welt und wurde von New York bis Pakistan in den Zeitungen gedruckt."
Dieses Bild von Vater Kidogo ging um die Welt
Mittwoch, 29.05.2013
Zweites Albino-Känguru in Duisburg
Erster Blick aus dem Beutel
Neugierig streckt das kleine Känguru seinen Kopf aus Mamas Beutel, spitzt die Ohren, reckt kurz die Nase. Von oben tröpfelt Dauerregen. Ok - also nix wie zurück in den warmen Beutel! Beim ersten offiziellen Pressetermin anlässlich des weißen Känguru-Nachwuchses mussten sich Fotografen, Journalisten und andere Zaungäste mächtig in Geduld üben, um einen Blick auf das seltene Tier werfen zu können.
Zum zweiten Mal ist im
Duisburger Zoo also ein Albino unter den Bennett-Kängurus zur Welt gekommen. Vor sieben Monaten geboren kann man das nun etwa hasengroße Tier erstmals sehen. Für den Zoo ist das eine Sensation. "Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Albino-Känguru geboren wird, liegt bei 1:20.000", so Zoobiologe Volker Grün.
Noch lässt sich das kleine Känguru viel herumtragen
Schon 2012 sorgte die Geburt des ersten weißen Tieres für Besucherrekorde. "Alle wollten sich damals diese Laune der Natur aus der Nähe ansehen", erzählt Volker Grün. Die Nachricht vom weißen Känguru hatte sich damals sogar bis Australien herumgesprochen. Dort werden diese Beuteltiere übrigens nicht Känguru, sondern Wallaby genannt. "Sonst sind die Besucher an unseren Kängurus oft einfach vorbei gelaufen. Doch als Nala im Gehege herumhüpfte, blieben die Menschen in Trauben vor dem Zaun stehen." Anfang 2013 nahm die Geschichte um "Nala" dann allerdings ein dramatisches Ende: Sie wurde vom Fuchs gerissen. Jetzt hat man den Auslauf vorsorglich mit Strom gesichert.
Nun hat Nalas Mutter also zum zweiten Mal für weißen Nachwuchs gesorgt. Das noch namenlose Tier mit dem hellen Flauschfell und der rosa Nase wird in den nächsten Wochen immer häufiger den Beutel seiner Mutter verlassen und hüpfend das Gehege erkunden. Auf der Wiese ist es unter der grauen Verwandtschaft dann gut zu erkennen.
Dienstag, 28.05.2013
Nashörnchen galoppiert sich müde
Das kleine Rhino scheint neugierig in die Welt zu blicken
Säulenbeinchen, Knubbel auf der Nase und 50 Kilo Geburtsgewicht - so lautet der Steckbrief des jüngsten Neuzugangs im
Münsteraner Allwetterzoo. Dort kam vor wenigen Wochen ein kleiner Nashornbulle zur Welt, der sich nun erstmals an Mamas Seite den staunenden Besuchern zeigt.
Breitmaulnashornmutter "Jane" war erst vor anderthalb Jahren aus einem schottischen Safaripark nach Münster gekommen. Dort lernte sie den 23-jährigen Bullen "Harry" kennen. "Zwischen den beiden hat es sofort gefunkt", berichtet Zoosprecherin Ilona Zühlke. Das Ergebnis flitzt nun auf strammen Beinchen durch die Nashornanlage. "Der Kleine galoppiert Runde und Runde, lässt sich dann plötzlich fallen und schläft sofort ein."
Viel Toben macht sooo müde
Breitmaulnashörner - auch weiße Nashörner genannt - sind in freier Wildbahn stark vom Aussterben bedroht. Auch die Nachzucht in Zoos ist nicht einfach. Nur 230 Tiere leben in europäischen Zoos. Neben Münster sind die großen Tiere nur noch in zwei anderen Zoos in NRW zu sehen.
Umso mehr freuen sich die Münsteraner, dass es dem kleinen Hörnchen so gut geht. Die Geburt war unkompliziert. Nach zehn Minuten war alles gelaufen. Schon Wochen vor der Geburt waren Überwachungskamera installiert worden, um den Moment bloß nicht zu verpassen. Jetzt brauchen Mutter und Kind erst einmal Ruhe. Vater "Harry" muss mit Nashorndame "Vicky" auf der Außenanlage bleiben, und auch die Zoobesucher haben nur für wenige Stunden am Tag die Möglichkeit, den Nachwuchs zu begutachten.
Das 50-Kilo-Baby hat viel Durst
Donnerstag, 16.05.2013
Tiger verschlafen ihre Begrüßung
Die Tigerbrüder beim Nickerchen
Da liegen sie also. In voller Größe. Der eine benutzt die Pfoten des anderen als Kopfkissen. Die sibirischen Tiger-Drillinge Manu, Thrax und Virgil sind die neue Sensation im Gelsenkirchener Zoo. Extra für sie hat man innerhalb von neun Monaten eine 1.000-Quadratmeter-Behausung gebaut - mit Flusslauf und Badestelle. Erst vor wenigen Wochen waren die Brüder aus Ungarn angereist. Und nun wollte man sie nach der Quarantäne-Zeit endlich in ihrem neuen Reich der Öffentlichkeit präsentieren. Sogar der Bürgermeister war gekommen. Riesige Fleischstücke wurden ausgelegt, damit man die imposanten Raubkatzen hinter der Scheibe in Aktion sehen konnte. Doch was machten die drei? Ein Nickerchen!
+
Bruderliebe
Das Trio fühlt sich sichtlich wohl. Doch die Ruhe täuscht, sagt Zoo-Tierärztin Pia Krawinkel. "Als Virgil mich gestern gesehen hat, ist er mit seinen Pranken sofort an der Scheibe hochgesprungen. Der dachte wahrscheinlich: 'Ach, das ist die mit dem Betäubungsgewehr.'"
Die Brüder sollen in ihrem neuen Reich nun erst einmal ankommen. Raus auf die neue Anlage geht es erst in den nächsten Wochen. Die Drei unterscheiden sich auch charakterlich gut voneinander. Virgil ist der Boss - leicht reizbar und etwas unruhig. Er zeigt auch den Pflegern schon mal durch lautes Fauchen und Knurren seinen Unmut. Manu ist ein eher ruhiger Vertreter und Thrax macht gerne ein Schläfchen - am liebsten auf dem Rücken liegend.
So schlafend präsentierten sich die Katzen der Presse
Außerdem ist da noch eine Nummer vier. Roger - Tiger-Neuzugang aus Holland - ist ebenfalls schon in Gelsenkirchen angekommen. Nur hat er seine künftigen WG-Mitbewohner noch nicht kennengelernt. "Er liegt gerade mit Zahnschmerzen auf der Krankenstation." Gleich zwei Schneidezähne sind der großen Raubkatze abgebrochen. Jetzt droht eine komplizierte OP.
Sind die Tiger erst einmal zusammen geführt, bleibt die spannende Frage, wer das Rudel anführen wird. Einer der zweijährigen Brüder oder der sieben Jahre alte Roger? "Die werden sich schon einigen", ist sich Tierpflegerin Stephanie Märcz sicher. In einigen Wochen können Besucher das wilde Quartett dann auch zusammen auf der Anlage sehen. Vielleicht zur Abwechslung dann mal hellwach.
Die neue Tigeranlage, gebaut für eine Million Euro
Zoos
- Aachen
- Bochum
- Dortmund
- Duisburg
- Düsseldorf
- Gelsenkirchen
- Herford
- Krefeld
- Köln
- Königswinter
- Mönchengladbach
- Münster
- Oberhausen
- Rheinberg
- Rheine
- Wuppertal
Aktuelle Einträge
- Erdmännchen finden Ersatzmama
- Gorillababy: Tanzender Silberrücken wird Vater
- Zweites Albino-Känguru in Duisburg
- Nashörnchen galoppiert sich müde
- Tiger verschlafen ihre Begrüßung
