Freitag, 01.02.2013

Are we sitting too comfortably?

Rudresh Mahanthappa (halten wir einen Moment inne und versuchen, seinen Namen richtig auszusprechen: RU-dresh Ma-HAN-thappa) hat einmal gesagt, dass die Geschwindigkeit, mit der verschiedene Klangwelten durch seine Musik fliegen, hervorragend zu unserer schnelllebigen Zeit passe.

Mit seiner aktuellen Band befindet er sich zur Zeit auf Tour zu seinem aktuellen Album Gamak (auf ACT Music erschienen), auf dem er Musikeinflüsse aus der ganzen Welt aufgreift. Gitarrist David Fiuczynski lässt seine Double-Neck-Gitarre klingen wie eine Sitar oder wie indonesische Gamelan-Musik. Aber zugleich lebt die Band (zum großen Teil sogar) in den düsteren Welten des Death Metals.

Dadurch war das Hörerlebnis in den tiefen, gepolsterten Sitzen des Klaus-von-Bismarck-Saals im WDR Funkhaus geradezu surreal. Doch ich war offenbar allein mit diesem Eindruck, denn immerhin war es ein energischer und unheimlich rythmisierender Auftritt der Band und die Leute um mich herum haben in ihren Sitzen mitgegegroovt, mit dem Kopf genickt und die Band bejubelt.

Besonders beeindruckend fand ich den grandiosen kanadischen Bassisten Rich Brown. Er spielt in Rudreshs Samdhi-Band, er ist übrigens nicht auf Gamak zu hören, aber Teil der derzeit tourenden Band.

Brown hat eine Art, die teuflisch schwierigen Rythmen von Mahanthappa in völliger Gelassenheit zu phrasieren. Hin und wieder hat er dabei sogar nonchalant zu seinem energischen Bandkollegen an den Drums, Dan Weiss, rübergelächelt. Es war, als würden die beiden sorglos die Landschaft während einer gemütliche Fahrt mit dem Band-Bus genießen.

Der Fortschritt der letzten Jahre hat eine neue Generation an Musikern geprägt, die nun völlig unbefangen mit unterschiedlichen Rythmen spielen. Diese Virtuosität wäre noch vor einem Jahrzehnt undenkbar gewesen. Rich Browns Gesichtsausdruck sagt alles dazu: Er ist absolut „on top of his game".

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David_Fiuczynski.jpg

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Rudresh Mahanthappa (slow down for a moment to pronounce it properly: RU-dresh Ma-HAN-thappa) has been quoted as saying that the speed with which the different sound-worlds fly past in his music reflect the fast-moving times we live in.

His current band, touring the newly-released album Gamak on ACT Music does indeed draw inspiration from all over the globe. Guitarist David Fiuczynski can makes his double-necked guitar sound like a sitar or an Indonesian Gamelan. And the band also lives (quite a lot) in the dark shadow of death metal.

This made the experience of hearing the band in the deep upholstered seats of the Klaus-von-Bismarck-Saal of WDR´s Funkhaus, slightly surreal. I was probably the only one with that thought, however, because this is a powerful, physically rhythmic band, and people all around me were grooving, nodding, moving to the beat, and cheering loudly afterwards.

A special word of praise needs to go to superb Canadian bassist Rich Brown. He's the bassist from Rudresh's Samdhi band, and he's not on the Gamak record but he is part of the current touring band.

Brown has a way of being completely serene while anchoring, defining Mahanthappa's devilishly tricky rhythms. He even smiled nonchalantly from time to time at his energetic colleague drummer Dan Weiss as he did it. It was as if the two of them were just enjoying the scenery as it rapidly flashed past, sitting happily, carefree, in the back row of the band bus.

The progress of the past few years has been for a generation of musicians to emerge who are completely at ease in rhythms which would have appeared insane only perhaps a decade ago. Rich Brown's expression says it all; he's on top of his game.

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