Mittwoch, 30.01.2013
Checklist: what to take to a jazz festival
Weniger als 48 Stunden bis zum ersten Konzert des WDR 3 Jazzfests am Donnerstagabend, 31. Januar. Zeit, meine Gedanken zu sammeln. Und die Papiere - Pass, Zugticket. Zahnbürste.
Was ich erleben werde, sind Kontraste und Extreme. Das Programm wirkt clever zusammengestellt, um die ganze Bandbreite an Emotionen und Erfahrungen abzubilden, die der Jazz im Jahr 2013 zu bieten hat: Licht und Schatten, Ordnung und Chaos, Jung und Alt. Stile, Einflüsse und Formen koexistieren nebeneinander. Sie hinterlassen einen hoffentlich bleibenden Eindruck im Ohr und im Kopf. Der darf am Ende dann sortieren.
Nehmen wir zum Beispiel mal einen Künstler wie Rudresh Mahanthappa. Er kommt aus einer akademisch-wissenschaftlichen Familie, er beansprucht die Hirnrinde des Hörers mit klassisch-indischen Rhythmen, bringt ihn ins Straucheln mit abwechselnd asymmetrischen und erstaunlich ebenmäßigen Patterns. Und auf der anderen Seite: Je mehr ich vom Mundharmonika-Spieler Matthias Bröde auf CD höre, umso mehr freue ich mich darauf, ihn zum ersten Mal live zu hören.
Bei den Klangkörpern wird es spannend sein, die verschiedenen Ansätze des Cologne Contemporary Jazz Orchestra und des Orchestre National de Jazz miteinander zu vergleichen. Und eine Stadt am Rhein scheint mir für diese kontrastierenden deutsch-französischen Klangwelten genau der richtige Ort zu sein.
Für mich als Brite gibt es aber noch etwas Besonderes: Der Pianist Liam Noble nimmt mich jedes Mal mit auf eine außergewöhnliche Reise, wenn er am Klavier sitzt. Sein Solo-Abend wird auf CD aufgenommen und mit Sicherheit ein Event. Er ist ein sehr bescheidener Mensch und ein großer Musiker - in England vielleicht die Hauptinspiration für eine ganze Generation hervorragender junger Pianisten.
Faszinierend wird es bestimmt auch, die Studierenden der Internationalen Filmschule Köln in Action zu erleben - immer auf der Suche nach interessanten Perspektiven und Kamera-Einstellungen. Das sind helle Köpfe mit einem Faible fürs Unerwartete. Ihre Ergebnisse kann man auf der WDR-Internetseite bestaunen.
Erinnerung an mich selbst: Nicht nur die Zahnbürste. Ich muss daran denken, auch eine Haarbürste mitzunehmen. Und ein Lächeln - this is going to be fun.
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There are now less than 48 hours to go before the first concert of the WDR3 JazzFest on Thursday night January 31st. It's time to collect my thoughts. And the passport. Train ticket. Toothbrush.
What I know I'm going to witness is contrasts and extremes. The programme looks like it has been cleverly designed to show light and shade, order and chaos, young and old, to bring out the sheer range of emotions and experience which jazz in 2013 can offer. Styles, influences and forms all co-exist alongside each other. They leave an impression on the ear and the mind, which then sort them out.
Take an artist like Rudresh Mahanthappa. He's from a deeply scientific family, he tests the listener's cerebral cortex simultaneously with Indian classical rhythms, then wrong-foots him with asymmetrical - and sometimes perfectly, surprisingly symmetrical - patterns. On the other hand, the more I hear of harmonica player Matthias Bröde on CD, the more I'm looking forward to hearing this genuine free spirit, for the very first time live.
With the ensembles it will be fascinating to contrast the approaches of the Cologne Contemporary Jazz Orchestra and the Orchestre National de Jazz. And a city on the Rhine definitely feels like the right place to experience that contrast.
From a British point of view there is also something very special. Pianist Liam Noble takes you on an extraordinary journey every time he sits at a piano, and his solo recital, to be recorded for a CD on Basho Records will be an event. He is a very modest man, but he is a huge musician, the main inspiration for a generation of fine young British piano players.
It will also be fascinating to see the students from Cologne's International Film School in action, trying to find interesting perspectives and camera angles, bright young minds in search of the unexpected. And it will be great to see their work afterwards on the WDR site
Note to self: not just the toothbrush then. I must remember to pack a hairbrush. And maybe even a smile. This is going to be fun.
Über das Blog
Über das Blog
Nordrhein-Westfalens Jazz-Hauptstadt heißt vom 31. Januar bis 3. Februar 2013 Köln:
Beim neuen WDR 3 Jazzfest spielen im Funkhaus am Wallrafplatz und im Kölner „Stadtgarten“ internationale Jazzgrößen.
Mittendrin: der Londoner Musikjournalist Sebastian Scotney.
In diesem Blog berichtet er von seinen Konzert-Erlebnissen.