Immer wieder wird in Diskussionen der Probleme an Hautschulen die Zahl der Migrantenkinder angeführt. Je größer der Anteil ist, desto größer sind auch die Probleme an den Schulen heißt es immer häufiger. Wie richtig oder falsch diese Schlussfolgerungen sind, will unter anderem unser Besuch in einer Hauptschule zeigen. Die folgenden Zahlen des Schulministerium sollen eine Hilfe sein, die Situation an den Schulen in NRW besser einordnen zu können.
Hintergrund
Seit dem Jahr 1997 sind die Zahlen der Migranten im Schulwesen rückläufig. Das ist dem Landesministerium für Schule und Weiterbildung zufolge vor allem auf den Rückgang der Anzahl der Aussiedlerfamilien zurückzuführen. 1997 waren 5,9% der Schüler Kinder von Aussiedlerfamilien, 2003 waren es nur noch 4,3%. Auch die Zahl der ausländischen Schüler ging von 13,4% im Jahr 1997 auf 12,5% zurück. Im Folgenden werden die Kinder von Aussiedlerfamilien und die Schüler ausländischer Herkunft in der Gesamtheit als Migranten bezeichnet, was den statistischen Erhebungen des Schulministeriuns aus dem Schuljahr 2003/2004 entspricht.
Wie viele Schüler und Lehrer gibt es in NRW?
180.000 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten rund 2,9 Millionen Schüler an Grund- und Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und Gesamtschulen sowie den weiterführenden Berufskollegs. Das bedeutet, dass jeder Lehrer im Schnitt 16 Schüler betreut.
Wie groß sind die Klassen an Hauptschulen?
Im Durchschnitt sitzen 23 Schüler in einem Klassenzimmer. Damit sind die Klassen an Hauptschulen kleiner als an Real- und Gesamtschulen sowie an Gymnasien: Hier teilen sich 28 Schüler ein Klassenzimmer.
Wie viele Migranten sind unter den Schülern?
Im Schuljahr 2003/2004 waren 16,8% der Schüler Migranten. Darin enthalten sind alle statistisch erfassten ausländischen und ausgesiedelten Bürger. Schüler mit Migrationshintergrund, die die deutsche Staatsbürgerschaft haben, werden in der Erhebung des Landesministeriuns für Schule und Weiterbildung nicht gesondert erfasst.
Wie verteilen sich die Migranten an den Schulen des Landes?
Den geringsten Migrantenanteil an Schulen hat der Regierungsbezirk Münster zu verzeichnen: 13,6%. Den höchsten Anteil an Migranten unter den Schülern hat der Regierungsbezirk Detmold mit 19,9%. Bei der Betrachtung der Kreise und kreisfreien Städte rangiert Remscheid mit 25,6% Migranten unter den Schülern auf dem ersten Rang. Dusiburg (24,5%), Köln (24,4%) und Gelsenkirchen (24,2%) liegen ebenfalls weit über dem Landesdurchschnitt.
Den geringsten Migranten-Anteil unter den Schülern weist der Kreis Borken auf (7,0%). Im Kreis Kleve und im Kreis Coesfeld sind mit 7,2% und 7,5% ebenfalls nur wenige Migranten an den Schulen.
Wie hoch ist der Migranten-Anteil an NRW-Hauptschulen?
31,4% der Hauptschüler sind Migranten. An Gymnasien werden dagegen nur 6,5% Migranten unterrichtet, an Gesamtschulen sind es 21,2%.
An vier Prozent der Hauptschulen liegt der Migrantenanteil pro Klasse zwischen 30 und 50 Prozent. Nur an Grundschulen gibt es mehr Klassen mit einem entsprechenden Migrantenanteil.
Wie viele Migranten verlassen die Schule mit einem Abschluss?
35,3 Prozent der Migranten erreichen einen Hauptschulabschluss. 40 Prozent der Migranten erreichen die Fachoberschulreife. Etwa 13% der Migranten qualifizieren sich mit ihrem Schulabschluss für die Hoch- bzw. die Fachhochschule.
11 Prozent der Migranten haben keinen Hauptschulabschluss.
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