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Gigant unter den SpiegelteleskopenAuch wenn auf dem Mond wohl nie ein Teller Linsen stehen wird - wenn doch, dann könnte man diese Linsen ab sofort mit dem Gran Telescopio Canarias (Grantecan) erkennen. Das ist nur einer von mehreren Vergleichen, mit denen die Experten verdeutlichen wollen, welche Leistung das derzeit größte Spiegelteleskop der Welt bietet. Die 130 Millionen Euro teure Anlage auf der Kanareninsel La Palma geht heute offiziell in Betrieb. Wäre die Erde eine Scheibe, könnte es die Scheinwerfer eines fahrenden Autos in Australien auseinanderhalten.
Der Spiegel des Grantecan hat einen Durchmesser von 10,4 Metern. Die nutzbare Fläche von 82 Quadratmetern ist um sechs Quadratmeter größer als bei anderen Riesenteleskopen. Insgesamt bringt das Teleskop ein Gewicht von 400 Tonnen auf die Waage und ist 45 Meter hoch. Damit sich der Koloss leicht bewegen lässt, schwimmt das Teleskop auf einer Ölschicht.
Das Teleskop Grantecan auf La Palma ist das derzeit größte Spiegelteleskop der Welt. (Foto: dpa)
Mit dem Grantecan wollen die Astronomen weit ins Universum und damit in die Vergangenheit - wohlmöglich bis zum Urknall - blicken. Chefastronom René Rutten erhofft sich Erkenntnisse über die Entstehung der ersten Sterne. Selbst Planeten außerhalb unseres Sonnensystems wird das Spiegelteleskop unter die Lupe nehmen. Hilfreich ist dabei der Standort des Teleskops: Die Sternwarte liegt in 2400 Metern Höhe auf dem höchsten Berg der Kanareninsel, auf der ein Gesetz fremde Lichtquellen verbietet.
Die nächsten Giganten für den Blick ins Weltall sind bereits in Planung: Auf Hawaii soll bis 2018 das größte Teleskop der Welt gebaut werden. Dessen Spiegel soll dann einen Durchmesser von knapp 30 Metern haben. An dem Standort auf einem erloschenen Vulkan in 4.205 Metern Höhe herrschen an rund 300 Tagen im Jahr ideale Wetterbedingungen für die Arbeit der Astronomen. Im selben Jahr soll aber auch ein Teleskop eines europäischen Konsortiums in Betrieb gehen. Dieses Mal soll der Spiegel einen Durchmesser von 42 Metern haben. Noch ist aber nicht klar, wo dieser Rekordhalter stehen soll. Zur Auswahl stehen Argentinien, Chile, Mexiko und Spanien.
Wenn es möglich ist, mit dem Grantecan einen Teller Linsen auf dem Mond zu erkennen, müsste man doch auch die Gegenstände, die bei den Mondlandungen dort zurück geblieben sind, erkennen. Das wäre dann wohl ein eindeutiger Beweis dafür, dass die Astronauten tatsächlich auf dem Mond waren.
Dieter Brand am 25.07.09 8:25
"Wenn es möglich ist, mit dem Grantecan einen Teller Linsen auf dem Mond zu erkennen, ..."
Eigentlich steht da, daß man die LINSEN erkennen könnte, aber egal ...
Wer solche Vergleiche anstellt, hat oft nur die (Winkel)Auflösung des Apparats im Blick. Dazu, *tatsächlich* ein solches Bild zu machen, gehört mehr - zum Beispiel fokussieren und eine Überbelichtung vermeiden, denn der Mond ist nun mal wesentlich näher und heller als die Objekte, die das Teleskop normalerweise ins Visier nimmt. Ob und wie die adaptive Optik mit dem völlig anderen Bildinhalt/Hintergrund zurecht kommt, ist (mir) auch unklar.
Aber wie auch immer - von *einem* Objekt wissen wir *ganz genau*, daß es im Zuge der Apollo-Missionen auf den Mond gebracht wurde: Von dem Reflektor, den Apollo 11 an Bord hatte (gehabt haben soll ;-) und mit dessen Hilfe das MIT bis heute Präzisionsmessungen des Erde-Mond-Abstands durchführt.
JoB am 25.07.09 12:14
Die Mühe mit den Superteleskopen wird man sich nicht machen, um die Landeplätze zu zeigen.
Die Messwerte mit Hilfe der Reflektoren hätte ich gerne mal gesehen. :-)
Angeblich funktionieren sie gar nicht richtig, weil beim Start zu viel Staub aufgewirbelt wurde.
FSt am 27.07.09 12:29
Könnte man denn jetzt die Objekte auf dem Mond sehen?
Özay Ince am 29.07.09 23:58
Wieso ist mein noch am gleichen Tag abgeschickter Kommentar mit der "Auflösung" wieder verschwunden? 8-C Etwa weil 'ne URL drin war? Na schön, dann nochmal textuell ...
Die Originalaussage (José Miguel Rodríguez Espinosa zu Canarias7) lautet, das GranTeCan könne "un plato de potaje" (einen Teller Eintopf) *anhand seiner Wärmestrahlung* nachweisen. Die *optische* Auflösung bezogen auf die Mondoberfläche liegt theoretisch bei rund 20 Metern.
JoB am 30.07.09 17:53
Beim Lesen des Textes stolperte ich über die Angabe zur Auflösung:
"Wäre die Erde eine Scheibe, könnte es die Scheinwerfer eines fahrenden Autos in Australien auseinanderhalten."
Das wäre etwa 1 Meter in einer Entfernung von rund 20000 Kilometern. Der Mond ist rund 400000 Kilometer entfernt. Die Auflösung wäre dort 20 Meter. Wie passt das zu dem Teller Linsen mit einer Größe von einigen Dezimetern?
Die Frage ist mit dem Beitrag "JoB am 30.07.09 17:53" beantwortet.
Bertram in Mainz am 3.08.09 17:50
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