Dienstag, 02.10.2012
Ex-Ministerpräsidenten unter sich
Zwei ehemalige Landeschefs in Bronze, einer leibhaftig: Jürgen Rüttgers war heute dabei, als in Düsseldorf eine Porträt-Büste von Karl Arnold enthüllt wurde. Die leistet nun einer Bronze von Johannes Rau Gesellschaft.
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Karl Arnold und Jürgen Rüttgers
Engagiert für beide Erinnerungs-Statuen im Bronzeguss hatte sich auch Ex-CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. Er war bei der Enthüllungs-Stunde der Bronze-Büste von Karl Arnold anwesend. Arnold war der erste gewählte CDU-Ministerpräsident des Landes (1947 - 1956). Damit steht der Bronze-Arnold dem Bronze-Rau gegenüber, vor dem alten Dienstsitz der Ministerpräsidenten, vor der Villa Horion. Der sprichwörtliche SPD-Landesvater Johannes Rau also Auge in Auge mit dem CDU-Vorgänger, der auch Düsseldorfer Nachkriegsbürgermeister war.
Nach seinem Wahlsieg 2005 hatte Jürgen Rüttgers erklärt, er habe vor allem mit den Stimmen der Arbeiter im Ruhrgebiet die Wahl gewonnen. Das Wort vom Arbeiterführer machte die Runde. Rüttgers versuchte, sich in die Tradition von Rau zu drängeln. Das haben ihm die Sozialdemokraten übel genommen. Und später wohl auch die Wähler im Ruhrgebiet. Der selbsternannten Arbeiterführer hätte besser daran getan, sich in die Tradition der eigenen Partei, der CDU, zu stellen.
Von Karl Arnold stammt der Satz, Nordrhein-Westfalen sei das soziale Gewissen Deutschlands. Er stand hinter dem linken Ahlener-Programm der CDU von 1947, gehörte dem christlichen Arbeitnehmerflügel an. Damals forderten die Christdemokraten noch die Vergesellschaftung der Großindustrie (ähnlich steht es immer noch in der Landesverfassung). Der Sozialdemokrat Rau hätte das so später kaum noch gefordert. Aber den politischen Anspruch, für die Arbeiterschaft des Ruhrgebiets zu sprechen, haben beide für sich reklamiert.
Ironie der Geschichte: Jürgen Rüttgers hat versucht, sich in dieselbe Traditionslinie einzureihen. Er ist damit gescheitert. Einzig bleiben von diesem Versuch werden die Bronzestatuen zweier großer Vorgänger.
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