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Landtagsblog
11.07.10
Nein, Karl Theodor zu Guttenberg hatte es nicht leicht zu Beginn seiner bundespolitischen Karriere: Mit seinen diversen Vornamen lässt sich jede Menge Schindluder treiben. Wikipedia macht es möglich. Der von Kollegen in dem Online-Lexikon absichtlich falsch zu dem Namenswust beigefügte Vorname Guttenbergs wurde dann von den Zeitungen ganz schnell zu einem echten gemacht.
Erfahrungen mit ungeprüften Informationen zu seiner Person hat jetzt auch der Linken-Landtagsabgeordnete Ali Atalan gemacht. Der hatte auf dem Landesparteitag am Wochenende (10./11.7.2010) einiges zur erklären. Wikipedia und einige Presseartikel schrieben: Atalan sei mal Mitglied der FDP gewesen. Kommt schlecht an, wenn davon vorher keiner wusste, und wenn man dann auch noch in einer Partei ist, wo Schimpfen auf die "neoliberale" FDP zum guten Ton gehört.
Doch was war und ist Atalan nun wirklich? Ist er das kapitalistische U-Boot der Linken? Atalan selber hatte die Erklärung schnell zur Hand. 1990 war er sachkundiger Bürger im Sozial- und Kulturausschuss der Stadt Dülmen. Auf der Homepage der Stadt wurde er bis zuletzt in der Ausschusshistorie als Entsandter der FDP geführt. Ein Linker aus der FDP - ein Eklat für die Parteimitglieder.
Allerdings sieht Atalans Biografie anders aus. Über den Ausländerbeirat wurde er in den Ausschuss geschickt, ab 2000 war er erstmals in einer Partei - das war die PDS. Und als die 2007 zur Linken wurde, war Atalan dann logischerweise dort Mitglied. Inzwischen ist er Landtagsabgeordneter. Ohne FDP-Vergangenheit, wenn auch Wikipedia was anderes sagte, als ein User bei der Stadt Dülmen einfach die Informationen abschrieb. Die Stadt hat sich übrigens inzwischen bei Atalan entschuldigt und die Linke kann sich beruhigen. Zu den Parteistömungen wie der sozialistischen Linken oder der Antikapitalistischen Linken gesellt sich nicht die neoliberale Linke.
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