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<title>Horst Kläuser</title>
<link>http://wdrblog.de/klaeuser/</link>
<description>In diesem Blog berichtet WDR 2 Reporter Horst Kläuser von seinen
Erlebnissen bei einer Reportageserie zu den Kommunalwahlen</description>
<language>de</language>
<copyright>Copyright 2010</copyright>
<lastBuildDate>Mon, 31 Aug 2009 18:15:34 +0100</lastBuildDate>
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<title>Xanten und die motivierte Putzkolonne</title>
<description><![CDATA[<p>Xanten, das ist die Stadt, in der man mit dem Anfangsbuchstaben wählen kann - wenn man ein Kreuzchen auf dem Wahlzettel macht. Bürgermeister Christian Strunk, seit zehn Jahren im Amt, wirbt mit einem entsprechenden Wahlplakat für sich. Im Wahlkampf wie im politischen Alltag glaubt er daran, dass kommunales Handeln bisweilen auch die empfohlenen Wege verlassen muss.</p>
<p>Ein Beispiel: Die Wiedereinstellung städtischer Reinigungskräfte. Es ist bekanntlich das Mantra aller Reformer, städtische Aufgaben zu privatisieren - Müllabfuhr, Stadtreinigung, Hallenbäder. Wie also kann es sein, dass ausgerechnet ein CDU-Bürgermeister auf die Neueinstellung solch angeblich "verzichtbarer" Beschäftigter wie Reinigungskräfte kommt? Falsch gerechnet? Wut auf den privaten Unternehmer, der in der Vergangenheit die öffentlichen Gebäude reinigte? Denn die Stadtreinigung war ja vor 20 Jahren privatisiert oder wie man neudeutsch sagt: outgesourct worden.<br />
<img alt="Horst Kläuser mit Bürgermeister Christian Strunk und zwei Mitarbeiterinnen der städtischen Reinigung, Frau Vermöhlen (l.) und Frau Gühlstorff; Rechte: WDR" src="http://wdrblog.de/klaeuser/xanten_400x300.jpg" width="400" height="300" alig="right" caption="Interview mit der Putzkolonne" /><br />
Das blank gebohnerte Parkett im ehrwürdigen Sitzungssaal des historischen Rathauses verrät die Antwort nicht unbedingt. Das machen private nicht anders als öffentlich Bedienstete auch. Es war also doch der spitze Bleistift. Der 42-jährige Bürgermeister rechnet vor, dass er jährlich über 300.000 Euro für das Privatunternehmen aufzuwenden hatte und die Beschäftigten dort 7.60 Euro pro Stunde verdienten. Jetzt, da die Putzkolonne wieder auf der Gehaltsliste der Stadt steht, spart die Stadt die fälligen 19 Prozent Mehrwertsteuer, investiert einen Teil davon in höhere Gehälter und schafft ein gewisses Zugehörigkeitsgefühl der Beschäftigten. Motto: Ich arbeitete in meiner Stadt für meine Stadt.</p>
<p>Die 28 vom Privatunternehmer abgeworbenen Putzkräfte sind jetzt zusatzversichert und verdienen mit über acht Euro Stundenlohn sogar mehr als zuvor - definitiv mehr als den gesetzlichen Mindestlohn der Branche. Unterm Strich hat die Stadt Xanten im vergangenen Jahr fast 100.000 Euro bei der Reinigung öffentlicher Gebäude gespart.</p>
<p>Und der Privatunternehmer - schaut der jetzt in die Röhre? Nicht unbedingt. Er organisiert nach wie vor die Kolonnen und beschafft das Material - nur die 80 Prozent Lohnkosten, die berechnet jetzt die Stadt sich selbst. Ein Beispiel für andere Kommunen? Bürgermeister Strunk ist sicher: auf jeden Fall!</p>

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<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/putzkolonne_wie.html</link>
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<pubDate>Mon, 17 Aug 2009 11:22:48 +0100</pubDate>

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<title>Xanten hat die Wahl</title>
<description><![CDATA[<p>Ich hatte Christian Strunk vorher natürlich noch nie getroffen. Den Bürgermeister von Xanten - was sollte ich mit dem zu tun haben? Er ist 42 Jahre alt, schon seit zehn Jahren im Amt, ein gut aussehender, fröhlicher Mann, der offenbar gerne lacht und zu den Menschen in seinem Rathaus einen erstaunlich kollegialen Umgangston pflegt. Als Strunk mit uns vor dem Rathaus spricht, stürmen drei junge Mädchen auf ihn zu und fragen ihn forsch: sagen Sie mal, wo fährt eigentlich der Bus 42 ab. Der Bürgermeister weiß das - und tut so, als sei auch so eine Auskunft das Selbstverständlichste auf der Welt.</p>
<p>Der Mann scheint seine Stadt mit Sympathie im Griff zu haben. Seine schärfste Herausforderin jedoch sitzt im Büro nebenan. Ausgerechnet seine Beigeordnete Karin Welge ist auch seine Gegenkandidatin. Er, der CDU-Mann, mit der absoluten Mehrheit. Sie, seine Kollegin und politische Gegnerin, ist zwar parteilos, aber wird von SPD, FDP, den Grünen und einer Wählerinitiative namens FBI unterstützt. Außerdem treten noch Werner Becker von der Linkspartei und der parteilose Arno Kloep an. Der Stadt mit ihren nur 22.000 Einwohnern wird solch eine echte Auswahl gut tun. So was nennt man wohl Demokratie. Hoffentlich nutzen die Xantener das!</p>

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<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/xanten_hat_die_1.html</link>
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<pubDate>Mon, 17 Aug 2009 18:45:44 +0100</pubDate>

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<title>Wiederbelebung der Innenstadt</title>
<description><![CDATA[<p>Nun also Salzkotten. Premiere für mich. Hübsch, wie die Stadt da aus den grünen Wiesen Ostwestfalens wächst, fast pittoresk, wäre da nicht die Bundesstraße 1, die sich quer durch die 9.000-Seelen-Kernstadt schlängelt. Der Ortseingang fast wie in Amerika: Strip-Malls nennt man das, wenn ein Autohaus, ein Fast-Food-Laden, eine Spielhölle, ein Discounter nach dem anderen Spalier stehen.</p>
<p>Und genau das ist das Thema: Supermärkte auf die grüne Wiese, Innenstädte tot. Salzkotten (Betonung übrigens auf "Salz-") streckte dem weltweiten Trend die Zunge raus und verbot kurzerhand die Discounter am Stadtrand. Mit mutigem Rotstift wurde ein großzügiges Karree auf das Luftfoto der Innenstadt gemalt. Und nur da drinnen dürfen künftig Geschäfte für den täglichen Bedarf aufmachen.<br />
<img alt="Horst Kläuser mit Bürgermeister Michael Dreyer im Interview; Rechte: WDR" src="http://wdrblog.de/klaeuser/salzkotten_400x300.jpg" width="400" height="300" align="right" caption="Interview mit dem Bürgermeister" /></p>
<p>Im Amstdeutsch nennt das Bürgermeister Michael Dreyer "zentren- und nahversorgungsrelevante Sortimentsgruppen". Er meint damit Läden für Bücher und Zeitungen, Baby- und Kinderartikel, Elektrohaushaltswaren, Lederwaren, Schuhe, Foto- und Optik-Läden, Uhren, Schmuck, auch Fahrräder und Schnittblumen, ja, und vor allem natürlich Lebensmittel.</p>
<p>Wer als Unternehmer oder Investor nicht in die Innenstadt kommen will, der darf gar nicht nach Salzkotten kommen, jedenfalls nicht an den Stadtrand. Selbst die Giganten der Branche, die schreiend den geilen Geiz beschwören, klopften an - und wurden abgewiesen. Das Konzept, von allen bis auf zwei FDP-Ratsmitglieder im Stadtrat mitgetragen, scheint aufzugehen: Salzkottens Innenstadt wirkt lebendig, nicht öde durchsetzt von Spielhöllen und Ein-Euro-Läden. Ob das übertragbar ist? Vermutlich, aber der Weg dürfte steinig, wenn auch lohnend sein.</p>

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<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/nun_also_salzko.html</link>
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<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 18:30:16 +0100</pubDate>

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<title>&quot;Schlaumacher&quot; auf dem Lande</title>
<description><![CDATA[<p>Ohne Frage gehört das Münsterland zu den lieblichsten Gegenden Nordrhein-Westfalens. Ich kann mich an viele wunderbare Fahrradtouren während der Studienzeit erinnern. Das war eben Münster. Hier in Nordwalde ist Münster-Land! Betonung auf Land. Der 9.000-Seelen-Ort teilt sich die Volkshochschule mit dem Kreis, viele andere Bildungseinrichtungen gibt es gar nicht.</p>
<p>Wo der Großstädter ob des Riesenangebots nur gähnt, gähnt auf dem Land ein Loch im Veranstaltungskalender. Und so freut sich Nordwalde, dass es den "Schlaumacher Verein" hat. Ein Zusammenschluss, in dem lokal engagierte Privatleute, die Stadt, die Gesamtschule und die Volkshochschule Steinfurt mitmachen, schafft es tatsächlich, ein Bildungsangebot in den Ort zu holen, das es sonst nicht gäbe.</p>
<p>Bildung auf Nachfrage ist das Credo. Der gemeinnützige Verein offeriert kompetente Schüler-Nachhilfe, erschwinglich und für sozial schwächere Familien besonders günstig und darf keine Gewinne machen. Das ist der Kern des Angebots in Kooperation mit der VHS, zu dem Computerkurse, Schreibmaschinenkurse, Hilfe bei Lese- und Rechtschreibschwäche genauso gehören wie Sprachkurse.</p>
<p>So kann, wer will, in Nordwalde chinesisch lernen, Senioren büffeln türkisch vor dem Vereins-Trip, Schüler lernen, sich richtig zu bewerben, Eltern, Mobbing zu erkennen und dem zu begegnen. Ortsansässige Firmen bieten über die Schlaumacher Berufspatenschaften an. Vielleicht hat es geholfen, dass Bürgermeister Dieter Brockmeyer Zweckverbandsvorsitzender der VHS Steinfurt war: die Kommune als Treibriemen für Bildung durch privates Engagement.</p>

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<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/schlaumacher_au.html</link>
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<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 12:49:15 +0100</pubDate>

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<title>Tafelsilber weg - neuer Hafen da...</title>
<description><![CDATA[<p>...könnte eine knappe Schlagzeile lauten, die das Public Private Partnerschip (PPP) der Stadt Krefeld beschreibt. Hinter dem neudeutschen Begriff verbirgt sich ein weiterer: "Win-Win-Situation".<br />
Die Geschichte von Anfang an.</p>
<p>Krefeld hat einen Hafen, günstig gelegen, gleich am Rheinufer. Der Schönheitsfehler war allerdings, dass seit Jahren nicht investiert werden konnte; die Betriebs- und Unterhaltungskosten fraßen jeglichen Gewinn auf, und so musste die Stadt Krefeld als Eigentümer Jahr für Jahr 1,2 Millionen Euro nachschießen. Und das seit 20 Jahren.<br />
<img alt="Der Krefelder Hafen; Rechte: WDR" src="http://wdrblog.de/klaeuser/krefeld1_400x300.jpg" width="400" height="300" align="right" caption="Der Ü-Wagen macht Station im Krefelder Hafen" /></p>
<p>Einfach zumachen, was simpel klingt, wäre auch nicht billig gewesen - mindestens 800.000 Euro im Jahr und dann noch der Wegfall von über 40 Arbeitsplätzen. Also machte man aus der Not eine Tugend und suchte einen strategischen Partner. Den fand die Stadt in der Neuss-Düsseldorfer Hafengesellschaft. Diese trat als privater Investor auf, brachte Geld für die Sanierung und Modernisierung des Hafens sowie Know-how in die Ehe ein. Die Stadt Krefeld stellte den Hafen, das Tafelsilber also.</p>
<p>So wurde die PPP gegründet, die sich heute als moderner Hafen mit ca. 70 Hektar Industrie- und Gewerbefläche präsentiert und neue Investoren, Dienstleiter und Logistikunternehmen anlocken kann. Die roten Zahlen des Hafenbetriebs für Krefeld sind passé, die Arbeitsplätze vertraglich garantiert, und in drei Jahren rechnet man mit Gewinnen.<br />
<img alt="Horst Kläuser im Gespräch mit Manfred Abrahams" src="http://wdrblog.de/klaeuser/krefeld2_200x300.jpg" width="200" height="300" align="left" caption="Horst Kläuser mit dem Kämmerer" /><br />
Thyssen Krupp baut derzeit eine neue, große Anlage für Fachstahlbearbeitung - 350 Arbeitsplätze entstehen. Dem Stadtkämmerer Manfred Abrahams, der zugleich auch Aufsichtsratsvorsitzender der neuen Gesellschaft ist, sieht man die Genugtuung über die neue Lösung an: kurze Entscheidungswege beim neuen Hafenbetreiber, Investitionsmöglichkeiten und mittelfristig viele Arbeitsplätze.</p>
<p>Was jetzt in Krefeld fehlt und den modernen Hafen noch ein wenig leer aussehen lässt, muss aus der großen, weiten Welt kommen: der Aufschwung der Wirtschaft!</p>

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<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/tafelsilber_weg_1.html</link>
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<pubDate>Fri, 21 Aug 2009 12:24:23 +0100</pubDate>

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<title>Sonne macht Strom - in Nottuln</title>
<description><![CDATA[<p>Jetzt muss ich Ihnen erst mal erklären, wo Nottuln, genauer: der Ortsteil Appelhülsen, liegt. Geographisch gesehen im herrlichen Münsterland, knapp 30 km südwestlich von Münster, verkehrstechnisch gleich an der Autobahn A 43. Die ist lauter als die Glocken von St. Mariä Himmelfahrt aber viel lästiger nicht mal halb so schön ...</p>
<p>Wem das zu wenig Besonderheiten sind, der sollte sich aus dem Ort heraus bewegen. Da stößt der Besucher auf die größte Photovoltaik-Anlage Nordrhein-Westfalens. Strom aus Sonne wird hier erzeugt und das nicht zu knapp. <img alt="Bürgermeister Schneider; Rechte: WDR" src="http://wdr.de/themen/politik/kommunalwahl_2009/klaeuser_blog/_img/peter_amadeus_schneider_400.jpg" width="400" height="300" align="right" caption="Bürgermeister Peter Amadeus Schneider vor seiner Photovoltaikanlage" /></p>
<p>Dabei ist das Projekt eigentlich der Fehlplanung zu verdanken, auf einer dreieckigen Fläche von fast 17 Hektar Brachland Wohnungen zu bauen. Das muss sich ein Gehörloser ausgedacht haben - 10 Meter von der Autobahn entfernt. Kurzum: die ehemalige Landwirtschaftsfläche war nicht zu vermarkten.</p>
<p>Es braucht wohl eines Bürgermeisters wie Peter Amadeus Schneider mit der Vision, aus Licht Energie zu machen. Wo früher Kartoffeln und Getreide wuchsen, ernten nun 16.000 schwarze Module Kilowatt um Kilowatt sauberen Strom, den die Gemeinde ins Netz einspeist. Nicht, dass die Anlage einen Schönheitspreis erhielte, aber der Flächenverbrauch hält sich in Grenzen und Biotop oder Grand Canyon ist hier wirklich nicht.</p>
<p>Vor der Stromausbeute kam die Investition: 4,1 Mio. Euro. Das ist nicht wenig, dafür gibt's günstige Kredite, aber auch die Bürger Nottulns gewährten Kredite in Höhe von 125.000 Euro. Umwelttechnisch wird die Anlage, die im Oktober 2008 ans Netz ging, in drei bis sechs Jahren das an CO2 gespart haben, was ihre Herstellung ausstieß, ab dann ist der Photovoltaik-Park ein ökologischer Glücksbringer. Finanziell dauert es wohl ein bisschen länger; immerhin erreichte die Anlage exakt heute schon den Soll-Wert für 2009. Bürgermeister und Bürger dürfen ziemlich stolz sein, schon für 340.000 Euro Strom erzeugt und verkauft zu haben, mehr als 400 Haushalte im Jahr verbrauchen.</p>

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<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/sonne_macht_str_1.html</link>
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<pubDate>Sat, 22 Aug 2009 10:57:12 +0100</pubDate>

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<title>Ein Beamter auf Bestellung</title>
<description><![CDATA[<p>Wir haben in dieser Serie, die noch bis zum Wahlwochende dauert, große und kleine Projekte vorgestellt. Teure, wie den Krefelder Hafen oder die Wohnsiedlung in Neumühl, oder eher administrative wie in Xanten oder Salzkotten. Heute sind wir in Herzogenrath. Und das Projekt ist sowohl billig (von den Kosten) als auch administrativ eher bescheiden. Doch die Wirkung ist dennoch groß.</p>
<p>"Ich muss mal aufs Rathaus." Ist leicht gesagt, wenn man jung und beweglich ist. Es ist aber ein Angang für die, die schlecht auf den Beinen oder alt sind. Doch auch sie haben Behördengänge zu erledigen, ein Recht darauf, als Bürger ernstgenommen zu werden und gleich behandelt zu werden.</p>
<p>Die Idee des Bürgermeisters ist deshalb so simpel wie sinnvoll. Der Beamte kommt ins Haus, auf Bestellung sozusagen. Meldesachen, Anträge, Beurkundungen - alles, was heute via Laptop zu erledigen ist, kann auch am Wohnzimmertisch gemacht werden, vorausgesetzt, der Wille ist da. Herzogenrath, eine kleine Gemeinde nördlich von Aachen, gleich an der holländischen Grenze, macht's vor. Weil die traditionelle Industrie und Zechen schlossen, zogen viele junge Leute weg, die Bevölkerung wurde älter. Also kommt ihr die Stadtverwaltung im Wortsinne entgegen. Ein gutes Beispiel von sprichwörtlicher Bürgernähe!</p>

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<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/ein_beamter_auf.html</link>
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<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 10:23:50 +0100</pubDate>

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<title>Diese schrecklichen Plakate</title>
<description><![CDATA[<p>Wollen die Parteien uns Bürger eigentlich abschrecken, uns mit allen möglichen optischen Mitteln von der Wahl abhalten? Nein? Warum dann quälen sie uns mit diesen schrecklichen Fotos an Laternen und Plakatwänden? Keine Sorge, ich nennen weder Namen, noch konkrete Städte oder Parteien (obwohl ich's gerne täte), aber Sie ahnen gar nicht, was mich in den letzten Wochen an Fratzen von den Wahlplakaten angegrinst hat. Au weia.</p>
<p>Verstehen Sie mich nicht falsch: Für irgendjemanden ist jeder Mensch irgendwie schön oder attraktiv. Aber doch nicht in der Öffentlichkeit. Brillen aus der Designerwüste, Blusen und Anzüge, die aus der Rot-Kreuz-Sammlung stammen, spiegelnde Schneidezähne, Würgelächeln und so aufgesetzt ernste Mienen, dass man an Verstopfung denken muss.</p>
<p>Nein, meine Damen und Herren Kandidaten, man hat sie ins offene Messer rennen lassen. Der Wähler will Sie gar nicht sehen, jedenfalls so nicht. Ihr Name hätte gereicht, womöglich noch eine knackige, super-originelle Programmaussage wie "ich für unsere Stadt", das unterscheidet. Oder "Holger Meier, ihr neuer Bürgermeister" (hoffentlich gibt's den nicht wirklich - Herr Meier, Sie sind wirklich nicht gemeint, ehrlich!)</p>
<p>Wenn ich dann darüber nachdenke, dass die Parteien Steuergeld bekommen, um ihren Wahlkampf zu finanzieren, wird mir ganz anders. Das gehört - sagen jetzt die Puristen - zum Wesen einer Demokratie. Stimmt. Aber zu meinem ästhetischen Wohlbefinden gehören auch gute Plakate. Und wenn's für 'nen tollen Fotografen oder Designer nicht reichen sollte - lieber ganz lassen! Ehrlich.</p>

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<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/diese_schreckli.html</link>
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<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 15:33:10 +0100</pubDate>

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<title>Das mobile Bürgerbüro</title>
<description><![CDATA[<p>Dass Herzogenrath mal bessere Zeiten gesehen hat, kann die 40.000-Seelen-Gemeinde vor den Toren Aachens nicht verheimlichen. Die Zechensiedlungen verraten den Steinkohlebergbau, der seit 1973 Geschichte ist. Die individuell hübsch gepflegten Vorgärten können dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass gleich nebenan viele, viele Ladenlokale leerstehen und mit Mini-Mieten um Geschäftsleute buhlen. Wer hier was ändern will, muss den Bürgern etwas bieten. Städtisches Entgegenkommen ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen: Das Rathaus macht sich auf den Weg zum Bürger, der Beamte kommt auf Anruf ins Haus.</p>
<p>Wieviel weiter kann sich eine serviceorientierte Kommune vom "Obrigkeitsstaat" alter Prägung noch entfernen? Pass-, Personalausweisangelegenheiten, Rentenanträge, soziale Fragen und vieles mehr, was per Laptop und mit Formular anstatt in der Amtsstube am Wohnzimmertisch erledigt werden kann, wird seit anderthalb Jahren auch genau da gemacht.</p>
<p>Wer nutzt diesen Service und wie oft wird er in Anspruch genommen? Christoph von den Driesch, der Bürgermeister der Grenzstadt, die an Überschuldung genauso leidet wie an demographischen Problemen der immer älter werdenden Einwohnerschaft, sieht vor allem die ältere Generation als Nutznießer dieses Services.</p>
<p>Alexander Pampa, einer der Mitarbeiter des mobilen Bürgerbüros, besucht zwischen fünf und acht Hauhalte pro Woche. Demnächst kommen regelmäßige Sprechstunden und eine drahtlose Verbindung zum Rechner in der Verwaltung hinzu. Nachahmungspotenzial anderso? Meiner Meinung nach hoch, weil einfach umzusetzen, nicht teuer und ausgesprochen bürgerfreundlich!</p>

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<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/das_mobile_burg_1.html</link>
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<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 18:02:58 +0100</pubDate>

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<title>Monheim: Schulen an Privatunternehmen</title>
<description><![CDATA[<p>Regen. Sommerregen. So empfängt uns die Peter-Ustinov-Gesamtschule an diesem Dienstag. Schülern stolpern durch Pfützen zum Unterricht, ahnen nicht, dass ihre Schule ein kommunalpolitischer Modellfall ist. Denn die Schulen der 44.000-Stadt-Einwohner wurden 2001 als im Grunde nicht benutzbar beurteilt. Allen voran die Gesamtschule. Das krebserregende Umweltgift PCB überschritt alle Grenzwerte. Die finanziell extrem belastete Stadt hatte nicht die Mittel, zu sanieren oder gar neu zu bauen.</p>
<p>Die Schulen zu schließen ging aber aus Gründen der kommunalen Daseinsvorsorge nicht. Also entschloss man sich zum damals ersten und einzigen Versuch, bei dem die Schulen im Rahmen eines Public Private Partnership einem Privatunternehmen anvertraut wurden. Es würde zu weit gehen, die langwierigen Einzelheiten der Bedingungen, Verhandlungen und Voraussetzungen hier dazustellen; unter dem Strich bleibt aber im Jahre 2009 festzuhalten: Die Sache hat sich bewährt.</p>
<p>Die Gebäude der 13 Schulen gehören zwar juristisch noch der Stadt Monheim, bewirtschaftet werden sie aber für insgesamt 25 Jahre von einem Unternehmen, das für die Sanierung, die Ausstattung, die Instandhaltung und die Pflege verantwortlich ist. Der Vertrag legt fest, was alles zu machen ist und wo die Stadt Monheim ihr Mitspracherecht behält. Und siehe da, beide Seiten scheinen von dem PPP-Modell, das Nachahmer gefunden hat, zu profitieren: Die Stadt hat die Ausgaben für ihre Schulen um etwa 15 Prozent gesenkt - schon im Jahr 2004 sprach der Bürgermeister von einer Haushaltsentlastung von 500.000 Euro.</p>
<p>Schüler wie Lehrer genießen derweil Schulgebäude, die technisch top sind. Das private Unternehmen kassiert die jährliche Pauschale der Stadt und verdient damit Geld.<br />
Pferdefuß? Noch keinen gefunden. Ganz offensichtlich ist die Einsicht, dass manche nicht-hoheitlichen Dinge, effizienter und kostengünstiger von Privat-Unternehmern gemacht werden, gar nicht so falsch!</p>

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<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/monheim_schulen.html</link>
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<pubDate>Tue, 25 Aug 2009 09:42:02 +0100</pubDate>

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<title>Warum wird man eigentlich Bürgermeister?</title>
<description><![CDATA[<p>Gute Frage. Ruhm allein (jeder kennt einen beim einkaufen), Privilegien (eigener Parkplatz am Rathaus) können es nicht sein. Also das Geld. Der Bürgermeister in Nordrhein-Westfalen verdient von etwa 6.000 Euro im Dorf mit etwa 15.000 Einwohnern bis zu fast 11.000 Euro in der Halbmillionenstadt. Das ist schon ein gewichtigerer Grund. Aber der wichtigste?</p>
<p>Vielleicht ist es die Macht. Aber die ist relativ. In einer Demokratie ist der (Ober-)Bürgermeister genauso von den Mehrheitsverhältnissen im Rat abhängig wie von den Regeln und Sachzwängen der übergeordneten Instanzen. Das können die Regierungspräsidenten sein oder der Landrat. Also muss noch etwas Anderes hinzukommen.</p>
<p>Sprechen wir mal über Idealismus. Es kann ja sein, dass Menschen das Bürgermeisteramt anstreben, weil sie in ihrer Gemeinde etwas Gutes tun wollen. Das ist ehrenhaft und - ich sage das ungeprüft - vermutlich gar nicht mal so selten. Denn es gehören neben dem feinen Büro, der Sekretärin, vielleicht einem abgenudelten Dienstwagen auch ein gehörig dickes Fell und Lust auf Machen dazu.</p>
<p>Angst vor Chören, Kaninchenzüchtern, Ökoaktivisten darf der Bürgermeister genauso wenig haben wie eine Allergie gegen Akten, Sitzungen, Amtsdeutsch und Bürokraten in den eigenen Reihen. Letztere, auch heute noch mit (unsichtbaren) Ärmelschonern ausgestattet, sind eigens auf der Welt, um kreativen Bürgermeister das Leben schwer zu machen. Forsch ins Amt gewählt, tausend neue Ideen im Köcher - da schleicht der Verwaltungsoberrat aus dem 3. Stock heran, nur um freudestrahlend dem Neuling Bürgermeister zu bedeuten, dass nach Paragraf Soundso sein Plan von vornherein zum Scheitern verurteilt sei - und überhaupt, da könnte je jeder kommen. Sie wissen schon.</p>
<p>Leidensfähigkeit ist mithin ein notwendiges Attribut; Geduld, Toleranz und Neugier auf kleine und große Alltagssorgen und ein Häppchen Eitelkeit können nicht schaden. Theoretisch finden Sie meine Beschreibung? Seit den letzten zwei Wochen weiß ich: Ein bisschen von allem steckt in allen Bürgermeistern. Wetten?</p>

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<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/warum_wird_man.html</link>
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<pubDate>Wed, 26 Aug 2009 10:30:35 +0100</pubDate>

</item>

<item>
<title>Rufen Sie Ihre Laterne an</title>
<description><![CDATA[<p>Zugegeben, ich wusste bis vor zwei Wochen nicht, wo Dörentrup liegt, geschweige denn der Ortsteil Schwelentrup. Dabei ist es hier nett, ländlich, und gäbe es hier am Försterweg nicht auch den Bedarf für "die Tafel", die hilfsbedürftige Menschen versorgt, - man könnte meinen, die Welt sei hier völlig in Ordnung. Der Hahn kräht am frühen Morgen. Nachts wird es hier, wie fast überall, dunkel. Darin liegt aber kein Problem, sondern die Idee.</p>
<p>Dieter Grote, ein Werbefachmann, ging einst mit seiner Frau spazieren, nach 23 Uhr, wie man annehmen muss, denn die Straßenlaternen waren bereits ausgeknipst. In Schwelentrup wird es mangels fehlender Neon-Reklame nachts noch dunkler als sonstwo, stellte das Ehepaar fest und fragte sich, warum man denn nicht die Laternen noch mal anknipsen könnte. Gute Frage.<br />
<img alt="Dieter Grote (r.) und Horst Kläuser; Rechte: WDR" src="http://wdrblog.de/klaeuser/doerentrup_400x300.jpg" width="400" height="300" align="right" caption="Horst Kläuser im Gespräch mit Dieter Grote. Rechts eine anrufbare Laterne" /></p>
<p>Denn auf Camping-Plätzen bekommt man ja auch eine heiße Dusche für 20 Cent. Die Geschichte spielte vor drei Jahren. Heute ist daraus ein Patent geworden und aus Dörentrup der Nabel der Straßenleuchtungsenergiesparbewegung. Denn Herr Grote fand im rührigen Bürgermeister Ehlert einen ideellen Gönner und in den Stadtwerken Lemgo den technischen Partner, um aus dem Gedanken eine Lösung zu entwickeln, die weltweite Kreise zieht.</p>
<p>Tatsächlich tragen mittlerweile ca. 1.000 Straßenlaternen in Dörentrup Telefonnummern. Einmal registriert - kostenlos - kann nun jeder Bürger seine Straßenstrecke dann beleuchten, wenn er sie hell haben will. Statt um 23 Uhr kann sich das Dorf jetzt erlauben, schon um 21 Uhr die Laternen auszuknipsen; denn per Anruf kann man ja um 23.17 Uhr oder um 01.36 Uhr "seine" Laternen - in Wirklichkeit eine ganze Strecke - wieder anschalten. Kostenlos.</p>
<p>Wie das? Nun, die Stadt spart so viel Geld bei der nicht mehr notwendigen Dauerbeleuchtung ein, dass sich die Investition für das Handy-Modul schnell rechnet. Im Schnitt spart Dörentrup 10.000 Euro pro Jahr, das sind rund 35 Prozent der Beleuchtungskosten. So was spricht sich rum. Nicht nur Medienleute aus aller Welt (TIME, Business Week und das französische Fernsehen waren schon da), sondern auch Stadtwerke aus ganz Europa.<br />
Wie gesagt: Dörentrup ist der Nabel einer Sparwelle bei der Straßenbeleuchtung - wann rufen Sie Ihre Laterne an?</p>

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<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/rufen_sie_ihre.html</link>
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<pubDate>Wed, 26 Aug 2009 10:50:44 +0100</pubDate>

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<item>
<title>Jung kauft alt in Hiddenhausen</title>
<description><![CDATA[<p>Stefanie und Christian Langwald werden am 5. September genau ein Jahr verheiratet sein. Vier Tage vorher wollen sie schon in ihr neues Haus einziehen. Nicht schlecht für junge Leute, die gerade 28, bzw. 31 Jahre alt sind. Ein bisschen geholfen hat dabei die Gemeinde Hiddenhausen, in die die beiden Herforder gezogen sind. Denn Hiddenhausen will der "Landflucht" einen Riegel vorschieben. Mehr und mehr alte und ältere Häuser standen leer; junge Leute zog es in die Großstadt, den Alten wurden die eigenen Häuser zu groß, sie fanden keine Käufer, manche starben auch und hatten keine Erben.<br />
<img alt="Stefanie und Christian Langwald; Rechte: WDR" src="http://wdrblog.de/klaeuser/hiddenhausen_400x300.jpg" width="400" height="300" caption="Die Langwalds vor ihrem Haus in Hiddenhausen" /></p>
<p>Was der Niedergang einer kleinen Stadt sein kann, begriff Hiddenhausen als Chance. "Jung kauft alt" nennen sie ihr Programm, mit dem sie jungen Ehepaaren beim Hauskauf unter die Arme greifen. Wer ein mindestens 30 Jahre altes Haus erwirbt, um selbst drin zu wohnen, kann zehn Jahre lang pro Person 300 Euro jährlich von der Stadt einstecken, pro Kind, auch wenn's später geboren wird - ein eigenes Haus kann wie ein eigenes Nest wirken -, gibt's noch was obendrauf.</p>
<p>Stefanie und Christian Langwald griffen zu. Für die Krankenschwester und den Mitarbeiter eines Möbelindustrieverbandes ist die Hilfe von bis zu 10.000 Euro in zehn Jahren vielleicht nicht der alleinige Grund für den Hauskauf gewesen, aber möglicherweise war das genau der Kick, den das Ehepaar brauchte, um nicht in Herford zu bleiben, sondern sich in Hiddenhausen niederzulassen. Ziel erreicht!</p>
<p>Immerhin 65 Mal nahmen junge Leute das Angebot Hiddenhausens an, 65 Familien, die der Gemeinde erhalten bleiben und Abwanderung und Überalterung ein "es geht doch!" entgegensetzen.</p>

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<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/jung_kauft_alt.html</link>
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<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 10:14:07 +0100</pubDate>

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<title>Ein Lob auf NRW</title>
<description><![CDATA[<p>Heute Hiddenhausen, morgen noch Höxter. Bingo. Dann ist die Reportagereihe fertig. So um 3.500 km bin ich durch NRW gerauscht (hurra, das Wetter spielte weitgehend mit!) und habe viele neue Ecken im Lande kennengelernt. NRW-müde? Nee! Wirklich nicht.</p>
<p>Wir haben ein tolles Land, vielfältig mit schöner Natur, Unternehmen, die was hermachen, hübschen Städten (besonders die kleineren!) und das Tollste: sehr freundlichen Menschen. Man sollte sich eigentlich von Zeit zu Zeit mal klarmachen, dass wir wirklich in einem angenehmen Teil unserer Erde zu Hause sind. Und das gilt nicht nur in Vorwahlzeiten. Die Infrastruktur - sehen wir mal von den Dauerbaustellen auf der A 2 ab - ist ja wirklich OK. Ich wette, dass uns Dreiviertel der Menschheit darum beneiden dürfte.</p>
<p>Da, wo früher riesige Industrieanlagen standen und mächtige Schlote Dreck in die Luft pusteten, entstanden Parks und Siedlungen oder neue, moderne Betriebe. Mich persönlich stören auch die vielen, vielen Windräder nicht - sie sind ein Zeichen dafür, dass NRW nicht auf der Stelle tritt. Und auch wenn ich die meisten Wahlplakate (s.u.) wirklich erbärmlich finde, sie sind immerhin der Beweis, dass bei uns jeder sagen darf, was er will - und sei es noch so blöd!</p>
<p>Ich habe viele Bürgermeister getroffen und "ihre Untertanen". Und Macher auf anderen Ebenen. Nicht, dass man mir jetzt wieder Lobhudelei, Kritiklosigkeit und Oberflächlichkeit vorwirft - aber das waren eigentlich durch die Bank angenehme Menschen, die glaubten, was sie sagten und sich bemühen, etwas Gutes zu tun. Dass damit nicht jeder einverstanden ist - geschenkt: so was nennt sich Demokratie. Wenn's wirklich blöd war, wird er am Sonntag abgewählt, falls nicht - siehe oben.</p>
<p>Und noch was habe ich gelernt. Journalisten sind ja bisweilen Zyniker und professionelle Großstadtmenschen, die automatisch die Nase rümpfen, wenn ein Ort mit -hausen, -trup oder -winkel aufhört. Falsch, Kollegen! Da ist manchmal echteres Leben zu finden als in den Metropolen, die unsereins für den Nabel der Welt hält.</p>

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<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/ein_lob_auf_nrw_2.html</link>
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<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 16:22:52 +0100</pubDate>

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<title>Höxter macht die Straßen dicht</title>
<description><![CDATA[<p>Im Handbuch für Kommunalpolitiker steht diese Rubrik ganz vorn: "Wie schneide ich das Rote Band bei der Straßeneröffnung durch?" In der Ausgabe des Kreises Höxter wird das umformuliert: "Wie mache ich Straßen dicht?" Nein, ganz im Ernst: Wo sich sonst Bürgermeister und Landräte rühmen, immer neue Straßen zu bauen, denkt der Kreis Höxter darüber nach, sich von ca. 20 Prozent zu verabschieden. In Kilometern sind das fast 850 km Wirtschaftswege, die künftig nicht mehr benötigt werden.</p>
<p><img alt="Feldwege; Rechte: WDR" src="http://wdrblog.de/klaeuser/hoexter2_400x300.jpg" width="400" height="300" caption="Der linke Weg bleibt, der rechte nicht" /></p>
<p>Grundsätzliches Problem: Straßen, die es gibt, müssen nach dem Gesetz auch unterhalten werden: Kehren und Schneeräumen ist noch das Geringste, aber Schlaglöcher wollen geflickt sein, und alle 20 bis 30 Jahre steht sogar eine komplette Erneuerung an. Das kostet schon mal 65.000 Euro per Kilometer - in Zeiten leerer Kassen von Städten und Gemeinden nahezu unmöglich. Aber einfach dichtmachen?</p>
<p>Die 60er und 70er Jahre waren die Boom-Jahre im Straßenbau, die Landwirte schrieen nach Wirtschaftswegen um Felder, Wiesen und Wälder erreichen zu können. Wenn aber, wie im Kreis Höxter, Jahr für Jahr unglaubliche zehn Prozent der jetzt noch rund 2.000 landwirtschaftlichen Betriebe aufgegeben werden, braucht man einerseits die Wege nicht mehr, andererseits werden Flächen zusammengelegt, auf denen großes Gerät eingesetzt wird.</p>
<p><img alt="Horst Kläuser vor Feldweg; Rechte: WDR" src="http://wdrblog.de/klaeuser/hoexter1_400x300.jpg" width="400" height="300" caption="Vor Ort in Höxter" /></p>
<p>Langwierig war die Studie, die der Kreis bei Verkehrsplanern in Auftrag gab und beispielhaft. Als erste Kommune in Deutschland kamen in Höxter alle Straßen auf den Prüfstand. Dabei wurde der Dialog, nicht die Anordnung von oben gewählt. In 63 (!) Einzelveranstaltungen berieten die Experten mit Bürgern und Bauern - Einvernehmen wurde erzielt. Im Juli 2009 verabschiedete der Kreistag das Konzept, nun sollen den Planungen peu à peu Taten folgen, was heißt, dass Hunderte Kilometer demnächst eben nicht mehr bewirtschaftet werden und der Kreis Höxter viel Geld spart. Viele Wege führen (noch) nach Höxter. Dort ist man sicher, dass es in der Zukunft weniger sein werden.</p>

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<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/hoxter_macht_di_1.html</link>
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<category></category>
<pubDate>Fri, 28 Aug 2009 15:48:00 +0100</pubDate>

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<title>Meine persönliche Hitliste</title>
<description><![CDATA[<p>13 Reportagen in 14 Tagen - und wo war's am Besten? So einfach ist diese Frage natürlich nicht zu beantworten und von 1 bis 13 werde ich die Themen nun auch nicht benoten. Aber als erste Bilanz möchte ich schon ein paar "Plaketten" verteilen, völlig subjektiv, nicht vollständig, aber ehrlich. Meine Auswahl der guten Beispiele aus der NRW-Kommunalpolitik:</p>
<p><a href="http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/20/">Nordwalde - Die sympathischste Lösung</a><br />
Ein Haus zum Lernen bei den "Schlaumachern". Bildung auf Abruf für jedermann, unkompliziert, bedarfsgerecht, bürgernah.</p>
<p><a href="http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/28/">Höxter - Die überraschendste Idee</a><br />
Straßen mal nicht neu bauen, sondern überprüfen und auch mal wieder dichtmachen. Der Kreis spart jede Menge Geld, und keinem fehlt was.</p>
<p><a href="http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/22/">Nottuln-Appelhülsen - Das nachhaltigste Projekt</a><br />
Strom aus Sonne. In zehn Jahren fragen sich alle, warum sind wir nicht früher auf Photovoltaik gekommen? Ein Dorf geht mit leuchtendem Beispiel voran.</p>
<p><a href="http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/26/">Dörentrup - Die pfiffigste Geschichte</a><br />
Straßenlaternen mit dem Telefon anknipsen. Nach Bedarf. Und nur dann. Geld gespart, Sicherheit erhöht. Davon werden wir noch hören.</p>
<p><a href="http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/24/">Herzogenrath - Die menschlichste Sache</a><br />
Ganz simpel, ganz billig. Der Rathausbeamte kommt ins Wohnzimmer. Bürokraten auf Hausbesuch. Das ist freundlich und hilft nicht nur den Alten.</p>
<p><a href="http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/17/">Xanten - Die einfachste Nummer</a><br />
Die Putzkolonnen wieder bei der Stadt. Alle strahlen: Reinigungskräfte, die mehr verdienen, die Stadt, die weniger bezahlt, und das Parkett im Ratssaal, das sauberer ist.</p>
<p><a href="http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/21/">Krefeld - Das größte Projekt</a><br />
Ein ganzer Hafen als Private Public Partnership. Der eine gibt Land und Namen, der andere Geld und Know-how. Plötzlich kommt die Industrie wieder, und Arbeitsplätze entstehen.</p>
<p><a href="http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/19/">Salzkotten - Die "lokalste" Idee</a><br />
Lasst die Innenstadt nicht sterben! Alles, was man zum Leben braucht, darf es nur innerhalb der Stadtmauern geben und nicht auf der grünen Wiese.</p>
<p><a href="http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/27/">Hiddenhausen - Die freundlichste Erfahrung</a><br />
Alten sind die Häuser zu groß, Jungen zu teuer. Also hilft die Stadt beiden: Familien gründen sich, bleiben am Ort. Hiddenhausen stirbt nicht (aus).</p>
<p><a href="http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/14/">Aachen - Die vernünftigste Organisation</a><br />
Neuer Stundenplan für die Straßenkehrer, Eigen-Verantwortung und Zweischichten-Dienst. Die Stadt ist sauberer und damit sicherer.</p>
<p><a href="http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/25/">Monheim - Das komplizierteste Verfahren</a><br />
Schulen in Privathand geben? Es klappt: Gebäude OK; Service zuverlässig. Die Stadt ist Mieter im eigenen Haus, und der Unternehmer verdient auch. PPP-Schule macht Schule.</p>
<p><a href="http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/19/">Remscheid - Die angenehmste Entdeckung</a><br />
Ausgerechnet in meiner Heimatstadt. Statt Hallenbäder zu schließen, werden Super-Wellness-Landschaften draus, die Geld verdienen und Schulsport subventionieren.</p>
<p><a href="http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/15/">Duisburg - Der richtigste Umsetzung</a><br />
Veraltete Siedlungskonzepte gibt es überall. Weitsichtige Unternehmer und mitdenkende Städte nicht. Duisburg-Neumühl ist eine Siedlung mit Zukunft geworden. Für Menschen, die leben, nicht untergebracht sind. Das Anti-Heuschrecken-Konzept.</p>

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<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/meine_personlic.html</link>
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<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 09:42:47 +0100</pubDate>

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<title>Am Sonntag ist Wahltag. Gehen Sie hin?</title>
<description><![CDATA[<p>Sie sollten!</p>
<p>In den vergangenen zwei Wochen hatte ich Gelegenheit, ganz Nordrhein-Westfalen zu bereisen, um kreative Kommunalpolitik zu suchen und gute Beispiele als WDR 2-Reporter vorzustellen. Angesichts fast überall leerer Kassen wurde mir klar, wie wichtig es ist, unsere Lokalpolitiker mit einem starken Mandat auszustatten, damit sie unsere Städte und Gemeinden lebendig und lebenswert gestalten. Dafür müssen wir wählen. In einer freien Gesellschaft ist das Wahlrecht ein großes Geschenk, das wir uns immer wieder selbst machen (müssen). Demokratie will erworben sein. Immer wieder neu. Nach dem Horror des Zweiten Weltkriegs haben die Väter des Grundgesetzes uns das Wahl-Recht gegeben, keine Wahl-Pflicht. Aus gutem Grund: Sie wollten den mündigen Bürger. Dennoch steckt in der Freiheit wählen zu dürfen, eine moralische Pflicht. Uns selbst gegenüber, unseren Kindern, Eltern, Arbeitskollegen. Die Freiheit, die wir genießen, ist nicht selbstverständlich. Sie ist geliehen. Das Fatale an Freiheit ist nämlich, dass man sie nur fühlt, wenn sie weg ist, zum Beispiel, wenn wir nicht wählen dürften.</p>
<p>Kennen Sie das Foto, auf dem Hunderte von schwarzen Südafrikanern in brütender Hitze und endloser Schlange warten, um zum ersten Mal nach Jahrzehnten der Apartheid wählen zu dürfen? Ahnen Sie, was es für einen Afghanen heißt, mit &bdquo;lackiertem&ldquo; Finger aus einem Wahllokal zu kommen, wo doch die Taliban jedem Wähler den Tod androhen? Tausende Menschen weltweit haben ihr Leben gegeben, um einmal frei wählen zu dürfen.</p>
<p>Sie dürfen. Am Sonntag. Frei, geheim. Ich meine sogar, Sie müssen. Jede Stimme, die nicht abgegeben wird, ist eine für &bdquo;die Anderen&ldquo;, eine vertane Chance mitzureden. Verbinden Sie die Wahl doch mit einem Spaziergang, einem Frühschoppen, mit einem Besuch bei Freunden und seien Sie stolz darauf, wählen zu dürfen: es ist Ihre Stadt, unser Land. Machen Sie mit!</p>

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<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/am_sonntag_ist.html</link>
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<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 17:11:50 +0100</pubDate>

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<title>Kläuser-Blog – General-Bilanz!</title>
<description><![CDATA[<p>Geschafft.</p>
<p>So das war&rsquo;s. Erstmal. Eigentlich habe ich den Eindruck, es ging jetzt erst richtig los. Für die Lokalpolitiker, die ab Montag ein Ergebnis in der Hand haben, entweder ihre Plakate deprimiert einrollen müssen oder gut daran tun, so schnell wie möglich ihre vollmundigen Wahlversprechen einzulösen.</p>
<p>Aber auch für mich. Die Reise durch NRW hat nämlich mir deutlich gemacht, dass es sich lohnt, sehr viel genauer auf NRW zu schauen. Kommunalpolitik ist nämlich mitnichten nur lokal. Sie bereitet den Boden für Demokratie und Vertrauen in die Herrschenden &ndash; bestenfalls. Im ungünstigen Fall, leider nicht mal so selten, führt sie zu Politikverdrossenheit und dem berühmten Gefühl als Bürger doch nichts ändern zu können.</p>
<p>Deshalb war es so spannend, Bürger und Bürgermeister, Unternehmer und Beamte zu treffen, die ihren Tellerrand verlassen haben und mutig in die Welt schauen. Denen gehört die Zukunft, wenn wir sie fördern. Wir, das sind wir als Bürger; wir, das sind aber auch wir Journalisten, die solche Initiativen nicht belächeln, sondern transportieren sollten. Genauso wie konstruktive und bisweilen investigative Kritik gehören Reportagen zu unseren Aufgaben, die Beispielhaftes aus dem Kleinen ins Große heben. Viele der Dinge, die ich in den letzten zwei Wochen gesehen habe, sind es wert, auch anderswo einbezogen und überdacht zu werden. Da es sich durch die Bank nicht um kommerzielle Patente handelt, werden keine Lizenzgebühren fällig und die Kopie der guten Idee ist das größte Lob, das die Vor-Macher kassieren dürfen.</p>
<p>In diesem Sinne hoffe ich, dass der ein oder andere Impuls von den Machern im Lande seine Runde zieht und denen Mut macht, was auszuprobieren, von den andere immer wieder sagen &ndash; das haben wir noch nie so gemacht ... Ich jedenfalls bin neugierig auf weitere Vorschläge, die den Mief des Immer-Gleich hinter sich lassen.</p>

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<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/kommunalwahlen.html</link>
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<pubDate>Sun, 30 Aug 2009 10:37:56 +0100</pubDate>

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<title>Der Lohn der Ideen</title>
<description><![CDATA[<p>Wenn unsere Reise durch NRW eins nicht sein wollte und sollte, so war das, Wahlwerbung für Personen oder Parteien zu machen. Aber klar: Ideen sind mit Namen verbunden und die - zumindest im Lokalen - meist auch mit Parteien, obwohl die nicht in meinen Reportagen erwähnt wurden. Wie schon beschrieben: Sie interessierten mich nicht. Punkt.<br />
Umso spannender ist es natürlich, mal zu schauen, ob die kreativen Volksvertreter denn auch für ihre Ideen an der Wahlurne belohnt wurden. Klar, unsere Geschichten waren ein winziges Detail einer meist fünfjährigen Amtszeit mit ungezählten Tops und Flops. Und dann: Einige Bürgermeister und Landräte hörten auf - Aachen, Höxter - andere waren bereits gewählt - Herzogenrath -, in anderen Städten spielten die Verwaltungschefs gar nicht die entscheidende Rolle: in Duisburg etwa, Nordwalde, Remscheid oder auch Krefeld.<br />
Also hingeguckt.<br />
Hiddenhausen - sie wissen schon: Junge Leute kaufen alte Häuser. Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer bekam mit 64,7 Prozent aller Stimmen noch mal mehr als 2004, wo er schon weit über 50 Prozent lag. Mehr als seine Partei. Er scheint nicht alles falsch gemacht zu haben.<br />
Oder Dörentrup, die "Laternen mit Telefonnummer". Bürgermeister Ehlert ließ eine Weltneuheit installieren. Lohn: 61,8 Prozent, plus 5,8. Seine Partei? Längst nicht so gut.<br />
Nottuln-Appelhülsen. Der Photovoltaik-König (Immerhin betreibt er das größte Sonnenkraftwerk NRWs) heimste am Sonntag 71,1 Prozent der Stimmen ein - als Kandidat von Grünen, SPD und einer Wählergruppe. 2004 hatte er "nur" 57,6 Prozent erzielt. Dabei ist die CDU dort mit Abstand die größte Fraktion im Rat.<br />
Ein bisschen anders in Salzkotten. Der dortige Bürgermeister zeigte den Großmärkten auf der grünen Wiese die Rote Karte. Alle Parteien zogen mit - bis auf die FDP. Zwar siegte Bürgermeister Michael Dreier mit geradezu "sozialistischen" 74,9 Prozent, viel, viel mehr als seine Partei, die CDU, bekam. Aber die FDP als einzige Opposition gegen die Innenstadtinitiative holte einen Achtungserfolg mit fast 12 Prozent - das 2004er Ergebnis praktisch verdoppelt.<br />
Für mich ist die Sache klar. Die Bürgermeister als Personen haben gesiegt, ihre Ideen, ihr Charisma, ihr Denken, wie die Engländer sagen "out of the box".<br />
Bei insgesamt katastrophaler Wahlbeteiligung ist dies ein ermutigendes Zeichen. Engagement und Kreativität werden wohl doch belohnt.<br />
Ein bisschen stolz bin ich denn auch, dass wir ganz offenbar nicht auf die schlechtesten Beispiele im Lande gekommen sind.</p>
<p>Bis demnächst!</p>

]]></description>
<link>http://wdrblog.de/klaeuser/archives/2009/08/der_lohn_der_id.html</link>
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<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 18:15:34 +0100</pubDate>

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