Sonntag, 12.08.2012
Das Internet wird immer schneller - aber nur langsam
Wer schon mal versucht hat, unterwegs auf seinem Smartphone oder Tablet den Segen von UMTS, die Weiterentwicklung HSDPA und anderen Netzen auszukosten, weiß nur zu gut: Die von den Netzanbietern versprochene Bandbreite steht in Wirklichkeit nur recht selten zur Verfügung. In Ballungsgebieten und Großstädten ist einfach zu viel los - da müssen sich zu viele Menschen die verfügbare Bandbreite teilen. Die Folge: Die Daten kommen deutlich langsamer an als technisch machbar wäre. Nur morgens um zwei Uhr mag das mit dem Turbo-Internet auf Smartphone oder Tablet klappen...
Das Netz wird gefühlt also immer langsamer - nicht nur unterwegs, sondern auch zu Hause. Das könnte aber auch an den Ansprüchen liegen: Wir alle wollen online immer mehr Multimedia nutzen, das verbraucht nun mal Bandbreite. In diesem Zusammenhang ist der neueste
State of the Internet Report von Netzanbieter Akamai interessant. Demnach wird das Netz weltweit faktisch nämlich immer schneller. Obwohl wir etwas ganz anderes zu bemerken meinen.
Am schnellsten surfen die Menschen in Südkorea: Hier stehen 53% der Bevölkerung wenigstens 10 MBit/Sekunde zur Verfügung. Die Spitzengeschwindigkeit wurde in Hongkong gemessen: 49,3 MBit/Sekunde. Deutschland liegt abgeschlagen: Wir Deutschen surfen mit durchschnittlich 5,8 MBit/Sekunde, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 23,4 MBit/Sekunde. Tendenz laut dieser Studie langsam steigend.
Akamai ist eine verlässliche Quelle, denn Akamai liefert über das Internet Audios, Videos und Multimedia-Dateien aus. Daher können die Betreiber genau sagen, wo im Durchschnitt wie viel Bandbreite zur Verfügung steht. Dazu misst das Unternehmen die Werte in 182 Ländern und wertet sie penibel aus.
Laut Akamai-Studie stagniert der Ausbau des Internet derzeit. In Deutschland müsste weiterhin dringend etwas passieren, denn der "Hunger" nach immer mehr Bandbreite wächst, eben weil immer mehr Menschen Videos aus dem Netz anschauen, nicht nur am PC oder auf dem Tablet, sondern auch auf dem Fernseher zu Hause. Wenn das klappen soll, muss verlässlich überall genügend Bandbreite zur Verfügung stehen. Klappt aber nicht: Gerade in ländlichen Gebieten sieht es noch immer nicht so gut aus. Highspeed-Internet? Kennt man dort nur aus den Prospekten...
Ein wichtiger Hinweis in eigener Sache: Dies ist mein letztes Posting hier im Schieb-Blog. Aber keine Sorge: Es geht weiter - nur unter anderer Flagge... Am Montag (13.08.2012) startet ein neues WDR.de-Blog namens Digitalien. Gemeinsam mit vier weiteren Kolleginnen und Kollegen (Insa Moog, Stefan Domke, David Ohrndorf und Dennis Horn) blogge ich über aktuelle Themen aus dem Netz: Wo gibt es spannende Videos, wo tun sich interessante Trends auf, was wird woanders gebloggt, gepostet oder getwittert... In unserem 5er-Team wollen wir noch schneller noch mehr Themen aufspüren und darüber berichten.
Ich freue mich darauf - und wünsche viel Spaß beim Lesen!
Ich kann Herrn Schieb 100%tig beipflichten - auf ländlichen Gebieten steht "www" noch immer für "weltweites Warten". Bereits seit über 5 Jahren versuche ich einen DSL-Anschluss zu bekommen. Jedoch heißt es immer nur "Tut uns Leid, derzeit nicht verfügbar." Der einzige Weg zu einem relativ zügigen Zugang ging über das "V" von Düsseldorf - andere Anbieter decken leider nicht den ganzen Ort ab. Sobald es jedoch regnet ist wieder warten angesagt. Die Funktechnik ist hier auf dem Land leider noch keine echte Alternative. Ach so: 3 KM weiter gibt es schnelles DSL - auf der anderen Seite von einer Rheinbraun-Abraumhalde. Aber zu uns mag das "T" aus Bonn leider keine Leitungen legen.
SW aus G am 13.08.12 9:48
Seite empfehlen
über Social Bookmarks