Donnerstag, 26.07.2012

Zitter-Twitter: Schwächeln vor Olympia

Silhouette einer Frau vor Twitter-Homepage Der Kurznachrichtendienst Twitter hat sich eine Menge vorgenommen: Wenn am Freitag (27.07.2012) in London die Olympischen Sommerspiele beginnen, soll es beim Nachrichtendienst mit dem blauen Vogel als Maskottchen so richtig zur Sache gehen. In den Augen der Twitter-Manager ist Olympia eine große Chance für den Onlinedienst, deutlich mehr User zu erreichen als sonst.

Erfahrungsgemäß ist das auch so: Großereignisse wie Olympia lassen die Leute deutlich eifriger kommunizieren als sonst. Man informiert sich über aktuelle Ereignisse, kommentiert sportliche Ereignisse, tauscht sich mit Freunden aus. Da Twitter außerdem diverse Projekte für London 2012 geplant hat, so betreibt Twitter zum Beispiel gemeinsam mit dem amerikanischen Fernsehsender NBC einen eigenen Twitter-Kanal, in dem es 20 Stunden am Tag Infos aus London gibt, dürfte es richtig rappeln bei Twitter.

Aber so richtig gut vorbereitet scheint der Zwitscher-Dienst nicht zu sein. Noch haben die Olympischen Spiele nicht mal richtig begonnen - trotzdem ist Twitter heute in die Knie gegangen. Millionen User in aller Welt konnten stundenlang weder die Webseite erreichen, noch mit Twitter-Apps wie TweetDeck wie gewohnt twittern oder Tweets lesen. Es gab erhebliche Störungen im Netzwerk.

Mittlerweile läuft Twitter wieder. Eine offizielle Erklärung, was die Ursache für die Störung war, liegt bislang nicht vor. Immer wieder erstaunlich, wie wortkarg sich Unternehmen geben können, die mit Kommunikation ihr Geld verdienen - wenn es um eigene Pannen oder Defizite geht, schweigen sie gerne.

Was auch immer die Gründe für den Engpass gewesen sein mögen: Wenn schon ein Tag vor Olympia bei Twitter die Lichter flackern, lässt das nicht hoffen, dass der Plauderdienst gut für die zu erwartende Last der kommenden Tage und Wochen gerüstet ist. Aufs Siegertreppchen gehört Twitter heute ganz sicher nicht. Aber mal sehen: Vielleicht ist Twitter eher in der Langstrecke erfolgreich.

Das ist nicht erstaunlich. Schließlich ist der Dienst ja auch ohne solche Aktionen häufig "over capacity". Ob die dezente Werbung mittels gesponsorter Tweeds ausreicht, um diesen kostenlosen Dienst mit ausreichenden Finanzmitteln für eine auskömmliche Technikausstattung zu versorgen, darf bezweifelt werden. Dass noch immer niemand wirklich einen Sinn hinter dem Gezwitschere ausmachen konnte, schmälert seine allgemeine Beliebtheit offenbar überhaupt nicht. Das Geschäftsmodell hingegen erscheint zumindest fragwürdig. Aber was soll's? Würde Twitter morgen den Dienst einstellen (müssen), dann wäre das ausschließlich für die Beschäftigten des Unternehmens schlimm. Alle anderen würden feststellen, dass die Welt, so wie wir sie kennen ... nicht aufhören würde, sich zu drehen.

Andreas Kernke am 26.07.12 20:45

Wer oder was ist eigentlich Twitter?
Benötigt man/frau dieses Ding irgendwie?
Was macht man/frau damit?

Gerd am 27.07.12 10:13

Twitter-Facebook-iPhone-Apps - man sollte meinen, der Mensch stammt vom Affen ab - FALSCH - Affen sind nicht so doof!

John B. Gehlen am 28.07.12 10:33

Trackbacks zum Eintrag Zitter-Twitter: Schwächeln vor Olympia

Zum Anfang dieses Eintrags

Juli 2012

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31

Über das Blog

Jörg Schieb über seine Beobachtungen im digitalen Universum

Aktuelle Einträge

Blogregeln und Glossar

Newsreader-Feeds (XML/RSS)


Permanente URL dieser Seite: http://wdrblog.de/joergschieb/archives/2012/07/26/