Sonntag, 29.07.2012
Apple an Twitter interessiert
Kaum ein Unternehmen hat derzeit derart prall gefüllte Kassen wie Apple: iPhone, iPad, iTunes, App-Store - verkauft sich alles fast wie von alleine und beschert dem Unternehmen satte Gewinne. Bislang werden die üppigen Erträge gebunkert. Doch jetzt denkt das Unternehmen offensichtlich darüber nach, auf Einkaufstour zu gehen, kleine Firmen aufzukaufen oder sich an großen Projekten zu beteiligen.
Wie die
New York Times berichtet, denkt Apple (mal wieder) darüber nach, sich bei Twitter zu beteiligen. Vor zwei Jahren wollte Apple Twitter sogar komplett übernehmen. Das hat Twitter nicht zugelassen. Sinnvoll wäre es auf jeden Fall für Apple, denn in Sachen "soziale Netzwerke" hat das Unternehmen bislang nichts zu bieten. Einzige Ausnahme: "Ping", eine Art kollaboratives Bewertungsnetzwerk für Musik und Filme innerhalb von iTunes. Doch obwohl iTunes viele Mitglieder hat, nutzt kaum einer Ping. Ich auch nicht. Die meisten kennen Ping nicht einmal.
Kein Wunder. Denn wenn man etwas zu sagen hat, dann macht man das heute halt auf Facebook, Twitter oder Google+ und ganz sicher nicht in einem total unbekannten Netzwerk. Schon allein deshalb wäre es für Apple interessant, sich Twitter einzuverleiben. Was man da alles anstellen könnte: Eine nahtlose Verzahnung mit iTunes und App-Store, eine noch engere Einbindung in iOS und später auch in Mac OS X. Das würde die Attraktivität der Betriebssysteme erhöhen und vermutlich auch die Absätze bei iTunes und im App-Store.
Deswegen ist es keine Überraschung, dass sich Apple nun bemüht, Anteile an Twitter zu ergattern. Facebook wird Apple nicht kaufen können - und auch nicht wollen. Facebook macht Apple schon in zu vielen Bereichen Konkurrenz, etwa durch Kooperationen mit Spotify. Twitter wäre daher ein idealer Partner oder Übernahmekandidat. Auf rund 10 Milliarden Dollar wird der Wert von Twitter taxiert. Grundsätzlich wäre es für Apple kein Problem, die Kohle auf den Tisch zu legen - allerdings wollen die Twitter-Gesellschafter das Unternehmen derzeit nicht komplett verkaufen. Deshalb versucht Apple nun, zumindest laut New York Times, mehrere hundert Millionen Dollar in Twitter zu investieren.
Twitter wiederum könnte das Geld und eine noch engere strategische Partnerschaft mit Apple gut gebrauchen, denn irgendwie tritt Twitter derzeit auf der Stelle. Es gibt zwar immer wieder Bemühungen, ein bisschen schicker, ein bisschen mehr "social" zu werden.
Aber es kommt bei den Menschen nicht wirklich an. Immer wieder höre ich die Frage: "Wozu sollte ich twittern?" Noch hat sich Twitter nicht unersetzbar gemacht. Hinzu kommen
technische Probleme. So war Twitter einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der Olympischen Spiele in London mehrere Stunden gar nicht oder nur schwer zu erreichen. Solche Pannen kratzen erheblich am Image eines Nachrichtendienstes.
Für Twitter wäre ein Schulterschluss mit Apple von daher eine Chance. Für Apple ebenso.
Donnerstag, 26.07.2012
Zitter-Twitter: Schwächeln vor Olympia
Der Kurznachrichtendienst Twitter hat sich eine Menge vorgenommen: Wenn am Freitag (27.07.2012) in London die Olympischen Sommerspiele beginnen, soll es beim Nachrichtendienst mit dem blauen Vogel als Maskottchen so richtig zur Sache gehen. In den Augen der Twitter-Manager ist Olympia eine große Chance für den Onlinedienst, deutlich mehr User zu erreichen als sonst.
Erfahrungsgemäß ist das auch so: Großereignisse wie Olympia lassen die Leute deutlich eifriger kommunizieren als sonst. Man informiert sich über aktuelle Ereignisse, kommentiert sportliche Ereignisse, tauscht sich mit Freunden aus. Da Twitter außerdem diverse Projekte für London 2012 geplant hat, so betreibt Twitter zum Beispiel gemeinsam mit dem amerikanischen Fernsehsender NBC einen eigenen Twitter-Kanal, in dem es 20 Stunden am Tag Infos aus London gibt, dürfte es richtig rappeln bei Twitter.
Aber so richtig gut vorbereitet scheint der Zwitscher-Dienst nicht zu sein. Noch haben die Olympischen Spiele nicht mal richtig begonnen - trotzdem ist Twitter heute in die Knie gegangen. Millionen User in aller Welt konnten stundenlang weder die Webseite erreichen, noch mit Twitter-Apps wie TweetDeck wie gewohnt twittern oder Tweets lesen. Es gab erhebliche Störungen im Netzwerk.
Mittlerweile läuft Twitter wieder. Eine offizielle Erklärung, was die Ursache für die Störung war, liegt bislang nicht vor. Immer wieder erstaunlich, wie wortkarg sich Unternehmen geben können, die mit Kommunikation ihr Geld verdienen - wenn es um eigene Pannen oder Defizite geht, schweigen sie gerne.
Was auch immer die Gründe für den Engpass gewesen sein mögen: Wenn schon ein Tag vor Olympia bei Twitter die Lichter flackern, lässt das nicht hoffen, dass der Plauderdienst gut für die zu erwartende Last der kommenden Tage und Wochen gerüstet ist. Aufs Siegertreppchen gehört Twitter heute ganz sicher nicht. Aber mal sehen: Vielleicht ist Twitter eher in der Langstrecke erfolgreich.
Das ist nicht erstaunlich. Schließlich ist der Dienst ja auch ohne solche Aktionen häufig "over capacity". Ob die dezente Werbung mittels gesponsorter Tweeds ausreicht, um diesen kostenlosen Dienst mit ausreichenden Finanzmitteln für eine auskömmliche Technikausstattung zu versorgen, darf bezweifelt werden. Dass noch immer niemand wirklich einen Sinn hinter dem Gezwitschere ausmachen konnte, schmälert seine allgemeine Beliebtheit offenbar überhaupt nicht. Das Geschäftsmodell hingegen erscheint zumindest fragwürdig. Aber was soll's? Würde Twitter morgen den Dienst einstellen (müssen), dann wäre das ausschließlich für die Beschäftigten des Unternehmens schlimm. Alle anderen würden feststellen, dass die Welt, so wie wir sie kennen ... nicht aufhören würde, sich zu drehen.
Andreas Kernke am 26.07.12 20:45
Wer oder was ist eigentlich Twitter?
Benötigt man/frau dieses Ding irgendwie?
Was macht man/frau damit?
Gerd am 27.07.12 10:13
Twitter-Facebook-iPhone-Apps - man sollte meinen, der Mensch stammt vom Affen ab - FALSCH - Affen sind nicht so doof!
John B. Gehlen am 28.07.12 10:33
Donnerstag, 19.07.2012
Youtube verpixelt auf Wunsch Gesichter
Wer auf Youtube Videos veröffentlicht, in denen Personen zu sehen sind, geht immer ein gewisses Risiko ein: Theoretisch braucht man von jedem einzelnen, der im Video auftaucht und zu erkennen ist, eine möglichst schriftliche Einverständniserklärung für die Veröffentlichung. Unnötig zu erwähnen, dass so gut wie niemand daran denkt, alle vorher danach zu fragen...
Noch problematischer ist es, im Internet Videos hochzuladen, in denen Menschen in heiklen Situationen zu sehen sind. Man denke nur an Aufnahmen von öffentlichen, aber verbotenen Demonstrationen oder von Videos mit politischem Hintergrund. Vor allem in totalitären Staaten oder in Ländern mit eingeschränkten Menschenrechten ist es mitunter richtig gefährlich, in einem unpassenden Moment fotografiert oder gefilmt zu werden. Gleichzeitig ist es aber äußerst sinnvoll und oft auch hilfreich, Videos von Demos oder Missständen zu veröffentlichen.
Ein Dilemma. Youtube hat deshalb jetzt eine sehr sinnvolle Funktion eingeführt: Ab sofort lassen sich Gesichter in Videos ganz einfach verpixeln. Auf Wunsch analysiert Youtube das Video und verfremdet alle darin enthaltenen Gesichter. Das Ergebnis sieht aus, wie man es von Google Streetview her kennt: Über dem Gesicht wird eine digitale Milchglasscheibe gelegt. Unmöglich, das eigentliche Gesicht danach noch zu erkennen.
Wer diese Funktion nutzen möchte, ruft nach dem Upload des Videos die Funktion "Video verbessern" auf und klickt hier auf "Weitere Optionen". Hier verbirgt sich die Funktion "Gesichter unkenntlich" machen, die schon ganz gut funktioniert - aber nicht in jedem Fall jedes Gesicht automatisch erkennt und verpixelt. In einer Vorschau-Funktion lässt sich das Ergebnis aber vorab überprüfen. Ebenfalls praktisch: Bei Bedarf kann das Original-Video gelöscht werden.
Wirklich nützlich - und ab sofort für jeden in Youtube verfügbar. Die Verpixelung kann nicht nur bei neu hochgeladene Videos angewendet werden, sondern genauso einfach auch bei bereits hinterlegten Clips.
Mittwoch, 18.07.2012
flickr soll unbedingt besser werden
Bei Yahoo geht es seit einer Weile drunter und drüber: Fünf Chefs in fünf Jahren - das sorgt nicht gerade für Ruhe im Unternehmen. Doch jetzt soll alles anders werden, denn seit heute (18.07.2012) ist Marissa Mayer der neue Boss des Internetkonzerns. Die Neubesetzung des Chefsessels ist eine der spektakulärsten Personalien in der IT-Branche der vergangenen Jahre.
Denn die 37-Jährige kommt von Google, war dort eine der ersten Mitarbeiterinnen (Mitarbeiternummer 20) und gilt als ausgesprochen schlau. Marissa Meyer ist Programmiererin und versteht ihr Handwerk. Sie hat ein gutes Gespür für Trends und verfügt über genügend Entschlossenheit, ihre Ideen auch umzusetzen. Für Google ein Verlust, dass sie nicht mehr da ist - für Yahoo zweifellos eine Chance.
Marissa Mayer hat noch nicht ganz Platz genommen auf ihrem zweifellos bequemen Bürostuhl im Chefzimmer, da werden bereits Forderungen laut. Nicht von Mitarbeitern oder Geschäftsfreunden, sondern von der flickr-Gemeinde. All jene Menschen - und ich gehöre schon sehr lange dazu -, die den
Onlinedienst flickr benutzen, um ihre Fotos zu speichern und zu verteilen. Die Fans der Fotoseite wollen von Marissa Meyer, dass sie flickr wieder sexy macht - oder "awesome", wie die Amerikaner auch gerne dazu sagen.
Es gibt sogar eine eigens eingerichtete
Webseite, auf der eben jener Aufruf zu lesen ist: "Dear Marissa Mayer, please make flickr awesome again!" Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen - außer vielleicht eine bescheidene Nachfrage: wie denn?
Aber es stimmt: flickr braucht dringend frischen Wind. Als flickr 2004 gegründet wurde, war der Onlinedienst innovativ, einfallsreich, beliebt - und praktisch. Praktisch ist flickr immer noch, aber seitdem Yahoo den Fotodienst gekauft hat, ist nichts mehr passiert. Wichtige Trends wurden verschlafen, etwa das Einbinden von Social Networks, die Unterstützung von Mobilgeräten oder das Anbieten von Profifunktionen, etwa um Fotos online zu bearbeiten.
Der Aufschrei ist also verständlich. Gäbe es eine wirklich interessante Alternative - die meisten User wären wohl längst weg. Aber zum Glück will nicht jeder seine Fotos bei Facebook und Co. speichern und herzeigen. Viele halten flickr trotz ansteigendem Frustpegel die Treue. Ein auf Fotos spezialisierter Onlinedienst ist dringend nötig und auch sinnvoll.
Da Yahoo derzeit andere Sorgen hat, vor allem was den Umsatz betrifft, darf wohl bezeifelt werden, dass sich Frau Mayer nach dem Jobwechsel gleich als erstes um flickr kümmert. Aber da Marissa Mayer als technik-affin gilt, ist es nicht ausgeschlossen, dass der Aufschrei der flickr-Gemeinde eine gewisse Wirkung entfaltet. Wünschenswert wäre es allemal.
Sonntag, 15.07.2012
Apple - wieder ein bisschen grüner
IT-Unternehmen ziehen sich gerne ein grünes Mäntelchen um. Umwelt? Ein ganz wichtiges Thema. Provider zum Beispiel weisen mit Vorliebe darauf hin, wie viel "grünen" Strom sie benutzen, um ihre Serverparks zu betreiben (wenn irgendwie möglich, 100%). Auch Internetriese Google verbraucht am liebsten regenerative Energien. Alles löblich - und auch dringend nötig. Denn eins ist klar: Computer zu bauen und zu benutzen ist alles andere als umweltschonend. Sie zu entsorgen erst recht.
Auch Computerhersteller Apple erweckt gerne den Eindruck, Hardware mit Apfel-Logo würde auf besonders umweltschonende Art und Weise hergestellt. Darauf gibt es sogar Brief und Siegel: Apple ist durch das Umweltsiegel
EPEAT zertifiziert. Zumindest bislang war das so. Doch sich um die Umwelt zu kümmern kostet Geld - und bedeutet eben auch: weniger Profit. Darum hat sich das Apple-Management gedacht, man könne künftig einfach auf den Kostenfaktor EPEAT-Siegel
verzichten - und hat diese Entscheidung auch vor einigen Tagen bekannt gegeben.
Die Reaktion der Kundschaft war allerdings alles andere als erfreut. Öffentliche Einrichtungen, Wirtschaft und private Kunden zeigten sich empört. Nicht wenige haben mitgeteilt, dann halt künftig keine Apple-Rechner mehr zu kaufen, darunter die Stadt San Francisco. Innerhalb kürzester Zeit ist derart viel Druck entstanden, dass selbst Apple das nicht ignorieren konnte. Apple-Manager Bob Mansfield (der demnächst in Rente geht) hat in einem
öffentlichen Statement mehr oder weniger laut "mea culpa" gerufen und die Entscheidung revidiert. Mansfield schreibt sogar ausdrücklich, die Entscheidung sei "ein Fehler" gewesen.
Chapeau! Eine schnelle, eine gute Reaktion. Apple will seine Mac-Rechner also auch künftig mit dem Umweltgütesiegel auszeichnen lassen. Dazu müssen etliche Kriterien den strengen Richtlinien des Siegels entsprechen: Altgeräte müssen sich leicht recyceln lassen, auch Lebensdauer, Energieverbrauch und Verpackung stehen auf dem Prüfstand. Da wollte Apple also offensichtlich in Zukunft etwas lockerer sein. Im Internetzeitalter verbreiten sich solche Nachrichten allerdings im Blitztempo und können innerhalb kürzester Zeit Reaktionen auslösen - und Einfluss auf Unternehmensentscheidungen nehmen. Gut so!
Ich bin ein großer Freund von aufrüst- und reparierbaren Computer, aber ich sehe ein, dass bei bei immer dichterer Integration von Bauteilen hier Zugeständnisse gemacht werden müssen. Einfach austauschbare Akkus sind unumgänglich, wenn sie eh nur ein halbes Jahr halten, aber Apple hat das mittlerweile erstaunlich gut im Griff. Mein iPod touch von 2007 läuft noch mit dem ersten Akku -- inzwischen hat meine Freundin ihn und benutzt ihn täglich. Mein Macbook ist jetzt fast vier Jahre alt, wird täglich benutzt und der Akku hat noch 96% der Nennkapazität.
Und jetzt mal ehrlich: Wieviele der von Benutzern einfach tauschbaren Akkus werden denn recycelt, wenn sie kaputt sind und wieviele landen im Hausmüll? Ich habe keine Zahlen aus Deutschland, aber letztens habe ich von einer Untersuchung in Kanada gelesen, die ergab, dass nur 3% der Akkus tatsächlich recycelt werden. Ich glaube, bei einem Akku, den nur der Hersteller wechseln kann, dürften das praktisch 100% sein.
joh am 15.07.12 21:12
Aber es sind nicht alle Applekunden dieser Spinnerei erlegen. Ich verwahre mich davor, mit den Ökospinner in einen Topf geworfen zu werden, auch wenn ich einen Mac habe. Mir ist dieses elende Gutmenschengehabe drissegal.
Jan am 16.07.12 9:43
Ich gehe mal stark davon aus, dass Apple sich dieses Gütesiegel eher kauft als das die Konfiguration der Geräte angepasst wird.
Die neue MacBook-Generation: Akku nicht austauschbar da mit Gehäuse verklebt, Ram fest aufgelötet, Display fest mit Schale Verklebt und nicht austauschbar...
Nicht nur kann man dadurch schwerer das Gerät aufrüsten (die SSD kann zB nicht durch eine größere ersetzt werden), einige relativ simple Defekte werden direkt zu einen wirtschaftlichen Totalschaden - das Gerät wandert auf den Müll.
Auch beim Recycling sorgen diese ganzen miteinander verklebten Bauteile für ordentliche Probleme.
Aber hauptsache es klebt wieder ein Pseudo-Aufkleber auf dem Gerät, der Bloggern (wie hier) und Kunden zu Jubelsprüngen bewegt.
Btw. Das Gerät kann "grün" sein wie es will, wenn jährlich 3 IPhones auf den Markt kommen und viele sich immer das neuste kaufen und das alte in die Tonne geben ist das noch lange NICHT umweltfreundlich. (Geschrieben an einem 6 Jahre alten Notebook)
schallundrauch am 16.07.12 10:17
Sicher eine postive Entwicklung. Und überhaupt zeigt sich Apple stark verbessert in Umweltfragen, wie der Greenpeace "Guide to Greener Electronics" belegt. Hier ging es fünf Plätze nach oben und zwar von ziemlich weit hinten. Gleichwohl rangiert die Kultmarke immer noch auf Platz vier - viel Luft nach oben!
Lars Gräßer am 16.07.12 12:21
Jan: Ich kann verstehen, dass einen die fehlende Aufrüstbarkeit nervt (für mich ist das auch ein Grund, sowas nicht zu kaufen), aber mit Umweltschutz hat das nur sehr am Rande zu tun. Verklebt ist da nicht viel und das ist beim Recycling ein viel kleineres Problem als die ganzen einfach austauschbaren Akkus, die vom Benutzer dann einfach in den Hausmüll geworfen werden.
Und drei neue iPhones im Jahr gibt es von Apple auch nicht, höchstens eines (wobei die älteren noch weiter verkauft werden, momentan z.B. immer noch das 3GS). Und ich habe noch nie erlebt, dass jemand sein altes iPhone in den Müll geworfen hat, die Dinger lassen sich gebraucht hervorragend verkaufen, selbst defekte Geräte finden immer noch jemanden, der sie wieder repariert oder aus 2 kaputten ein ganzes macht.
Insgesamt steht Apple sehr gut da, was Recycling und Umweltschutz angeht. Man muß den Laden nicht mögen, aber man sollte da schon bei den Tatsachen bleiben, sonst macht man sich einfach unglaubwürdig.
joh am 16.07.12 20:33
Montag, 09.07.2012
Tausenden PCs droht Internet-Aus
Grob geschätzt 300.000 Usern weltweit geht am Montag (09.07.2012) plötzlich das Internet verloren. Wenn sie wie gewohnt mit ihrem Rechner online gehen wollen, erscheinen statt Webseiten ausschließlich Fehlermeldungen. Grund ist ein im PC eingenistetes Schadprogramm namens "DNS Changer". Es sorgt dafür, dass der Rechner keine Webseiten mehr finden kann - weil die amerikanische Polizeibehörde FBI jetzt den Stecker zieht.
Zum Hintergrund: Bereits im November vergangenen Jahres hat das FBI eine Betrügerbande dingfest gemacht, die allerlei Schadprogramme entwickelt und betrügerische Webseiten betrieben hat. Besonders trickreich: Der "DNS Changer". Der manipuliert auf infizierten Systemen das interne Internet-Telefonbuch. Bei jeder angesteuerten Webseite wird nachgeschaut, von welchem Server der PC seine Daten empfängt. Die Betrüger haben die Zugriffe geschickt umgeleitet: Selbst beim Ansteuern eigentlich seriöser Webseiten wurden auf dem infizierten PC manipulierte, betrügerische Webseiten präsentiert. Hier haben die Kriminellen Kreditkartendaten abgegriffen, unseriöse Software verkauft oder Klickbetrug betrieben.
Im November hat das FBI die betrügerischen Webseiten abgeschaltet, nicht aber das "Telefonbuch" (DNS-Server) der Betrüger, denn wenn sie den Server ebenfalls abgeschaltet hätten, wären alle infizierten Rechner von einem Moment auf den anderen nicht mehr in der Lage gewesen, ins Internet zu gehen oder E-Mails abzurufen. Selbst das Herunterladen von Schutz-Software, um den Schädling zu entfernen, wäre dann sehr schwierig geworden. Darum hat das FBI allen Betroffenen eine Karenzzeit von sechs Monaten eingeräumt, um die Schadprogramme von den PCs zu entfernen.
Unter
www.dns-ok.de kann jeder herausfinden, ob sein Rechner betroffen ist oder nicht. Der Test dauert nicht mal eine Sekunde - man hat sofort Klarheit. Wer betroffen ist, sollte seinen PC schnellstens säubern und vom "DNS Changer" befreien. Was zu tun ist, erfährt man zum Beispiel auf
dieser Webseite. Betroffene sollten schnell handeln, denn infizierte Rechner können ab Montag, 9. Juli 2012, überhaupt nicht mehr online gehen.
Ich verstehe die Aktion nicht, wieso hat das FBI nicht von Anfang an ALLE Anfragen an die fraglichen DNS-Server auf eine Hinweisseite weitergeleitet? Dann hätte jeder mitbekommen das was nicht stimmt, entweder weil er die Seite zu Gesicht bekommen hätte oder aber weil er merkt dass das Internet "bei ihm nicht funktioniert"...
asdf am 8.07.12 21:08
Es ist höchste Zeit die Dinger abzuschalten. Rechner, die dieses Ding immer noch zwischen den Rippen haben, wurden wahrscheinlich seit Ewigkeiten nicht mehr gewartet und sind auch ansonsten hochgradig unsicher oder mittlerweile sogar selbst Virenschleudern.
Und wenn die Besitzer nicht so schlampig wären, hätte sich das Problem nie ergeben oder wäre schon lange erledigt.
joh am 8.07.12 21:14
@asdf:
Ich habe jetzt die ursprünglichen Quellem nicht mehr im Kopf, aber genau diese Ihre Kritik war bereits im November aufgekommen. Zurecht, wie ich meine.
- Hier und heute wäre es höchst interessant zu erfahren, ob der vom FBI weiterbetriebene Name-Server in der jüngsten Vergangenheit überhaupt noch Anfragen bekommen hat. Das sollte hoffentlich - wenn überhaupt - sehr überschaubar gewesen sein.
Gruß, Jan am 8.07.12 23:11
Wenn du überschaubar ~20.000 DE user nennst(lt.FBI) dann ist das wohl so.
überschaubar am 9.07.12 15:30
Das FBI hat die Server extra am Laufen gelassen, weil Millionen Rechner sonst von einem Tag auf den anderen nicht mehr ins Internet gekommen wären. Die aktuelle Zahl von 300.000 infizierten Rechnern ist erheblich geringer als die Millionenzahl, die früher kursierte. Da von den Rechnern keine akute Bedrohung mehr ausging, war es korrekt, sie am Laufen zu halten. Wer nun nicht mehr ins Netz kann, sollte sich wirklich mal um seine Kiste kümmern.
ThomWeb am 9.07.12 15:34
Mittwoch, 04.07.2012
Wer sich mit Google streitet, braucht Nerven
Geschichten à la "David gegen Goliath" können sich immer einer gewissen Aufmerksamkeit sicher sein. So ist es auch in diesem Fall: Der 21-jährige Informatik-Student Philip M. hat mächtig Ärger mit Google. Philip M. betreibt einen Onlinedienst, der es jedem erlaubt, mit wenigen Mausklicks Kopien von Youtube-Videos zu machen - ausdrücklich für den privaten Gebrauch. Das können Downloads von Clips sein oder ins MP3-Format gewandelte Mitschnitte von Youtube-Videos.
Kopien zum Download anbieten? Das ist nicht in Ordnung, meint der Onlineriese - und beschuldigt den jungen Mann, gegen die Vertragsbedingungen verstoßen zu haben. In der Tat sieht Google ausdrücklich vor, dass solche Dienste nicht angeboten werden dürfen. Wenn Google eine Download-Funktion anbieten wollte, hätte Google das längst gemacht. Doch Philip M. argumentiert, es gäbe bei uns nun mal ein Recht auf Privatkopie - und das dürfe einem Niemand absprechen, auch Google nicht. Ein eigens angefertigtes Rechtsgutachten soll diese Auffassung belegen.
Unterschiedliche Ansichten also, und darum gibt es nun Streit. Ein Gespräch zwischen Google und M. hat bislang nicht stattgefunden, das verweigere der Internetriese aus dem Silicon Valley. Darum hat der 21-Jährige jetzt eine
Online-Petition ins Leben gerufen, in verschiedenen Sprachen. Das Ziel: Youtube dazu zu bewegen, das Recht auf Privatkopie zu achten. 220.000 Menschen haben bereits unterschrieben. Keine kleine Zahl. Gut möglich, dass hier gerade ein Shitstorm gegen Google losbricht.
David gegen Goliath: In der Bibel gewinnt der kleine David, weil er schlau ist. In der Realität gewinnt allerdings in der Regel eher Goliath. Doch das Internet verändert alles: Hier lassen sich Kräfte bündeln, und der Einzelne ist schnell gar nicht mehr so allein. So wird auch ein David groß und stark ... Gut möglich, dass Google seiner Haltung auf Dauer nicht wird treu bleiben können. Ich finde die Argumentation jedenfalls interessant: Das Recht auf Privatkopie gibt es schließlich tatsächlich, allerdings gilt es auch nicht uneingeschränkt. Das Recht, eine eigene Online-Petition zu starten, hat aber definitiv jeder - und davon hat M. Gebrauch gemacht.
Das ist ein schöner Beitrag, Jörg.
Ich wünschte mir ohnehin viel mehr Aktivität bei der Publizierung von Aktionen solcher Einzelkämpfer.
Es gibt eigentlich immer schon irgend jemand, der gegen genau die Sache vorgeht, die einem selbst schon lange stinkt.
Da läßt sich dann leicht dranhängen und das Gewicht der eigenen Meinung vervielfachen.
Ob maschinenlesbarer Perso, EU-Mitgliedschaft, Rettungsschirme oder Kriegsbeteiligung in fremden Ländern: die Öffentlich-Rechtlichen sind dem Bürger verpflichtet und nicht dem Proporz und sollten dann auch auf entsprechende Aktionen hinweisen.
Vielleicht ist das Internet, neben Porno und Kommerz, der Gesellschaft doch ganz nützlich.
Und wenn es nur darum geht, Goliath oder irgendwelchen selbsternannten Politgöttern auf die Finger zu klopfen.
Gert am 4.07.12 16:33
Wenn ich mich nicht täusche bietet Google im hauseigenen Markt für den hauseigenen Browser Chrome Erweiterungen an, die genau das, nämlich herunterladen von Youtube Videos als Film und mp3 erlauben.
Ich vermute mal dass Google hier einfach keone große Wahl hat. Youtube ist schon eine Promotionplattform für Medienriesen und die wollen sowas natürlich nicht zulassen, also muss Google hier zumindest dann handeln, wenn das übliche "wir sprechen einfach nicht drüber" nicht mehr geht.
Was nichts daran ändert dass Klapoe halten und sich nicht wehren noch nie geholfen hat.
joh am 4.07.12 17:33
Wo unterscheidet sich denn Google von ARD & Co? Da kann ich doch auch alles mögliche mit einem Videorekorder aufnehmen, wieso sollte das bei Google nicht möglich sein, nur weil Google eine ordentliche Portokasse hat? Naja, assoziales Unternehmen halt.
karl am 4.07.12 21:34
Grundsätzlich bin ich ja auch Gerts Meinung, daß man den großen selbsternannten 'Göttern' aus Politik und Wirtschaft auf die Finger schauen und ggfs. klopfen sollte. Im vorliegenden Fall ist das aber ein sinnloser Zwergenaufstand. Joh hat die Erweiterung für Chrome erwähnt. Ich erweitere. Firefox bietet diverse Add-ons zum Download von Youtube und ähnlichen Plattformen. Mp3, Mp4, FLV etc. sind kein Problem. Und wer noch mehr möchte, nimmt Ant-video und zieht damit fast jeden Stream auf die eigene Platte. Ein Formatwandler(die Internetseiten der diversen Computerzeitschriften bieten einige gute Programme kostenlos) macht das persönlich bevorzugte Format draus. Wer braucht da Philips Onlinedienst?
Micha am 6.07.12 6:23
Den Aufbau einer Social Media Beziehung mit der Art und Weise einen Frosch zu kochen, finde ich sehr amfcsant Die Tatsache, dass ich diese Anekdote noch nicht knante, machte mich durchaus neugierig wie Du den Vergleich herstellst und liedf mich den ganzen Artikel lesen. Danke auch ffcr die aufgeffchrten Tools, die ich, mit Ausnahme von Google Alerts, ebenfalls noch nicht knante und mir jetzt mal anschauen werde.Fazit: Lesenswerter Artikel ffcr alle die sich ein soziales Netzwerk aufbauen wollen. Trotz alledem sollte man immer vorsichtig sein und bleiben beim Haushalten seiner persf6nlichen Daten und Preisgeben seiner Persf6nlichkeit in sozialen Netzwerken. Deshalb hier von mir auch nochmal ein kleiner Videotipp zum Anschauen.Videotipp:
Makumbani am 27.07.12 0:12
Dienstag, 03.07.2012
Chaos bei Facebook-Mail-Umstellung
Der neueste Fall von ungenierter und konsequenter User-Bevormundung bei Facebook lässt das Unternehmen weder sympathisch wirken, noch macht es einen professionellen Eindruck. Denn egal, was die Erklärung für den neuesten Lapsus ist: Man kann angesichts der Dreistigkeit des Vorgehens nur den Kopf schütteln.
Was ist passiert? Facebook hat klammheimlich allen Usern eine E-Mail-Adresse verpasst und ohne Nachfrage diese auf @facebook.com endende E-Mail-Adresse zum Nonplusultra erklärt, zur wichtigsten Mail-Adresse für jeden, ob es einem passt oder nicht - und das, obwohl gefühlt 99,9% aller User nicht mal wissen, dass sie überhaupt eine Mail-Adresse bei Facebook haben.
Weil Facebook genau das stören dürfte, hat das Unternehmen zum Gegenschlag ausgeholt und vergangene Woche erst mal die Standard-Mail-Adresse im Profil durch die Mail-Adresse bei Facebook ersetzt. Einfach so. Ohne Nachfrage. Ohne Nachricht. Wenn Mails von Nicht-Mitgliedern dort ankommen, merkt man es kaum, denn solche Mails landen in einem gut versteckten Ordner. Danke, Facebook!
Wen das stört - und ganz ehrlich: Wen nervt ein derart dreister Eingriff nicht? -, der muss die Haupt-Mail-Adresse in seinem Profil wieder anpassen. Immerhin ist die eigene Mail-Adresse noch eingetragen, aber eben nicht mehr als wichtigster Kontakt.
Und als wäre das noch nicht genug: Weil Facebook eigenmächtig den Hauptkontakt innerhalb des Facebook-Imperiums auswechselt, ändern sich auch die Adressbücher. Nach und nach. Wer sein Adressbuch bei Facebook speichert und/oder mit Facebook synchronisiert, etwa auf dem Smartphone, bemerkt nicht, dass auch dort die Mail-Adressen geändert werden. Bei mir wird zum Beispiel aus joerg@schieb.de plötzlich schieb@facebook.com. Und das eben nicht nur im Profil, sondern auch in den Adressbüchern von Freunden. Auch hier: Ungefragt, ohne Nachricht.
Wer das nicht bemerkt und mir eine Mail schreibt, schreibt an den Facebook-Account, wo ich nicht jeden Tag reinschaue, ob neue Post angekommen ist (Benachrichtigungen sind abgeschaltet). Die Folge: Ein absolutes Chaos. Das verärgert verständlicherweise immer mehr Facebook-User. Erst Recht, weil man nicht mal sagen kann, dass es konsequent jedem passiert: Manche Profile wurden verändert, manche aber auch nicht. Manche Adressbücher werden angepasst, manche nicht. Facebook gibt bislang keine vernünftigen und befriedigenden Antworten, wie sich all das verhindern und vor allem rückgängig machen lässt.
Ich frage mich: Wann begreift Facebook eigentlich mal, dass seine nunmehr 900 Millionen Mitglieder weltweit keine Schafherde sind, die man nach Belieben über die Weide schicken kann? Ich fürchte: Vermutlich nie.
Der aktuelle Blog-Eintrag als Podcast
Mir ist aufgefallen, dass seit Tagen keine Benachrichtigungen von googlemail auf meinem Smartphone auflaufen, wenn ein Facebook-Freund mir auf FB eine Nachricht geschickt hat (oder etwas kommentiert hat etc.) Stattdessen läuft FB permanent im Hintergrund und teilt mir von dort aus mit, wenn etwas auf FB passiert ist. Um das sehen zu können, muss ich über das FB-App gehen, und das dauert. Zwangsabschaltungen nützen nur kurzfristig,beim nächsten Blick auf den Smartphone leuchtet das "f" wieder oben links. Für mich ist das extrem unkomfortabel (und kostet auch Akku-Saft, so jedenfalls mein Gefühl).
Barbara am 3.07.12 10:03
Sorry lieber Joerg-aber ihr Fratzenbuch nutzer seid eine Schafherde!Lasst euch alle von Zuckerberg melken...
Man koennte sie auch mit Lemmingen vergleichen-jeder trampelt dem anderen hinterher,ohne selber nachzudenken.
Was Zuckerberg von den usern haelt ist ja nun bestens bekannt.Solange er es nicht an seinem Geldbeutel bemerkt wird es sich nicht aendern.Aber dafuer duerfte es zu spaet sein.
lonesome Wolf am 3.07.12 10:12
Ja, Facebook hat unfug getrieben mit der Umstellung. Aber bei Facebook werde ich in der Regel freiwillig Mitglied (bzw. sozialer Druck zwingt mich). Deswegen kann ich Ihren Protest nur halb nachvollziehen.
Damals als Street View auf den Markt kam, war es super. Welch ein Zusatznutzen! Damals wurde ich aber nicht gefragt, ob ich mein Haus veröffentlicht haben möchte. Ich mußte aktiv werden u. um Verpixellung bitten. Wäre ich damals google + Mitglied gewesen und es wären nur Adressen von diesen Mitgliedern gewesen, wäre das auch schonmal ein andere Fall gewesen. So kann ich Ihre "Aufregung" nicht ganz nachvollziehen. Ich werde freiwillig Mitglied bei Facebook u. dann darf Facebook auch sein "Hausrecht" ausüben u. ändern. Mir steht es frei zu gehen (bzw. nicht Mitglied werden). Bei Google hatte ich damals die Freiheit nicht (außer Umzug), bzw. ich mußte gezwungener Massen aktiv werden. Ja, Facebbok macht quatsch, aber dann lasst uns doch einfach gehen, wenn es uns stört!
Statist am 3.07.12 10:53
Was mich in diesem Zusammenhang interessiert: Gelten die Facebook-Bedingungen hinsichtlich der Verwertung der Facebook-Einträge (Inhalte) ebenso für die Email-Inhalte der Facebook-Email-Adressen? Falls ja, wäre das natürlich eine mittlere Katastrophe - Facebook dürfte dann in den Mails rumschnüffeln und diese Informationen frei verwenden. Jörg Schiebs Empörung kann ich vollständig nachvollziehen - bin übrigens selbst KEIN Facebook Nutzer und werde es in absehbarer Zeit auch nicht werden wollen.
StefanO am 3.07.12 12:03
Also bei der Änderung des Hausrechts bzw. der Hausordnung muss ich die bewohner des Hauses darüber informieren, dass nun anderes recht hersscht.
Facebook hat mit einigen tücken in den letzten Jahren oftmals eigenständig Einstellungen in den Datenschutzbestimmungen geändert, die man vorher anderes ausgewählt hatte.
Denn auch Facebook speicher zwar alle daten, aber ich muss diese lt. den Datenschutzbestimmungen auf der Facebook seite nicht jedem zugänglich machen.
Hausrecht am 3.07.12 12:19
Ich will nicht sagen "Ich hab's gewusst!", aber "Es wundert mich nicht!". Facebook ist nicht das erste Unternehmen, das im Internet mit seinen Umstrukturierungsmaßnahmen für verstörte Blicke sorgt. Aber mal nüchtern betrachtet: Ein Großteil der Facebook-User kann mit "E-Mail" eh nichts anfangen, weil ihre Kommunikation ja über "Facebook" läuft. Bei mir ist es umgekehrt: Ich nutze seit Jahren E-Mail und kann mit Facebook nichts anfangen. So wenig wie ich Facebook gebrauchen kann, so wenig kümmern sich die Facebook-User vermutlich um die E-Mail-Rochade.
Außnahmen bestätigen die Regel.
Dominik am 3.07.12 12:31
Hmm, das war doch aber schon vor längerer Zeit bekannt, dass diese Emailadresse kommen wird.
Und klar gibt FB keine Auskunft, wie man das rückgängig machen kann. Wenn man jedoch die Einträge der letzten Woche beobachtet hat dürfte man schnell rausgefunden haben, wie das geht:
Profil aufrufen
Info
Kontaktinformationen bearbeiten
Mit der Maus auf das Dreieck hinter der Emailadresse klicken und die entsprechende Option auswählen
Speichern und fertig
Ich am 3.07.12 15:08
Der ursprüngliche Nutzen von FB ist bei den Machern doch schon längst in den Hintergrund getreten. FB ist nichts anderes als eine gigantische Datensammelmaschine. Bisher konnte ich meine Kontakte auch ganz gut per Mail oder SMS pflegen - da kann ich gut auf FB verzichten. Und wenn es Mal schnell gehen muss: man kann mit einem Smartphone sogar telefonieren:)
Uwe am 3.07.12 18:27
Na ja, dann erst mal vielen Dank an "Ich" - Bin seit zwei Monaten zum dritten Mal wieder bei Facebook - aktuell benutze ich FB nur, weil ich zu bestimmten Leuten so am einfachsten Kontakt halten kann. In diesem Zusammenhang, bin ich immer wieder ehrlich entsetzt, was die da so alles veröffentlichen - OK selbst schuld kann man nur sagen. Aber in anderer Leute Adressbuch rumfummeln, da hört doch der Spass auf - auch und gerade weil man ja schliesslich dem allem irgendwann mal zugestimmt hat(Datenschutz etc.), kann man dann wirklich NICHT mehr sagen selbst schuld. Es erinnert mich an den Wisch den man vor jeder OP unterschreiben muss - egal was passiert, selbst schuld, musst dich ja nicht operieren lassen. Die Schafherde lässt es ja mit sich machen - die Arroganz, die vom IT-Riesen bis zum kleinen Programmierer reicht, den User als Dummkopf,Fehlerproduzent etc. anzusehen, wird durch die Dummheit der Masse immer noch weiter genährt. Traurig aber wahr.
Robert Brors am 3.07.12 21:20
Was ich wirklich nicht verstehen kann, überall wird vor Facebook gewarnt und doch, gerade die öffentlichen Medien ARD, ZDF usw. waren mit die Ersten die sich eine Seite bei FB eingrichtet haben, manche Funktionen wie z.B. Kommentarfunktion, vollständig auf FB gelegt haben. Dies wohlwissend, daß eben diese Seiten nur von Mitgliedern gelesen werden können. FB ist ein rein amerikanischen Produkt, also gilt dort Amerikanisches Recht und dieses Recht heißt Geld machen, egal wie. Somit darf man sich jederzeit auf weitere Änderungen die sich letztlich gegen den User richten einstellen. Nachdem ich mich nicht zur Zielscheibe von unerwünschter Werbung, Spam-Mails udglm. machen will werde ich auch weiterhin das einzig Wahre machen - Facebook NEIN DANKE.
steamtrain am 3.07.12 21:31
Endlich mal ein Kommentar, der (nur allzu berechtigte) Kritik an FB äußert! Allerdings wundert mich immer noch, wie "milde" diese Kritik ausfällt nach dem Motto "Ärgerlich, aber alles nicht so schlimm."
Wenn Änderungen die Folge haben, dass mich wichtige Nachrichten nicht mehr erreichen, ist das eine Katastrophe!
Wenn Änderungen die Folge haben, dass meine privaten Daten (Kontaktdaten), die auf meinem PC gespeichert sind, geändert werden, ohne dass ich darüber auch nur informiert werde, dann ist das für mich kriminell.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich der angeblich so "aufgeklärte" User verarschen lässt.
Snoopy am 4.07.12 10:55
Sonntag, 01.07.2012
Schaltsekunde legt Linux-Server lahm
Als WDR.de-Redakteur Georg Berg Sonntagmorgen seinen Dienst aufgenommen hat, staunt er nicht schlecht: Einige Server von WDR.de, sportschau.de und WDR2.de reagieren ungewohnt langsam, einige sind zeitweise gar nicht zu erreichen. Auch das für die Bearbeitung der Texte und Bilder nötige Redaktionssystem arbeitet nicht so rund wie sonst. Da hilft nur eins: Die für solche Dinge zuständigen Techniker alarmieren, die allerdings auch nicht gleich wissen, wo die Ursache für das Problem liegt.
Nach intensiver Recherche wird aber klar: Schuld war die Schaltsekunde, die in der Nacht zum 1. Juli
eingelegt wurde - das Wochenende war also eine ganze Sekunde länger als sonst. Die Zusatzsekunde hat bei einigen Servern mit Linux-Betriebssystem einen folgenreichen Schluckauf verursacht. Anfällige Linux-Systeme haben pünktlich um zwei Uhr nachts, als die zusätzliche Sekunde eingeführt wurde, mit plötzlichen "Lasten" zu kämpfen. Normalerweise ein Anzeichen dafür, dass ein Server besonders viel zu tun hat, etwa weil viele Anfragen kommen. Aber nachts um 2 Uhr herrscht normalerweise Ruhe.
Das Problem: Die Server haben sich nicht von selbst wieder beruhigt. Um das Problem zu lösen, muss wahlweise die Uhrzeit neu gestellt oder der Server neu hochgefahren werden - allerdings machen Techniker das nicht so gerne, erst recht nicht, wenn die Ursache des Problems nicht bekannt ist.
Offensichtlich sind viele von der Problematik überrascht worden, selbst in der
Mozilla Foundation, wo der Firefox-Browser herkommt, hatte man mit dem Schaltsekunden-Schluckauf zu kämpfen. Betroffen waren vor allem Server, auf denen das Datenbanksystem MySQL oder Java (Tomcat) laufen. Der heimische PC war ebenso wenig betroffen wie Tablets oder Smartphones.
Die Beseitigung des Problems war in diesem Fall trivial. Betroffen waren aber vergleichsweise viele Systeme - man hat es vereinzelt beim Surfen im Web am Sonntagmorgen gemerkt. Hinzu kommt natürlich, dass Sonntag morgens nur wenige IT-Experten und Techniker Dienst haben, um so ein Problem zu lokalisieren und zu beseitigen.
Beeindruckend an der Sache ist, wie ein vergleichsweise simples und eigentlich unbedeutendes Ereignis - das Einfügen einer Sekunde -, zu ungeheuren, nicht vorhersehbaren Folgen führen kann. Schaltsekunden werden immer wieder eingefügt, derartige Probleme hat es allerdings bislang nicht gegeben.
Einige Onlinedienste wie Google sind sich immerhin des grundsätzlichen Problems bewusst und haben vorgebaut: An Tagen, an denen Schaltsekunden eingefügt werden, gilt im Google-Imperium eine ganz eigene Zeit. Die zusätzliche Sekunde wird in kleinen Einheiten über den Tag verteilt auf die Server übertragen - so kommt es zu keinerlei Problemen.
Der aktuelle Blog-Eintrag als Podcast
Ich nutze das eduroam-Universitaetsnetz und konnte mich heute (Montag) nicht einloggen. Suchte erst nach der Ursache auf meinem Rechner, aber ein Kollege hatte das gleiche Problem. Vielleicht ist dies die Erklaerung...
Chris26 am 2.07.12 3:57
Das ist ein Bug im Linux-Kernel, der schon seit Jahren bekannt ist. Angeblich wurde er behoben, sodass nur ältere Versionen betroffen sein sollten. Es gibt allerdings eine Kernel-Funktion, die bei Futexes verwendet wird - ein Synchronisationsmodell - in der das Problem anscheinend aus konzeptuellen Gründen weiter besteht. Google's Lösungsansatz zeigt, dass das Problem nicht trivial ist, aber in meiner Naivität - wie ich zugebe, habe ich nur oberflächliche Kenntnisse - glaube ich doch, dass es möglich sein sollte, es im Kernel selbst zu beheben.
KYL am 2.07.12 11:09
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