Donnerstag, 23.02.2012
Künftig mehr Datenschutz in Apps
Datenschutz - für amerikanische Onlinedienste und Konzerne ein Fremdwort, könnte man meinen. Das wird sich nun ändern, denn selbst viele Amerikaner finden es mittlerweile bedenklich, was die US-Konzerne mit unseren Daten treiben - und dass sie keine Auskunft darüber geben, was mit den Daten passiert.
Einer amerikanischen Staatsanwältin ist gelungen, woran sich deutsche Datenschützer die Zähne ausbeißen: Die kalifornische Generalstaatsanwältin Kamala Harris hat sechs Riesen der Branche, namentlich Apple, Google, Microsoft, Hewlett-Packard, RIM und Amazon dazu gebracht, eine Vereinbarung zu unterschreiben, die deutlich mehr Datenschutz bedeutet. Zumindest, wenn wir Apps benutzen.
Demnach müsste künftig jede App, die wir auf Smartphones, Tablets oder auf dem PC einsetzen, sorgfältig mit unseren Daten umgehen. Wir müssten in jeder einzelnen Situation informiert werden, welche Daten erhoben werden - und gefragt werden, bevor die Apps Daten abrufen, verarbeiten oder speichern.
Die Realität sieht leider ganz anders aus. Apps wie die von Path, Foursquare und Twitter haben in jüngster Vergangenheit ungeniert die Kontaktdaten aus dem Adressbuch von iPhone und iPad ausgelesen und an die Server der Unternehmen geschickt - ungefragt, ohne irgend einen Hinweis. Apples Betriebssystem iOS in iPhone und iPad erlaubt so etwas. Das ist einem Techniker aus Singapur aufgefallen. Erst als der darüber informiert hat, haben die App-Entwickler ihren Datenklau zugegeben.
Es ist immer wieder dasselbe Muster: Erst wenn jemand entdeckt, dass etwas schief läuft, und der Protest groß genug ist, justieren die Unternehmen nach. Aber immer nur im Einzelfall. Es gibt keinen großen Plan und schon gar keine Gesetze, die bindend wären. Da Apple nun eine solche Vereinbarung unterschreibt, wären solche Datenpannen künftig nicht mehr möglich, zumindest nicht erlaubt. Apple müsste Sorge dafür tragen, technisch und organisatorisch, dass alle Apps Datenschutz ernst nehmen.
Die US-Staatsanwältin hat einiges in Bewegung gebracht. Das geht insgesamt in die richtige Richtung und wird sicher auch hiesige Datenschützer freuen. Die großen App-Anbieter werden ihre App-Stores umgestalten müssen, sie werden auch alle App-Entwickler strenger verpflichten müssen, die Datenschutzbestimmungen einzuhalten - und Kontrollen wird es auch geben (müssen). Davon profitieren wir auch hier in Deutschland.
In ein Gesetz gegossen wird das alles aber trotzdem nicht. Es ist und bleibt eine Vereinbarung, eine Selbstverpflichtung. Immerhin, klar. Wirklich ausreichend ist das aber wohl eher nicht.
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Datenschutz in der Post-Payback-Aera? Never! Nicht bei dieser Sammelwut und vor allem nicht bei den zu erwartenden Gewinnen für Unternehmen. Früh übt sich. Und Techniken wie Cookies und Zählpixel gibt es nicht erst seit gestern. Dazu die zahlreichen Werbenetzwerke mit ihren zahllosen Bannern. Und irgendwo logt sich User X bestimmt mal ein und hinterlässt seine Daten. Et voilà ... ! Hier sollte man mal ansetzen und den Vorhang der Verschleierung ein wenig lüften. Dass eine App auf einem Telefon nix zu schnüffeln hat sollte selbstverständlich sein. Drastische Geldstrafen müssten hier abschreckend drohen, damit der User im Ernstfall zumindest eine Wiedergutmachung erfährt. Vom zerstörten Vetrauen in eine zukunftsweisende Technologie mal ganz abgesehen. Schade.
Dominik am 23.02.12 15:18
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