Mittwoch, 08.02.2012

Anonymous hackt Bundestag

Logo von Anonymous Die Hackergruppe Anonymous hat sich womöglich Zugang zu höchst brisanten Dokumenten aus dem Deutschen Bundestag verschafft und die geheimen Dokumente ins Internet gestellt. Es geht um Protokolle, die den umstrittenen Luftangriff in Kundus im September 2009 betreffen. Bei dem NATO-Luftangriff mit deutscher Beteiligung waren 140 Menschen ums Leben gekommen.

Die Hacker haben dazu eigenen Angaben zufolge das Computersystem des Deutschen Bundestags angegriffen und auf übliche Sicherheitslecks untersucht. Dabei seien sie fündig geworden und hatten danach Zugriff auf eigentlich versteckte Bereiche des Servers: Hier habe Anonymous unter anderem ein Funkprotokoll des Luftangriffs entdeckt, das mehr oder weniger ungeschützt auf den Servern des Bundestags gespeichert war und ohne allzu großem Aufwand mitgenommen werden konnte. Mittlerweile kursiert das Protokoll frei im Netz.

Das IT-Portal "gulli" mutmaßt, die Sicherheitslücke beim Bundestag sei insbesondere auf WWW: unzureichende Sicherheitseinstellungen zurückzuführen. Sollte sich der Angriff und der Datenklau bestätigen, wäre das eine mehr als zutreffende Einschätzung. Im Grunde genommen wären nicht nur die Sicherheitseinstellungen falsch, sondern das gesamte Sicherheitssystem (Policy) wäre dann unzureichend, weil ein einfacher Fehler unmöglich Zugriff auf derart brisante Dokumente ermöglichen dürfte.

Wie brisant die entdeckten und nun größtenteils veröffentlichten Dokumente tatsächlich sind, muss noch bewertet werden. Auch, ob die Dokumente tatsächlich durch einen Hackangriff auf die Server des Deutschen Bundestages in die Öffentlichkeit gelangt sind - es sieht derzeit allerdings danach aus.

"Wenn der deutsche Bundestag schon so mit eigenen Daten und Dokumenten umgeht, was passiert dann mit den Daten der Bürger?", fragt Anonymous etwas schadenfroh - und man kann ihnen schwerlich widersprechen.

Update (09.02.2012): Mittlerweile hat sich das Pressereferat des Deutschen Bundestags zu der Sache geäußert. Demnach handelt es sich bei den von Anonymous in Umlauf gebrachten Dokumenten um Anhänge einer offiziellen Drucksache, die auch im Web veröffentlicht wurden. Die Dokumente sind teilweise geschwärzt und für jeden zugänglich und auf keinen Fall geheim.

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Ist eigentlich der Inhalt der Informationen mehr wert oder bedeutungsvoller als der (erste? bzw. einmalige?) Vorgang selber (Anonymous hackt Bundestag)? Ich weiss nicht was bzw. wieviel 1 Bit physikalisch z.Zt.
kostet. Eines Tages werden Informationen qua "Inflation" sozusagen "geschenkt" sein.

Volkmann am 8.02.12 17:00

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