Freitag, 30.12.2011

Belastungsprobe in der Neujahrsnacht

SMS-Nachricht auf Smartphone eingeben Die gute alte SMS, sie ist einfach nicht kleinzukriegen. Was ursprünglich als Service für interne Zwecke der Mobilfunkprovider gedacht war, hat sich zu einem Erfolg ohne Vergleich entwickelt. Fast jeder Handybenutzer verschickt SMS-Nachrichten.

Obwohl komfortabler und vielseitiger können Instant Messenger, WhatsApp, iMessage und all die anderen Alternativen der SMS ihre Position bislang nicht wirklich streitig machen. Wir halten ihr die Treue, verschicken mehr SMS als jemals zuvor. Rund 46 Milliarden(!) sollen es allein in diesem Jahr in Deutschland gewesen sein, schätzt der Branchenverband Bitkom.

An einem Tag ist immer besonders viel los in Sachen SMS: Silvester. Zu keinem anderen Zeitpunkt verschicken wir mehr SMS als zur Jahreswende. Rund 310 Millionen Kurznachrichten sollen es dieses Jahr werden, so viele wie noch niemals zuvor. Die meisten SMS-Nachrichten werden - wen wundert's - kurz nach Mitternacht verschickt. Kurz nachdem die Sektkorken knallen und die Raketen pfeifen, erreichen die Mobilfunknetze ihre Belastungsgrenze.

Dann tummeln sich so viele SMS-Nachrichten in den Netzen, dass es zu Engpässen kommen kann, warnen sogar die Mobilfunkprovider. Es kann durchaus passieren, dass einzelne SMS-Nachrichten erheblich verspätet zugestellt werden. Wer auf Nummer Sicher gehen will, verschickt seine Neujahrsgrüße deshalb kurz vor Mitternacht, wenn noch nicht so viel los ist – aber irgendwie ist das natürlich auch recht blöd.

Doch es ist nicht die SMS allein, die moderne Mobilfunknetze Silvester auf die Probe stellt. Nach Mitternacht werden schließlich nicht nur 160 Zeichen lange Textnachrichten verschickt, sondern auch geknipste Fotos oder Videos als MMS-Botschaft auf den Weg gebracht. Damit nicht genug: Da immer mehr Smartphones im Einsatz sind, werden auch E-Mails ausgetauscht und soziale Netzwerke besucht. Vodafone beispielsweise schätzt, dass Silvester rund 27 Millionen Megabyte an Daten übertragen werden - doppelt so viel wie im Jahr davor.

Kurz und knapp: Die Mobilfunknetze pfeifen zum Jahreswechsel wirklich auf dem letzten Loch. Dass der ein oder andere auch noch telefonieren möchte, macht die Sache nicht besser. Darum sind in der Silvesternacht auch drei Mal mehr Servicetechniker im Einsatz als in einer normalen Nacht. Das soll sicherstellen, dass eventuell auftretende Schwachstellen oder Mängel möglichst rasch beseitigt werden.

Ich zeige da mal Mitgefühl: Um die Mobilfunknetze nicht unnötig zu überlasten, nehme ich die Gelegenheit wahr und wünsche auf diesem Weg allen treuen Lesern einen guten Rutsch sowie ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr. Ganz ohne SMS.

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Als treuer Leser wünsche ich Ihnen auf diesem Weg ein frohes neues und erfolgreiches Jahr und hoffe auf viele weitere auf den Punkt gebrachte Beiträge.

Sabine am 31.12.11 17:42

Na ich bin nicht schuld weil gar kein SMS Schreiber. Ich kenne aber einige die schon fast blind schreiben können. Bei dieser Gelegenheit wünsche ich Ihnen Herr Schieb und allen Schieb Blog Freunden ein Gutes neues Jahr. Schieb Blog 2012, wir sind dabei.

MG am 31.12.11 17:49

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Donnerstag, 29.12.2011

Wenn Apps unbemerkt zur Kasse bitten

Apps fliegen in Apple iPhone Immer mehr Menschen haben heute ein Smartphone in der Tasche. Ich auch - ist einfach so schön praktisch. Doch wer rechnet schon damit, dass beim Surfen oder beim Benutzen einer App unbeabsichtigt Kosten entstehen können?

Leider kann genau das passieren. Zwar gibt es keinen Grund, hysterisch zu werden und das Smartphone wegzuschließen - aber vorsichtig sollte man schon sein. Die Kollegen von der WDR2 Quintessenz haben einige bekannte WWW: Stolper- und Kostenfallen zusammengestellt. Sie zu kennen ist sinnvoll, sich davor zu schützen bewahrt einen vor vermeidbaren Kosten.

Besonders problematisch sind derzeit die so genannten InApp-Käufe. So nennt man die Möglichkeit, aus einer App auf dem iPhone, iPad oder iPod heraus einen Kauf zu tätigen.

Eigentlich sind diese InApp-Käufe durchaus sinnvoll und auch gut gemeint. Sie ermöglichen es zum Beispiel, eine kostenpflichtige Funktion in der App freizuschalten, ein eBook oder ein digitales Magazin zu laden, eine Anwendung zu erweitern - immer gegen Bezahlung.

Das Problem: Das ist bei Apple mitunter so bequem gelöst, dass man gar nicht bemerkt, was passiert - und dass womöglich die Kreditkarte oder das Bankkonto belastet wird. Keine Frage: Die meisten Apps sind seriös und weisen einen vorbildlich und ausdrücklich auf die anfallenden Kosten und Gebühren hin. Es gibt aber auch Apps, vor allem kostenlos verteilte Spiele, die versuchen genau das zu vertuschen - weil sie abzocken wollen.

Während die meisten Apps nur wenige Cent oder Euro kosten, können bei den InApp-Käufen erheblich höhere Beträge belastet werden. Einzelne User melden Beträge von 80, 90 oder sogar 100 Euro. Das WWW: Apple-Forum füllt sich mit Beschwerden und Berichten, die unerfreulich klingen. Apple wird sich um das Thema kümmern müssen, denn die Community bekommt so langsam schlechte Laune. Verständlich: Wenn Apple schon jede App prüft, bevor sie im AppStore auftaucht, dann sollten betrügerische Abbuchungen jedenfalls nicht möglich sein.

Wer sich gegen versehentliche InApp-Käufe schützen will, kann in seinem "i"-Gerät Einschränkungen vornehen. Dazu unter "Einstellungen" den Menüpunkt "Allgemein" auswählen und dort "Einschränkungen" aktivieren. Hier lassen sich InApp-Käufe explizit abschalten. Wer dann trotzdem einen InApp-Kauf vornehmen will, muss die vorher festgelegte PIN eingeben. So ist es nach wie vor möglich, aus einer App heraus etwas zu kaufen, aber eben nicht mehr versehentlich.

Bei Smartphones mit Android sind solche Fälle grundsätzlich auch möglich, denn auch hier wird WWW: InApp Billing angeboten. Bislang sind allerdings kaum Fälle von missbräuchlicher Verwendung bekannt - grundsätzlich muss man aber auch hier die Augen offen halten.

Naja, bei Android halten sich Betrüger mit solchen in-App Käufen nicht auf, da werden gleich kostenpflichtige SMS im Hintergrund verschickt... Das hängt auch damit zusammen, dass man bei Android Apps in den Markt stellen kann, ohne sich als Anbieter einer verifizierten Identifikation unterziehen zu müssen.

Man sollte aber in der Tat darauf achten, sein iPhone/iPad so einzustellen, dass jedesmal nach dem Paßwort bzw. der PIN gefragt wird. Normalerweise merkt sich das Ding das Paßwort für 15 Minuten, das kann man aber abschalten. Ich bin auch der Meinung, dass das Standard sein sollte -- Geld ausgeben ohne explizite Paßworteingabe sollte per Default gar nicht gehen, dann kann sowas nicht passieren.

Insgesamt muß man aber sagen, dass Smartphones (noch) sehr viel sicherer sind als PCs.

joh am 30.12.11 10:51

Der Appstore fragt den Nutzer immer unter Angabe des Betrags, ob der Kauf getätigt werden soll. Diese Meldung ist von einer App nicht umgehbar. Unter diesem Gesichtspunkt finde ich es etwas polemisch von "App Abzocke" und "unbemerkt zur Kasse bitten" zu sprechen.

Jörg am 30.12.11 17:35

Super, danke für den Hinweis!!!

zarin am 30.12.11 18:31

Was ich bei Android nicht verstehe, wieso muss ich einer App alle Rechte geben die sie anfordert? Wieso kann ich nicht sagen: nö, SMS darfste nicht verschicken bzw. muss du jedesmal extra nachfragen?!

Maier am 30.12.11 18:54

"Der Appstore fragt den Nutzer immer unter Angabe des Betrags, ob der Kauf getätigt werden soll. Diese Meldung ist von einer App nicht umgehbar. Unter diesem Gesichtspunkt finde ich es etwas polemisch von "App Abzocke" und "unbemerkt zur Kasse bitten" zu sprechen.

Jörg am 30.12.11 17:35"

Ach ja? Und was ist mit den Tausenden USern, denen unmengen Geld vom Konto abgebucht haben von versch. Apps aus dem Appstore?
Da hat keiner was bemerkt und auf einmal waren 100€ weg.

Wenn man schon so etwas schreibt, sollte man sich vorher informieren.

get am 31.12.11 1:11

Die User die das nicht gemerkt haben, haben das nicht gemerkt, weil sie das Passwort kurz vorher schonmal eingegeben haben und die Nachfrage nicht ernst genommen haben. Apps können nicht einfach so von sich aus Geld ausgeben.

joh am 31.12.11 13:10

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Sonntag, 25.12.2011

Kasse machen mit Firefox

Firefox als Überflieger Firefox und Google haben die vergleichsweise ruhige Zeit vor Weihnachten dazu genutzt, die Verlängerung ihrer Zusammenarbeit bekanntzugeben. Weitere drei Jahre wird Google die favorisierte Suchmaschine in Firefox sein. Wer das Suchfeld im Browser ausfüllt, über die Mozilla-Seite etwas sucht oder direkt in der Firefox-Adresszeile einen Suchbegriff statt einer Webadresse eintippt, landet bei Google und bekommt die passenden Treffer präsentiert.

Feine Sache, sehr komfortabel - und weil Google ja nun wirklich auch eine gute Suchmaschine ist, auch für die Benutzer praktisch. Allerdings hat diese freundschaftlich wirkende Kooperation durchaus auch eine wirtschaftliche Dimension. Denn Google zahlt dafür, dass Firefox mit Google sucht - und zwar nicht zu knapp. Rund 100 Millionen Dollar waren dafür in der Vergangenheit pro Jahr(!) fällig. 100 Millionen Dollar dafür, dass Firefox eng mit Google verknüpft ist (WWW: Jahresbericht).

Nun haben auch andere Suchmaschinen, allen voran Microsoft Bing, ein starkes Interesse daran, in einem so populären Browser wie Firefox als Standard-Suchmaschine eingetragen zu sein. Weil die Firefox-Chefs sich aber nicht durch ein charmantes Lächeln und einer Frei-Cola zum Burger dazu überreden lassen, statt Google doch mit Bing zu suchen, bietet Microsoft ebenfalls Geld für das Privileg, in Firefox vertreten zu sein.

Den Zuschlag hat aber doch wieder Google bekommen - sie haben einfach mehr geboten als die Konkurrenz. Gut informierte Blogger WWW: berichten, dass Google mittlerweile rund 300 Millionen Dollar pro Jahr dafür bezahlt, die voreingestellte Suchmaschine bei Firefox zu sein. Weil der neue Vertrag bis 2014 läuft, kommen summa summarum rund eine Milliarde Dollar zusammen. Eine Milliarde Dollar!

Viel Geld, für Google wird es sich aber wohl trotzdem lohnen. Denn jeder Besucher, den Firefox vorbei schickt, ist ein Besucher mehr, der nicht nur die Suchergebnisse von Google bestaunt, sondern auch Anzeigen präsentiert bekommt - und hier und da auch eine anklickt. Das ist das Kerngeschäft von Google, damit macht Google seine Milliarden.

Bleibt nur die Frage, was die Mozilla Foundation eigentlich mit der vielen Kohle macht, die jetzt ins Haus steht. Denn gewinnorientiert ist die Stiftung, der wir Firefox, Thunderbird, SeaMonkey und einige andere kostenlose Programme verdanken, nicht. Wenn plötzlich nahezu drei Mal so viel Geld zur Verfügung steht wie bisher (die Google-Provisionen machen den absoluten Löwenanteil der Einnahmen aus), lässt sich eine Menge bewegen. Vielleicht mehr Werbung machen. Vielleicht aber auch etwas völlig Neues auf die Beine stellen.

Lassen wir uns überraschen. Google füttert jedenfalls die eigene Konkurrenz, denn mit Chrome hat Google schließlich einen eigenen (erfolgreichen) Browser am Start. Firefox wird durch den neuen Dreijahresvertrag nicht geschwächt, sondern gestärkt.

Gut für uns, denn aus mehreren guten Browsern auswählen zu können ist definitiv immer ein Vorteil.

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Gutes Geld für firefox. Da müssen die zugreifen, vor allem, wo es so rasant abwärts geht. Bald wird google keinen Cent mehr zahlen für die desaströse Leistung des firefox. Die alten Versionen glänzen nur noch durch pausenlose Abstürze und die neue Version? Da werden Seiten nur noch geladen, wenn man das Fenster wechselt und dann zurückklickt, man kann 100 Mal festlegen, dass man Chronik will, firefox macht es trotzdem usw. Firefox war malgut, aber wie immer können die Macher ihre Finger nicht von einem funktionierenden Produkt lassen und müssen es zwanghaft verschlimmbessern. Nach dem Motto, nix funktioniert, aber Hauptsache neu.

Juergen am 25.12.11 22:50

Wessen Brot man isst, nach dessen Musik wird getanzt ...

labertasche am 26.12.11 12:45

Firefox und Google sind den meisten eine gewohnte Sache und mir auch. Bing auch aber nur als unerwünschter Browser der sich durch die Installation eines Programms eingeschlichen hat weil man nicht gleich gemerkt hat irgendwo ein Häkchen zu entfernen. Aufdringlich, nicht so einfach oder nur mit Schwierigkeiten zu entfernen. Da muss ich mich wundern Herr Schieb das sie solchen Programmen die Stange halten. Ich muss sagen, bin sogar enttäuscht.

MG am 27.12.11 19:38

Ich muss noch meinen Kommentar korrigieren. Bing ist natürlich kein Browser sondern eine Suchmaschine die bei manchen Anwendungen die man auf seinen PC installiert mitinstalliert werden kann wenn man nicht aufpasst. Nichts gegen Bing aber wenn man es nicht will, man wird es schlecht los. Das hat mich schon einige Male geärgert. Deshalb habe ich Herrn Schieb den Spruch mit der Stange halten vorgeworfen. Das ist natürlich Unsinn. Sorry.

MG am 28.12.11 16:30

Open-Source Software ist kostenlos, das ist schön. Hauptgrund für Open-Source ist für mich, das Abhängigkeiten vermieden werden. Und bei dieser Summe sehe ich die Freiheit schwinden.

Andererseits braucht Mozilla Programmierer, Administratoren und Server und die kosten Geld. Die Frage ist wieviel und wer noch unterstützen kann. Der Nutzer zahlt ja keinen Euro.

Mein Vorschlag falls Mozilla zuviel Geld hat: an Wikipedia spenden, hab ich auch schon.

Ein Tipp für den Nutzer, der von der engen Bindung von Browser und Suchmaschine genervt ist. Vielleicht mal einen Kon zu versuchen wie Seamonkey, Iceape oder Chromium. Ausserdem lässt sich immer eine andere Suchmaschine per Hand eingeben und als Favorit abspeichern. Ich nehme gerne Metager wenn Google zu eintönig wird.

Uwe am 29.12.11 17:30

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Donnerstag, 22.12.2011

CO2 sparen zu Weihnachten

Diverse Aktionen stehen zur Auswahl Mit dem CO2-Ausstoß ist das so eine Sache. Jeder weiß, dass CO2 nicht gut fürs Klima ist. Weil wir weltweit viel zu viel CO2 erzeugen, erwärmt sich das Klima - global. Jeder weiß, dass praktisch alles, was Spaß macht, CO2 erzeugt: Reisen, Essen, Trinken. Alles.

Jeder von uns erzeugt Tag für Tag 30 Kilogramm CO2 - und zu Weihnachten sind es sogar 20 kg mehr, weil wir mehr heizen, üppiger essen, Geschenke verteilen, zu den Lieben fahren. Die CO2-Bilanz fällt zu den Feiertagen also noch ungünstiger aus als ohnehin schon.

Die Webseite WWW: Co2nachten.de will auf diesen Umstand hinweisen und auch für die Thematik sensibilisieren. Hier erfährt man, in Spots mit Augenzwinkern und auch in einem Nachschlagebereich, wie sich CO2 einsparen lässt. Etwa, indem man lokalen Wein trinkt anstatt importierten. Zwei Kisten sparen etwa 3,6 kg CO2. Oder indem man den Kaffeekonsum halbiert, Geflügel statt Rindfleisch isst, kürzer duscht, den Gefrierschrank abtaut und, und, und... Es gibt so vieles, was man tun kann.

Manche Dinge bedeuten Verzicht, andere nur ein bisschen Mühe - und schon lässt sich reichlich CO2 einsparen. Die Idee der Webseite: Jeder nimmt sich etwas vor, wählt im Web aus, was er machen oder lassen will, um den Ausstoß des klimaschädlichen CO2 etwas zu reduzieren - und schenkt oder widmet die Aktion einem Freund oder einem Familienmitglied. Indem man beispielsweise eine Mail verschickt oder eine Facebook-Nachricht postet. "Für Dich trinke ich erst mal nur regionalen Wein statt importieren - und spare so 3,6 kg CO2 ein." Auf diese Weise werden dann wieder andere auf die Aktion aufmerksam und machen vielleicht ebenfalls mit.

Eine sympathische Idee, ganz ohne erhobenen Zeigefinger und sinnvoll. Auf der Seite ist zu sehen, wieviel kg CO2 durch das Projekt bereits eingespart wurde. Und besser noch: Wieviel eingespart werden könnte, wenn alle, die sich für eine Aktion entschieden und sie Freunden geschenkt haben, ihr Versprechen auch einhalten. Wäre doch schön, wenn das möglichst viele wären. Ist schließlich bald Weihnachten, da darf man sich was wünschen.

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Ihr Wort in Gottes Ohr Herr Schieb, ich fürchte nur selbst der ist auf diesem Ohr taub. Als schon etwas älterer Mitbürger fallen mir zwei Dinge auf. Die älteren denen "nicht mehr viel passieren kann" nehmen sich diese Dinge mehr zu Herzen weil sie an ihre Enkel denken. Die Jüngeren die ihre Zukunft noch vor sich haben wollen Bequemlichkeit, Fun und scheren sich meistens wenig um solche "Kleinigkeiten". Damit meine ich das die kürzesten Wege mit dem Auto gefahren werden usw. Laufen können die meisten nur noch mit mit Nordic Walking Stöcken. Alles andere wäre ja uncool. In diesem Sinne hoffen wir auf Besserung und ich wünsche Ihnen und allen Kommentarlesern- und Schreibern schöne Feiertage, Gesundheit und wenig Co.

MG am 23.12.11 18:12

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Sonntag, 18.12.2011

Microsoft startet eigenes Social Network

Mit Gesichtern bemalte Finger: Startbild socl.com Facebook hat zwar eine Menge Ärger, vor allem mit Datenschützern in aller Welt, aber über einen Mangel an Aufmerksamkeit kann sich das soziale Netzwerk nicht beklagen. Auch Google+ ist mehr als gut gestartet: Immer mehr Menschen strömen in das Netzwerk, verlagern große Teile ihrer Netzaktivität zu Google+.

Microsoft, immerhin auch kein Winzling in der Branche, ist bislang nur Zaungast. Der Konzern aus Redmond muss zusehen, wie immer mehr Aufmerksamkeit im Web zu den Wettbewerbern geht. Darum Blog: munkelte man in Insiderkreisen schon länger, dass Microsoft an einem eigenen sozialen Netzwerk tüfteln könnte.

Jetzt ist Gewissheit daraus geworden. Microsoft hat das neue soziale Netzwerk WWW: socl.com gestartet. Die Webseite ist am Start. Microsoft versucht erst gar nicht den Eindruck zu erwecken, damit Facebook oder Google+ Konkurrenz machen zu wollen. Microsofts Social Network ist in erster Linie für Studenten gedacht. Sie sollen sich über Socl vernetzen, Infos austauschen, Recherchen teilen, Wissen gemeinsam nutzen.

Das klingt nach einem vergleichsweise bescheidenen Ansatz, äußerst seriös und gesellschaftlich sinnvolll. Fast so, als wolle Microsoft eine neue Richtung einschlagen. Im Focus des Projekts steht die Suchmaschine Bing, die von Microsoft betrieben wird und mittlerweile ziemlich gut ist, aber kaum aus dem Schatten von Google heraus kommt.

Mitmachen können am Anfang nur Studenten einiger weniger ausgewählter Unis. Aber: Das ist natürlich nur der Anfang. Für alle, die es vielleicht vergessen haben: Auch Facebook hat genau so begonnen, als Projekt an einer einzelnen Uni, dann kamen immer mehr Unis dazu, irgendwann wurde das Netzwerk für alle geöffnet.

Vielleicht gelingt es Microsoft ja tatsächlich, etwas interessantes Neues an den Start zu bringen, eine Art Wissens-Netzwerk. Ich finde, der Gedanke hat was. Wir können alle davon profitieren, wenn es gut gemacht ist. Aber wie es gemacht ist und wie Microsoft seriös und ernsthaft bleiben und gleichzeitig mit Socl Geld verdienen will, das bleibt abzuwarten.

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Das sich Facebook, Google Plus, Socl, etc. "sozial" schimpfen ist ja schon unverschähmt... aber "gewinnorientiertes Unternehmen" macht sich bei den Nutzern wohl nicht so gut wie "Soziales Netzwerk"

derhuber am 18.12.11 21:23

Das sind für mich alles "asoziale Netzwerke" und überflüssig wie ein Kropf.
Weg damit!

Gorem am 19.12.11 6:18

Im Prinzip ist ein Netzwerk für ernste und seriöse Unterhaltung genau DAS, was fehlt. Sowas hat in den "Neunziger-Jahren" begonnen und wenn ich an diese Zeiten zurück dennke, wo "Mensch" abends sich mit Gleichgesinnten in aller Welt unterhaltten hat, dann wünsche ich mir manchmal diese Kontaktmöglichkeit zurück.

renèe LEWIN am 22.12.11 14:41

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Freitag, 16.12.2011

Alle hören aufs Wort: Spracheingabe kommt

Hand hält Smartphone, das Spracheingaben verarbeitet Wenn das neue iPhone 4S von Apple eine schicke Funktion hat, dann ist es Siri, die Spracheingabe. Nachrichten diktieren, Anweisungen sprechen, das Handy steuern - alles mit der eigenen Stimme. Zwar funktioniert die Spracheingabe nicht fehlerfrei und auch nicht in jeder Situation, aber sie funktioniert doch erstaunlich gut.

Der große Unterschied zu bisherigen Diktier-Technologien ist, dass man umgangssprachlich Anweisungen geben kann: "Wecke mich um 7:30 Uhr". Siri versteht so etwas - und stellt den Wecker. Nun hat Apple aber nicht die Spracheingabe oder Sprachanalyse an sich erfunden, sondern nur bestehende Software und Technologien gekauft und geschickt ins iPhone eingebaut. So etwas können andere große Konzerne natürlich auch. Google und Microsoft jedenfalls tüfteln mit Hochdruck daran, ihren Systemen ebenfalls die Fähigkeit des Zuhörens beizubringen.

Laut Onlinemagazin WWW: Android and me arbeitet Google an einem Siri-Konkurrenten: Majel heißt das Projekt - eine Weiterentwickling der bisher eher nur ansatzweise vorhandenen Spracherkennung in Android-Handys. Mehr als mal ein Wort diktieren ist damit nicht möglich. Bislang.

Das soll aber schnell anders und vor allem radikal besser werden. Majel soll mindestens so verständnisvoll sein wie Siri, ebenfalls auf Anweisungen in Umgangssprache reagieren und sie ausführen. Wenn es stimmt, was die Gerüchte besagen, könnte die Spracherkennung schon Ende dieses Jahres, spätestens im Januar fertig sein - dann für alle Android-Geräte, also durchaus auch für Tablets.

Mit Siri ist nur der erste Schritt gemacht. Es liegt auf der Hand, dass nun mit Hochdruck an besseren und schlaueren Systemen gearbeitet wird, die nicht nur mehr verstehen, sondern auch mehr können und unter schwierigeren Bedingungen Anweisungen verstehen, etwa wenn störende Nebengeräusche im Hintergrund sind - was bislang ein Problem ist.

Auch Microsoft tüftelt bereits an der Spracheingabe, nicht nur für seine Windows-Phones, sondern auch für die Spielekonsole Xbox 360. Die Konsole kann bereits auf gesprochene Anweisungen reagieren, etwa Spiele starten oder Filme abrufen. Aber auch mit Windows Mobile ausgerüstete Smartphones sollen künftig jedes Wort verstehen, zum Beispiel Rechercheaufträge wie "Suche den nächsten Laden für Hochzeitskleider". Dass es so kommen könnte, verspricht zumindest ein aktuelles Microsoft-Werbevideo auf Youtube zum Projekt "TellMe on Windows Phone".

Es kann keinen Zweifel geben: Apple, Google, Microsoft - sie alle arbeiten daran, dass uns Smartphones, PCs, Tablets und Spielekonsolen künftig besser verstehen - und sogar aufs Wort hören, wenn wir Glück haben. Warum nicht? Spracheingabe kann durchaus praktisch sein, wenn sie funktioniert. Vieles lässt sich schneller mit einer Sprachanweisung erledigen als mit Klick-Arien durch Menüs und Optionen. Eine durchaus begrüßenswerte Entwicklung.

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Ich glaube der wirkliche Durchbruch bei der Sprachsteuerung wird nicht bei mobilen Geräten passieren, sondern Zuhause. Irgendwo unterwegs ins Leere zu sprechen, ist eine Sache, aber mit dem Haus zu reden, ist sehr viel natürlicher und in vieler Hinsicht auch nützlicher.

Wenn die Heimaudio- oder Videoanlage (oder schlicht der Fernseher) gleichzeitig ein Computer mit Internet- und Cloudanbindung ist, alle Daten des Benutzers kennt (für den Kontext) und gleich noch die Steuerung der ganzen Unterhaltungselektronik beherrscht, dann könnte das nützlich sein und die Hemmschwelle sehr viel niedriger. Außerdem laufen diese Dinger nicht mit einem Akku und können so dauerhaft auf Kommandos hören, ohne dass man vorher noch auf einen Knopf drücken muß wie bei Mobilgeräten.

joh am 16.12.11 12:47

Na so neu und revolutionär ist die Sache mit der Spracheingabe nun wahrlich nicht! Ich erinnere mich, dass ich schon Mitte der 90er Jahre mit einem - nennen wir es einmal "tragbaren" PC seitenlange Texte diktiert statt geschrieben habe. Und das sehr komfortabel und mit einer sehr hohen Erkennungsrate. Damals hieß es: Das ist die Technik der Zukunft! Bald bedienen wir unsere Geräte nur noch per Spracheingabe. Jaja, das ist nun fast 20 Jahre her. Das System nannte sich übrigens OS/2 Warp und kam nicht von MS oder Apple. Vielleicht liegt es genau daran, dass wir heute doch wohl fast alle noch tippen müssen?!

Frank am 16.12.11 15:07

Semantisches Sprachverständnis ist für einen Rechner sehr schwer. Bis wir mit dem Computer normal reden können, wie bei Startrek wirds noch etwas dauern. Es braucht dazu noch Rechenleistung, die ein Smartphone nicht erbringen kann. Äppel schickt deshalb die Sprache online zu einem Server, dort wird sie verarbeitet und das Ergebnis an den Nutzer zurückgeschickt.

Hat eigentlich schon jemand den CO2-Verbrauch dafür berechnet?

Und der Apfel kann wissen wer, wo, wann und warum spricht. Sicherlich werden die gesammelten Daten nur genutzt um den Service zu verbessern (?).

Uwe am 19.12.11 18:25

Interessant ist auch, dass man viele Daten preisgeben muss. Siri muss online sein, meldet also alles an Apple? Was machen die mit den Daten? Muss mein TV wissen, wer meine Schwester ist? Ob ich Medikamente im Internet kaufe? Welche Mengen ich von welchem Produkt bestelle? Alles hat Vor- und Nachteile

Siri am 20.12.11 9:51

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Freitag, 09.12.2011

Top oder Flop? Umstrittener virtueller Pausenhof

Schüler sitzt am PC vor Webseite vonSchuelerVZ Im ständigen Kampf um Marktanteile kommen die Betreiber von Onlinediensten und sozialen Netzwerken mitunter auf merkwürdige Einfälle. Das bei Jugendlichen beliebte Social Network SchuelerVZ hat jetzt in seiner App eine neue Funktion namens "VZ-Pausenhof" eingeführt, die nicht nur taktlos ist, sondern mehr als bedenklich.

Motto: Top oder flop? Schüler können sich bei SchülerVZ nun seit kurzem allen Ernstes gegenseitig bewerten. Ein Klick auf einen Daumen nach oben reicht, um einen Mitschüler zu "liken". Sowas kennt man. Doch im VZ-Pausenhof ist auch das Gegenteil möglich: Ein Klick auf den Daumen nach unten, schon kann man einen unliebsamen Mitschüler "dissen". Schüler können andere Schüler also nicht nur positiv bewerten, sondern auch ausdrücklich negativ.

Man muss sich schon fragen, ob die Verantwortlichen bei SchuelerVZ noch ganz bei Trost sind. Als ob es für manche Jugendliche nicht schon schwierig genug ist, wenn sie in sozialen Netzwerken kaum Freunde finden, jetzt müssen sie sich auch noch damit auseinandersetzen, wenn ihnen konkrete Antipathie entgegengebacht wird. Wenn Schüler ausdrücklich kundtun können, dass sie einen anderen Schüler nicht mögen - da hört der Spaß ganz sicher auf. Ich habe noch nie ein Online-Werkzeug gesehen, das besser für Mobbing geeignet ist als dieses.

Zwar gibt es auch in anderen Netzwerken die Möglichkeit, etwas ausdrücklich nicht zu mögen, etwa auf Youtube ein Video - allerdings wird hier dann eben ein Video bewertet, nicht eine komplette Person herabgewürdigt.

SchuelerVZ bietet zwar Möglichkeiten an, solche Bewertungen zu filtern und weist auch darauf hin, dass sich nur Personen bewerten können, die auf demselben Pausenhof unterwegs sind. Aber das macht's nicht besser: Zum einen zeigt sich immer wieder, dass solche technischen Möglichkeiten nicht konsequent genutzt werden. Zum anderen ist eine Top-oder-Flop-Funktion für Menschen garantiert vollkommen überflüssig.

Man muss sich schon ernsthaft fragen: Wie kann man nur auf eine solche Idee kommen?

Fassungslos.


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Update: SchülerVZ hat die Funktion, mit der User andere User als "Flop" kennzeichnen konnten, nach der massiven Kritik in der Öffentlichkeit wieder zurückgezogen. "Nichts liegt uns ferner, als unsere Mitglieder zu demütigen", sagte Geschäftsführerin Stefanie Waehlert am Freitag. Die Idee war unausgegoren - aber zumindest hat man schnell auf den Protest im Web und in der Blogosphäre reagiert. Das verdient Respekt.

Der Trend, keine Zuwächse bei sozialen Netzwerken mehr zu 'generieren', sogar einen Abwärtstrend zu beobachten, führt zu solchen Auswüchsen, die aber Gott sei Dank eingestellt wurden. Aber irgendwann ist es nicht mehr 'in', 'Freunde' zu sammeln oder ständig zu 'zwitschern' und bis auf den harten Kern geht man zum normalen Tagewerk über. Es sei denn, man kann seine anonyme Meinung über Kollegen ins Netz stellen, da weiß man wenigstens wo man dran ist, besser als die Tratscherei im Flur von der man selbst nicht erfährt.

H.S. am 10.12.11 9:25

Da bin ich ganz Ihrer Meinung Herr Schieb, fassungslos. Junge Menschen, die ganz jungen lassen sich ja bekanntlich leicht beeinflussen. Und nach diesem Muster wird die Sache ablaufen. Die finden das auch gleich als das Größte. Die haben eine andere Welt wo wir Erwachsenen nicht so einfach den Durchblick besitzen. Die haben andere Maßstäbe und Vorstellungen. Und, vernünftige Vorschläge und Meinungen werden sie nicht gelten lassen. Frage ? Waren wir in dem Alter auch so ? Nein, es war eine andere Zeit.

MG am 10.12.11 20:16

Der übliche (Un)Sinn sozialer? Netzwerke eben.
Händler, Verwandte, Bekannte und ECHTE Freunde erreiche ich über deren Homepages, E-Mail-Adressen und Telefonnummern. Oder sogar ganz real und persönlich- so mit Handschlag und Augenkontakt und so...
Und zu jedem erdenklichen Thema finden sich im Netz mehr als ausreichend Informationen und Foren.
Daß die modernen Kiddys oft merkwürdig drauf sind, fällt spätestens bei Aussagen wie "ich musste dem/der ja auf die Fresse hauen- hat mich so? angeschaut" auf.
Die Social Networks sind da nur ein weiteres Mittel zum Zweck, eine weitere 'Waffe' zu Gewalt ohne realen Anlass. Einfach so- als belustigender Zeitvertreib- Andere fertigmachen.

Richtig schizophren wirds aber erst, wenn in diversen Sendungen(sowohl öffentlich-rechtlicher, als auch privater Herkunft) kritisch über Facebook berichtet wird. Z.B. über Datenschutz, (Nicht)Löschbarkeit von Daten etc. Und als krönender Abschluß folgt dann "Diskutieren Sie mit uns darüber auf unserer Facebook-Seite..."
Na fein. Dann diskutier mal auf einer Facebookseite als Facebookverweigerer/-gegner- nicht dort Angemeldeter/Registrierter.

Micha am 12.12.11 9:14

Soziale Netzwerke sind in meinen asoziale Netzwerke.
Sie sind so überflüssig wie ein Kropf, also weg damit!

Gorem am 12.12.11 10:43

@Gorem
Endlich mal ein Gleichgesinnter. Und das sogar über einen nicht-SN-verseuchten Weg. Geht doch! Damit ist bewiesen: 'es geht auch ohne'. Gleichgesinnte* unterhalten sich auch ohne 'Parallelwelten' zu einem Thema/einer Sendung**.

*)An einem Thema/einer Sendung Interessierte

**)Eigentlich versuchte ich ja Hr.Schieb oder einen anderen Verantwortlichen aus der Reserve zu locken...
HIER wird zwar moderiert(und meine Daten- in diesem Fall NUR meine gültige E-Mail-Adresse landen beim WDR), aber... z.B. die WDR-Sendung MARKT präsentiert sich auch auf Facebook. Und wer äußert sich da? MARKT-Zuschauer. Auf die Seite durch die Sendung oder den begleitenden Text im TV oder Netz gelangt. 'Nichtseher' aus dem Tausendfreundekreis der Schreiber sind bestenfalls Randfiguren(kein Interesse, nicht gesehen, etc).
Das(unmoderierte) Facebookchaos könnte somit auch SO stattfinden, wie dies hier- nur eben ohne Moderator. Aber mit dem Vorteil, daß auch SN-Verweigerer Zugang zur der Unterhaltung(neudeutsch: Chat)haben. So aber macht sich sogar der WDR zum Rekrutierer für...

Für mich eher Belustigung. Bei der nächsten 'Rumheulerei' über irgendein SchüliStudiFaciSocial-NeppWork versende ich eine Kopie dieses Textes anno 12.12.2011 an die zuständige Redaktion. Per E-Mail. Und falls das gleich mehrere Empfänger erreichen soll... dafür gibts CC.

Micha am 12.12.11 14:11

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Donnerstag, 08.12.2011

Jetzt kann endlich gestreamt werden

Mann mit Kopfhörer vor Online-Musikdienst Vielleicht hat sich der ein oder andere schon mal darüber gewundert, wieso schicke und im Ausland äußerst populäre Musik-Dienste wie Spotify, Google Music, Apples iTunes Match, Amazon Cloud Drive und viele andere bislang nur in den USA und einigen anderen Ländern verfügbar sind, bei uns in Deutschland aber praktisch nicht.

Die Antwort, wieso wir hier in Deutschland darauf bislang weitgehend verzichten mussten, ist so einfach wie deprimierend: Weil sich GEMA und Onlinedienste schlichtweg nicht einigen konnten. Die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) wollte zu viel Geld haben, die Onlinedienste zu wenig zahlen - je nachdem, welche Seite man fragt. Wieso das in anderen Ländern mit dem Einigen so viel besser klappt, hierzulande aber nicht, bleibt wohl ein Geheimnis der Streithähne.

Doch blicken wir nach vorne - und da gibt es gute Nachrichten: Es ist also endlich passiert. GEMA (vertritt die Urheber von Musik) und Bitkom( Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien - vertritt die hiesige Internetindustrie) haben sich also endlich geeinigt. Es hat auch nur knapp zehn Jahre gedauert - na, wenn das mal kein Lob verdient! Zehn Jahre Schwebezustand. Eigentlich unfassbar, und dafür trägt im Wesentlichen die GEMA die Verantwortung.

Nun also ist klar, wieviel die GEMA pro online gespielten Song kassieren soll, nämlich zwischen sechs und neun Cent. Das klingt zwar wenig, ist aber eine ganze Menge - denn die Masse macht's. Streamingdienste sind äußerst populär und werden immer populärer. Gut möglich, dass die gerade ausgehandelten Online-Lizenzen bald mehr Geld in die GEMA-Kassen spülen als die guten, alten Radiosender.

Streaming-Dienste, die eine Flatrate anbieten, zahlen allerdings nicht pro abgespieltem Song - das würde ihnen auch völlig die Kalkulation verhageln -, sondern pro Nutzer. Die Anbieter sollen zwischen 60 und 100 Cent pro User zahlen. Spotify, Deezer, Apples iTunes Match, Nokias Music Mix und Google Music - sie alle können nun also auch ganz offiziell in Deutschland starten, weil nun endlicn der rechtliche Rahmen da ist.

Hörproben dürfen künftig maximal 90 Sekunden lang sein, früher waren es nur 30 Sekunden - auch das ist gut für Musikfans. Insgesamt also gute Nachrichten für alle, die gerne online Musik einkaufen und Musik hören. Da es gerade immer beliebter wird, Musik online in der Cloud zu hinterlegen und auf allen möglichen Geräten, Smartphones inklusive, abzuspielen, kommt die Einigung gerade noch rechtzeitig. Diese Art des Musikhörens steht vor dem Durchbruch - auch bei uns in Deutschland.

Bei allem Jubel: Dass es so lange gedauert hat, bis sich GEMA und Internetindustrie auf einen Obolus einigen konnten, kann nicht ausdrücklich genug kritisiert werden. So etwas verhindert Innovationen und macht uns im Ausland lächerlich. Zwar werden die Vergütungen rückwirkend bis zum 1. Januar 2002 gezahlt. Aber es könnten schon viel mehr interessante Streamingdienste bei uns verfügbar sein. Die juristisch unsichere Situation hat aber viele davon abgehalten, in Deutschland aktiv zu werden. Verständlicherweise.

Der Streit zwischen Youtube und GEMA ist damit übrigens noch immer nicht vom Tisch. Immer noch sind viele Musikvideos von Deutschland aus nicht abrufbar. Und das ist - ohne Worte!

Der aktuelle Blog-Eintrag als Podcast

"Armes Deutschland!" kann man (zu dieser traurigen Geschichte) nur sagen. Wie kurzsichtig! Wir bremsen uns selber aus, und eines Tages sind wir weg vom Fenster.

Fritz am 8.12.11 22:06

Die GEMA war ja immer allgegenwärtig, auch bei lokalen oder gar privaten Veranstaltungen wo Musik gespielt wurde. Und nun sind die spendabel geworden ? Wohl kaum. Musikproben, alles gut und schön, nur ein vorgeworfener Köder, mehr nicht. Die bleiben weiter auf ihrer eingelaufenen Schiene.

MG am 9.12.11 17:44

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Donnerstag, 01.12.2011

Wikileaks reloaded

Logo Wikileaks und Julian Assange Wikileaks hat schon bessere Zeiten gesehen: Die Whistleblower-Plattform hat Geldprobleme, weil sich einige amerikanische Banken und einige US-Kreditkartenfirmen weigern, Spenden aus aller Welt an das Portal weiterzuleiten.

Dann steht Wikileaks-Gründer Julian Assange unter juristischem Dauerbeschuss und unter Hausarrest. Last not least gab es in letzter Zeit immer häufiger Kritik an der Art und Weise, wie Wikileaks mit eingereichten Dokumenten umgeht. So wurde zum Beispiel die Sicherheit der Informanten in Frage gestellt. Ein sehr wichtiger Aspekt, denn nur, wenn sich Informanten absolut sicher fühlen und mit Recht davon ausgehen können, dass die Herkunft brisanter Dokumente niemals bekannt wird, wagen sie es, Wikileaks Informationen und Dokumente anzuvertrauen.

Darum haben Insider vermutet, Wikileaks würde seine Plattform überarbeiten: Wer Dokumente bei Wikileaks einreicht, sollte sofort besser geschützt sein. Das hat Wikileaks-Gründer Julian Assange noch Anfang der Woche angekündigt. Eingelöst hat er das Versprechen allerdings nicht.

Stattdessen hat Wikileaks ein neues Dossier aufgemacht, WWW: The Spyfiles genannt. Darin dokumentiert Wikileaks gemeinsam mit diversen journalistischen Partnern aus aller Welt, wo überall Überwachungs-Software eingesetzt wird - und zu welchem Zweck. Eine Branche, die mittlerweile weltweit fünf Milliarden Dollar umsetzt.

Das Dossier "The Spyfiles" enthält laut Julian Assange 287 Dateien mit über 1.100 Dokumenten, mit Details aus über 160 Firmen aus 25 Ländern. Es geht dabei immer um "legale Abhör-Software", die an Staaten verkauft wird, die ihre Bürger überwachen wollen. Einige der Herstellerfirmen halten sich dabei laut Assange nicht immer an gesetzliche Exportbeschränkungen.

Ein typisches Wikileaks-Projekt, was die inhaltliche Ausrichtung angeht. Die Inhalte des Dossiers werden jetzt auszuwerten sein.

Auf die Schwachstellen von Wikileaks wollte Assange lieber nicht eingehen. Etwa auf die Geldprobleme oder den Mangel an Sicherheit beim Hochladen von Dokumenten. Wikileaks setzt SSL-Verschlüsselung ein. Eigentlich gelten Übertragungen im Web, die durch ein SSL-Zertifikat verschlüsselt sind, als sicher. Da jedoch in jüngster Vergangenheit auch diese Zertifikate geklaut oder verfremdet wurden, mitunter auch von Geheimdiensten, gibt es mittlerweile berechtigte Zweifel an der Sicherheit einer SSL-Verschlüsselung. Bei derart brisanten Inhalten lohnt es, eine bessere Lösung zu erarbeiten - und die wäre dringend nötig.

Da die vorliegenden Dokumente aber von Partnern kommen, nicht von klassischen Informationen, gibt es dieses Problem beim neuen Dossier nicht. Die Informanten haben die Dokumente nicht bei Wikileaks direkt hochgeladen. Wikileaks hat somit ein Thema aufgegriffen, das zu Wikileaks passt, ist aber nicht eigentlich als Whistleblowser-Plattform genutzt worden.

Schade, dass sich Assange nicht um die eigentlichen Probleme von Wikileaks gekümmert hat. Die müssen nämlich dringend gelöst werden.


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