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Computer
Jörg Schieb
29.05.10
Wie kann man mit seinem Internetauftritt Geld verdienen? Diese Frage stellen sich nicht nur große Verlage, sondern auch die meisten Blogger.
Denn so einfach ist das leider nicht: Die meisten Werbebanner bringen kaum Geld ein - auf kleinen Webseiten bestenfalls Centbeträge, und selbst auf gut besuchten Webseiten in der Regel nicht mal genug, um die Kosten einzuspielen.
Doch den Besuchern Geld abknöpfen, damit sie überhaupt Zugang zu den Inhalten bekommen, das traut sich kaum jemand. Außer Mediengigant Rupert Murdoch, der die Onlineausgabe der ehrwürdigen
Times demnächst kostenpflichtig macht. Nur wer zahlt, darf dann noch lesen. Die Branche ist gespannt, ob das funktioniert.
Es gibt aber noch einen dritten Weg - und der ist nicht nur recht neu, sondern wirkt auch sympathisch. Blogger können sich bei
flattr.com registrieren und einen Spenden-Button in ihre Webpräsenz einbauen. Gefällt einem Besucher eine Seite, klickt er auf den Button und spendet damit am Ende des Monats einen kleinen Betrag.
Wer auf diese Weise kleineren oder größeren Webseiten einen Obolus zukommen lassen möchte, muss sich lediglich bei flattr.com registrieren und verpflichten, jeden Monat einen bestimmten Mindestbetrag auf seine Lieblingsseiten auszuschütten. Als Minimalbetrag sieht flattr.com zwei Euro vor. Nach oben gibt es keine Grenzen.
Das Budget wird am Ende des Monats anteilig verteilt: Klickt ein User nur einmal im Monat, geht sein gesamtes Budget an den markierten Urheber. Wer zwei Mal im Monat klickt, zahlt jeder besuchten Webseite die Hälfte. Wer hundert Mal klickt, lässt jeder Webseite ein Prozent des Budgets zukommen. Aber das regelt flattr.com automatisch im Hintergrund.
Eigentlich eine praktische Sache – so eine Art persönliche Kultur-Flatrate im Web. Schon gibt es ein zweites Zahlungssystem, das ganz ähnlich funktioniert:
Kachingle.
Ich finde die Idee sympathisch. Im Augenblick gibt es immer mehr Webseiten und Blogs, die die neuen Spenden-Buttons auf ihren Seiten einbauen - auch einige größere, bekanntere Blogs.
Ich bin ehrlich gespannt, wie die Internetbenutzer diese neue Möglichkeit, ihre Dankbarkeit in Euro und Cent auszudrücken, annehmen werden. Ich muss allerdings zugeben, dass ich wirklich skeptisch bin, ob es funktioniert - denn die meisten Internetbenutzer haben sich doch längst daran gewöhnt, dass im Inhalte im Internet kostenlos sind.
Genau an dem Problem beißen sich die Verlage ja die Zähne aus.
Der aktuelle Blog-Eintrag als Podcast
So neu ist das nun nicht, daß Blogger Spenden akzeptieren. Wunschzettel und Paypal-Spenden-Knöpfe gibt es schon lange auch in Weblogs.
F_A am 31.05.10 8:48
Die Frage ist auch, macht Flattr das nicht nur um daran selbst mitzuverdienen? Dies wäre noch interessant zu wissen.
Mehr am 5.08.10 18:55
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