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Jörg Schieb
WWW für Friedensnobelpreis vorgeschlagen
Die italienische Ausgabe des Internetmagazins "Wired" hat sich etwas Besonderes ausgedacht: Sie hat das World Wide Web für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Schließlich verbindet das Web heute Millionen Menschen aus aller Welt miteinander. Es hilft täglich, Distanzen zu überbrücken - auch soziale, ethnische oder kulturelle Distanzen.
Wer miteinander redet, schlägt sich nicht die Köpfe ein - so in etwa lautet das Motto. Zweifellos richtig: Tatsächlich kann das Internet helfen, Vorurteile abzubauen (auch wenn das Web selbst bekanntlich voll von Vorurteilen ist, auch von wenig friedfertigen Worten in Foren, Blogs und Chaträumen, aber das sei nur am Rande erwähnt und ist ein ganz anderes Thema). Der Grundgedanke ist jedenfalls richtig: Durch das Web rückt die Welt näher zusammen, das sehe ich auch so.
Die Idee, das World Wide Web für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen, finde ich daher sympathisch. Die Webseite
Internet for Peace ist einen Besuch wert.
Der Vorschlag ist derweil offiziell beim Nobelpreiskomitee in Oslo eingegangen. Da nach den offiziellen Regeln nur Personen vorgeschlagen werden können und Institutionen durch Personen vertreten sein müssen, hat "Wired" kurzerhand die Internet-Pioniere Larry Roberts, Vint Cerf und Tim-Berners-Lee benannt.
Ob's klappt, bleibt abzuwarten - erst im Oktober steht der Gewinner fest. Die Chancen stehen eher schlecht: Mit insgesamt 237 Nominierungen sind dieses Jahr mehr Vorschläge als jemals zuvor eingegangen. Da hilft dann wohl nur Daumen drücken.
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