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Computer
Jörg Schieb
5.02.10
Der amerikanische Onlinedienst Facebook wächst derzeit schneller als alle anderen sozialen Netzwerke: Über 400 Millionen Menschen sind
nach eigenen Angaben weltweit bereits registriert. In letzter Zeit lässt sich Facebook immer neue Dinge einfallen, um seine Mitglieder bei Laune zu halten und enger an sich zu binden.
Wenn es stimmt, was der in der Regel bestens informierte Blog
techcrunch berichtet, plant Facebook, schon sehr bald einen eigenen E-Mail-Dienst einzuführen. Bislang können sich Facebook-Benutzer nur untereinander Nachrichten zuschicken.
Diese Beschränkung soll offenbar fallen. Schon bald könnte dann jeder E-Mails mit der Absenderkennung @facebook.com verschicken. Für alle, die sich sowieso ständig bei Facebook aufhalten, vermutlich eine verlockende Perspektive - obwohl gerade erst ein
ernsthaftes Sicherheitsleck in den sozialen Netzwerken entdeckt wurde.
Einen eigenen Mail-Dienst in Facebook zu integrieren, ist aus Sicht des Netzwerks ein schlauer Schachzug, denn die meisten User halten ihrem Mail-Anbieter lange Zeit die Treue. Die Bindung wird also enger.
Gleichzeitig handelt sich Facebook aber auch Probleme ein. Denn E-Mail ist ein schwieriges Geschäft. Wie genau das alles aussehen wird, ob man auch per POP3 oder IMAP auf seine Mails wird zugreifen können (etwa mit dem Handy) oder nur über die Oberfläche von Facebook, das steht noch nicht fest. Facebook ist aber kein kleiner Fisch im Teich, sondern ein Hai - und muss sich deshalb mit anderen Haien messen lassen. Nur ein bisschen E-Mail, das wird wohl nicht gehen, sofern man Erfolg haben möchte.
Einfach wird es nicht. Als Anbieter muss man sich mit Spam-Problemen und Hack-Angriffen rumschlagen. Außerdem ist es ein teurer Spaß, als Mail-Provider aufzutreten - und es stellt sich erneut die Frage, wie Facebook eigentlich Geld verdienen will. Aber irgendeine Idee wird Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wohl sicher haben. Er verrät sie nur nicht.
Wieso Geld verdienen überlegen. Der Mann sitzt auf einem Goldesel, der auf einem Silberberg steht. Millionen Personen mit teilweise detailiert aufgeschlüsselten und offen dargebotenen sozialen Strukturen und Befindlichkeiten ... eine Heerschar von Commercials lechzt geradezu nach diesen Daten. Er muß den Vertrieb dieser Daten nur sehr geschickt anbringen. Eine gute Möglichkeit hierzu hat er ja schon: nen API um eben diese Daten abzugreifen. Dem Anwender wird das natürlich als tolle Möglichkeit verkauft darüber auch mit anderen Programmen oder selbsterstellten Services, via Scripting per zb. Ruby, Python, Perl und Co. darauf zugreifen zu dürfen. Der Umfang und die Möglichkeiten ist doch nur durch die dann vergebenen Rechte beschränkt. Wer zahlt kriegt halt mehr "Freiraum".
Carsten Werner am 5.02.10 18:02
Datenschutz?
Ich für mein Teil setze als Browser den FIREFOX (mit den AddOns Ghostery, NoScript und Addblock+) ein. Auf diese Weise haben die sogenannten "Tracker" keine Chance..
Andree am 6.02.10 10:00
Facebook will Nutzerdaten zu Geld machen und alles was dazu beiträgt wird auch umgesetzt. Schön zu sehen war das vor kurzem als Facebook die Privatsphäreneinstellungen gelockert hat, damit mehr Seiten aufrufbar und dadurch monetarisiert(Werbeklicks) werden können.
Franz am 7.02.10 18:18
Daran ist ja nun auch nichts verwerflich. Jedes Unternehmen muss sich finanzieren. Mich interessiert vor allem ob FB an besondere Features denkt oder nur auf Grund der Bereits vorhandenen Kunden den Service tragen möchte.
Hendrik am 9.02.10 0:51
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