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Computer
Jörg Schieb
12.01.10
Vor fast genau zehn Jahren konnte AOL vor Kraft kaum laufen. Auf rund 165 Milliarden Dollar wurde der Wert des Onlineriesen damals geschätzt. AOL war ein derart wertvolles Unternehmen, dass sogar eine Fusion auf Augenhöhe mit dem traditionsreichen Medienkonzern Time Warner möglich war.
Doch es sollte ein Abstieg in atemberaubendem Tempo folgen. Ein Dienst nach dem anderen musste schließen. Jetzt werden die Niederlassungen in Deutschland sogar komplett dicht gemacht.
So kann es kommen, wenn man den Markt falsch einschätzt und nicht die richtigen Entscheidungen fällt. AOL hat zu lange das Internet unterschätzt, war zu lange davon ausgegangen, mit einem eigenen, geschlossenen Onlinedienst punkten zu können, der nur den eigenen Kunden offen steht. Dabei wollten die Menschen irgendwann nur noch einen gut funktionierenden und vor allem günstigen DSL-Zugang. Stattdessen hat AOL seine Kunden auf die eigenen Onlineangebote gelenkt. Das hat nur eine Weile funktioniert - dann irgendwann nicht mehr.
Heute ist AOL nur noch mit einem kostenlosen E-Mail-Dienst, einem Infoportal und dem AOL Instant Messenger vertreten. Zu wenig, um als Haifisch im Becken zu schwimmen. AOL ist sozusagen zum Goldfisch geschrumpft. Wenn die Mitarbeiter in Deutschland den Hut nehmen müssen, wird das Infoportal weiter reduziert, was es sicher nicht attraktiver macht.
Onlinedienste wie E-Mail oder Instant Messenger lassen sich problemlos auch aus dem Ausland aufrechterhalten. Aber immer mehr User werden sich fragen, wieso sie AOL die Treue halten sollten, denn Innovationen oder vorzüglicher Kundensupport sind in Zukunft kaum zu erwarten.
Schade um AOL.
Hallo,
Es war nicht anders zu erwarten. Wer im Internet nachsieht, wird auf viele Foren treffen, wo sich unzufriedene Kunden gemeldet haben. Auch der Messanger von AOL war nicht der Hit, insbesondere dann, wenn man diesen auf einen Netzwerkcomputer installiert hatte. Danach lief auf dem Computer im Netzwerk nichts mehr. Mit einigem Aufwand konnte man das Problem beheben.
Ich mochte AOL nie.
Martin am 12.01.10 17:14
Mit AOL ist es wie mit CompuServ. Damals in der 1980er, mit nem Analog-Modem mit 9600Baud unterwegs - im Rausch der Geschwingkeit - war es ein Riese ... und nun: wer kennt noch CS ? praktisch Niemand.
Und nun trifft es eben ein weiteren Dinosaurier.
Und wer ist das nächste Echsentier? Microsoft ... ;-)
Carsten Werner am 12.01.10 18:27
Als Internetnutzer der ersten Stunde war ich erst Kunde von CompuServe (auch mit analogem Modem mit sagenhaften 9600 bit/s unterwegs), später dann war ich Kunde von AOL. Das Surfen im Internet war damals langsam und sauteuer (manchmal mehrere 100 DM pro Monat). Als ich Mitte der 1990er Jahre eine Email an AOL schickte und eine Flatrate oder sowas anregte und auf erste Angebote von Wettbewerbern verwies, lehnte man das rigoros ab. Das führte dann recht bald zu meiner Kündigung bei AOL und dem Nutzen eines Wettbewerbsangebots, zumal mir das nackte Internet und ein Emailprovider reichten. Den AOL-Schnickschnack brauchte ich nicht.
Diese Marktferne hat dann wohl dazu geführt, das auch AOL den Weg alles Irdischen gehen musste. Ich bedaure das in keinster Weise. Wohl hausgemacht, die Probleme
Ewald Ahlering am 12.01.10 19:04
Jetzt wo ich es lese wird es mir richtig bewusst. Früher vor oder kurz vor DSL Zeiten hatte man massenweise AOL CD,s , viele Bekannte waren bei AOL. Die haben scheinbar an den falschen Strippen gezogen. All zu scharf macht schartig.
MG am 12.01.10 20:28
was heisst Schade? Das ist so als hätte jeder Autohersteller seine eigenen Strassenkarten verkauft.
Seien wir froh den Unsinn los zu sein. Die Mitarbeiter freilich sehen das anders, aber die Schuld liegt bei den Versagern in den ManagerEtagen.
#k.
Kand.in.Sky am 12.01.10 21:59
Wenigstens konnten sich alle dank AOL mit praktischen CD-Glasuntersetzern eindecken, die einem von AOL auch noch frei Haus geliefert wurden.
Samlerstücke werden es aber aufgrund der Menge wahrscheinlich trotzdem niemals werden... ;-)
g. am 13.01.10 7:57
"Ja, bin ich denn schon draußen?" :-)
j. am 13.01.10 8:55
Tja, AOL verlangte halt einen extra Obulus für ihre Zusatzdienste, die nur keiner haben wollte.
Folglich liefen denen die Kunden weg...
Und statt flott auf diese Tatsache zu reagieren wird die Sache ausgesessen, in der Hoffnung "irgendwann werden sie es schon mögen". Klappte dann ja auch nicht...
Wie heisst es immer wieder so schön, gilt für DDR wie auch bei AOL: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. ;-)
Frank am 13.01.10 8:58
Ist ja auch so, dass Warren Buffett, der Multimilliardär , seine Aktien immer in Hamburgern, Bier, Cola usw. hält.
Im Notfall kann man Internet nicht essen.
Blink1 am 13.01.10 12:23
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