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Jörg Schieb
Klima-Konferenz zum Mitmachen
Die Entscheider der Welt treffen sich in Kopenhagen, um über die Folgen des Klimawandels zu debattieren - und natürlich auch, um erforderliche Gegenmaßnahmen zu diskutieren.
Erstmals können wir alle bei einer solchen Konferenz mehr oder weniger live dabei sein. Übers Internet. Wir können sogar unsere Meinung sagen: in 150 Zeichen langen Kurznachrichten - oder, indem wir Videobotschaften schicken oder offizielle Beiträge der Konferenz auf Youtube kommentieren. Das ganze Programm des Web 2.0 wird also geboten.
Das dänische Außenministerium nennt das Ganze "Bürgerdialog". In der Tat: Die Betreiber haben nicht nur eine
Webseite zur Konferenz eingerichtet, sondern auch spezielle Seiten bei
Twitter und
Facebook. Hier kann sich die Internetwelt informieren und diskutieren. Angeblich wollen die Deligierten sogar während der Konferenz Antworten auf Grußbotschaften aus der Internet Community zurück senden.
Eine sympathische Idee. Man will die Öffentlichkeit nicht nur informieren, sondern sie - très modern! - auch einbeziehen und so dokumentieren, dass der Klimawandel ein globales Problem und Thema ist.
Gut gemeint von den Betreibern, aber vermutlich wirkungslos. Denn die meisten Politiker bestaunen das Internet doch immer noch eher als merkwürdiges Phänomen, das nicht besonders ernst genommen werden muss - außer als Bedrohung, versteht sich. Ob sich die Entscheiderelite ernsthaft mit den Fragen, Sorgen, Anregungen und Forderungen der Webgemeinde beschäftigt?
Vermutlich nicht.
Vielleicht aber auch doch. Denn eine große Stärke des Internet ist seine Unberechenbarkeit. Hier lassen sich schnell Massen mobilisieren, überall auf der Welt. Und die kann man dann doch irgendwann nicht mehr ignorieren, auch wenn vermutlich der einzelne Kommentar, die einzelne Videobotschaft, untergeht.
So gesehen ist es auf jeden Fall zu begrüßen, was die Veranstalter in Kopenhagen auf die Beine gestellt haben. Allerdings: Englisch muss man schon können, denn allzu viele Sprachen werden auf den Konferenzseiten nicht gesprochen. Noch nicht.
Der aktuelle Blog-Eintrag als Podcast
Wieso muss man sich bei Twitter und Facebook anmelden um an einer temporäreren Veranstaltung teilzunehmen? Nur damit ich später irgendwelche nervigen Mitteilungen bekomme?
Peter am 9.12.09 23:25
Ich finde das eine tolle Sache. Allerdings muss ich auch sagen, dass dieses Thema wichtig für Alle ist. Somit sollte sich ein Umweg über evt. Mitgliedschaften in Internetforen gespart werden. Warum also ausschließlich über Twitter und Facebook? Es muss weitere Möglichkeiten geben.
Tangram am 12.12.09 9:17
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