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Computer
Jörg Schieb
Googles Betriebssystem fast fertig?
Google drückt derzeit mächtig auf die Tube: Der Suchdienst wird ständig erweitert, der hauseigene Browser Chrome im Blitztempo aufgepeppt und viele der zahlreichen Google-Dienste (Mail, Picasa, Docs, Calendar, Wave und viele andere) ständig um neue Funktionen ergänzt. Man könnte den Eindruck bekommen, Googles Entwickler schliefen niemals.
Und nun das: Wie der in der Regel gut unterrichtete Onlinedienst
techcrunch mitteilt, soll in der kommenden Woche für die meisten völlig überraschend Googles Betriebssystem Chrome OS fertig werden - und auf den Markt kommen.
Damit hatte wirklich kaum jemand gerechnet. Aber offensichtlich hat es Google wohl geschafft, sein Betriebssystem klammheimlich fertigzustellen - jedenfalls ohne großes Mediengetöse.
Chrome OS basiert auf den gleichnamigen Browser und ist sehr spärlich ausgestattet, dafür aber kostenlos zu haben (wie Linux). Anders als andere Betriebssysteme setzt Chrome OS voll und ganz aufs Internet. Wer Google kennt, den wundert das nicht: Auf Anwendungen jeder Art auf dem Computer selbst wird konsequent verzichtet, schließlich lässt sich heute alles direkt im Web erledigen, egal ob man Mails austauschen, Fotos bearbeiten, Texte schreiben, Zahlenkolonnen verarbeiten, Termine verwalten oder Blogs schreiben will.
Denn für alles hat Google entsprechende Onlinedienste im Angebot: Google Documents statt Microsoft Word oder Excel, Picasa statt iPhoto, Gmail statt Outlook und Google Calendar statt iCal. So will Google die Benutzer noch enger an seine Onlinedienste binden.
Google wird mit seinem Betriebssystem sicher nicht gleich Windows und Mac OS X verdrängen - aber durchaus bedrängen. Als erstes werden wohl kostengünstige Netbooks, die es schon ab 300 Euro zu kaufen gibt und derzeit sehr beliebt sind, mit Google Chrome OS ausgestattet werden. Das spart Kosten und Ressourcen.
Allerdings mangelt es derzeit offensichtlich noch an Gerätetreibern. Bedeutet: Viele Geräte oder Hardwarebausteine (Drucker, Laufwerke, Mäuse, Bildschirme...) werden von Chrome OS noch nicht unterstützt. Auf den meisten PCs wird Chrome OS daher noch gar nicht laufen.
Die Hersteller müssen erst entsprechende Software schreiben, damit Google Chrome OS damit klar kommt. Allein schon deshalb ist nicht damit zu rechnen, dass Chrome OS gleich aus dem Stand die Betriebssystemwelt ins Wanken bringt. Doch viele Hardwarehersteller haben hinter vorgehaltener Hand ihre Unterstützung zugesagt: Sie wollen Gerätetreiber entwickeln.
Ein kleines Beben wird es aber schon geben, sollte Chrome OS tatsächlich diese Woche zum Download bereit stehen. Zusätzliche Konkurrenz für Windows, Mac OS X und Linux - das kann nur gut sein. Vielfalt ist immer gut. Auswahl sowieso.
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zumindest golem.de vermutete dass Chrome OS eigendlich ein verkapptes Debian ist, und die Informationen scheinen schlüssig. Definitiv wird aber der Linux-Kernel als Basis genommen, also läuft ChromeOS auf allen Rechnern, die auch mit Linux klar kommen und das sind so ziemlich alle!
Ansonsten wurde gemunkelt, ChromeOS gäbe es pünktlich zum Marktstart von Windows7, diese Vermutung hat sich nun aber als falsch herausgestellt, dennoch war zu erwarten, dass ChromeOS recht zügig kommt.
vlg
martin
martinalex am 15.11.09 16:41
Vielfalt ist gut. Auswahl auch. Unbestritten. Und das Argument der 'Ressourcenschonung' mag bei den Winzlingen ja noch zutreffen. Aber das 'Auslagern' sämtlicher Anwendungsprogramme ins Netz für Notebooks und Desktop-PCs? Zu welchem Preis? Einerseits wird fast täglich über Sicherheitslücken, Datenlecks, Datenklau und, und, und rumgejammert. Im gleichen Atemzug zur besseren Absicherung der Elektronenmaxen aufgerufen. Und natürlich zum bewussten Umgang mit persönlichen (ggf. sensiblen) Daten. Bei diesem Betriebssystem ist man aber für jeden Schnullifax aber zwangsläufig im Netz, schreibt z.B. Bewerbungen, Geschäftsbriefe etc. Ob und wer dann bei der nächsten Panne (die ja niiie vorkommen wird) darauf unberechtigt zugreifen kann wird sich zeigen.
Vielleicht schlafen die Entwickler bei Google ja wirklich nie. In Punkto Sicherheit 'verschlafen' die aber dann doch manches. Beispiel gefällig? (Wahrscheinlich nicht nur) ich ärgere mich derzeit über die Flut von Spam im Usenet- aus... den GoggleGroups. Da wird zeitgleich ein Multiposting von einer Adresse themenfrend in Dutzende NGs gepostet (nein, nicht nur Viagra und Adidas zum 'Sonderpreis'- radikal-religiöse Inhalte/ IslamGirl- strafrechtlich relevante Texte wie vor einigen Tagen der NaziText von wegen KZs sind Lüge...)Einem so mächtigen System wie Google sollte es technisch möglich sein, solche Multiposts noch vor Weiterleitung zu erkennen und diese zu unterbinden. Geschieht aber offensichtlich nicht. Schlimmer noch- selbst Beschwerden über diesen Missbrauch laufen ins Leere.
Unfähigkeit oder Unwille?
Und genau diesen Damen und Herren nun Zugang zu noch mehr persönlichen Daten gewähren? Eh sich da nix ändert, Beschwerden und Bedenken ernst genommen werden- und auch ein besser erreichbarer Zugang zu 'abuse' möglich ist- never ever.
Michael Schlücker am 16.11.09 9:22
Ihr Wort in Gottes...Computers Ohr..Mikrofon Herr Schieb. Auswahl ist schön wenn es eine adäquate Wahl gibt.Mit Betriebssystemen mit denen man wirklich etwas anfangen kann. Da habe ich mit Google Chrome noch Zweifel. Ich stufe es für ein Probierobjekt für den Drittcomputer ein. Der Mastercomputer der ist immer noch MS süchtig, und ich fürchte es gibt erst einmal keine Möglichkeit für einen erfolgreichen Entzug.
MG am 16.11.09 18:07
Also ich habe gerade das Betriebssystem gewechselt von Windows 7 zu Mac OS. Ich bin sehr zufrieden. Beim Google OS bin ich sehr skeptisch wenn die Daten im Web bearbeitet und möglicherweise auch noch gespeichert werden. Ich möchte jederzeit die Kontrolle über meine Daten haben.
Christian am 17.11.09 9:34
Unnötig, wieso sollte ich meine Dokumente an einen Fremden auslagern?
karl am 17.11.09 9:44
Sicher, je mehr Browser es gibt desto besser ist es für den User. Der User hat die Auswahl und kann sich den Browser aussuchen.
Die Angst, dass Google den User, der den Chrome-Browser nutzt, halte ich für unbegründet.
Microsoft hat ebenso die Möglichkeit die User des Explorers auszuspionieren, was mit Sicherheit auch geschieht, nur darübr verliert das BITKOM keine Worte.
Siegmar am 19.11.09 15:42
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