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Computer
Jörg Schieb
Geräte aufladen - ohne Stecker und Kabel
Auf der IFA sind derzeit wieder viele neue Geräte zu bestaunen. Eins haben sie alle gemeinsam: Sie verbrauchen Strom.
Stationäre Geräte wie Fernseher, Hifi-Anlagen oder Haushaltsgeräte steckt man in die Steckdose, dann ist Ruhe. Schwieriger ist es mit der rasch wachsenden Zahl an Mobilgeräten. Auch die müssen regelmäßig an die Steckdose, um den Akku wieder aufzuladen.
Doch nahezu jedes Gerät hat einen eigenen Adapter mit anderen Steckern. Darum fliegen zu Hause unzählige Adapter herum - und irgendwann weiß man gar nicht mehr, welches Gerät an welchen Adapter angeschlossen werden muss.
Doch das könnte tatsächlich ein Ende haben. Künftig legt man die Digitalkamera, das Handy, den Organizer oder die Videokamera einfach irgendwo ab - und das Gerät wird kontaktfrei aufgeladen. Kein Stöpseln, keine Stecken. Die Energie wird kabellos übertragen, quasi durch die Luft.
Wireless Resonant Energy Link (WREL) nennt sich dieses Verfahren, das unter anderem von Intel entwickelt wird, um Notebooks kabellos aufladen zu können. Techniker konnten mit dieser Technik bereits eine 60-Watt-Glühbirne zum Leuchten bringen, bei einem Abstand von über einem Meter zur Stromquelle.
Ziel des Ganzen: Mobilgeräte kabellos mit Strom zu versorgen, um den Akku zu schonen. Denkbar wären zum Beispiel Flughafen-Lounges oder Büros, die mit einer solchen unsichtbaren Energiequelle ausgestattet sind. Betritt man solche Räume, werden Handys und Notebooks wie von Wunderhand aufgeladen.
Allerhand!
Das Ganze wird schon "Witricity" genannt. Wireless Electricity, kabellose Elektrizität.
WREL macht sich einige physikalische Grundregeln zu Nutze. Hier kommen elektrische Spulen zum Einsatz, die auf derselben Frequenz rotieren und somit Energie von einer auf die andere Spule übertragen können. Noch sind die Spulen recht groß. Zu groß für den praktischen Einsatz. Doch das soll sich schnell ändern. Schon in fünf Jahren werden sich Geräte dann wirklich drahtlos aufladen lassen.
Also mir ist alles willkommen, was den Kabelsalat auf und unter dem Schreibtisch reduziert. Das könnte mit WREL klappen - und das finde ich gut.
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Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine solche Strahlung, die zugleich Energieträger ist, als harmlos einzustufen ist. Man streitet sich ja schon wegen der Handystrahlung. Schon jetzt strahlen Dutzende Router und DECT-Telefone um mich herum (Etagenwohnung). Jetzt auch noch Strom. Wo soll das alles enden?
Daniel am 30.08.08 19:11
Soso, die Spulen rotieren also ...
... das dürfte die Energieübertragung natürlich schwieriger machen.
harkpabst meliantrop am 31.08.08 1:18
Hallo, hat da wer in Physik nicht aufgepasst ? Die Energiereichen Wellen sind dann in den Räumen, nicht nur die Geräte, welche geladen werden sollen, können die aufnehmen. Wie steht es mit Herzschrittmachern, Insulinpumpen oder auch dem guten alten Gehirn? Laden wir das dabei auch gleich mit neuer Power auf? Aber wer weiß, vielleicht wird es ja eine neue Hinrichtungsmethode in den Vereinigten Staaten, dafür klingt es jedenfalls besser geeignet
dobby.s am 31.08.08 1:26
Also neu ist das aber nicht!?
Meine zehn Jahre alte elektrische Zahnbürste wird so aufgeladen. Ohne kontakt, ohne Stecker.
Thommy am 31.08.08 9:57
Ich halte das für unnötigen Unsinn. Zum einen werden mit Sicherheit einige Hersteller wieder mit Sonderlösungen um die Ecke kommen, und dann hat man wieder einen Verhau an Ladegeräten. Zum anderen ist es eine Energieverschwendung, denn ich kann mir nocht vorstellen, dass die Übertragung fast ohne Verluste geschieht. Da wird sicher etliches in die Umgebung abgestrahlt. Sinnvoller wäre es, wenn man die kleinen Helferchen einfach am USB-Port aufladen könnte, oder meinetwegen irgendeine andere Standardlösung. Hauptsache, ich muss im Urlaub nur einen Klotz ins Gepäck packen.
Silvio Martin am 31.08.08 11:42
Kabelloses Aufladen gibt es bei elektrischen Zahnbürsten schon ziemlich lang.
anonym am 31.08.08 12:04
Ein Internetrouter darf in Deutschland nicht mehr als 0,1 Watt an Sendeleistung besitzen. Um eine 60 Watt Glühbirne zum Leuchten zu bringen, muss also eine Leistung von mindestens 60 Watt übertragen werden. Bei einem Wirkungsgrad von 25% (laut Wikipedia liegt er noch weit darunter) muss man also mindestens 240 Watt Sendeleistung annehmen, was der Strahlung von 2400 Routern entspricht.
Wenn, dann könnte ich mir evtl. vorstellen, dass eine einzelne Tischplatte mit dieser Technologie ausgestattet wird und die darauf liegenden Geräte versorgt werden. Aber einen ganzen Raum damit zu versorgen...
Physiker am 31.08.08 16:49
@physiker: Der Wirkungsgrad soll nicht bei 25, sondern bei 75% liegen. Ein wichtiger Unterschied ist, dass nichts "gesendet" wird, sondern ein Induktionsfeld entsteht. Das ist schon was anderes. Wenn Zahnbürsten sich so aufladen lassen, dann weil es nahezu keinen Abstand zwischen Gerät und Ladestation gibt. Das ist bei dem genannten Projekt nun ganz anders. Ich bin ja selbst sehr erstaunt, aber Intel hat das Prinzip dieser Tage öffentlich vorgeführt. Es ist halso kein Hirngespinst. :)
Jörg Schieb am 31.08.08 17:53
Hallo Herr Schieb,
Steckerlos ist nichts neues. Das erste mal wurde eine solche Technik bei "Großproduktionen" bei den Akkuzahnbürsten der Marke Braun eingesetzt. Bis heute sein sehr gutes Induktionsprinzip, meine Funktioniert nach 10 Jahren nochimmer, und das ohne Wechsel des Akkus :-)
Gruß
Stecker -> Gerald Mann
Stecker am 10.11.08 11:15
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