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Computer
Jörg Schieb
Bill Gates tritt ab - und stellt den Weltscanner vor
Nun ist es also passiert: Bill Gates hat zum zehnten und letzten Mal in Las Vegas die größte Messe für Unterhaltungselektronik weltweit eröffnet - und gleichzeitig seinen letzten großen öffentlichen Auftritt hingelegt. Rund 4.000 Besucher haben sich im "Grand Ballroom" des Venetian Hotels eingefunden. Schon Stunden vorher musste man sich in die Warteschlagen einreihen.
Was aber macht ein Ex-Microsoft-Chef, wenn er in Rente geht? Genau das wurde in einem witzigen Einspielfilm thematisiert. Bill Gates sitzt in seinem neuen Büro und ruft einige US-Prominente an und versucht, seine Ideen zu verkaufen. Menschen wie George Clooney, Steven Spielberg, Bono von U2 oder Hillary Clinton und Barack Obama nehmen die Anrufe an - und alle lehnen höflich, aber bestimmt ab: Nein, wir können Dich nicht gebrauchen. Nur Barack Obama fragt: "Bill? Bill Clinton?"
Das ist die amerikanische Art, mit so etwas umzugehen. Die Prominenten erweisen dem Microsoft-Gründer so ihren Respekt. Von der öffentlichen Bühne verschwinden wird Gates aber nicht. Er wird nur über andere Themen sprechen, denn Gates wird sich künftig ausschließlich um die Bíll und Melinda Gates Foundation kümmern. Jene Stiftung, die Gates mit mehreren Milliarden Dollar ausgestattet hat. Das Geld wird in die Malaria-Forschung, die AIDS-Forschung oder andere soziale Projekte wie Schulbildung investiert.
Aber natürlich wurden auch technische Aspekte geboten. Neben vielem, was man bereits kennt, war das Interessanteste vielleicht der "Weltscanner": Bill Gates hielt ein Gerät in der Größe eines Schuhkartons in der Hand. Wenn die eingebaute Kamera eine Person, einen Gegenstand oder ein Gebäude erfasst hat, konnte es passieren, dass der eingebaute Computer wie in einem Science-fiction-Film mit Arnold Schwarzenegger Infos dazu präsentiert. Mal scannt Gates seinen Gesprächspartner auf der Bühne, schon erscheint der Name - sowie einige Infos: "Schuldet Dir noch 20 Dollar". Mal scannt Gates den Eingang eines Restaurants, und es erscheinen Infos über das Restaurant, inklusive aktuellem Menüs, Stadtplan, Telefonnummer und Preise.
Dieser "World Scanner" ist noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium - oder vielleicht auch erst ein Konzept. Doch die Präsentation sollte klar machen, wohin die Reise geht: Handys, ohnehin mit Kamera ausgestattet, sollen in Zukunft bei der Orientierung helfen. Man gibt nicht mehr ein, wo man sich befindet, sondern das Handy erkennt mit Hilfe der Kamera selbst, wo man ist - ein Schwenk über den Straßenzug soll genügen. Lassen wir uns überraschen.
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