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Computer
Jörg Schieb
15.01.08
Jetzt, wo die Musikindustrie so allmählich zu begreifen scheint, dass es wohl doch besser ist, auf lästigen Kopierschutz zu verzichten, wäre es doch vielleicht auch mal an der Zeit, folgende Tatsache laut auszusprechen: MP3 gehört in Rente. Doch, doch, Sie haben richtig gelesen: MP3 hat seine besten Zeiten hinter sich. Denn es gibt längst bessere Audioformate als MP3. Zum Beispiel AAC, das "Advanced Audio Coding".
Apple setzt bei iTunes bereits AAC ein. Ein in MPEG4 AAC kodierter Song braucht rund 1/3 weniger Speicherplatz als ein MP3-Song in derselben Qualität. Oder anders gesagt: Ein mit 128 KBit/Sekunde in AAC codierter Musiktitel entspricht einem mit 160 KBit/Sekunde codiertem MP3. Man bekommt also mehr Qualität bei gleichem Speicherbedarf.
Moderne MP3-Player beherrschen heute längst auch andere Standards wie WMA (Windows Media Audio) und eben AAC. Kleiner Schlenker am Rande: Deshalb ist der Begriff "MP3-Player" eigentlich auch nicht mehr ganz korrekt. "Media-Player" wäre deutlich besser, zumal viele Player heute ohnehin auch Fotos und/oder Videos zeigen können. Aber das eben nur am Rande.
Lange Rede, kurzer Sinn: Warum also nicht gleichzeitig DRM (Digital Right Management) und MP3 auf dem Medienfriedhof beerdigen und sich für AAC oder - noch besser! - für ein verlustfreies Audioformat entscheiden? Die meisten Musikliebhaber, die ich kenne, würden das begrüßen.
Ein verlustfreies Audioformat auf mobilen Audioplayern ist technisch wenig sinnvoll, weil die Kompression fehlt. Oder wollen Sie etwa Audiodateien mit BZIP kodieren?
Thomas Nagel am 15.01.08 19:24
Für AAC werden doch aber auch Lizenzgebühren fällig, oder irre ich mich?
Wie wärs mit dem .ogg-Format?
(Gefährliches Halbwissen.)
Michel Balzer am 15.01.08 19:42
... oder besser gleich... OGG-Vorbis.
Gute "Media Player" beherrschen das auch und es hat den Charme qualitativ hochwertig UND Freie Software zu sein.
Gruß
Stephan M.
Stephan Marx am 15.01.08 20:32
Verlustfrei ist schön und gut, aber der Speicherplatz ist auch nicht unendlich... und ich hab es schon ganz gern, wenn ich meine ganze Musiksammlung (oder einen grossen Teil davon) mit mir rumtragen kann... Weiterer Vorteil von verlustbehaftet: Songs wiederholen sich im shuffle-Modus nicht so oft.
Und mittels Wiedergabelisten kann man seine Musik auf auf einem Media-Player gut einteilen etc und braucht nicht immer mit dem Computer zu Syncroniesieren.
Und vielleicht sollte man auch noch zusätzlich einen freien Codec (Ogg Vorbis) mit einbauen (geringe Zusatzkosten, grosser Mehrwert, vor allem bei Stücken mit niedriger Bitrate.
Ausserdem kann man auf dem Fahrrad die Musik nicht so hören, dass verlustfrei zu erkennen wäre... und Verlustfrei gibts dann ja immer noch auf der CD im heimischen Wohnzimmer...
martin
Martin am 15.01.08 20:34
Oder man nutzt vorbis, um dem Lizenzproblem aus dem Weg zu gehen.
Auch vorbis ist bei gleicher Dateigröße deutlich besser als mp3.
Leider fehlt noch etwas Hardwareunterstützung, aber auf iPods und vielen Anderen kann man mit rockbox auch vorbis und flac (verlustfrei) abspielen.
John am 15.01.08 20:38
Warum nicht gleich die ganze Freiheit und auch noch zu einem Lizenzfreien Format, wie bspw. Ogg, wechseln. Das würde die, teilweise absurd anmutenden, rechtlichen Probleme die z.B. freie Betriebssysteme mit Audio und Video Codecs haben auch ausräumen und damit würde tatsächlich mal was erreicht werden.
Denn als Linux Nutzer kann man sich immer nur wieder ärgern wenn Onlineangebote, leider auch in großem Stil von öffentlich-rechtlichen Medien, in unfreien Formaten angeboten werden und alle vom Microsoft-Diktat befreiten Nutzer so regelrecht gezwungen werden rechtlich bedenkliche Lösungen zu wählen, oder gar tatsächlich für diverse Angebote noch gezwungen werden eine Microsoft Windows Lizenz zu kaufen um die Angebote nutzen zu können. Diese Arte der Diskriminierung der freien Betriebssysteme halte ich persönlich für nicht hinnehmbar, es sollten, gerade die öffentlich rechtlichen Angebote, barrierefrei, auch im Bezug auf die Wahl des Betriebssystemes, angeboten werden.
Liebe Grüße,
Torben R.
Torben R. am 15.01.08 20:39
Sicher ist AAC besser. Aber MP3 ist gut genug für das, was die meisten Player (und Ohrhörer) als Qualität bieten. Und MP3 kann nun wirklich jeder. Warum sollten die Anbieter auf alle potentielle Kunden verzichten, deren Player kein AAC können. Die werden sich ihren Markt doch nicht künstlich verkleinern.
Nicht zu vergessen, das es unzählige PC Programme gibt, die mit MP3 klarkommen. AAC ist da, abgesehen von iTunes, immer noch ein Exot.
Technisch hast Du recht. AAC ist besser. Aber das reicht nicht, um MP3 abzulösen.
Martin am 15.01.08 22:45
Wenn ich irgendwo lossless audio ohne Kopierschutz online zu einem akzeptablen Preis kaufen kann, dann hält mich nichts mehr vom Konsum ab! Aber für ein MP3 Geld auszugeben sehe ich nicht ein. Für lossless eignet sich übrigens hervorragend die Rockbox-Firmware. Ich benutze sie auf einem player von Sandisk.
Flo am 15.01.08 23:57
Video2000 war auch besser als VHS. Hat es sich durchgesetzt? MP3 hatte die Gunst der frühen Stunde. Ich glaube kaum dass die Masse der Leute Lust hat, ihre vorhandenen MP3 Files umzuwandeln, oder neu zu wandeln. Ich werde meine CD-Sammlung nicht neu anfassen, um weniger Platz zu benötigen. Und die Qualität reicht für meine Belange völlig aus.
Rüdiger Kohl am 16.01.08 9:14
Wie diverse Vorredner schon angemerkt haben
sollte mp3 nur durch ein Patentfreies Format ohne Lizenzgebühren ersetzt werden!
OGG-vorbis ist nicht nur besser als
mp3 sondern auch als AAC.
U.a. test in c't 19-2002.
Es kommt bei Vergleichen auch Stark darauf an mit welchen Programm und welcher Version eine komprimierte Datei erstellt wurde
jogo am 16.01.08 10:02
Das ist ja nicht so verkehrt, aber: wer hat schon Lust ca. 700 GB an MP3-Dateien in ein AAC-Format umzuwandeln? Es hat schon genug Zeit gekostet die ganzen CDs auf einem PC einzulesen.
za4ra am 16.01.08 10:06
Ich finde die Entscheidung auch etwas schwierig.
Zumindest habe ich beim nachsehen festgestellt, dass meine Player (ein mobiler 20GB HDD Player und mein Streaming-Client) beide AAC unterstützen.... nicht aber OGG, MPC und was es sonst noch an "bessern" Alternativen gibt!
Und was bringt mir die bessere Qualität bei niedrigen Bitraten, wenn man sowas in der Regel eh nie nutzt! Meine MP3-Sammlung hat durch die Bank min. 192kBit/s.
Soweit ich weiß werden die Unterschiede bei höheren Bitraten immer geringer. Somit wäre der Vorteil von "moderneren" Verfahren schnell wieder weg.
Verlustfrei ist da schon was anders! Nur da unterstützen meine Player auch nix von... :-(
Frank am 16.01.08 11:24
@za4ra:
Ich glaube die wenigsten würden
"in einem Rutsch" alte mp3 umkodieren
(Qualitätsverlust) oder alles neu
codieren, sondern bei Neuerfassung
(hoffentlich) auf OGG Wechseln (=> Patentdebatte, =>unabhängigkeit von einzelnen Herstellern).
Die Hardware, die ogg unterstützt, kann üblicherweise auch mp3 abspielen - so daß man schrittweise umsteigen kann.
Bei Softwareplayern ist das eh kein Problem. Gute Player unterstützen diverse Formate (mp3, ogg,...)
gruß jogo
jogo am 16.01.08 11:28
Ich verstehe diese Diskussion nicht über dieses angeblich veraltete mp3-format ... sicherlich muss es Standarts geben die platzsparender,schneller, qualitätsfördernd sind ... aber warum gleich Worte wählen wie Medienfriedhof / Rente benutzen.
PS Man ist auch ein richtiger Musikliebhaber wenn man nich in 320 kb/s Musik hört.
A. Pol am 28.01.08 12:09
Ich nutze nur noch Lossless-Formate. Klar gehen da z. Zt. noch nicht ganz so viele Dateien auf den Player wie vorher. Aber dieses Problem (verfügbarer Speicherplatz wird immer billiger) wird sich über kurz oder lang erledigt haben.
Thorsten Neuhaus am 4.02.08 11:46
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