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Computer
Jörg Schieb
12.01.08
Nun hat also auch Sony BMG klein beigegeben und sich offiziell vom Kopierschutz verabschiedet. Nach EMI, Universal und Warner hat wohl auch Sony BMG eingesehen, dass Digital Right Management (DRM) nicht die passende Antwort auf Absatzprobleme ist. Im Gegenteil. Damit sind jetzt alle vier großen Labels "bekehrt". Die meisten kleinen, unabhängigen Labels haben ihre Musik ohnehin schon lange ohne lästiges Right Management verkauft.
Aber bitte trotzdem nicht zu früh gefreut: Erstmal gibt es die Onlinemusik ohne Gängel-Management leider nur bei Amazon USA. Hier gibt es ab sofort ausschließlich Musik ohne DRM. Damit ist Amazon ein wirklich großer Coup gelungen. Kaum jemand hätte gedacht, dass alle vier großen Labels so schnell auf die kundenfreundliche Variante einschwenken würden. Allerdings hat Apples iTunes vor einigen Monaten mit Musiktiteln von EMI den Anfang gemacht.
Dass Sony BMG einschwenkt, ist eine überraschende Wendung. Denn noch Anfang der Woche hatte Sony ein Verkaufsmodell vorgestellt, das im Web regelrechte Lachanfälle verursacht hat: Die Kunden sollten in echten Shops Karten kaufen und dort dann Codes freirubbeln, die wiederum zum Einkaufen DRM-freier Musik im Web berechtigen sollten. Nicht verstanden? Macht nichts. Die Idee ist zum Glück schnell beerdigt worden.
Wann es derart viel DRM-freie Musik auch in Deutschland geben wird, steht noch nicht fest. Allzu lang wird es aber wohl nicht dauern. In vergleichbaren Fällen ist das in jüngster Vergangenheit immer recht schnell gegangen.
In Europa ist aber, bis auf den „iTunes Music Store“ noch nicht (viel) davon zu sehen. Hier ist es bisher nur bei Absichtserklärungen geblieben.
Ich denke auch nicht, dass die Musik Industrie diesen Schritt komplett umsetzt. Vielleicht bei älteren Titeln oder neuen Bands, die sich etablieren wollen. Von Titeln, die gerade vermarktet werden, fehlt mir als Kunde jetzt das Vertrauen.
Bisher behandelte diese Industrie ihre Kunden als „potenzielle Kriminelle“, dabei möchte ich als Kunde doch nur meine gekaufte Musik auf jedem mir zur Verfügung stehendem Gerät hören können (ich habe doch dafür gezahlt). Da sollen die sich nicht wundern, wenn sie künstliche Sperren einführen, das ich diese entweder umgehe oder keine Musik mehr kaufe. Und an das „nicht kaufen“ kann man sich gewöhnen.
Christian Pietsch am 21.01.08 11:16
Solange man auch mit DRM-freier Musik nicht dasselbe tun kann, wie mit gekauften CDs (Weiterverkaufen z.B.) ist jeglicher Download-Kauf von Musik für mich uninteressant!
MrReset am 28.01.08 13:29
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