WDR.de
Computer
Jörg Schieb
7.01.08
Seit nunmehr fünf Jahren kämpfen die beiden konkurrierenden Formate
Blu-Ray und
HD-DVD um die offizielle Nachfolge der klassischen DVD. Das Dilemma für uns Konsumenten: Wer sich für ein Format entscheidet und einen entsprechenden Player für den HD-Flachbild-Fernseher zu Hause kauft, kann mit Filmen der jeweils anderen Formatwelt rein gar nichts anfangen. Es sei denn, er kauft sich einen Kombiplayer, der beide Formate abspielen kann. So etwas gibt es, aber natürlich sind solche Player deutlich teurer.
Was die Sache nicht einfacher macht: Viele Filmstudios sind heute fest in der Hand großer Konzerne wie Sony oder Time Warner, die so Einfluss darauf nehmen können, in welchem Format die Filme auf den Markt kommen. Jedenfalls nur selten in beiden Standards. Und das hat durchaus Einfluss auf die Attraktivität des jeweiligen Standards. Nun hat das große Hollywood-Studio Warner Bros. auf der
CES überraschend bekannt gegeben, dem Standard HD-DVD den Rücken zu kehren und künftig auf Blu-Ray zu setzen. Ein herber Rückschlag für das HD-DVD-Konsortium, dem unter anderem Toshiba und Microsoft angehören. Deshalb wurde eine eigentlich anberaumte Pressekonferenz der HD-DVD Promotion Group auf der Konsumermesse CES kurzfristig abgesagt. Begründung: Man müsse sich erst beraten.
Player, die den HD-DVD-Standard unterstützen, sind günstiger als Blu-Ray-Player. Es gibt technische Unterschiede, logisch, aber für den unbedarften Konsumenten sind diese Unterschiede erst mal marginal. Ein hoch aufgelöstes Seherlebnis bieten beide Standards. Doch mit der Entscheidung von Warner ist die Entscheidung in meinen Augen gefallen: Der Vorsprung von Blu-Ray ist damit eigentlich so gut wie nicht mehr aufzuholen.
Ich hab' nur zwei Augen! Mir reicht DVD. Alles andere ist meiner Meinung nach Bedarfsgenerierung durch Werbung. Man kann doch nicht schärfer sehen als scharf, oder? Außerdem kommt die Message eines
guten Films auch Mono und in Graustufen gut an. Daher sollte man eventuell mal daran denken, sich solcher Diskusionen, ob Blue-Ray oder HD-DVD, nicht mehr auszusetzen.
Hans Much am 7.01.08 23:50
Lieber Herr Schieb, mit Intersse lese ich Ihre Artikel. Möchte nur auf einen Druckfehler im 2. Absatz aufmerksam machen. Es muß "großer" heißen.
mfg
Kersten
Hans Kersten am 8.01.08 8:38
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Nun ist es also passiert: Bill Gates hat zum zehnten und letzten Mal in Las Vegas die größte Messe für Unterhaltungselektronik weltweit eröffnet - und gleichzeitig seinen letzten großen öffentlichen Auftritt hingelegt. Rund 4.000 Besucher haben sich im "Grand Ballroom" des Venetian Hotels eingefunden. Schon Stunden vorher musste man sich in die Warteschlagen einreihen.
Was aber macht ein Ex-Microsoft-Chef, wenn er in Rente geht? Genau das wurde in einem witzigen Einspielfilm thematisiert. Bill Gates sitzt in seinem neuen Büro und ruft einige US-Prominente an und versucht, seine Ideen zu verkaufen. Menschen wie George Clooney, Steven Spielberg, Bono von U2 oder Hillary Clinton und Barack Obama nehmen die Anrufe an - und alle lehnen höflich, aber bestimmt ab: Nein, wir können Dich nicht gebrauchen. Nur Barack Obama fragt: "Bill? Bill Clinton?"
Das ist die amerikanische Art, mit so etwas umzugehen. Die Prominenten erweisen dem Microsoft-Gründer so ihren Respekt. Von der öffentlichen Bühne verschwinden wird Gates aber nicht. Er wird nur über andere Themen sprechen, denn Gates wird sich künftig ausschließlich um die Bíll und Melinda Gates Foundation kümmern. Jene Stiftung, die Gates mit mehreren Milliarden Dollar ausgestattet hat. Das Geld wird in die Malaria-Forschung, die AIDS-Forschung oder andere soziale Projekte wie Schulbildung investiert.
Aber natürlich wurden auch technische Aspekte geboten. Neben vielem, was man bereits kennt, war das Interessanteste vielleicht der "Weltscanner": Bill Gates hielt ein Gerät in der Größe eines Schuhkartons in der Hand. Wenn die eingebaute Kamera eine Person, einen Gegenstand oder ein Gebäude erfasst hat, konnte es passieren, dass der eingebaute Computer wie in einem Science-fiction-Film mit Arnold Schwarzenegger Infos dazu präsentiert. Mal scannt Gates seinen Gesprächspartner auf der Bühne, schon erscheint der Name - sowie einige Infos: "Schuldet Dir noch 20 Dollar". Mal scannt Gates den Eingang eines Restaurants, und es erscheinen Infos über das Restaurant, inklusive aktuellem Menüs, Stadtplan, Telefonnummer und Preise.
Dieser "World Scanner" ist noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium - oder vielleicht auch erst ein Konzept. Doch die Präsentation sollte klar machen, wohin die Reise geht: Handys, ohnehin mit Kamera ausgestattet, sollen in Zukunft bei der Orientierung helfen. Man gibt nicht mehr ein, wo man sich befindet, sondern das Handy erkennt mit Hilfe der Kamera selbst, wo man ist - ein Schwenk über den Straßenzug soll genügen. Lassen wir uns überraschen.
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