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Computer
Jörg Schieb
22.11.07
Wirklich keine guten Nachrichten, die der US-Marktforscher Nemertes derzeit verbreitet. Wenn es stimmt, was die Experten herausgefunden haben, dann steht dem Internet spätestens im Jahr 2010 der totale Kollaps bevor.
Der Grund: Es gibt einfach zu viel Traffic. Zu viel Datenverkehr. Da sich immer mehr Menschen Videos im Netz anschauen und auch das Fernsehen ins Internet wandert (Stichwort: IPTV), reichen die Bandbreiten schon bald nicht mehr aus. Heute werden allein bei Youtube 100 Millionen(!) Videos am Tag angeschaut. Das bindet jede Menge Kapazitäten.
Also die Infrastruktur ausbauen? Klar! Das passiert auch, ist aber zum einen extrem teuer und geht zum anderen wohl auch nicht schnell genug. Wenn wir erst mal alle Youtube, WebTV, Video on Demand und so weiter gucken, und zwar jeden Tag, geht also womöglich bald gar nichts mehr.
Das skizzierte Szenario erinnert mich allerdings ein bisschen an Vorhersagen Ende des 19. Jahrhunderts. Da haben Experten den totalen Verkehrsinfarkt in London vorhergesagt - weil die rasch wachsende Zahl an Pferden vor den Kutschen und Droschken bei der Arbeit einfach zu viel "Ballast" abgeworfen haben.
Es ist nicht zum befürchteten Infarkt gekommen. ;-)
Das Auto hat die Kutsche abgelöst.
Dennoch: Dieses
Video und dieses
Video erklären eindrucksvoll, wieso es im Internet immer enger wird. Wieso die Bandbreiten bald schon nicht mehr ausreichen könnten. Da ist zweifellos viel Wahres dran.
Was wir brauchen, ist also so etwas wie eine Agenda 2010 fürs Internet. Damit wir auch in drei Jahren noch so flott durchs Web brausen können wie heute.
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da hat wohl einer die Studie nicht ganz verstanden die bezieht sich nur auch Nordamerika und speziell die USA dar die dortigen Netzbetreiben nicht allzu viel in ihr Netz investieren. Wir dagegen in Europa sind davon ganz und gar nicht betroffen ausser wenn wir auf Seiten zugreifen die in den USA gehostet sind. also nächstes mal genauer lesen und nicht nur Videos anschauen.
hagentheh am 22.11.07 15:16
Rüchtüg, hagentheh! Hinzu kommt, dass diese Studie von der Internet Innovation Alliance (IIA) bezahlt wurde, die seit Jahren fordert, dass google, ebay, amazon & Co. (also genau die, deren Traffic die Studie als "gefährlich" ansieht) für den Traffic, den ihre User verursachen, bezahlen sollen.
Übrigens wurde dieses Schauermärchen schon Anfang 2000 für die Jetztzeit vorhergesagt - heute haben wir Bandbreite im Überfluss und billich wie nie.
Ich les' dann lieber weiter bei golem als beim WDR;-)
vaikl am 22.11.07 17:03
Folgende Maßnahmen würden den geschätzen Kollaps um 2010 weiter in die Zukunft verlegen
a) Windows wird verboten, oder Microsoft investiert für jeden gekaperten Windows Zombie-PC die eingenommenen Lizenzgebühren in den Netzausbau.
b) Sender-Policy-Framework für EMail wird Pflicht.
c) Spamer nach Guantanamo !!!
..und dann kann man auch wieder in Ruhe youtube gucken :D
Freddy am 22.11.07 19:58
Köstlich,
da wird mir im Video erklärt, warum die vielen Video-Gucker das Netz verstopfen... ein Schelm, wer böses dabei denkt...? ;-)
Cäcilia am 23.11.07 14:15
Ich gehe schon davon aus, dass sich ein Kollaps genau so auf Europa auswirken wird. Die Videos müssen immerhin auch irgendwie nach Europa transportiert werden und ausgeliefert werden. Zudem gibt es auch europäische Videoportale . Natürlich wird das Nadelöhr immer dort sein, wo der Server steht.
Da werden sich die globalen Content Delivery Networks wie z.B Akamai sicherlich freuen. Die haben Lösungen um die Inhalte möglichst vor Ort auszuliefern und nicht unnötige Routen über das Internet zu nehmen. Falls die Inhalte nicht cachebar sind, dann wird der Stau durch Routenoptimierung einfach umfahren.
GPS fürs Internet, das gibts tatsächlich;)
Nico am 26.11.07 11:46
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