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Computer
Jörg Schieb
19.11.07
Wäre es nicht schön, seine Lieblingsbücher immer mit dabei zu haben? Und dann gleich auch noch alle wichtigen Zeitungen, Zeitschriften und Blogs? Klar, schlecht wäre das nicht. Aber mehr als drei Bücher nimmt wohl kaum jemand mit in Urlaub... Zu schwer. Doch auch Bücher gibt es längst digital. Und die nehmen nunmal keinen Platz weg. Nur Speicherplatz.
Auf einem Notebook lesen sich Bücher aber nicht besonders bequem. Auch auf Organizer und Handy nicht. Also muss eine Art iPod für Bücher her. Ein schickes, aber auch praktisches Gerät, das sich mit Büchern betanken lässt, mit einer 1a-Bildqualität glänzen kann und trotzdem Speicherplatz für reichlich eBooks bietet. Als vor einigen Jahren die ersten eBooks auf den Markt kamen, sind sie total gefloppt. Kein Wunder: Die Geräte waren unglaublich teuer, sperrig und unhandlich.
Doch jetzt will es Amazon wissen. Der größte Onlineshop für Bücher verkauft nun viele Bücher auch in digitaler Form. Und den passenden "Reader" gibt es gleich dazu: Seit Montag kann man in den USA
Kindle kaufen. Amazons eBook kostet stolze 400 Dollar (etwa 300 Euro) und soll in der Lage sein, sich bis zu 200 digitale Bücher zu merken. Abbildungen inklusive.
Kindle-Benutzer haben schon jetzt die Qual der Wahl. 80.000 Bücher, Zeitschriften und Blogs warten darauf, geladen und unterwegs gelesen zu werden. Die Daten landen per WLAN oder Datenfunk im Gerät. Man muss den eBook-Reader also nicht an den PC anstöpseln. Das ist schon mal gut. Das Display ist allerdings nur schwarzweiß, was den Akku schont. Der soll mehrere Tage halten. Aktuelle Bestseller gibt es für 9,99 Dollar zum Download.
Ein durchaus interessantes Konzept - und zweifellos das bisher beste eBook, das ich gesehen habe. Aber ich habe dennoch meine Zweifel, dass Amazon damit der Durchbruch gelingt. Denn dafür ist das Gerät einfach noch zu teuer... 400 Dollar, nur um unterwegs Bücher lesen zu können? Ich weiß nicht. Auf der anderen Seite: Der erste iPod war auch nicht viel billiger.
Schick? Das Ding ist doch potthäßlich. Na ja, ist letztendlich Geschmackssache. Und wozu die komplette Tastatur? Ich dachte das sei ein eBook zum Lesen und kein PDA-Ersatz?
Apropos Display. Das ist übrigens deshalb schwarz-weiss, weil es ein e-Ink Display ist. Das braucht zwar tatsächlich sehr wenig Strom. Hauptzweck ist aber der im Vergleich zu normalen LCD-Displays deutliche höhere Kontrast. Habe leider noch keines live gesehen, e-Ink Displays sollen aber der auf Papier gedruckten Schrift schon ziemlich nahe kommen. Und zum Lesen reicht schwarz-weiss völlig.
Martin am 20.11.07 8:30
Wieder ein untauglicher Versuch, Elektronik-Müll unters Volk zu bringen.
Unpraktisch, potthäßlich und unglaublich teuer. 400 Dollar und dann noch 10 Dollar pro Buch - rechnet sich ja genial. Wenn die Kiste abstürzt, kaputt ist, sind alle gekauften Bücher futsch - oder gibt es eine Datensicherung?
Michael Mittelhaus am 20.11.07 10:06
Bin ich denn damit nur auf den Bestand von Amazon eingeschränkt oder kann ich auch eigene Dateien vom PC an das Teil übertragen? Und schick ist wirklich anders...
Sehen wir mal vom DRM-System Amazons ab.
Ad Astra
Christian Spließ am 20.11.07 11:04
Mit dem ersten iPod konnte man ganz einfach die Musik hören, die man schon auf CDs zuhause hatte, oder etwas mühsamer auch die von Schallplatten. Soweit ich das richtig verstehe, muss ich hier alle Bücher kaufen. Noch nicht mal PDFs oder Textdateien kann ich auf dem Gerät lesen, ganz abgesehen von den vielen Büchern, die ich schon zuhause habe und die ich erst mühsam einscannen müsste, wenn es denn eine Chance gäbe, sie dann auf das eBook zu bekommen. Ich würde mir sowas nicht kaufen.
Insofern ist der Vergleich mit dem iPod unpassend. Für den Erfolg des iPod war nicht der iTunes Store entscheidend, sondern dass jeder einfach Musik von CD auf das Gerät bekommt und sie dort mit einer guten Benutzerführung abspielen kann. Der iTunes Store ist nur ein Goodie, das lange nicht jeder Besitzer eines iPod nutzt.
Silvio Martin am 29.11.07 1:50
Das Gerät ist auch meiner Meinung nach unnötig. Wir z. B. stellen online copyrightfreie Literatur zur Verfügung und unsere Texte können problemlos mit dem iPod beispielsweise gelesen werden -auf einer ganz normalen Website. Ich denke, da geht der Trend eher hin.
Ute C. Seberin-Voith am 19.03.08 8:18
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