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Computer
Jörg Schieb
4.10.07Wer heute sein Lieblingsblog ansteuert, bekommt vielleicht etwas völlig anderes zu sehen als sonst: Anstelle der üblichen Blogtexte erscheint nur ein rotes Banner mit dem Schriftzug "Free Burma!". Zu deutsch: "Befreit Birma!"
Ein politischer Aufruf. Tausende Blogger in aller Welt wollen sich am heutigen Donnerstag (04.10.07) an der Aktion beteiligen. Sie wollen gegen die Militärjunta in Birma protestieren und sich für eine friedliche Revolution im Land einsetzen. Die Idee dafür ist erst vor wenigen Tagen entstanden und hat dann in der Bloggerszene rasend schnell die Runde gemacht. Viele wollen mitmachen und 24 Stunden lang auf die Umstände in Birma aufmerksam machen.
Ich mache nur indirekt mit, indem ich über den Aktionstag berichte. ;-) Der Startschuss für die Aktion ist jedenfalls gefallen: Ein französischsprachiges Blog aus Neukaledonien namens
Calédosphère, in der ersten Zeitzone direkt an der Datumsgrenze, hat bereits umgestellt. Das rote Banner verlinkt zum gleichnamigen Wiki und ruft zum Eintrag in einer
digitalen Unterschriftenliste auf.
Da sage noch einer, Blogger beschäftigten sich nur mit sich selbst. Stimmt mitunter zwar, aber dann doch eben nicht generell.
Die Unterstützung dieser politischen Aktion ist schon ein Schritt in die richtige Richtung.
Es erstaunt mich immer wieder, mit welcher Arroganz bzw. Ignoranz in der Computerwelt oft mit diesen Themen umgegangen wird. Kann man denn wirklich so blind sein und annehmen, dass es eine heile Computer-Welt gibt, in der außer Systemfehler und Spam-Mails nur Friede-Freude-Eierkuchen herrscht? Ein Blick nach China oder gar nicht so weit auf die hiesige "Sicherheits-Debatte" muss doch jedem klar denkenden Menschen die Augen öffnen und das Inseldenken beenden.
(Als Politikum sehe ich auch die wachsende Beliebtheit von 'Second Life'. Könnte man vielleicht als weiteres Blog-Thema aufgreifen - so denn hier eine solche politische Debatte gewünscht ist. ;-))
sponti am 4.10.07 7:46
Zur Burma-Aktion: Ich halte sie prinzipiell für eine sehr gute Idee, denn so wird Aufmerksamkeit auf dieses südostasiatische Land gelenkt. Die Gewaltaktionen der dortigen Militärjunta werden so zumindest nicht mehr im Verborgenen, sondern unter den Augen der Weltbevölkerung begangen. Vielleicht wird irgendwann der Druck durch das Ausland (etwa über Handelsembargos) so groß, dass die Regierung schließlich einlenken muss.
Solange kann man wohl nicht mehr tun als Solidarität zu zeigen und die Aktion "Free Burma!" ist da ein guter Anfang.
Inwit am 4.10.07 11:35
Ich denke, es macht nicht sonderlich viel Sinn, mit Bannern im Netz zu protestieren. Das hat nix mit Ignoranz im Internet zu tun, dafü stehe ich selbst viel zu sehr und zu fest mit beiden beinen in der Realität, im "echten" Leben. Das publizieren von Millionen von Bannern wird eine Junta in einem x-beliebigen Land nicht von hrem Weg, ihren Zielen und ihren Tataen abhalten.
Es müßte was an ganz anderen Stellen geschehen. In der Politik, die mehr und mehr wieder zu einem modernen Kolonialismus und Ausbeuterei mutiert, und nicht zu letzt in den Köpfen eines jeden einzelnen Menschen. Doch das ist wohl utopisch und wird immer ein schöner Traum bleiben. Warum sollte der Mensch jetzt "spontan" etwas lernen und leben, was über jahrmillionen der Evolution nicht erlernt wurde.
Torsten am 5.10.07 6:44
@ Torsten
Da gebe ich dir Recht: Mit Bannern wird man die Junta nicht besonders beeindrucken können. Wichtig ist aber, den Blick auf das Land und die Situation zu werfen, Infortmationen zu verbreiten und damit deutlich zu machen, dass die Ereignisse gesehen und beobachtet werden.
Dieses Publikmachen soll sich nicht nur auf TV und Printmedien beschränken. Auch das 'Netz' als Teil unserer Medienlandschaft sollte sich daran vielfältig beteiligen und die Möglichkeiten der weltweiten Informationsverbreitung nutzen.
Klar, dass man nicht auf einen Schlag alle erreicht und nicht umgehend eine Bewusstseinsänderung erzielt bzw. die Politik umkrempelt. Aber sollte man deswegen darauf verzichten? Ich denke, nein!
sponti am 5.10.07 12:21
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