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Jörg Schieb
Mehr Qualität bei Wikipedia in Aussicht
Wer hätte nicht schon mal was im Online-Lexikon
Wikipedia nachgeschlagen? Aber doch leider in letzter Zeit immer öfter mit einem Magengrummeln, einem mulmigen Gefühl. Denn auch, wenn Wikipedia viel zu wissen scheint und zweifellos auch top-aktuell ist: Die sich häufenden Berichte über gezielte Manipulationen und Falschinformationen, das latente Gefühl, überall könnten sich Fehler verstecken, lässt einen dann doch etwas ratlos zurück.
Die Wikipedia-Macher hatten eine Qualitätsoffensive angekündigt - und jetzt scheint es endlich so weit zu sein. In den nächsten Tagen soll ein neues Kennzeichnungssystem an den Start gehen, das ab November dann auch für Wikipedia-User zu sehen sein soll. In der Standardansicht eines Artikels ist dann nur noch die von einem "erfahrenen Autor" freigegebene Fassung zu sehen. Korrekturen oder Ergänzungen (und damit auch Manipulationsversuche und Wiki-Vandalismus) fließen also nicht mehr direkt in die allgemeine, "öffentliche" Fassung des Artikels ein, sondern erscheinen nur noch auf ausdrücklichen Wunsch.
Das scheint mir ein gesunder Kompromiss zu sein. Auch wenn das die Wiki-Puristen nicht gut finden dürften. Denn jetzt geht der Streit los: Wer darf Artikel freigeben - und wer nicht? Künftig wird es also Hierarchien in der Wikipedia-Welt geben. Aber das sind interne Streitereien. Wikipedia-Nutzer werden die Neuheit begrüßen.
Der aktuelle Blog-Eintrag als Podcast
Das sind genauso gute Nachrichten - endlich - wie der Start Ihres Blogs, Herr Schieb!! :-)
St. Wirtz am 24.09.07 17:26
Das wird wohl auf Dauer das Problem bei Vernetzungen bleiben, dass die Ideale einer Gemeinschaft mit den Zielen einzelner Individuen nicht immer konform gehen.
Bei Wikipedia bin ich registriert. Darum konnte ich mich länger schon einloggen und die Diskussionen verfolgen oder mich daran beteiligen, was aufschlußreich ist, wenn man feststellen will, wer so alles Interesse an einer Veröffentlichung bestimmter Inhalte hat.
Limoa am 25.09.07 8:14
Hoffentlich haben die erfahrenen Autoren dann auch genug Erfahrung und Zeit, sich um die Richtigstellung der Inhalte zu kümmern. Wie Limona schon sagte, die Ziele der Einzelnen sind nicht immer mit den Zielen der Gemeinschaft konform. Willkommen im Blog.
Rolf Zinner am 26.09.07 8:57
Wikipedia hat einen Ruf zu verlieren, nämlich den, eine seriöse, ja fast schon wissenschaftliche Internetplattform zu sein. Für immer mehr Referate, Fach- und Abschlussarbeiten dient Wikipedia als eine Informationsquelle, was bei zahlreichen Themen auch sicher berechtigt ist.
Nehmen die Hinweise auf unseriöse Manipulationen aber zu, wird dieser Status dahin sein und die Plattform massenhaft Nutzer verlieren. Das wäre dann wohl (leider) das 'Aus' für diese Informationsquelle.
Wollen wir hoffen, dass Wikipedia den Wandel erfolgreich umgesetzt bekommt.
sponti am 5.10.07 9:21
Nein, als Wikipedia-Nutzer ist diese Änderung nicht zu begrüßen. Denn als Nutzer ist man ebenfalls Mit-Autor. Wenn ich einen Fehler entdecke, korrigiere ich diesen. (wenn es nicht zu lange dauert) Wenn ich das in Zukunft nicht mehr ohne weiteres kann, mach ich das nicht mehr.
Manipulation und Menschen die schreiben ohne sich in dem Thema wirklich gut auszukennen sind natürlich ein Problem. Daher muss man immer gegenchecken.
sideshow am 18.10.07 11:58
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