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Computer
Jörg Schieb
27.09.07Das ist schon so eine Sache mit dem iPhone von Apple: Das allseits bestaunte Wunderhandy ist nicht nur ziemlich teuer, sondern auch ganz schön eigen. So schreibt es seinem - in der Regel wohl stolzen - Besitzer zum Beispiel vor, mit welchem Mobilfunkprovider er zu telefonieren hat. In den USA ist das AT&T, in Großbritannien O2 und in Deutschland T-Mobile.
Klar, dass das nicht jedem gefällt. Doch das Luxushandy ist durch technische Tricks an den jeweiligen Partnerprovider "gekoppelt". Findige Hacker haben es geschafft, das iPhone zu entkoppeln. Man könnte auch sagen, zu "befreien". Prorgrammiertricks machen es möglich. Im Internet kursieren die nötigen Bastelanleitungen. Eine Kollegin, in technischen Dingen völlig unverdächtig, hat mir vor einigen Tagen erzählt: "Eine Freundin bringt mir ein iPhone aus USA mit!" Ich: "Wozu denn, das funktioniert hier doch gar nicht!" "Doch", so meine Kollegin, "ich kenne jemanden, der das für mich knackt."
So weit sind wir also schon. ;-) Das gefällt Apple verständlicherweise gar nicht. Darum hat Steve Jobs höchstselbst vor einigen Tagen angekündigt, dagegen etwas unternehmen zu wollen. Eine Möglichkeit: Bei etwaigen Firmware-Updates, also Aktualisierungen der Betriebssoftware des Handys, die Entsperrung wieder zu beseitigen. Die iPhone-Hacker sind aber auf der Hut und bereiten bereits "Tools" vor, also Hilfsprogramme, die auch damit fertig werden.
Wenn Sie mich fragen: Es wäre einfacher und auch sinnvoller gewesen, das iPhone einfach ohne eine Kopplung an irgend einen Mobilfunkprovider auf den Markt zu bringen.
Lieber Herr Schieb, auf der Welt wäre sehr viel vernünftiger zu regeln als es tatsächlich ist. Können oder wollen wir aber gar nicht, da hat der Allwissende und Almmächtige bei uns was an der Software vergessen, die hat in Bezug darauf einfach einen dicken Bug.
Rolf Drewes am 27.09.07 13:33
Das stimmt, man könnte vieles vernünftiger regeln, und auch Apple sollte niemanden zwingen, einen bestimmten Mobilfunkanbieter zu wählen. Aber auf der anderen Seite ist das wirklich gängige Praxis.
Musicload lässt mich als Mac Nutzer ja auch außen vor, und um die Sache weiter zu spinnen. Wenn eine Plattenfirma wie Universal mich davon ausschließen kann, legal Musik zu laden, dann stimmt - wie mein Vorredner schon sagte - im ganzen System etwas nicht. Beim iPhone habe ich ja noch die Wahl, ob ich so ein sündhaftteures Handy haben möchte, aber wird Bon Jovi, weil ich Mac Nutzer bin, für mich das Plattenlabel wechseln?
Henning Langen am 27.09.07 13:44
Man stelle sich einmal vor, ich würde einen chipgetunten BMW in eine Vertragswerkstatt zum Ölwechsel bringen und könnte anschließend wegen eines Softwareupdates gar nicht mehr starten. Eine Strafanzeige wäre unausweichlich. Apple sollte mal in diese Richtung denken.
Bernhard Englisch am 27.09.07 15:08
Die Kopplung von Handys an Anbieter (die es ja nicht nur beim iPhone gibt) ist allgemein sicher keine feine Sache.
Nur ist das iPhone ein Handy, das es in gewisser Weise rechtfertigt und das wird immer vergessen.
Eine der Funktionen des iPhones ist die "Visual Mailbox". Die übliche Mailbox/Mobilbox wie wir sie auch von anderen Handys kennen nur mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass die Nachrichten nicht nacheinander abgehört werden müssen. Sie werden wie E-Mails auf dem iPhone angezeigt.
Und diese Technik verlangt nunmal nach einer entsprechenden Infrastruktur beim Anbieter.
ukroell am 27.09.07 15:26
Ist ja prima, wenn ein Provider Extrafunktionen im Handy ausnutzt. Wenn man davon dann überzeugt ist, kann man den Mobilfunkanbieter ja auch gerne nehmen. Aber deswegen den Provider diktieren? Das ist schon ein starkes Stück.
Der Unterschied zu anderen "gebrandeten" Handys ist ja, dass die subventioniert sind. Da kann man das noch eher verstehen. Aber das iPhone ist nicht subventioniert, im Gegenteil: Der Kunde muss sogar noch Monat für Monat Anteile an Apple abführen.
Endlich schreibt mal jemand, wie es wirklich ist. Ansonsten neigt die Journallie ja dazu, Apple über den grünen Klee zu loben.
Peter Seelmann am 27.09.07 16:14
Ich bin der Meinung, dass man - ich nenne es mal "lokale Monopole" - gesetzlich verbieten soll. Das gilt für Handys, die an Anbieter gekoppelt werden genauso wie für Drucker, die nur Originalpatronen akzeptieren (wegen Chip o.ä.) Alle Hersteller wollen den Markt, aber dann wird er bewusst ausgeschaltet, um die Verbraucher abzuzocken.
W, Sell am 27.09.07 17:06
das problem sit doch follgendes, das iphones ist bei vollem funktionsumfang nahezu ständig online... was also sollte das bei nem fremden anbieter an datengebühren kosten? die funktionweise von mailbox, email ,webbrowser ect ist auch nicht direkt zu vergleichen wie ein aktuelles smartphone. deswegen sidn die tarife die da kommen werden vergleichsweise günstig. in den usa gabs beispiele wo iphone nutzer nach mexico gefahren sind und anschließend horrende rechnungen hatten wegen dem hohn datentraffic. und genau das selbe könnte passieren wenn man den anbieter der netzes frei wählen könnte, die kosten des datentraffics wären nicht richtig unter kontrolle. und hinterher das gejammere hoch.
berserker42 am 27.09.07 19:46
Als Apple-User kann ich mir das iPhone gerade eben verkneifen, zum einen wegen des Preises und der kolportierten monatlichen Kosten, zum anderen, weil ich nicht wegen eines Mobiltelefons meinen Mobilfunkanbieter wechseln möchte. Aber solange so viele Leute das Gerät unbedingt haben müssen wie Apple verkaufen möchte, gibt es für Apple keinen Anlass, die Strategie zu ändern. Die Kunden haben es selbst in der Hand, und in Nordamerika haben sie die Strategie von Apple bestätigt.
Silvio am 27.09.07 21:55
So'n Ding werde ich genau aus diesen Gründen NIEMALS KAUFEN. Wenn das alle täten, würde Apple das kein zweites Mal versuchen. Leider Gottes werden wir Verbraucher mittlerweile fast überall im Kommunikations- und Unterhaltungssektor gegängelt und eingeschränkt, was das Zeugs hält. Siehe DRM-geschütze Musikstücke, die Ländercodes für Film-DVDs oder gar der Kauf eines Computers, auf dem unweigerlich Windows drauf ist, ob man's will oder nicht, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Aber der "Ich-bin-doch-nicht-blöd-Verbraucher" läßt sich das alles ja einfach so gefallen, anstatt solche Praktiken prinzipiell rigoros zu boikottieren. Aber scheinbar wollen die Menschen es nicht anders. Also Apple: Weiter so. Die Welt hat auf euch gewartet.
Thomi am 27.09.07 22:22
Wenn Sie mich fragen Herr Schieb:
Apple kann selbst darüber entscheiden, was für das Wohl des eigenen Unternehmens sinnvoll ist. Und, es ist nur konsequent, den Wert der Investition für dieses Statussymbol gegenüber den ehrlichen Käufern zu erhalten.
Die Nutzung moderner Kommunikationsmittel ist nicht an ein iPhone gebunden, wie auch eine genaue Zeitermittlung nicht nur mit Uhren der Fa. Rollex möglich ist.
Gratulation an Ihre Kollegin für den neuen Briefbeschwerer; was er hoffentlich bleiben wird.
Gruß an Ihre Kollegin: Auch Apple-Mitarbeiter brauchen ihren Arbeitsplatz.
@ Bernhard Englisch
Strafanzeige gegen wen, wenn es auf der Autobahn zu einem Massen-Crash wegen Manipulation an der Originalsoftware kommen sollte?
Rentner am 1.10.07 14:50
Es ist mir ja fast schon peinlich, aber jetzt oute ich mich mal: Ich brauche/benutze mein Handy zum Telefonieren und SMS-Schreiben! ;-)
Dafür soll es einfach zu bedienen sein und mir die Wahl eines günstigen Anbieters lassen.
Welcher Markenname auf diesem Gebrauchsgegenstand steht, ist mir dabei dann ziemlich schnuppe. Das iPhone lässt mich aus diesem Grunde kalt.
Da aber mittlerweile das Handy zum Statussymbol aufgestiegen ist, egal ob nützlich oder nicht, wird Apple mit seiner aus geschäftlicher Sicht nachvollziehbaren Marktstrategie wohl erfolgreich sein.
sponti am 4.10.07 9:09
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