Sonntag, 09.12.2012
Vorweihnachtlicher Glanz
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Sorgt für Strom
Kürzlich war ich wieder einmal in meiner alten Heimat, der "Bundeshauptstadt der Energie". So nennt sich das rheinische Grevenbroich, weil auf seinem Stadtgebiet diverse Braunkohlenkraftwerke ganz viel Strom produzieren. Und ganz viel Kohlendioxid, wie Umweltbewegte immer hinzufügen. Viel von der vielen Energie stecken die Einheimischen anscheinend in die Weihnachtsbeleuchtung: Überdimensionierte Weihnachtsbäume mit üppigen Lichterketten schmücken zahlreiche Vorgärten. Auch die Wirtschaft lässt sich nicht lumpen. Leuchtskulpturen in Tannenform zieren Baukräne, Lagerhallen und Betriebszentralen.
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Sorgt für Heimeligkeit
Ich mag die glitzernde Adventsbeleuchtung. Im dunklen und trüben Dezember schafft sie etwas Heimeliges, wo sonst die Nüchternheit ihr strenges Regiment führt: Im Grevenbroicher Gewerbegebiet, in unserer Kölner Kantine, im Berliner Kanzleramt. Auch die Politik kommt ohne den Heimeligkeitsfaktor nicht aus. 15 Meter hoch ist die Rotfichte, die im Kanzleramt derzeit den Tannenbaum gibt - mit zahllosen Lichtern geschmückt. Deren Glanz lässt die Hausherrin strahlen. Fast genauso wie das
Wahlergebnis von knapp 98 Prozent, mit dem die CDU-Delegierten sie erneut zur Parteivorsitzenden wählten.
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Sorgt für Stimmung
Mit Lichterketten kennt sich meine Freundin Daniela bestens aus. Ihre Wohnung hat sie zum Advent flächendeckend damit dekoriert. Außerdem brennen in ihrer Wohnung Kerzen in allen Formen und Größen. Die Büsche ihrer kleinen Terrasse ziert ein Lichternetz, kleine Lichtskulpturen sorgen dort zusätzlich für einen modernen Akzent, glücklicherweise. Sie hatte auch darüber nachgedacht, ein beleuchtetes Rentier zu kaufen, mit rot blinkender Nase. Und die Rotfichte neben ihrer Terrasse, die fast so groß ist wie die im Kanzleramt, mit Lichtgirlanden zu schmücken. Glücklicherweise hat Daniela auf beides verzichtet. Für meinen Geschmack wäre es auch zuviel der Heimeligkeit gewesen. Und für die Stromrechnung von Daniela bestimmt ein Desaster.
Um die Stromrechnung fürs Kanzleramt muss sich Angela Merkel keine Sorgen machen, die bezahlen wir Steuerzahler. Außerdem: Die Kanzleramtsfichte ist zwar beeindruckend groß, aber locker zu toppen. In der "Bundeshauptstadt der Energie" steht ein fast doppelt so großer Baum mit Tausenden von Lichtern vor einer Firmenzentrale. Um die Stromrechnung muss sich das Unternehmen wenig Sorgen machen. Als energieintensiver Betrieb ist er von der lästigen
EEG-Umlage befreit - und von den
Netzkosten.
Audio: Vorweihnachtlicher Glanz
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