Sonntag, 04.12.2011
Eurobond und Goldfinger
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'Mein Name ist Bond'
Plötzlich stand er vor mir, dieser schreckliche Kerl. Nun ja, eigentlich sah er nicht schrecklich aus, eher ein wenig wie Sean Connery. Aber er hatte eine Knarre in der Hand und hielt sie direkt vor mein Gesicht. "Mein Name ist Bond", sagte er: "Eurobond." "U - und?", stotterte ich. "Geben sie mir Ihre Enkel heraus." Mir wurde schwindlig. "Ich habe noch gar keine Enkel." "Das ist egal. Ich verpfände sie jetzt schon." Ich blickte direkt in den Lauf seines Revolvers und plötzlich entfuhr mir ein Hilfeschrei: "
Angela, Angela."
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'Angela, Angela!'
Ich erwachte von der Stimme meiner Frau neben mir. "Wer ist Angela?" Ich rieb mir die Augen. "Du redest im Schlaf von einer Angela", sagte meine Frau etwas streng: "Wer ist das?" Ich setzte mich auf und versuchte, die Reste des Schreckens von mir abzuschütteln. "Das wird wohl Angela Merkel sein", sagte ich. "Wie, Du willst mir erzählen, Du träumst von der Kanzlerin?" "Eher selten", entgegnete ich: "Aber da war dieser schreckliche Eurobond. Der will uns unsere Enkel rauben. Und die Merkel ist doch die einzige, die ihn noch verhindern kann." Meine Frau sah mich mit stark gerunzelter Stirn an: "Wir haben gar keine Enkel." Ich gähnte. "Ja, das hab ich ihm auch gesagt. Aber das war ihm egal. Er verpfändet sie schon jetzt."
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Die Märkte sehen aus wie Gerd Fröbe
Später saßen wir am Küchentisch bei einem guten Frühstück. Die erste Kerze auf dem Adventskranz brannte. Wir besprachen natürlich Weihnachtspläne. Also Geschenke. Der Jüngste braucht einen Schlafsack für seine Pfadfindertouren. Die Älteste will nur Geld, für eine Tour nach Berlin. "Nur Geld, nur Geld", murmelte ich und schaute sinnierend in meinen Tee. Und dann gibt's ja auch noch die ganze Verwandtschaft, und alle spekulieren sie - auf Geschenke. "Wir könnten einfach Geld drucken und die Familie damit
fluten, bis alle Ruhe geben", schlug ich vor: "So macht man das doch mit den aggressiven Märkten." Meine Frau war jetzt auch sehr nachdenklich geworden. "Wer sind eigentlich diese Märkte?", fragte sie. "Ich weiß es auch nicht", entgegnete ich: "Aber ich glaube, sie sehen aus wie Gerd Fröbe in Goldfinger. Und nicht einmal Bond kann sie aufhalten, weil sie so viele sind. Also braucht es viele Bonds, Eurobonds."
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Griechische Weihnacht
Wir spielten dann noch mehrere Möglichkeiten durch, wie wir es hinkriegen könnten, nach Weihnachten doch noch einen kleinen Winterurlaub anzuhängen. Wir dachten etwa daran, unsere Urlaubskasse zu hebeln, indem wir alle Mietparteien in unserem Haus an der Finanzierung beteiligen. Außerdem erwogen wir, aus der Eurozone auszutreten und eine eigene stabile Währung herauszugeben. Wir waren sogar bereit, unser Tafelsilber zu verscherbeln - leider haben wir kaum welches. Deshalb haben wir uns schließlich für den Gegenkurs entschieden: In diesem Jahr gibt es griechische Weihnacht. Das heißt: nur Sparpakete.
Audio: Eurobond und Goldfinger
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