Sonntag, 22.05.2011
Panther, schwarz und bunt
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Der Panther zur See
Seit vergangener Woche nenne ich
Thomas de Maizière den Panther. Nach jenem unsterblichen Gedicht von Rainer Maria Rilke mit seinen noch unsterblicheren Zeilen: "Sein Blick ist vom Vorübergehen der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt." Genau so geht es unserem ehemaligen Innenminister, seit er von seinem adeligen Vorgänger die Bundeswehr übernehmen musste. "Wir haben für die Zahl unserer Aufgaben zu viele Stäbe", fasste er jetzt seine ersten Erfahrungen zusammen.
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Viel Aufsicht, wenig Arbeit
Nun ist es keine wirklich neue Erkenntnis, dass die Armee ein Käfig ist. De Maizière hat das Militär ungefähr so beschrieben, wie ich Ungedienter es mir stets vorgestellt habe: "zu viel Aufsicht über zu wenig Arbeit". Also ungefähr so, wie bei Asterix und Obelix in der römischen Legion. Aber nun kommt der Panther - und er faucht. Ich bin wirklich gespannt, ob ihm die Bundeswehrreform gelingt, oder ob sie das bleibt, was Rilke beschreibt: "ein Tanz von Kraft um eine Mitte, in der betäubt ein großer Wille steht."
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La Pantera
Panther sind in der deutschen Militärgeschichte bekanntlich keine Seltenheit. Die Nazis bauten einen Panther-Panzer. Und gerade jetzt jährt sich zum 100. Mal der berühmte
Panther-Sprung nach Agadir, als ein deutsches Kanonenboot vor Marokko Eindruck machen sollte. Auch bei der Militärreform hundert Jahre später geht es wieder um die Möglichkeit solcher Sprünge, und die afrikanische Küste ist dabei wieder ein Einsatzort. Ansonsten sind Panthersprünge heute aber meist dem Sport vorbehalten. "La Pantera" Lucas Ramon Barrios etwa hat mit seiner Raubkatzenwendigkeit eine Menge zu
Borussia Dortmunds Meisterschaft beigetragen.
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Verliebter Furcifer pardalis
Tore schießende Raubkatzen sind mir ehrlich gesagt auch lieber als totschießende. So wie ich im Urwald lieber als einer schwarzen Raubkatze einem Furcifer pardalis begegnen möchte, einem Pantherchamäleon, das gar nicht schwarz ist, sondern die wundervolle Eigenschaft besitzt, sich zur Weibchenwerbung bunt zu färben. Ansonsten tut dieser Panther nur Fliegen etwas zu Leide. In diesem Sinne weiß ich nicht recht, ob ich Panther de Maizières Feldzug gegen ineffiziente Stäbe Erfolg wünschen soll. Ich finde Ineffizienz beim Militär eine ganz sympathische Eigenschaft. So sympathisch wie die kriminalistische Ineffizienz des rosaroten Panthers. Ich halte es auch nicht für eine schlechte Nachricht, dass junge Leute in Deutschland nicht gerade massenhaft freiwillig zum Militär gehen. Ich denke da wohl nicht sehr patriotisch. Sondern eher wie
Peter
Panter.
Audio: Panther, schwarz und bunt
Nun, der neue Verteidigungminister Herr Maizière hat, so nehme ich einmal an, Vorfahren oder einen Vater der bei der deutschen Wehrmacht war, dort war ein Offizier mit diesem Namen. Und der Panther, der Jagdpanher ein schon fast als Wunderwaffe gerühmtes Kriegsgerät das nicht den erhofften Erfolg gebracht hat. So weit die Kriegsgeschichte. Phantera, ein italienisches Sportauto von Maserati und was noch ? Der Panther ist nicht so geläufig wie der Tiger im Fußball oder auch sonst. Ich persönlich bin ein Löwe, als Horoskop. Der rosarote Panther ist nur eine Witzfigur. Der schwarze Phanter ein edles, geschmeidiges Tier, vollkommen, wild und unbezähmbar, scheu und möglicherweise auch seltener werdend in der Wildniss.
MG am 22.05.11 19:58
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