Sonntag, 17.04.2011
Kampf der Frühjahrsmüdigkeit
Regina lässt nicht locker. "Yoga würde Dir auch gut tun!", behauptet sie und macht dabei keineswegs das friedliche Gesicht, das sie selbst im Yoga-Unterricht angeblich erlernt. Doch Yoga reizt mich nicht, vor allem die Vorstellung, unter lauter geschmeidigen Frauen den eingerosteten Schreibtischarbeiter zu geben. Außerdem finde ich Yoga-Musik doof. "Du willst Dich doch nur nicht bewegen", kontert Regina, "wenn Du Dich auf Yoga wirklich einlässt, kommst Du auch mit der Musik klar."
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Gesund und gefährlich
Irgendwas Sportliches steht an, Bewegung soll ja auch gegen Frühjahrsmüdigkeit helfen, die sich bei mir pünktlich eingestellt hat. Deshalb fahre ich jetzt jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit, eine Viertelstunde hin, eine Viertelstunde zurück. Das ist gesünder als U-Bahn fahren. Andererseits: Ich habe mehr Stress - wegen der vielen Menschen, die es darauf anlegen, Köln mit allen möglichen Tricks zur Fahrradfahrer-freien Zone zu machen: Da sind die Autofahrer, die rechts blinken und links abbiegen oder mich erst überholen und dann ausbremsen oder einfach übersehen. Es gibt Fußgänger mit dem Handy am Ohr, die mir vors Fahrrad laufen. Und natürlich Hundebesitzer, die ihren Hund an der ganz langen Leine ausführen und diese so vor mein Rad spannen.
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Schwieriger Magath, schwere Bälle
Vielleicht sollte ich es lieber noch mal mit Fußballspielen versuchen. Das hat mir früher viel Spaß gemacht. Heute macht mir Fußballgucken viel Spaß, auf der Couch. Mit Interesse verfolge ich auch das Geschehen rund um den Fußballplatz, Stichwort Trainer.
Felix Magath, so lese ich, sei ein harter Hund und quäle seine Spieler im Training gerne mit Medizinbällen. Wahrscheinlich hat er dieselbe Ausbildung genossen wie mein früherer Sportlehrer. Magaths Nachfolger bei Schalke ist
Ralf Rangnick. Der habe, so lese ich, den Schalker Spielern den Spaß am Fußball zurückgebracht. Mit einem tollen Doppelerfolg gegen Inter Mailand hat sich der Ruhrgebietsverein ins
Halbfinale der Champions League gespielt. Die Fachleute streiten noch darüber, ob das ein später Erfolg des Medizinball- oder ein früher des Spaß-Trainings war. Unstrittig ist, dass ich erstmal mit einem Medizinball-Training anfangen müsste, um beim Fußballspielen halbwegs mithalten zu können.
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Fit für die Fibo
Aber glücklicherweise gibt es ja noch zahllose andere Möglichkeiten, seine Fitness zu stärken. Staunend habe ich einige davon jetzt auf der Messe
"Fibo" in Essen kennen gelernt, vom "Full Power Training" über "Pilardio", einer Mischung aus Pilates und Cardiotraining, bis zu "Technogym". Allen Methoden scheint gemeinsam, dass sie vor allem von sehr jungen, sehr gut gebauten und sehr fitten Frauen betrieben werden, die während der Übungen auch noch lächeln. "Das kriege ich nie hin", dachte ich mir. Beim Verlassen der Messehallen sah ich noch ein Trampolin mit Motor, das versprach, "den Trainierenden einfach mitzunehmen". Das hörte sich nett an, aber ein Trampolin passt beim besten Willen nicht in meine Wohnung.
Da steht nämlich bereits ein großes Sofa. Wie schön es ist, sich nach dem anstrengenden Messerundgang darauf auszuruhen! Und wie schön, dass nun Fußball angesagt ist – im Fernsehen. Garantiert verletzungsfrei – für mich. Ich mache ein friedliches Gesicht.

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