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Advent, Advent
Trotz Lichterketten an meinem Nachbarhaus und Glühwein-Genuss auf dem Weihnachtsmarkt will bislang keine Adventsstimmung bei mir aufkommen. Vielleicht liegt es am Wetter. Denn die zehn Grad plus passen einfach nicht in mein romantisches Bild dieser Zeit. Vielleicht ist es aber auch die Aussicht auf den
Klima-Gipfel in Kopenhagen. Der scheint schon gescheitert, bevor er begonnen hat. Dabei wäre eine wirksame Einigung, den weltweiten Temperaturanstieg zu bremsen, enorm wichtig. Nicht nur für meine Adventsstimmung, sondern um den Weltuntergang abzuwenden.
In Sachen Weltuntergang ist mein Blog-Kollege
Doktor Gregor ein Experte. Er schreibt ein wissenschaftliches Buch über die Apokalypse, das demnächst erscheint. Darin geht es vor allem um die Weltuntergangs-Vorstellungen in der Bibel. Außerdem hat er ein Buch über modernere Endzeit-Visionen in der Mache. Das wird sich dann auch mit den Phänomenen beschäftigen, die uns Tag für Tag beschäftigen und aktuell die Adventsstimmung verderben: Dürren und Starkregen, schmelzendes Eis und Versteppung, Wasser- und Hungersnöte, ergebnislose Konferenzen und vergebliche Verhandlungen.
Mit Blick auf den Kopenhagener Gipfel versorgen uns die Medien mit vielen Ratschlägen, wie wir uns weniger klimaschädlich verhalten können. Heizung runterdrehen, weniger Auto fahren und weniger Fleisch essen, auf Fernreisen verzichten - das wäre mal ein Anfang. Ein Experte empfiehlt, statt
Treppen zu steigen den Aufzug zu nehmen, weil das weniger CO2 freisetze. Das Argument werde ich mir merken und einsetzen, wenn meine Freundin Regina mal wieder rummosert, ich würde mich zu wenig bewegen. Leider wohne ich ohne Aufzug; werde mal ernsthaft mit meiner Vermieterin über ihre ökologische Verantwortung reden müssen - bei einem Gläschen
Champagner. Der ist nämlich klimaverträglicher als Sprudel.
Auf die Klimakonferenz in Kopenhagen werde ich mich mit einem Besuch in Bonn einstimmen. Nicht, weil dort schon seit langem ein
Treibhaus-Klima herrscht, sondern weil hier der weltweit größte Dino ausgestellt wird. Der ist natürlich lange tot und nur noch als Skelett zu sehen. Die Geschichte der Dinosaurier mahnt uns, die großen Kerle mit dem kleinen Hirn sind ja wahrscheinlich wegen eines Klimawandels von der Erde verschwunden. Allerdings waren sie an dem, im Gegensatz zu uns Menschen, nicht selbst schuld. Sogar der Klimawandel war früher, also zu Dinos Zeiten, irgendwie besser. Er kam so natürlich daher, mit Meteoriten oder Eruptionen auf der Sonne.
Wir sind dagegen schuldig geworden am Klima und müssen uns nun um
furzende Kühe, Wasserspartasten und Wärmedämmung kümmern. Denn am Ende aller Tage wird abgerechnet - bestimmt auch ökologisch. Ich glaube, dass beim Jüngsten Gericht ein Vertreter des BUND oder von Greenpeace dabeisitzt, wie Gottvater mit einem langen Bart, nur weniger gepflegt. Und ich ahne schon, was er mich fragen wird: "Bist du auch immer Aufzug gefahren?"
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