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24.05.09Das erste Auto meines Vaters, an das ich mich erinnere, war ein VW-Käfer, mausgrau und mit geteilter Heckscheibe. Das Auto, das uns Kindern beim Fußballspielen auf der Straße im Wege herumstand, war der VW-Käfer der Nachbarin. Das zitronengelbe Gefährt hatte sie bei einem Preisausschreiben gewonnen, und fast jeden Nachmittag zitterte und zeterte sie, dass es die Attacken unseres Lederballs unbeschadet überstehen möge. Meine erste Freundin mit Führerschein hatte ebenfalls einen Käfer, aus dritter Hand. Der war hellblau und verströmte einen einzigartigen Geruch aus Benzin, Gummi und feuchten Sitzpolstern.
"VW - das Auto", so wirbt der größte Autobauer Europas heute für seine Produkte. Wahrscheinlich hat er dabei mich und meine Altersgenossen im Visier, und natürlich die Generation Golf. Wir haben fast alle unsere frühesten und damit wichtigsten automobilen Erfahrungen mit VW gemacht. Wer seine Kindheit eher mit Erinnerungen auf dem Notsitz des Porsche 911 verbindet, ist dagegen eindeutig in der Minderheit, wenn auch in einer beneideten. Denn das Leben mit dem Käfer war nicht einfach, besonders im Winter, wenn man innen und außen Eis kratzen musste.
VW ist groß und baut Autos für die kleinen Leute, Porsche klein und baut Autos für die großen Leute. Und doch sind beide Unternehmen seit langer Zeit miteinander verbunden, auch familiär. Kürzlich versuchte der kleine David Porsche, den Goliath VW zu übernehmen, was ich mit gemischten Gefühlen sah: Ich ärgerte mich, VW-Aktien verkauft zu haben, bevor sie wegen der geplanten Übernahme in Schwindel erregende Höhe schossen. Und gleichzeitig freute ich mich ein bisschen, ohne mein Zutun in meinem Golf vielleicht bald zum Porsche-Fahrer zu werden. Doch aus der Übernahme wurde nichts, Porsche ging die Luft beziehungsweise das Geld aus. "Die bisherigen Erfahrungen, auch von Automobilfirmen, haben gezeigt, dass man, wenn man den falschen Fisch schluckt, gewaltige Verdauungsprobleme bekommen kann", sagte
Porsche-Chef Wiedeking, allerdings schon vor Jahren und mit Blick auf andere Autobauer. Seine eigene Warnung hat er selbst nicht beherzigt, und nun ärgert ihn wahrscheinlich der fade Fischgeschmack im Mund und das gewaltige Rumoren in seinen Därmen.
VW und Porsche sollen trotz der gescheiterten Übernahme enger miteinander verzahnt werden. Die größere Nähe schafft schon zu Beginn größere Schwierigkeiten, was keine Überraschung ist. Jeder Familientherapeut kann ein Lied davon singen, was ein langer Urlaub oder die gemeinsamen Weihnachtstage selbst in den besten Familien anrichten können. Die Musik in dem angestrebten gemeinsamen Konzern von VW und Porsche wird vermutlich künftig in Wolfsburg spielen, wie schon beim Fußball. Ich bleibe also weiter VW-Fahrer, was auch nicht wirklich tragisch ist. Porsche-Fahrer, das weiß ja schließlich jeder, wollen mit ihrer Karre bloß ihre Potenz-Probleme kaschieren.
Porsche baut wunderbare Autos und soll sie auch weiterhin bauen. Aber bitte nicht auf Kosten des Volkswagen Fahrers auch wenn ich keiner bin. Ferdinant Porsche hat den ersten Volkswagen erfunden und hier beginnt Herrn Wiedekings großer Irrtum. Er hat sich verzockt und die Kunden von Brot- und Butterautos sollen ihn aus dem Schlammassel ziehen. Der wo die größten Schulden hat kauft einen gesunden Betrieb, analog wie Schaeffler Continental und wenn es in die Hose geht soll der Steuerzahler den reichen Porschefahrern noch subventionieren. Fein ausgedacht Herr W. Hier kann Ihnen nur noch eine wohlgesinnte Regierung helfen. Die wäre dann aber Bürgerfeindlich. Mal abwarten....
MG am 26.05.09 18:48
Bockmist! Gedacht war: Porsche kauft die Aktienmehrheit von Volkswagen auf, plündert dann die Kassen von Volkswagen und zahlt mit diesen Rücklagen die Schulden bei den Banken, die durch diesen Kauf entstanden waren. Nicht bedacht war aber, dass die anderen Eigner von Volkswagen, allen voran das Land Niedersachsen, die Finger auf diesen Kassen haben würden und auch nicht bedacht worden war, dass die EU das "Volkswagengesetz" nicht kassieren würde.
Und so handelten die Freunde Wiedeking und Huber nach dem guten alten Motto: "Weil nicht sein kann, was nicht sein darf!" Und fielen wie schon Millionen von Selbstbetrügern vor ihnen in reinster Selbstverblendung voll auf die Schnauze.
Naturliebhaber am 21.06.09 12:18
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