Wir bleiben beim Essen, Freunde. Ich habe mir zwar beim letzten Mal schon Gedanken ueber die Fleisch-Branche gemacht (welch huebsches Wort), aber schliesslich ist das ein Thema, das uns alle angeht! Ausserdem gefiel mit
der Beitrag eines gewissen Ingo Oschmanns, den ich persoenlich noch nicht kannte, der aber offenbar in Deutschland zu den ueblichen Verdaechtigen der Comedy-Szene gehoert (das weiss ich von Wikipedia; zusaetzlich stand da, dass Herr Oschmann ein Buch mit dem Untertitel "Geben Sie richtig Gast: Kochen, Spielen, Zaubern mit Freunden" - der Kursivdruck stammt von mir, nicht dem Verleger - verfasst hat, was ich ganz entzueckend finde; wie gerne ich mit meinen Freunden ab und zu zaubern wuerde!). Ich sah mir also dieses Filmchen von Ingo Oschmanns Auftritt im WDR-Funkhaus an, und dachte "Aha! Es gibt noch jemanden ausser mir, dessen Freunde das Konzept vom Mett nicht kapieren!"
Hier muss ich wiederum kurz in die Details von Fleischproduktion eintauchen: In Neuseeland (und scheinbar dem Rest der Welt, ausgenommen Deutschland) ist der Verzehr vom rohem Schweinefleisch ein grosses No-No. Rinder-Carpaccio? Ja. Sushi? Null Problemo. Aber rohes Schweinefleisch? AUF GAR KEINEN FALL. "Ekelhaft" ist denn auch die haeufigste Reaktion, die ich von Kiwis bekomme, wenn ich die deutsche Liebe zu Mett erklaere, sowie "Aber ihr raeuchert es vorher, oder?" (nein), "Werden davon viele Leute krank?" (nö) und "Davon kann man sterben, oder?" (ich hoffe nicht). Das Konzept des Mett-Igels behalte ich wohl besser fuer mich.
Bessere Noten bekommt Sauerkraut. Im Zuge meiner kulinarischen Missionsarbeit schreckte ich nicht davor zurueck, ein paar Freunde zum Mittagessen an einem Sonntag einzuladen, um sie mit den Freuden deutscher cuisine vertraut zu machen. Da ich keine Ahnung habe, ob man Rehruecken oder Saumagen hierzulande erwerben kann, geschweigedenn, wie man diese heimatlichen Leckerlis zubereitet (ich bin eher der Curry-Typ), ueberredete ich Jean, seines Zeichens Koch und experimentell begabt, Sauerkraut mit Frankfurter Wuerstchen, Kartoffeln und Wacholderbeeren zu kochen. Und was soll ich sagen? Es ging weg wie warme Semmeln (bloss, dass Semmeln hier ebensowenig beliebt sind wie Mett). Vielleicht lag es am Krombacher, das simultan ausgeschenkt wurde, um das Erlebnis moeglichst urspruenglich und original zu machen (damit haette vielleicht auch Ingo Oschmann punkten koennen, anstatt seinen Tetrapak-Wein aufzutischen). Dass es zum Nachtisch black forest gateau gab (Schwarzwaelder Kirsch zu deutsch, keine Ahnung, warum sich sich in der Uebersetzung ein franzoesisches Wort eingeschlichen hat), war Ehrensache; leider ging die Torte nicht ganz so gut weg, sodass ich fuer eine geschlagene Woche Schwarzwaelder Kirsch zum Nachtisch hatte, gemaess Jeans Take no prisoners-Grundsatz fuer Essen.
Mein Versuch, die Koenigsberger Klopse meiner Mama zu rekreieren, war dann ein voller Erfolg meiner Missionsarbeit. Vermutlich lag das daran, dass Kiwis dem Prinzip Fleisch plus Kartoffeln sehr aufgeschlossen gegenueber stehen, waehrend Sauerkraut eventuell ein bisschen zu viel Gemuese repraesentatiert. Da Kapern und Bechamel-Sauce die einzigen zusaetzlichen Zutaten der Klopse sind, ist diese Mahlzeit wahrscheinlich ein wenig zugaenglicher (und, zu meinem Glueck, so einfach zuzubereiten, dass es schon fast lachhaft ist).
Aber die Geheimwaffe deutscher Kueche, die gemeine Leberwurst, hat immer noch nicht die Aufmerksamkeit erlangt, die sie verdient (trotz intensiver Promotion meinerseits). Es gibt Paté, es gibt Foie Gras (igitt!), aber noch hat in Neuseeland niemand erkannt, dass "ein halbes Kilo von der Groben" nicht zu toppen ist. Aber das schaffe ich schon noch.
von Louisa von Reumont um 11:19
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Zum SeitenanfangIch liebe Tiere. Besonders mit Bratkartoffeln. So geht der alte Witz, den streitlustige Fleischliebhaber seit jeher Vegetariern vor den Latz knallen in der Hoffnung, man werde sie danach in Ruhe lassen mit etwaigen Bekehrungsversuchen. Dabei ist die Frage, ob es eine gute Idee ist, Fleisch zu essen, ja durchaus berechtigt. Wenn man Jonathan Safran Foer's neuem Buch
"Tiere essen" glauben darf, gibt es da gleich einen ganzen Haufen von Gruenden, das Steakmesser fuer immer wegzulegen - aus moralischer, oekologischer und gesundheitlicher Perspektive.
Praktischerweise lebe ich in einem Land, dass sich nicht nur um sein gruenes Image sorgt, sondern ausserdem ueber mehr Platz verfuegt, als vier Millionen Menschen auch nur ansatzweise ausfuellen koennen. Deshalb ueberlassen sie diesen Platz grosszuegig den 32 Millionen Schafen und sechs Millionen Kuehen, auf dass diese grasen und herumtollen, bis ihre letzte Stunde geschlagen hat und sie zu Braten und Steaks verarbeitet werden. Neuseeland hat ein grosses Interesse daran, dass dieses Fleisch einwandfrei ist (also von gesunden und artgerecht gehaltenen Tieren stammt), denn die besten Stuecke werden fuer viel Geld in Europa verkauft. (So kommt es uebrigens, dass ihr im Supermarkt besseres neuseelaendisches Lammfleisch kaufen koennt als ich, denn diese Premium-Cuts werden gar nicht erst an die eigene Bevoelkerung verschwendet, sondern sofort verschifft.) Doch natuerlich ist nicht alles Paradies: Auch hier gibt es Legebatterien, zu kleine Kaefige und andere Missstaende in Schlachthoefen.
Neuseelaender haben generell ein sehr intimes Verhaeltnis zu dem Fleisch, das sie essen; die Chancen stehen gut, dass sie ihr dinner roast selbst geschossen haben oder den Fisch, den es Sonntags zu Mittag gibt, eigenhaendig am Morgen aus dem Meer gezogen haben. Die provokante Frage, ob man auch noch Fleisch essen wuerde, wenn man das Tier selbst toeten muesste, wuerde jeder waschechte Kiwi ganz selbstverstaendlich mit "ja" beantworten - die meisten wissen, wie es sich anfuehlt, einem Huhn den Hals umzudrehen oder einem Reh das Fell abzuziehen (zumal viele auf oder nahe einer Farm aufgewachsen sind und so einen ganz anderen Umgang mit dem Toeten von Tieren haben als Stadtmenschen). Kinder wissen ganz genau, wo ihr Essen herkommt (und wieviele Kilometer Papa dem verdammten Wildschwein hinterhergerannt ist, bis er es endlich gepackt hat). Nicht selten kommen sie am Wochenende sogar mit in den Wald, um Kleintiere zu schiessen, waehrend sich die Erwachsenen um die groesseren Exemplare kuemmern. Ich war mal bei einer pig show, wo bei der Jagd erlegte Wildsaeue zur Schau gestellt und entsprechend ihrer Groesse mit Preisen gekuert wurden. Daneben gab es einen kleinen Wettbewerb fuer die Kinder, die geschossene Possums und Hasen (beides Pesten in Neuseeland) zur Inspektion einreichen konnten und das auch fleissig taten. Die juengsten waren so um die sieben, acht Jahre (die Kinder, nicht die Possums).
Kein Zweifel: Wuerde die Welt in Chaos versinken und alle Zivilisation in sich zusammenbrechen, die Kiwis waeren eindeutig das Volk mit den groessten Ueberlebenschancen in der Wildnis.
Ob es richtig ist, Kindern beizubringen, wie man Tiere toetet, damit sie zu Menschen heranwachsen, die wissen, woher ihr Burger kommt, oder ob man ihnen Tiere als zu respektierende Lebewesen vermitteln sollte, die man nicht toeten sollte, ist ein anderes Paar Schuhe. Jonathan Safran Foer hat seine Antwort offenbar gefunden.
Ich finde, es ist (wenn ich mir den Kalauer erlauben darf): Geschmacksache.
von Louisa von Reumont um 9:10
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Ich bin zwar kein Vegetarier, esse aber (aus rein geschmacklichen Gründen) kaum Fleisch oder Wurst. Ganz verzichten möchte ich da auch nicht.
Generell halte ich da die Einstellung vieler "Naturvölker" für sehr empfehlenswert: Lebe im Einklang mit der Natur (also auch den Tieren), töte nicht aus Spaß, sondern um dich und deine Familie zu ernähren (und nutze auch die tierischen Nebenprodukte noch vollends aus) und habe Respekt vor den Wesen, die dich ernähren.
Das passt natürlich nicht in Zeiten von Überbevölkerung und Gesellschaften des Konsums, regt aber vielleicht zum Nachdenken an. Sogesehen - ich finde es schon richtig, dass Kinder genauer Bescheid wissen. Wichtig ist nur, dass alles in einem vernünftigen Rahmen bleibt - in Maßen, nicht in Massen. Aber der Mensch ist nunmal nicht zwangsweise vernunftbegabt...
Carsten am 28.08.10 16:44
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Zum SeitenanfangWaehrend ich an meinem Laptop sitze, mein Wurstbroetchen vertilge und dies schreibe, habe ich folgendes an (von unten nach oben): graue Schlappen mit aufgestickten rosa Herzchen, meine graue Jooginghose mit alten Haarfarbe-Flecken drauf, ein ausgeleiertes T-Shirt (Farbe unerkennbar), die braune Strickjacke meines Freundes, mein Badezimmer-Stirnband, ein pinkes Haargummi (ein Foto erspare ich mir und euch). So sieht’s aus, Freunde. Keine glossigen Locken, kein unverschaemt teures aber betont laessiges Designer-Top, keine Highheels und keine ultracool zwischen Mittel- und Zeigefinger wedelnde Fluppe - kurz, kein bisschen Carrie-Bradshaw-Glamour. Oder irgendein Glamour, wenn wir schon dabei sind.
Und das geht schon seit laengerer Zeit so! Ich weiss nicht, ob es daran liegt, dass es im Land der langen weissen Wolke immer noch schweinekalt ist oder ob ich einfach faul geworden bin, aber von all den schoenen Dingen in meinem Kleiderschrank kommen derzeit hauptsaechlich die alten, bequemen, gemuetlichen zum Einsatz. Statt auf meinen Keilabsaetzen umherzuflanieren, latsche ich in meinen Sneakers herum. Statt in ein Kleid zu schluepfen, werfe ich mir lieber meine Kapuzenjacke ueber. Wenn mich Scott Schumann von The Sartorialist in der Innenstadt sehen wuerde, er wuerde vermutlich die Strassenseite wechseln.
Ich habe das demuetigende Gefuehl, dass ich die einzige bin, die sich keine Muehe beim Anziehen mehr gibt. Na ja, ich und
Lily Allen; und die ist schwanger und somit unantastbar, was modische Arrangements angeht. Beim durchblaettern einiger Fotogalerien (eines meiner Hobbies) musste ich feststellen, dass sogar Leute, die beim Radio zu Gast sind, also potenziell unbeoebachtet von jeglicher Oeffentlichkeit, sich mehr aufbrezeln als ich an einem Freitag Abend (Beweise sind
hier und
hier zu finden). Selbst Gala haelt derzeit keine froehliche "Stars im Lotterlook"-Galerie fuer mich bereit, mit deren Hilfe ich mich besser fuehlen koennte (es ist ja stets eine Erleichterung, wenn man erfaehrt, dass auch reiche und schoene Menschen fett/schlecht gestylt/noch single sein koennen).
Vielleicht sind die Kiwis schuld an meinem Zustand (es ist immer so herrlich befreiend, die Schuld fuer jegliche Miseren anderen in die Schuhe zu schieben!). Immerhin gehoeren in Neuseeland Unterhemden (hier zaertlich wife beater genannt), Shorts und Flipflops gewissermassen zur Standarduniform. Barfuss in den Supermarkt gehen ist nicht nur erlaubt, sondern voellig normal, ebenso wie morgens im Pyjama zum dairy zu schlurfen, um seine Zeitung zu kaufen (auch die oberkoerperfreie Boxershorts-Variante habe ich schon gesehen, allerdings leider nicht an jemandem, der sich das haette leisten koennen). Ausser in der Schule, wo die armen Schueler gezwungen sind, voellig unvorteilhafte und graessliche Uniformen zu tragen, hat man wenig Chance, irgendwo rausgeschmissen zu werden, weil man zu leger gekleidet ist (ausgenommen moechtegern-fancy-schmancy Bars in Auckland, aber da will man eh nicht hin).
Wozu also das Ganze? Angeben laesst sich hier mit schnieker Garderobe ohnehin nicht - die Zurschaustellung von Statussymbolen und teurem Schnickschnack beeindruckt Neuseelaender nicht das kleinste bisschen. Understatement liegt den Kiwis so sehr im Blut, dass selbst die wirklich Reichen niemals als solche erkennbar waeren. Ich war einmal mit Freunden zum Mittagessen aus, als sich ein Bekannter von ihnen dazugesellte. Er war klein, dick, halb betrunken und trug einen Cowboyhut, abgeschnittene Jeans und - natuerlich - Flipflops. Er bestellte eine Runde Bier nach der anderen und plauderte munter ueber seinen Roadtrip durch das Land. Es stellte sich heraus, dass ihm einige der Top Restaurants und Bars in Auckland und Wellington gehoeren. Genau die Art von Restaurants und Bars uebrigens, die Leute mit Cowboyhueten und Jeans nicht reinlassen.
Das versteh mal einer.
von Louisa von Reumont um 11:54
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Das mit dem Pyjama zum einkaufen hab ich auch schon gemacht: Man war jung, wohnte im Studentenwohnheim, hatte Durst ... also in Schlafanzug zur nächsten Tanke. Hach ja, die gute Studienzeit ... *träum* *schwelg*
Freddi am 23.08.10 14:59
Wenn man bedenkt wo Du arbeitest, ist das schon eine bedenkliche Entwicklung...
Wo bleibt da Deine "Leuchtturm-Funktion" als Fashion Advisor? :-)
Robbi am 23.08.10 16:18
Moment mal *lach*, jetzt nochmal ganz langsam, Du sagtest letztens noch, die Flodder-Familie wohnt nebenan?! Sympatisierst Du jetzt etwa mit den Flodders und dem Flodder-Lotter-Look? Also, so wie Du das hier beschreibst, stelle ich mir Neuseeland jetzt als Flodder-Nation vor *lach*, die den Lotter-Flodder-Style celebrieren und weltweit verkehrsfähig machen wollen? Quasi treu dem Motto: Bringen uns die Kiwis nicht mehr genug Geld, dann verkaufen wir halt den Flodder-Look an den Rest der Welt! Laß mich raten, neuseelands jüngstes Fashion Label heißt 'Lotterlook' und wird auf der nächsten Fashion-Week vorgestellt? *fett grins* Hab so langsam das Gefühl, Du willst uns hier nur neidisch machen, weil Du den neusten Style von 'Lotterlook' bereits trägst, wärend wir hier noch den alten Scheiß von D&G, Gucci, Armani und Co im Kleiderschrank hängen haben!? Na ja, ich seh das so: Nicht immer gleich jedem Trend nachlaufen, in zwei Jahren ist der Lotterlook wieder out, dann tattoowieren irgendwelche Designer wieder ihre T-Shirts und die Kids mit Migrationshintergrund schreien dann wieder: Ey Opfähr, fohl krass altah, hastä schoh getschäkkt, die neuäh Schört van Üd Hardy!?! *lach* Und ja, das finde ich nur konsequent, das die Angestellten Ihren Chef nicht in seine eigene Bar lassen, wenn der aussieht wie ein Flodder! Und was macht der Chef? Genau, das was jeder tun würde, er denkt sich 'so ein Scheiß-Laden' und geht mit seinen Kumpels dann woanders ein Bier saufen! LG.. ;-)
MadMatt am 23.08.10 16:34
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Was da oben im Hintergrund verschwommen hinter einem Baum hervorlugt, ist mein Haus. Jawoll, ich zeige es her! Kein Nebel hinter meiner Hausnummer. Im Gegensatz zu Deutschland, wo noch fleissig
ueber Datenschutz debattiert wird, ist Neuseeland laengst auf dem Schirm von
Google Street View - und zwar mit allen Staedten un Gemeinden, und wenn es noch so kleine Kaeffer sind - die Google-Kamera war garantiert da. Schon seit Ende 2008 haben die Kiwis das zweifelhafte Vergnuegen, sich per Internet gegenseitig in die Vorgaerten laeuern zu koennen. Ob dieses freundliche Angebot tatsaechlich irgendjemand wahrnimmt, ist eine andere Sache.
Ich frage mich sowieso: Wer benutzt eigentlich Street View, und zu welchem Zweck? Generell gibt es wohl drei Gruppen: Die Narzissten, die hauptsaechlich ihr eigenes Haus sowie die Haeuser ihrer Freunde bestaunen und sich freuen, dass sie beruehmt sind ("Guck mal, Mama, ich bin im Internet!"); die Eskapisten (moi), die im Internet stellvertetend in fremde Orte eintauchen, fuer deren Bereisung sie momentan nicht die Mittel haben; und dann gibt es noch die Familien und Freunde von Leuten, die im Ausland leben und die sich, wenn sie schon nicht dabei sein koennen, wenigstens ein Bild von der Umgebung und Wohnsituation der Weitgereisten machen wollen. Und genau deshalb mag ich Street View: Meine Mama war noch nie in Neuseeland, aber sie kann auf ihrem Laptop eine Taste druecken (wenn sie sie denn findet; nichts fuer Ungut, Mama) und virtuell meine Nachbarschaft auf attraktive Wohnobjekte abklappern. Sie kann die waldige Umgebung bewundern, das lotterige Haus der Flodder-Familie nebenan inspizieren und die Strasse zur Stadt entlang spazieren. Noch lebensechter ist nur, selbst hier zu sein.
Dass irgendein Freak Street View dazu nutzt, jemanden zu bespannen, kommt mir eher unwahrscheinlich vor. Immerhin ist das Ganze ein statisches Bild vom letzten Jahr, das keinen Einblick ins Innere des Hauses gewaehrt. Ich (als Freak) wuerde ja persoenlich vorbeifahren, wenn ich schon die Adresse kenne, und daran, bespitzelnd in meinem Auto zu hocken, kann mich auch kein Datenschuetzer hindern. Und wenn ich die Adresse nicht kenne, tja, dann hilft mir Street View ohnehin nicht.
Lebt man in einer mittelkleinen Stadt in Neuseeland (oder sonstwo wahrscheinlich), hat man mit ganz anderen Indiskretionen zu kaempfen als Street View: Das Getratsche der Mitmenschen ist viel verheerender als jedes unscharfe Foto eines Wohnhauses - da sollte jemand mal Daten schuetzen. In einem Ort, wo sich die meisten Menschen fluechtig kennen und man keine 200 Meter geht, ohne einem Bekannten ueber den Weg zu laufen, scheint der liebste Volkssport das Weitererzaehlen intimer Details zu sein. Normalerweise gibt es eine Person, bei der alle Faeden zusammenlaufen - das Mutterschiff der Klatschbasen quasi, das alles ueber jeden weiss. In meinem Umfeld ist das meine Freundin Rebecca. Wenn jemand kurz vor dem Bankrott steht, weiss sie das. Wenn jemand heimlich schwanger ist, weiss sie auch das. Sie weiss nicht nur, wenn sich jemand diskret um einen Job bewirbt, sondern auch, ob er ihn bekommen hat - und zwar, bevor es der Bewerber selbst erfaehrt.
Und da Tratsch kein Tratsch ist, ohne weitererzaehlt zu werden, bin ich oft in der seltsamen Situation, ueber Affaeren/Suechte/Finanzen/kriminelle Vergangenheiten/sexuelle Vorlieben von Menschen bescheid zu wissen, die ich gerade mal mit Namen kenne. Nicht die beste Voraussetzung, um jemandem unvoreingenommen zu begegnen. Und das Schlimmste ist: Du kannst davon ausgehen, dass sie dasselbe ueber dich wissen.
Und ploetzlich wirkt Street View so harmlos wie ein Laemmchen auf der Weide.
von Louisa von Reumont um 13:37
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*lach* ja, da hast Du recht, das hintenrum Getratsche ist schon eine echte seuchenartige Erkrankung die nicht nur in den kleinen Köpfen der unterbelichteten Bürger statt findet, sondern vor allem in den großen Köpfen der Medienanstalten (Bild, RTL & Co) zelebriert wird! Und dabei wichtig ist ja eigentlich nur eins: und zwar das es (was auch immer getratscht wird) auch wirklich böse ist, sonst will das ja keiner hören, sehen oder lesen! Diese Welt ist von Grund auf schlecht, die Menschen im allgemeinen sind böse und wollen (bzw. wünschen) allen anderen Menschen (und Tieren) immer nur das schlechteste! Und genau das ist auch der springende Punkt bei der Google Street View Geschichte, stell Dir mal vor Du willst anderen etwas böses, sagen wir mal Du bist neidisch auf den dicken Mercedes Deines Chef's, wäre es dann nicht geil, wenn Du siehst wo der abends parkt, damit Du den dann richtig schön verkratzen kannst, oder die Karre gleich aufbrichst und klaust? Genau so sehen das auch moderne Einbrecher, warum vor dem Haus stehen und eventuell von irgendwelchen Nachbarn gesehen werden, wenn Du die ganze Stadt virtuell abgehen kannst und virtuell schon mal gucken kannst, wo es etwas zu holen gibt und wie man am besten völlig ungesehen in das Grundstück rein kommt und dann risikolos in das Haus einsteigen kann! Street View ist also quasi wie eine Wegbeschreibung für Verbrecher und alle die, die es noch werden wollen! Gehörst Du zu den Flodders, haste natürlich Glück gehabt, sieht man ja schon (von außen) online, das es da nix zu holen gibt! Also, wer sein Haus schützen will, dem empfehle ich den Flodder-Style, ist hundert mal sicherer als nur das Haus und die Hausnummer unscharf zu machen, aber dann einen Porsche neben der Tür stehen zu haben! ;-)
MadMatt am 19.08.10 17:06
Hier in der Nachbarschaft gibts auch eine famose Klatschtante - die weiss sogar was für Psychopharmaka andere Nachbarn nehmen.
Generell werden Privatsphäre und Datenschutz im Internet zwar gerne vernachlässigt, aber mit Street View ist meiner Meinung nach kein neuer Höhepunkt erreicht. Das Gerede über "Big Brother Google" ist eine willkommene Ablenkung von anderen Themen wie dem Zensus 2011 (Volkszählung), dem elektronischen Personalausweis und der neuen Krankenkassenkarte... Die scheinen nämlich eher den Klatsch unter Nachbarn als Lämmchen wirken zu lassen.
p.s.: Sieht ja nach ner netten Gegend aus wenn man sich ein wenig umsieht ;)
Carsten am 19.08.10 20:33
Da sprichst Du mir aber wirklich aus der Seele! Die ganze Diskussion über street view und Datenschutz hängt mir (und jedem, mit den ich kenne) so richtig aus dem Hals raus. Warum ist das in anderen Ländern (Neuseeland, wie ich jetzt weiß) kein Problem, bei uns aber offensichtlich ein riesiges?
Gruß aus dem Sektor
Jörg
Jörg am 20.08.10 7:46
@ MadMatt: Okay. Aber trotzdem: Alles, was Street View zeigt, ist ein Panorama-Foto. Als Einbrecher kriege ich bestenfalls genau dieselbe Information, wie wenn ich einfach vorbeischlendere, wahrscheinlich aber nicht mal das, weil die Bilder ziemlich unscharf werden, wenn man reinzoomt. Wenn du verhindern willst, dass da jemand checken kann, wie er "völlig ungesehen in das Grundstück rein kommt und dann risikolos in das Haus einsteigen kann", musst du schon Google Earth komplett verbieten. Die Satellitenbilder sind es naemlich, die tatsaechlich eine Menge Informationen ueber die Lage des Hauses geben. Street View allein ist dagegen eher harmlos, finde ich.
Louisa am 20.08.10 8:17
Ich finde den Hype um StreetView in .de auch vollkommen überzogen. Ich finde es klasse durch Dunedin zu "spazieren" und ärgere mich nur, dass ausgerechnet mein damaliger Wonsitz mit Meerblick vergessen wurde - eine ganze Strasse fehlt :-(
Schon seit mindestens 2005 konnte man in NZ auch online, anonym und kostenfrei alle möglichen Katasterdaten einsehen: Wem das Grundstück gehört, was es wert ist, was das Haus wert ist und wieviel man für Kommunalabgaben etc.bezahlt. Das wäre hier undenkbar!
Die Kiwis haben es besser :-)
Robbi am 20.08.10 15:29
auf den punkt gebracht!
deutschland eben, wenn man keine probleme hat, dann macht man sich welche...
so wie die tratschtanten, wer selbst kein leben (oder nur ein sehr langweiliges) hat, begiebt sich in das von anderen.
und der größte witz der sache ist: warum streetview verbieten?! auf grund der voratsdatenspeicherung können beamte die chronik der letzten 2 jahre deiner besuchten internetseiten einsehen. DAS ist krass.
dessweiteren steht ein haus im öffntlichen stadtraum und ist eh einsehbar. wer das nicht möchte hat sowieso schon 2 meter hohe hecken, da kann google dann auch nichts machen.
paule am 21.08.10 13:07
Ich für meinen Teil bin wenig begeistert über Street View. Reicht nicht das normale google Earth?
Zum einen will ich nicht unbedingt, dass mir jemand in meinen Garten gucken kann (warum hab ich sonst einen Zaun?) und zum anderen ist mir google als Datensammler etwas unheimlich. Und sicher wird googel auch Geld mit seinem Dienst verdienen... in dem sie auch mein Haus zeigen?... Nein, Danke!
Nic am 22.08.10 13:31
Ja Louisa, da hast Du natürlich völlig recht, dann müßte man am Besten Google Earth, oder noch besser das ganze Google verbieten und das funktioniert genau so wenig, wie alle Messer zu verbieten, weil regelmäßig einer erstochen wird, wie alle Schußwaffen zu verbieten, weil regelmäßig einer erschossen wird (stell Dir nur mal vor, die Amis ohne Schußwaffen *lach*), wie das Öl zu verbieten, weil es schon die halbe Welt verseucht hat, wie nukleare Substanzen zu verbieten, weil ein paar Terroristen Atomwaffen bauen wollen, wie Agenten zu verbieten, weil die Spionage und Folter betreiben, wie Diktatoren zu verbieten, weil die Völkermord betreiben, oder wie einen Bush zu verbieten, weil er einen Öl-Krieg angefangen hat! Also Du siehst, wenn es um 'das liebe Geld' geht, dann kann man nix verbieten, egal wie gefährlich, verseuchend oder zerstörend es auch immer ist, oder sein mag!!! Geld regiert die Welt, nicht der Obama! LG.. Patrick
MadMatt am 23.08.10 17:41
Noch ein Plus für StreetView: Ich suche gerade eine neue Bude in ner neuen Stadt. Vorteil erkannt?
Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch darauf hinweisen, dass Microsoft (Ja genau, der Cyberbösewicht des letzten Jahrzehnts) mit Bing einen sehr ähnlichen Dienst, schon vor nem Jahr, herausgebracht hat. Niemand hat es gemerkt, keinen hats interessiert. Die Wahrnehmung der Menschen ist doch immer wieder ein nettes Phänomen.
Rob am 27.08.10 10:10
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Zum Seitenanfang"Er ist quasi wie der beste Freund, der Bruder und der Ehepartner gleichzeitig." So
beschreibt 1LIVE-Moderator Tobi Schaefer seinen Kollegen Andreas Bursche und liefert damit die perfekte Definition fuer eines der seltsamsten Beziehungsphaenomene des 21. Jahrhunderts - die bromance.
Diese idealisierte Liebe zwischen zwei maennlichen Freunden (bro(ther) trifft romance) ist so verbreitet, dass es auf den ersten Blick schwierig ist, sie - von aussen betrachtet - von einer normalen Jungsfreundschaft zu unterscheiden. Deshalb habe ich einen gefragt, der es wissen muss: Jean’s bromance mit seinem Freund Sean gleicht in gewisser Weise einer Beziehung - genau wie
Tobi und der
Bursche zanken die beiden "wie ein altes Ehepaar", weshalb ihnen gelegentlich empfohlen wird, es doch bitte endlich hinter sich zu bringen und zu heiraten, damit alle ihre Ruhe haben (zu meinem Glueck haben sie das bisher nicht gemacht). Auf der anderen Seite erfordert eine bromance laut Jean viel weniger Aufwand als eine richtige Beziehung: "Niemand ist sauer, wenn ich einfach mein Ding mache oder gemeinsame Plaene absage; ich muss mir keine Sorgen machen, ob ich jemandes Gefuehle verletze - kann mich aber andererseits hundertprozentig darauf verlassen, dass mein Freund mich aus der Scheisse zieht, wenn es Probleme gibt." Wenn man, zum Beispiel, um vier Uhr morgens von der Polizeiwache abgeholt werden muss.
Beruehmte Beispiele fuer gelungene bromances sind etwa Jay und Silent Bob, die auch ohne grosse Worte hervorragend ihre Hochachtung fuereinander ausdruecken; Ben Affleck und Matt Damon, die eine so innige Beziehung fuehren, dass "Ben Affleck Matt Damon" bei Google als Suchvorschlag auftaucht; und Ernie und Bert, die auch nach Jahrzehnten keine sichtbaren anderen Freunde haben und selbst Ernies bescheuertes Quietscheentchen die Idylle nicht zerstoeren kann.
Meine Lieblings-bromance haben allerdings JD und Turk aus Scrubs: Sie wohnen selbst noch zusammen, nachdem Turk seine Freundin Carla geheiratet hat, nennen sich gegenseitig Chocolate Bear und Vanilla Bear, und wenn Carla mal nicht da ist, schlafen sie in einem Bett. Und Carla? Die ist schlau genug, das dritte Mitglied ihrer Ehe willig hinzunehmen.
Wer als Frau gegen die bromance ihres Freundes Einspruch einlegt, hat eh keine Chance: Bros Before Hos heisst die eiserne Regel und ist eine sehr gute (und politisch voellig unkorrekte) Beschreibung dafuer, an welcher Stelle etwaige Freundinnen in der bromance angesiedelt sind - und zwar praezise an zweiter Stelle. Gegen die bromance kommt kein gutwilliges Lamentieren, keine emotionale Erpressung und kein angedrohter Beischlafentzug jemals an. Es ist die perfekte Beziehung zwischen zwei (Hetero-)Jungs, in der der eine den anderen bis zum Tod verteidigen und notfalls auch noch Mund-zu-Mund-Beatmung durchfuehren wuerde.
Neuseeland bietet mit seiner auf Mann-Mann-Aktivitaeten spezialisierten Kultur den idealen Naehrboden fuer bromances. Angeln zum Beipiel. Frauen raffen das einfach nicht (also ich jedenfalls nicht; ich verstehe bis heute nicht, wie man vier Stunden lang reglos auf seinem Camping-Stuehlchen verharren kann, nur um dann den einzigen Fisch, der endlich anbeisst, wieder ins Wasser zurueckzuschmeissen, weil man diese Art "schon letzte Woche gefangen" hat). Offenbar geht es beim Angeln nur am Rande um Fisch; der Hauptzweck scheint tatsaechlich darin zu liegen, ins Meer zu starren und die Klappe zu halten. Fuer viele Frauen mag das sinnlos erscheinen, Maenner jedoch koennen wochenlang zusammen in diesem Zustand ausdauern und dabei so richtig schoen bonden.
Auch Rugby-Gucken und Schweinen im Wald mit Messern hinterherstellen sind beliebte Aktivitaeten, waehrend derer Jungs ausgiebig in ihrer bromance schwelgen koennen. Selbstverstaendlich koennte man diese Dinge auch mit Maedchen machen - ist aber irgendwie nicht dasselbe, hat man mir gesagt.
Jungs, seid ihr bromantic mit jemandem? Gebt ihr euch gegenseitig Spitznamen und geht auf Schweinejagd? Was macht eure bromance aus? Maedchen, ist euer Freund in einer bromance, die euch nervt?
von Louisa von Reumont um 12:23
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Hmmm. Also bei mir treffen eigentlich alle Punkte zu, die du so beschreibst, mit einer Ausnahme - der Bro ist ne Frau. Gilt das auch oder braucht das nen neuen Namen?
Carsten am 15.08.10 20:50
"der Hauptzweck scheint tatsaechlich darin zu liegen, ins Meer zu starren und die Klappe zu halten. Fuer viele Frauen mag das sinnlos erscheinen"
Was heisst sinnlos, für 99% ist das physikalisch unmöglich
Freddi am 16.08.10 17:40
Oh weh, jetzt wird mir langsam klar, was es mit den ganzen Heirats-Blogs und den Fragen über Homo-Lebenspartnerschaften auf sich hat! Du fragst Dich jetzt, ob Dein Freund nicht lieber den Sean heiraten sollte? *grins* Also ich sag's mal so, wenn Du den Jean heiratest, dann bekommst Du den Sean ja sowieso (quasi als Beigabe) gratis dazu! *lach* Also ist es doch eh völlig egal, wer mit wem eine Lebenspartnerschaft eingeht, oder?! Hauptsache Ihr habt Euch lieb und seit füreinander da! ;-)
MadMatt am 16.08.10 22:40
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Zum SeitenanfangWie es damals bei mir anfing, weiss ich schon gar nicht mehr. Ich glaube, es kam schleichend: Erst fand ich den Winter zu kalt und den Sommer zu verregnet. Dann wurde mir langweilig, und ich wurde unruhig. Dann fand ich Wuppertal zum Kotzen und wollte dringend weg: Das
Fernweh hatte mich gepackt. Warum ich nun gerade
Neuseeland als mein Ziel auswaehlte, habe ich vergessen. Hatte wohl was damit zu tun, dass es der am weitesten von Wuppertal entfernte Ort ist, den es gibt. Und Herr der Ringe hat wahrscheinlich geholfen. Und mein Bruder Freddie, der mir von Walen und Vulkanen vorschwaermte, und die Tatsache, dass das Land ueberschaulich und gruen und frei von Monsterspinnen ist. Und dann, als das Fernweh zu gross wurde, gab ich auf. Besorgte mir ein Visum. Kaufte mir ein Ticket. Und flog einfach los.
Witzigerweise weiss ich heute: Auf Reisen gehen ist ueberhaupt kein Rezept gegen Fernweh, im Gegenteil: Wer einmal den grossen Sprung geschafft hat, will es in der Regel noch mal tun, oder? Ich kenne niemanden, der nach einer fantastischen Reise jemals gesagt hat "Hach, das war spitze, aber zu Hause ist es doch am schoensten. Fortan werde ich fuer immer an einem Ort bleiben." Neinnein - man will sofort wieder los, mehr sehen, mehr erleben, mehr bizarre Souvenirs sammeln. Oder man hat schlicht noch mehr Fernweh nach dem Ort, von dem man gerade kommt, und moechte wieder zurueck, weil’s so schoen war. "Reisen ist wie eine Sucht, wenn du einmal angefangen hast, kannst du nicht mehr aufhören!" sagt auch meine arme Freundin Andrea, die mich letztes Jahr besuchen kam und sich unterwegs den Reisevirus eingefangen hat; jetzt ist sie dazu verdammt, sich auf alle Ewigkeit an ferne Orte zu wuenschen - aber immerhin arbeitet sie dran: Kaum aus Neuseeland zurueck, fing sie schon an, neue Urlaubsplaene zu schmieden und tauschte den Bochumer Alltag als naechstes mit der Hitze Portugals und Spaniens - allein, ohne eine Route oder ein Rueckflugticket - hauptsache, wieder unterwegs. Und auch der naechste Neuseeland-Urlaub ist selbstverstaendlich schon geplant.
In Neuseeland wird Fernweh bei jungen Leuten geradezu vorausgesetzt. "The Big OE" (Overseas Experience) ist ein Ereignis, das nahezu jeder Kiwi zwischen 18 und 30 fest fuer sich einplant und fuer das die meisten Banken und Versicherungen spezielle Angebote haben, um den (oft mehr oder weniger blanken) Abiturienten und Studienabgaengern das Reisen zu erleichtern. Die Moeglichkeit, sich die Welt anzugucken, ist fuer Neuseelaender eben ungleich schwieriger als fuer uns verwoehnte Europaeer, die wir nur einen Katzensprung von anderen Laendern entfernt sind. Klar, auch wir muessen fuer einen Urlaub erstmal sparen, aber nichts kann uns daran hindern, mal eben uebers Wochenende nach Paris oder Amsterdam zu fahren, und sei es bloss, um richtig gute Croissants zu essen oder Vla zu kaufen (oder was immer man in Amsterdam erwerben will). Fuer Kiwis ist jeder Urlaub mit einem mehrstuendigen Flug verbunden, und Europa, das Traumziel vieler Neuseelaender, ist fuer den Durschnittsmenschen oft fast unerreichbar - bis auf die kurze Zeitspanne nach der Schule oder Uni, wenn man noch keine Verpflichtungen hat und das Leben noch suess ist (und es einem egal ist, zwei Monate lang von Erbsensuppe aus der Dose zu leben). Ausserdem kommt es auf Lebenslaeufen (anders als vielleicht in Deutschland) sehr gut an, eine Zeit im Ausland verbracht zu haben (vor allem, wenn man tatsaechlich einer serioesen Taetigkeit nachgeht) - von der gewonnenen Lebenserfahrung und Horizonterweiterung gar nicht zu sprechen.
Warum ein Grossteil der OE’ler dann die meiste Zeit ihrer wertvollen Uebersee-Erfahrung damit verbringen, Kaffees in London zu servieren, ist mir schleierhaft - aber es scheint so zu sein. Spricht ein Kiwi von OE, kann man fast sicher sein, dass er in London, zumindest aber im Vereinigten Koenigreich gelebt hat. Klar, der eine oder andere Ausflug nach Barcelona zum Partymachen ist meistens mit im Programm, auch Wochentrips durch Europa sind beliebt, aber kaum jemand sucht sich ein anderes europaeisches Land als Mittelpunkt fuer die OE aus. Fuer viele meiner Bekannten liegt das daran, dass sie nur englisch sprechen und es daher woanders schwieriger fuer sie waere, Jobs zu finden oder generell zurecht zu kommen (die Moeglichkeit von Sprachkursen ist vielleicht noch nicht bis zu ihnen durchgedrungen). Dazu kommt, dass Neuseeland als ehemalige Kolonie Grossbritanniens der englische way of life wahrscheinlich noch am aehnlichsten ist (ich sage nur: Fish'n'Chips) und viele dort Verwandte oder Freunde haben, bei denen sie umsonst leben koennen.
Die typische Overseas Experience dauert etwa ein Jahr, weil so lange die meisten Visa gueltig sind (schliesslich muss man das meiste draus machen, wenn man schon die ganze Kohle fuer den Flug zahlt). Manche nehmen sich nur ein oder zwei Monate Auszeit, etliche dagegen bleiben fuer einige Jahre im Ausland (was unter anderem daran liegen duerfte, dass Jobs dort in der Regel besser bezahlt werden). Zu guter Letzt kehren die allermeisten heim.
Vielleicht ist es zu Hause auf lange Sicht ja doch am schoensten? Und was machen wirre Menschen wie ich, die nicht genau wissen, welchen Ort sie als ihr zu Hause betrachten sollen? Wenn ich mich nach Europa sehne und am liebsten morgen einen Flug buchen wuerde, ist das dann Fernweh oder Heimweh? Und umgekehrt: Wenn ich mir im winterlichen Berlin bei Mama eine Grippe einhole und mich wieder zurueck ins warme Neuseeland wuensche, ist das dann Heimweh? Oder Fernweh?
Ach, ist ja eigentlich auch schnuppe - hauptsache, ich hab’s nicht verlernt!
von Louisa von Reumont um 9:07
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Großartig Louisa:-)
Drei??? am 10.08.10 11:09
Das ist Fernweh, würde ich sagen! Und umgekehrt auch, ist Fernweh! Wenn Du zu einer Reise aufbrichst und gar nicht so richtig weg möchtest, sondern eigentlich lieber Zuhause bliebest, dann ist es Heimweh! Aber wann immer Du Dich nach einem fernen Ort sehnst, ist es Fernweh, egal ob jetzt Deutschland oder Neuseeland Deine Heimat ist! Habe damit jetzt so ziemlich genau 20 Jahre Erfahrung und kann Dir sagen, das hört nie auf! Wann immer ich zwischen Österreich und Holland hin und her pendel, wenn ich losfahre habe ich immer Heimweh und möchte gar nicht weg, wenn ich dann aber die ersten 50-100km Fahrt hinter mir habe, schlägt es um in Fernweh und ich möchte nicht mehr zurück, sondern nur noch weg! Also ich würde sagen, Du leidest unter kronischem Fernweh und bist reisesüchtig! Und jetzt hast Du Deine Freundin auch noch mit dem Reisevirus angesteckt, oh weh.. wie unverantwortlich von Dir, dann verbreitet sich der Virus jetzt ja langsam auf der ganzen Welt! *lach*
Wünsche Euch allzeit eine gute Reise!
Viele Grüße ans Ende der Welt..
*lach* ja, nach Amsterdam zu fahren um Vla zu kaufen ist so geistreich, wie nach Neuseeland zu fliegen um sich Kiwis zu besorgen! Vla gibts mittlerweile auch in Deutschland und Kiwis ja auch! ;-)
MadMatt am 10.08.10 13:35
Nicht nur Vla ist lecker! :)
Martin am 10.08.10 17:27
Ich hab's, *lach* nehmen wir mal an, Fernweh ist Reisefieber, dann wäre es eine Krankheit und keine Sucht, und der Patient könnte sich beim Arzt eine Reise nach Übersee verschreiben lassen, oder in besonders schlimmen Fällen gleich eine Reiseentzugstherapie auf kosten der Krankenkassen machen! Vielleicht gibt es dann ja bald Phantasialand Freikarten und kostenlose Kaffeefahrten für schwerst Abhängige, so zu sagen das Methadon-Programm für Reisesüchtige! Aber vielleicht gibt es auch nur ein Reisefieberthermometer, dann kann man Zuhause selbst die Themperatur kontrollieren und sich rechtzeitig ins Bett legen, bevor das Reisefieber ausbricht? ;-)
MadMatt am 10.08.10 17:59
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Zum SeitenanfangEthan Hawke: "So listen, so here's the deal. This is what we should do. You should get off the train with me here in Vienna, and come check out the capital."
Julie Delpy: "What?!"
Ethan Hawke: "Come on. It'll be fun. Come on."
Julie Delpy (doubtful): "...what would we do?"
Ethan Hawke: "Umm, I don't know. (...) Alright, alright. Think of it like this: Jump ahead, ten, twenty years, okay, and you're married. Only your marriage doesn't have that same energy that it used to have. (...) You start to think about all those guys you've met in your life and what might have happened if you'd picked up with one of them, right? Well, I'm one of those guys. (...) See, what this really could be is a gigantic favor to both you and your future husband to find out that you're not missing out on anything. I'm just as big a loser as he is, totally unmotivated, totally boring, and, uh, you made the right choice, and you're really happy."
Julie Delpy: "Let me get my bag."
So beginnt einer der besten Filme der Welt, Before Sunrise. Und dieses kleine Gespraech ist auch der Grund, warum auf die Frage
"Sollte ich mit einem Fremden meinen Urlaub verbingen?" nur eine Antwort zulaessig ist: JA!
Es ist doch so: Wir verreisen, um neue Eindruecke zu sammeln, neue Dinge zu erleben, neue Menschen kennenzulernen - und hinterher mit unserer schicken Sonnenbraeune anzugeben. Und wenn wir zum zehnten Mal mit unserem Freund zum Zelten nach Frankreich fahren oder mit unseren Eltern ins Ferienhaus in der Toskana, passiert letzteres vielleicht, aber die Chance auf etwas wirklich Neues ist eher begrenzt. Laesst man sich dagegen auf eine fremde Reisebegleitung ein, sind die Weichen von vornherein auf Unbekanntes gestellt. Man muss Kompromisse mit jemandem eingehen, der vielleicht andere Interessen hat und schlaegt so Wege ein, die man sonst nie beschritten haette ("Klasse, hier gibt es ritualistische Bauchtanz-Kurse, das wollte ich schon immer mal machen! Komm!"); man kann auf die gesamte Weisheit eines eventuell Weitgereisten zurueckgreifen ("Heb das Kaugummi lieber wieder auf, darauf steht hier die Todesstrafe"); und man ist gezwungen, sich mit dieser Person auseinanderzusetzen und sie kennenzulernen - und dabei vielleicht auch etwas neues ueber sich selbst zu lernen. Im besten Fall machen wir einen formidablen Freund fuers Leben. (Oder wir haben wenigstens spaeter die Gewissheit, dass unser Ehepartner nicht der einzige Loser auf der Welt ist.)
Eine wichtige Frage ist, ob man einen Reisegefaehrten oder lieber nur einen Reiseabschnittsgefaehrten haben moechte, das ist ja von Typ zu Typ unterschiedlich. Die einen haben keine Probleme damit, sich auf laengere Zeit zu binden, die anderen wollen eher was Lockeres. Mit einem Reisegefaehrten lernt man zumindest schon mal eine neue Person kennen - auf der anderen Seite es eine bekannte Weisheit, dass man viel offener fuer neue Bekanntschaften ist, wenn man eben nicht mit einer festen Person unterwegs ist (jeder, der schonmal allein verreist ist, wird wissen, was ich meine). Deshalb plaediere ich (vor allem auf laengeren Trips) fuer den Reiseabschnittsgefaehrten: Sollte sich die Begleitung als gefaehrlicher Psychopath entpuppen, wird einem wenigstens nicht der gesamte Urlaub versaut.
Wie man seinen Reise(abschnitts)gefaehrten findet, ist eine andere Sache. Man kann bestimmt durchaus ganz tolle Menschen im Internet kennenlernen (yeah, right) - aber ich persoenlich kann Zufallsbekanntschaften vor Ort nur waermstens als Reisekumpanen empfehlen: Wenigstens weiss man schon mal, dass man dasselbe Land dufte findet, und da man sowieso schon ins Gespraech gekommen ist, hat man anscheinend irgendetwas gemeinsam (selbst wenn es nur eine Vorliebe fuer CocoPops ist). Diese Herangehensweise setzt natuerlich voraus, dass man erstmal alleine loszieht, aber ich versichere, dass es das wert ist.
Die besten aller Reisebekanntschaften scheinen ohnehin die zu sein, die dich finden, nicht die, die du angestrengt im Netz oder sonstwo suchst. Eine meiner liebsten begann mit dem Satz "I saw you laughing yesterday" (Simpsons; furchtbarer deutscher Akzent einer der Charaktere; Schwamm drueber), und endete mit dem Versprechen, mir eine Kopie einer selbstgebastelten Doku ueber Suedamerika zu schicken (sobald die Doku gedreht sein wuerde). Zwischendurch erhielt ich sehr nuetzlichen Rat darueber, wie man am besten illegal ein Haus besetzt und warum man in vielen Laendern gut daran tut, das Etikett von der Flasche zu kratzen, wenn man auf offener Strasse Bier trinkt. Hach, Mexikaner. Ein anderes Mal wurde ich fuer ein paar Wochen in einem Auto namens Barbara quer durch Neuseeland gefahren und lecker bekocht, waehrend ich mit meinem Reiseabschnittsgefaehrten ueber Zukunftsplaene und das Uebersinnliche spekulierte.
Und wenn alle Stricke reissen und die Urlaubsbegleitung gar nichts kann, koennen wir immer noch tuermen und hoffen, dass sich als naechstes Ethan Hawke oder Julie Delpy neben uns ins Zugabteil setzen. Zu verlieren haben wir jedenfalls nichts.
von Louisa von Reumont um 11:29
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Und dann stellt sich da ja noch eine weitere Frage, was passiert wenn aus dem Reisegefährten ein Lebensgefährte wird? ;-)
Auswandern oder Urlaub verlängern? Heiraten oder Urlaubsflirt?
Frei sein oder angebunden?
Urlaub oder Baby sitten?
Ganz schön kompliziert so eine Reise und so viele Fragen! *lach*
MadMatt am 10.08.10 1:04
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Zum SeitenanfangEntschuldigung - aber es geht heute schon wieder um Hochzeiten. Ich habe das Thema ja in letzter Zeit schon ein, zweimal erwaehnt; es tut mir leid. Diesmal
schmachte ich auch nicht vor mich hin, versprochen, sondern ziehe vielmehr eine kritische Augenbraue hoch (das kann ich gut; fuer meinen strengen Hochgezogene-Augenbraue-Blick bin ich in meinem Freundeskreis beruechtigt). Eigentlich geht es auch gar nicht um Hochzeiten an sich, sondern Ehe im Allgemeinen.
Also, es war so: Um meine Sensationsgier zu stillen, klickte ich mich heute beglueckt durch die
Promihochzeiten 2010 (nachdem ich mich schon erfolgreich an
Stars hinter Gittern und
Promis unter Verdacht ergoetzt hatte). Und waehrend ich noch Penelope und Javier anhimmelte, fiel mir auf, dass gleichgeschlechtliche Paare auf der Liste voellig fehlten. Gibt es dieses Jahr keine homosexuellen Paerchen, die unter die Haube wollen? Oder liegt es daran, dass sie eben immer noch nicht ueberall duerfen? Cynthia Nixon (Miranda aus Sex And The City) zum Beispiel kann es ja angeblich kaum mehr abwarten, ihre Freundin zu heiraten (wenn man diversen Klatschseiten glauben darf) - bloss ist das in ihrer Heimatstadt New York verboten.
Dass mir das Ganze so ins Auge fiel, lag an einem kleinen Artikel, den ein Freund von mir vor ein paar Wochen bei Facebook postete. Es handelte sich um eine Weltkarte, auf der die Handvoll Laender eingezeichnet waren, in denen Eheschliessungen gleichgeschlechtlicher Paare erlaubt sind (es sind insgesamt zehn). Dazu kommentierte mein Freund, ob sich Neuseeland diesen Nationen nicht mal langsam anschliessen wolle, schliesslich lebten wir nicht im Jahr 1910. Bravo, dachte ich, bis ich sah, was jemand darunter geschrieben hatte:
"Nur ein Gedanke: Warum ziehen nicht alle homosexuellen Leute in Laender, wo sie legal heiraten koennen? Das wuerde mich und alle anderen heissbluetigen Kiwis mehr als gluecklich machen, wir leben gerne im Jahr 1910."
Abgesehen davon, dass die eigentliche Forderung eine Unverschaemtheit ist, fand ich es ziemlich dreist, stellvertretend fuer alle Kiwis zu sprechen (wobei "heissbluetig" vermutlich verdrehterweise fuer "hetero" stand). Neuseeland sieht sich selbst, ebenso wie Deutschland es tut, als sehr liberal in Bezug auf die Rechte Homosexueller an; Live and let live scheint die allgemeine Einstellung der Kiwis zu sein. Auch hier gibt es schwule und lesbische Politiker in hohen Aemtern, es gibt viele offen homosexuelle Promis - und es gibt die eingetragene Lebenspartnerschaft, die als Alternative zur Ehe gedacht ist.
Natuerlich kann man sich durchaus darueber streiten, ob eine eingetragene Lebenspartnerschaft ein wuerdiger Ersatz fuer die Ehe ist. Ein Foto, das ich bei Wikipedia gefunden habe, bringt es, finde ich, gut auf den Punkt: Da haelt eine Frau ein Plakat hoch mit der Aufschrift "I didn’t ask her to civil union me" ("Ich habe sie nicht gefragt, meine eingetragene Lebenspartnerschaft zu werden"). Fakt ist, dass man unter einer eingetragenen Lebenspartnerschaft eben nicht alle Rechte hat, die bei einer Ehe entstehen: gemeinsame Adoption etwa ist immer noch verboten (in Deutschland wie in Neuseeland) und auch in anderen Bereichen gibt es noch Unterschiede.
Ich machte eine kurze Umfrage in meinem Freundeskreis, wie sie die Sache saehen, und war teilweise erstaunt: Neben einigen, die ganz klar fuer die Homo-Ehe sind, gibt es doch ein paar, die etwa das Adoptionsrecht fuer gleichgeschlechtliche Paare fuer keine gute Idee halten. Der Kinder wegen. Die waeren dann ja der Haeme ihrer Mitschueler ausgesetzt. Aha.
In Neuseeland machen etliche gleichgeschlechtliche Paare von ihrem Recht zur eingetragenen Lebenspartnerschaft Gebrauch. Im Fruehjahr gab etwa Popsaengerin Anika Moa ihre Freundin das Ja-Wort. Sie bezeichnet die Zeremonie selbst ganz selbstverstaendlich als
Hochzeit.
Deshalb meine Frage: Wie seht ihr die Sache? Sollten gleichgeschlechtliche Paare heiraten duerfen? Habt ihr Bedenken, die dagegen sprechen? Haltet ihr die eingetragene Lebenspartnerschaft fuer eine gute Alternative? Was ist mit dem Recht auf Adoption? Wenn ihr schwul oder lesbisch seid, wuerdet ihr eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen wollen?
von Louisa von Reumont um 1:34
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*lach* Du stellst vielleicht fragen! Da es bei der Ehe ansich ja nicht um die große Liebe geht, sondern bestenfalls um Besitzansprühe die man erst stellen kann, nachdem man sich bindet, halte ich das alles für Schwachsinn, ob Hetero oder Homo! Der Dumme hinterher ist doch immer nur der, der das Vermögen mitbringt und das erst merkt, wenn er dann alles wieder verloren hat!
Heiraten ohne Ehevertrag ist wie Autokauf ohne Probefahrt! Aber am Besten fragst Du da mal den Lothar, der kennt sich mitlerweile bestimmt bestens damit aus!? ;-)
Unsicher? Du bekommst jetzt aber doch keine kalten Füße, oder??? *grins*
Liebe Grüße..
MadMatt am 2.08.10 17:09
Leider ist die eingetragene Lebenspartnerschaft ja bisher die einzige Wahl. Eine richtige Gleichstellung zur Ehe zwischen Mann und Frau vermisse ich leider.
Ich spiele selbst seit einiger zeit mit dem Gedanken, meinen Freund zu fragen. "Willst du mich heiraten?" ist aber theoretisch nicht ganz richtig, "Willst du mit mir eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen?" klingt dagegen einfach nur dämlich. Letztlich solls natürlich nicht am Wortlaut scheitern.
Mir wird glaube ich noch lange schleierhaft bleiben, warum wir nicht die gleichen Rechte haben dürfen wie ein Hetero-Paar, auch wenn wir uns genauso lieben und unser Leben miteinander verbringen.
Von mir also definitiv PRO für die Ehe von Schwulen und Lesben!
Markus am 3.08.10 7:44
Jetzt komm, MadMatt! Wer hat dich denn da so desillusioniert? Es soll auch schon Ehen gegeben haben, bei denen sich keiner von beiden bereichert hat. (Frag mich jetzt bloss nicht nach Beispielen, ich kenne mindestens 20)
Zum Glueck sind sowohl ich als auch mein Freund arm, da stellt sich die Frage nicht ;-)
Louisa am 4.08.10 10:48
Wieso sind so viele Menschen so intolerant? Wieso wird über sowas heutzutage überhaupt noch diskutiert? Natürlich sollten Homoehen den Heteroehen gleichgestellt werden! Welche Gründe sprechen überhaupt dagegen? Irgendein Religionsquatsch? Ich wüsste nicht, dass es bewiesen ist, dass Homo-Paare sich weniger lieben als Heteropaare ;)
Was für ein großer Quatsch!
Und zur Adoption: Kinder werden leider wegen vieler Dinge in der Schule fertiggemacht, weil diese die Intoleranz ihrer Eltern annehmen! Das kann man aber nicht als Grund nehmen, eine Adoption zu verbieten. Das Paar kann das Kind ja darauf vorbereiten und stark machen. Eine homosexuelle Frau könnte sich doch auch künstlich befruchten lassen und das Kind dann mit ihrer Partnerin aufziehen, da sagt auch keiner was gegen. Also wieso keine Adoption? Die Homopaare würden vorher ja genauso geprüft werden, wie die Heteropaare...
PS: Ich bin hetero :)
Snowball_II am 4.08.10 14:53
Desillusioniert? *lach* nein, wie kommst Du denn darauf? *lach*
"Nur eine Liebe die über den Tod hinaus geht, hält auch ein ganzes Leben!" Das selbe gilt auch für Freundschaft, aber was hält heute schon ein ganzes Leben? Diese Zeit ist so schnelllebig, was heute 'in' ist, ist morgen schon wieder 'out'! Und früher war die Ehe, Familie und Kinder noch überlebensnotwendig, heute ist das bestenfalls noch Mode und schick!
Ihr Glücklichen, dann seit Ihr also völlig unbefangen! ;-)
MadMatt am 10.08.10 1:34
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Zum SeitenanfangSonntag ist mein freier Tag. Normalerweise schlafe ich lang, fruehstuecke lang, gehe mit dem Hund an den Strand und mache dann den ganzen Tag lang vergnuegliche Sonntags-Dinge. Nicht diesmal. Noch vor der ersten Tasse Tee (die mich ueberhaupt erst aufnahmebereit macht) rief mir mein Freund vom Computer aus dem Wohnzimmer irgendwas zu, das wie "Loveparade" klang. Ich verdrehte die Augen und setzte den Kessel auf. Mir doch egal. Ich wusste zwar, dass das Spektakel am Tag zuvor im Sektor stattgefunden hatte und hatte auch vage die Diskussion im Vorfeld mitbekommen, als noch nicht klar war, ob die Veranstaltung ueberhaupt statt finden wuerde; aber nichts konnte gleichgueltiger sein als die bescheuerte Loveparade. Fuer mich war das Ganze immer ein Affentheater mit schlechter Musik, noch schlechteren Outfits und Bergen von Muell, die hinterher andere beseitigen muessen.
Dann tauchte Jean im Tuerrahmen auf und sagte: "Auf der Loveparade hat es 15 Tote gegeben." Ich vergass meinen Tee und setzte mich an meinen Laptop. Es war zehn Uhr morgens in Neuseeland, also ungefaehr Mitternacht am Samstag Abend in Duisburg, und die Geschehnisse waren noch in vollem Gange. Als erstes sah ich ein Video mit Catherine Vogel und Thomas Bug, die sichtlich bedrueckt vom Ort des Geschehens berichteten, wo erst vor einer knappen Stunde die Musik abgeschaltet wurde. Ich klickte mich von
Bericht zu Bericht, von einem schockierenden
Video und traenenerstickten O-Ton Beteiligter zum naechsten, las einen
Gaestebucheintrag nach dem anderen. Zwischendurch stieg die Zahl der Toten auf 17, dann 18, dann 19. Erst war von 80 Verletzten die Rede, daraus wurden im Laufe des Tages (beziehungsweise der Nacht in Deutschland) mehrere Hundert. Als ich alles gesehen hatte, war es Nachmittag; ich sass immer noch im Schlafanzug vor meinem Laptop und konnte das Ausmass der Tragoedie so langsam fassen. Und als ich dann den Eintrag eines Maedchens las, die dem fremden Jungen, der ihr und ihrer Mutter aus der Menge geholfen und ihr so vielleicht das Leben gerettet hatte, unendlich dankte und ihn bat, sich bei ihr zu melden, standen mir dann echt Traenen in den Augen.
Wer jemals inmitten der wogenden, engen Menge eines Konzertsaales festgesteckt hat und feststellen musste, dass man der Eigendynamik der Masse um einen rum ausgeliefert ist und da nicht so ohne weiteres raus kann, hat vielleicht einen fluechtigen Eindruck von dem bekommen, was die Menschen, die da am Samstag in dem Tunnel feststeckten, erleiden mussten. Irgendjemand hat mal gesagt "Ein einzelner Mensch ist intelligent, aber eine Masse von Menschen ist eine Schafherde": Es gibt nur eine Richtung, in die man gehen kann, und das ist die, in die alle draengen. Wenn einer Panik bekommt, verbreitet sich die Panik bald auf alle. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Selbsterhaltungstrieb in einer solchen Situation ausserdem dafuer sorgt, dass man vielleicht zu mehr Aggression und Ruecksichtslosigkeit bereit ist als normalerweise. Damit duerften jetzt viele Menschen zu kaempfen haben, die sich - vielleicht auf Kosten anderer - einen Weg aus dem Tunnel gekaempft haben. Insofern sind selbst die Opfer, die nicht im Krankenhaus gelandet sind.
Hier in Neuseeland hat die Katastrophe kaum Schlagzeilen gemacht, anders als offenbar in Australien, wo eines der Todesopfer herkam. Auf der Internetseite des New Zealand Herald gab es
eine kleine Meldung darueber, aber die rueckte schnell unter andere Themen, Brad Pitt etwa, der angeblich in Wellington gesichtet wurde. Wenn sowas Schlimmes so nah an meinem Heimatort passiert, ist es schon seltsam, an einem Ort so weit weg zu sein, wo niemand in meinem Umfeld davon weiss und es die Menschen niemals so sehr betreffen wuerde wie im Sektor. In solchen Zeiten bin ich noch froher als sonst, dass es das Internet gibt, das mich nicht nur informiert haelt, sondern auch die Reaktionen der Menschen zu Hause wiederspiegelt.
von Louisa von Reumont um 11:16
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Ich wohne auch in Neuseeland und habe im Internet alle Nachrichten vom Geschehen schockiert aufgesogen... Sonntag morgen war schon gegen halb 6 im Auto auf dem Weg zum Skifahren, und hab dann im Radio nur die letzte Haelfte von einem Bericht mitbekommen - irgendwas von Loveparade und Duisburg. Ich dachte mir erst nichts dabei, aber dann wurde mir klar, dass schon was Schlimmes passiert sein musste damit es hier im Radio berichtet wird, noch dazu an erste Stelle! Es war eine lange Stunde bis zum naechsten Bericht um 7, und ich habe versucht ueber sms rauszukriegen, wer von meinen Freunden da war und ob es ihnen gut geht. Scheint, als haetten sie alle 'Glueck' gehabt.
Trotzem kann ich es immer noch nicht glauben! Ich komme aus Essen und fuehle mich trotz der Entfernung immer mit dem Sektor und meiner Heimat verbunden. Sprachlosigkeit, Trauer, Unglaeubigkeit.
With hindsight it all seems so obvious.
Cheers
Hannah
Hannah am 27.07.10 1:05
Mir ging es so ähnlich, da ich im Moment auch in NZ bin.
Ich habe mich vorher auch nicht so für die Loveparade interessiert und doch als ich von 15 Toten bei Facebook lass, war ich richtig geschockt und habe auch erst mal mehrere Stunden am Laptop verbracht.
In Gedanken bei den Opfern und deren Angehörige.
Tabea am 27.07.10 8:38
Sprachlos ...
http://juliasloveparade.blog.de/
Spip am 27.07.10 13:13
Hallo,
ich bin Duisburgerin, lebe aber seit letztem Jahr in den USA. Ich habe auch ueber das Internet erfahren, was am Samstag auf der Loveparade passiert ist. Direkt kurz nach den Geschehenissen, habe ich davon gelesen. Da ich wusste, dass viele meiner Duisburger Freunde auch zur Loveparade wollten, habe ich mir grosse Sorgen um meine Bekannten gemacht. Ich habe sofort diverse SMS geschrieben, aber wie ich spaeter erfuhr, war das Handynetz ueberlastet und so konnte mir keine schnell antworten. Zum Glueck sind aber alle meine Freunde wohl auf.
Trotzdem nimmt mich das alles auch sehr mit und ich wuerde mein Entsetzen und meine Gedanken gerne mit anderen teilen. Aber auch hier in den USA ist das alles nicht wirklich angekommen. Und die Menschen, die davon gehoert haben, sind wie schon von Lousia beschrieben, nicht so betroffen, wie jemand, der aus dem Sektor kommt.
Aber auch mir, helfen die Informationen aus dem Internet ein Stueck weit und ich verfolge regelmaessig, ob die Ermittlungen etwas neues ergeben.
Ich hoffe, dass schnell aufgeklaert wird, wie es dazu kommen konnte.
Alexandra am 27.07.10 15:46
Ich habe mir was überlegt. Überall gibt es gerade die Flashmobs. Lasst uns das auch organisieren aus Respekt an die Opfer und Verletzten. Schaltet alle am kommen Samstag 31.07.2010 um 22.30 Eure Lichter, Fernseher etc. aus. Bis um 22.40 Uhr. Lasst uns 10 Minuten still Gedenken. Stellt Kerzen in Eure Fenster und Erinnert so an diese schreckliche Katastrophe. Bitte verteilt das großzügig. Macht mit
Melanie Bödeker am 29.07.10 10:35
Von jemanden, der als Feuerwehrmann nicht ausrichten konnte, weil es Ihm nicht gelang an die Unfallstelle zu kommen.
Für Die Opfer Der LoveParade 2010 in Duisburg
ZÜND ICH EINE KERZE AN
***Rest in Peace***
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IN STILLEM GEDENKEN UND TIEFER TRAUER
UM DIE LOVEPARADE_OPFER VOM 24.07.2010......
SCHICKT DIESES LICHT ZU IHREN EHREN WEITER
UM DIE GANZE WELT...
Simon am 29.07.10 14:39
Ja, und am bitteren Ende sind es dann 21 Tote! War auch da mit Kollegen, aber hatten Glück und kamen da gar nicht in die Nähe! Eine Arbeitskollegin von mir hatte aber noch sehr viel mehr Glück, die steckte nur etwa 10 Meter von den ums Leben gekommenen auch in dem Tunnel fest und wäre auch fast um ein Haar erdrückt und überrannt worden! Die leidet heute noch an den Folgen der Panik und kann es immer noch nicht fassen, wieviel Glück Sie hatte!
"Death Parade 2010"
R.I.P.
MadMatt am 2.08.10 17:26
Zum Anfang dieses Eintrags
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Sechs Wochen, sechs Laender, sechs Jobs - das ruft Erinnerungen wach! Als ich vor drei Jahren in Neuseeland ankam, schlug ich mich ebenfalls als Backpacker mit Gelegenheitsjobs durch - mal mehr, mal weniger erfolgreich, aber immer um eine Erfahrung reicher.
Kloputzen zum Beispiel, beziehungsweise die generelle Hygiene in sanitaeren Anlagen, weckt Bilder - und vor allem Gerueche - in meinem Kopf, die ich eigentlich zu verdraengen versucht habe. Hier die Tipps und Highlights aus sechs Monaten Erwerbsbiografie am Rande der Gesellschaft.
Erntehelfer auf einer Mandelfarm
Der erfolgreiche Bewerber... sollte keine Probleme damit haben, an der freien Luft koerperlich aktive Arbeit zu verrichten, da die Hauptaufgabe darin besteht, gefuehlte tausendmal an einem Tag eine Leiter rauf und runter zu klettern, um Mandeln von Baeumen zu pfluecken. Tierliebe von Vorteil, es koennte sein, dass man von freilaufenden Truthaehnen verfolgt wird; ausserdem hilfreich beim Melken von Ziegen und Beschwichtigen aufgebrachter Zuchthaehne.
Verguenstigungen: Kostenlose Mandeln fuer Afrika, ausserdem selbstgebackenes Brot und selbstgemelkte Ziegenmilch.
Kleingedrucktes: Spinnen-Phobiker koennten hier an ihre Grenzen stossen, da es haeufig vorkommt, dass einem die Viecher entweder auf den Kopf fallen oder ueber die Hand krabbeln (besonders heikel, wenn man gerade auf einer hohen Leiter steht).
Hausmaedchen in einem B&B
Der erfolgreiche Bewerber... ist reinlich, gruendlich und hat keine Probleme damit, Klos zu putzen, anderer Leute Haare aus dem Abfluss zu pulen und zurueckgelassene Unterwaesche/Kondome/Essensreste zu beseitigen. Ehrlichkeit und Selbstbeherrschung sind weitere Grundvoraussetzungen, da es allzu einfach ist, Wertgegenstaende mitgehen zu lassen. Als Folge hilft es, nett und adrett auszusehen und nicht gerade seine fleckigste Jeans und sein "Steal This T-Shirt"-T-Shirt zu tragen.
Verguenstigungen: Freie Unterkunft; ausserdem gelegentlich vergessene Dinge wie Kleingeld, Stifte oder Aufladegeraete - fuer den grundsaetzlich mittellosen Traveller immer Anlass zur Freude.
Kleingedrucktes: Oben genannte Klos koennen schon mal zu einem Fiasko epischen Ausmasses werden. Schon erstaunlich, was sich manche Leute erlauben, wenn jemand anderes fuer sie sauber macht. Zu Hause wuerde vermutlich niemand einen riesigen... aber lassen wir das.
Tellerwaschen in einem Restaurant
Der erfolgreiche Bewerber... muss ueber keinerlei Talente oder Vorkenntnisse verfuegen. Bloss Haende waeren gut. Wer seine Karten geschickt ausspielt, kann allerdings zum Gemueseschnippler befoerdert werden. Und von da ist es nur ein kleiner Sprung zum Hilfskoch, als welcher man marginal besser bezahlt wird (und eventuell bei der suessen Kellnerin landen koennte).
Verguenstigungen: Macht man sich beim Koch lieb Kind, koennen durchaus delizioese Haeppchen und uebergebliebenes Essen fuer einen abfallen.
Kleingedrucktes: Der Tellerwaescher (auch gerne liebevoll "Sklave" oder "Kuechenschlampe" genannt) ist ganz unten in der Hackordnung der Kueche. Ein dickes Fell kann hier hilfreich sein, will man nicht als weinerliche Sissy verbucht werden. Wer Brandwunden vermeiden will, ist ebenfalls fehl am Platz.
Maedchen fuer alles in einem Oeko-Retreat fuer Rucksackreisende
Der erfolgreiche Bewerber... ist sich fuer nichts zu schade, sei es Gaertnern, Holzhacken, Steineschleppen, Kochen, Babysitten oder Dungschaufeln. Allzu zier- und zimperlichen Bewerbern wird daher von diesem Job abgeraten. Vielseitigkeit ist ein Plus, und wenn ich sage Vielseitigkeit, meine ich die Faehigkeit, fuer eine fuenfkoepfige Hippie-Familie aus drei Zutaten ein Mahl zaubern und gleichzeitig das Baby in den Schlaf zu wiegen, nachdem man gerade drei Stunden lang Unkraut gezupft und Kamine ausgefegt hat. Da die Wartung solcher Anlagen normalerweise im Winter stattfindet, wenn sie geschlossen sind, sollte man sich ausserdem gut allein beschaeftigen koennen.
Verguenstigungen: Da es bei Oeko-Retreats um Natur und ihre Erhaltung geht, liegen sie oft inmitten einer atemberaubenden Kulisse. Die New-Age-Oase Shambala, bei der ich damals als Backpacker gearbeitet habe, lag direkt am Strand und hatte einen wunderschoenen, unverstellten Ausblick auf die Golden Bay mit fantastischen Sonnenuntergaengen. Ausserdem hatte ich ein riesengrosses Haus mit Balkon und offenem Kamin ganz fuer mich allein.
Kleingedrucktes: Nun ja. Zum Back-To-The-Roots-Lifestyle gehoeren neben Solarenergie und Open-Air-Dusche auch die beruehmten Kompostklos. Wenn man Pech hat, liegen die etliche Meter vom Haus entfernt, sodass man da nachts erst mit seiner Taschenlampe hinlatschen muss. Und wenn man ganz doll Pech hat, sind sie bevoelkert von einer Millionen Fliegen, die nicht nur um einen rumschwirren, wenn man auf dem Klo ist, sondern auch gerne in Scharen von unten, aus der Grube, kommen. Ein traumatisches Erlebnis.
Sharing is caring, liebe Freunde: Was war euer schlimmster/lustigster/ungewoehnlichster Ferienjob? (Faekalien sind ein Kann, aber kein Muss!)
von Louisa von Reumont um 13:08
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Ich kann hier zwar leider keine so unterhaltsame Geschichte zum besten geben, aber ich möchte dir ein großes Lob für diesen Bericht aussprechen!!!! Wieder mal großartig...
Die drei ??? am 23.07.10 8:56
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