I’ll take you to a special place
Where the girls are
Topless
(Kid Alex, Young Love)
Liebe Maedels: Es gibt etwas, um das euch die durchschnittliche Kiwi-Dame beneidet. Und zwar, weil ihr europaeisch seid. Es ist nicht die Tatsache, dass ihr vom selben Kontinent seid wie
Robert Pattinson (obwohl das wahrscheinlich auf dem zweiten Platz liegt). Nein, es ist die Tatsache, dass ihr euch ohne Scham an Straenden und auf Wiesen oben ohne zeigen koennt (nur noch ein paar Monate, bis der Sommer anfaengt!).
Es ist so: Europa gilt Neuseelaendern als Zone der
freizuegigen Unverklemmtheit, wo Nacktheit noch natuerlich ist und Scham ein Fremdwort, wo die Nonchalance zu Hause ist und alle Menschen das tun, was ihnen gerade in den Sinn kommt. Eine Bloggerin bedauerte kuerzlich die
zugeknoepften Verhaeltnisse an neuseelaendischen Straenden und die fehlgeleitete Verklemmtheit, mit der die schamhaften Kiwis an ihrer Badebekleidung festhalten. Im lockeren und fortschrittlichen Europa, betont sie, zoege sich jeder vom Kleinkind bis zur Oma aus, und niemand kaeme auch nur auf die Idee,
auf anderer Leute Brueste zu spannen. Sie weiss das, weil sie schonmal in Europa im Urlaub war, und Dutzende Kommentatoren, die auch schonmal in Europa waren, bekraeftigen sie und schwaermen von der zwanglosen Art, mit der wir Europaeer mit Nacktheit umgehen. Stanley Tucci sagt in Sideways of New York, er habe "eine sehr europaeische Einstellung zur Ehe", womit er meint: Ich betruege meine Frau mit einer 19-Jaehrigen. Europa ist also fuer den Rest der Welt das ungezuegelte Land der Freiheit, und oben ohne an Straenden ist wie atmen - man tut es einfach.
Ach wirklich? Vielleicht haben sich diese Kiwis von griechischen Vasen, franzoesischen Filmen und Katie Price in die Irre fuehren lassen. Das letzte Mal, als ich mich wissentlich oben ohne in der Oeffentlichkeit gezeigt habe, war circa 1990. (Das letzte Mal, dass ich mich unwissentlich oben ohne in der Oeffentlichkeit gezeigt habe, war letztes Jahr, aber das zaehlt schliesslich nicht; ich arbeite ausserdem hart daran, das Geschehnis aus meiner Erinnerung zu verbannen.) Ich wuerde sogar behaupten, dass ich ausgesprochen pruede bin: Ich bin einer dieser Menschen, die ihren Bikini schon zu Hause anziehen, weil es im Schwimmbad keine Einzelkabinen gibt, und HASSE es, wenn Muetter/Freunde/Verkaeuferinnen ohne zu fragen den Vorhang der Umkleidekabine im Klamottengeschaeft aufreissen, um mich der ganzen Welt in Unterhose zu praesentieren. NIEMALS wuerde ich am Strand oder auf der Liegewiese meine sekundaeren Geschlechtsmerkmale enthuellen. Lieber wuerde ich mit einem Sack ueber dem Kopf umherflanieren. Und wenn mich meine Erinnerung nicht taeuscht, geht das auch vielen meiner europaeischen Freundinnen so.
Doch dann kam ich ins Gruebeln: Bin ich eine schlechte Europaeerin?! Muesste ich mit gutem Beispiel voran gehen und so tun, als waeren nackige Brueste an neuseelaendischen Straenden das normalste der Welt? Fuer mehr europaeische Verhaeltnisse? Fuer die Befreiung der Kiwi-Ladies? Ich beschloss, es zu wagen. Eines warmen Nachmittags fuhren Jean und ich zum Strand, er zum Tauchen, ich fuer eine bessere Zukunft ohne Hemmungen und Scheu fuer Neuseeland.
Es waren perfekte Bedingungen: warme Temperaten, aber bedeckter Himmel (Hautkrebs ist schliesslich ein Sache, die einem in Neuseeland viel eher droht als im freimuetigen Europa, da will man vorsichtig sein), moderate Bevoelkerung des Strandes, nicht allzu viele trinkende Beach Boys. Obwohl starrende Jungs nicht mal meine groesste Sorge waren. Am meisten Angst hatte ich vor der Massregelung erzuernter Eltern, die mich fuer das Verderben ihres zarten Nachwuchses verantwortlich halten. Wuerden sie mich unter Bewerfung mit Schwimmfluegeln vom Strand jagen? Oder wuerde ich als aufgeschlossene Heldin der Natuerlichkeit gefeiert?
Das galt es herauszufinden. Ich drappierte mein Handtuch, setzte meine Sonnenbrille auf (der letzte Rest Anonymitaet), zog mein Bikini-Oberteil aus und wartete. Niemand kam, um mir ein Flaeschchen ueber den Schaedel zu ziehen oder mir zu meiner europaeischen Offenheit zu gratulieren. Aber gestarrt wurde. Und zwar entweder interessiert und verwundert direkt auf meine Front oder, haeufiger, sehr angestrengt in eine andere Richtung mit einem gelegentlichen Blick aus den Augenwinkeln. Niemand nahm sich an mir ein Beispiel, ebenfalls die Huellen fallen zu lassen. Vielleicht braucht eine Revolution dieser Ausmasse Zeit. Nach 15 Minuten oben ohne beschloss ich, dass meine Mission erfuellt war und ich eine vollwertige Europaeerin, und zog mein Bikini-Top wieder an. Sollen die Kiwis doch allein ihre Hemmungen loswerden.
Wie seht ihr die Sache? Sind wir Europaeer enthemmter als andere? Zeigt ihr euch im Sommer oben ohne an Straenden oder woanders? Ist es okay, wenn andere es tun? Oder wollt ihr mit niemandes Intimzonen behelligt werden?
von Louisa von Reumont um 6:46
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Whow.. wie SEXY, echte deutsche nackte Haut am Neuseestrand!!! Dir ist aber schon klar, das die Bilder groß werden, wenn man darauf klickt!? Gut! Ich dachte nur an den letzten Rest Deiner Anonymität als Bloggerin! Ja, aber sonst eine gute Idee um alle Hemmungen los zu werden! ;-) Ich kenn das Hemmungslose ja nur von den Engländerinnen! Zuhause in England zugeknöpft wie die katolischsten aller Nonnen, aber in Deutschland im Urlaub nackt auf den Tischen tanzen und drei Typen an einem Abend durchziehen! Und das ganze heißt in England dann Junggesellinnenabschied (ich sag dazu ja nur: Tanz der Teufel III oder British-Braindead der Zombi Junggesellinnenabschied)!?
Also, wenn Du mich fragst, ich denke das mit den Hemmungen ist generell ein nationales Problem der unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen, die im Urlaub (oder in einem fremden Land) dann alle Hüllen fallen lassen, weil sie alle Hemmungen unter den Tisch gesoffen haben (und was unter den Tisch saufen angeht da sind die Engländer einfach unschlagbar)!? Ob ich recht habe mit meiner These, das kannst Du ja ganz einfach selbst beantworten, wenn Du Dir einfach selbst die Frage stellst, ob Du Dich in Deutschland auch oben ohne an den Strand gesetzt hättest und wenn ja, wieviele Cocktails dafür nötig gewesen wären?! *grins*
Na???
LG.. nach NeuSee..!!!
PS: Und Dir zu erzählen, wie ein Ösi so abgeht, wenn er im Ausland feiern geht, das verkneife ich mir jetzt einfach mal! *lach* ;-)
MadMatt am 5.02.10 12:32
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Zum Seitenanfang2010 n.Chr. Ganz Deutschland versinkt in Fremdscham ob der
mangelnden Englisch-Kenntnisse seines EU-Kommissars. Ganz Deutschland? Nein! Eine kleine Splittergruppe von Emigranten arbeitet ueberall auf der Welt fleissig daran, Menschen in anderen Laendern ein positives Bild von Deutschland zu vermitteln. Ein Paradebeispiel sind etwa die mutigen Auswanderer aus Goodbye Deutschland, die ohne Ausnahme das Image des polyglotten (
"Sales is not so my fall"), wortgewandten und gut ausgebildeten Deutschen in die Welt tragen. Solche Menschen sind unsere wahren Botschafter: Sie sprechen super andere Sprachen,
waschen sich regelmaessig und schwaermen bescheiden, aber hartnaeckig von ihrem Heimatland (die Frage, warum zur Hoelle sie dann nicht mehr da leben, parieren sie gekonnt mit einem Hustenanfall oder dem Hinweis auf etwas Interessantes am Himmel).
Ich zum Beispiel. Ich will mich ja nicht selber loben - "Own praise does rarely good" - aber ich muss schon sagen, dass ich den Kiwis ein verdammt gutes Bild von Deutschland liefere (wenn ich sage "gut" meine ich natuerlich nicht "zutreffend", sondern vielmehr "gefaellig";
Dieter Bohlen verschweige ich grosszuegig, mit Heidi Klum und Goethe gebe ich dagegen staendig an). Ich baue subtile Komplimente an Deutschland in Gespraeche ein ("Daheim waere diese Baustelle mit Stacheldrahtzaun und 'Todesgefahr! Betreten verboten!'-Schildern abgesichert. Sind aber auch echt gefaehrlich, diese Schlagloecher"), hebe den einzigartigen deutschen Sinn fuer Mode hervor ("Nein Darling, das ist nicht von Balenciaga, sondern von einem total angesagten Laden in Berlin, 'Altkleidersammlung', kennt man hier nicht") und uebe mich im Namedropping ("Cascada sind uebrigens aus Bonn, da bin ich praktisch aufgewachsen"/"Die Beatles haben ja erst in Hamburg so richtig ihren Stil gefunden"/"Bruce Willis hat seinen Hang zur Action seinen deutschen Genen zu verdanken").
Auch was die Sprache angeht, bin ich ein tadelloses Vorbild. Ich spreche zwar mit Dialekt, aber offenbar nicht mit einem deutschen, sondern einem Kuddelmuddel aus englischen Akzenten. Viele Kiwis hoeren mir erst fasziniert zu, wenn ich was sage, und unterbrechen mich dann inmtten meines spannenden Monologs mit der Frage "Aus welchem Teil Irlands kommst du?" oder "Wann bist du aus Kanada weggezogen?" oder "Vermisst du Suedafrika?" Woraufhin ich meistens resigniert antworte "Killarney" oder "Schon als Baby" oder "Sehr, wenn bloss die Gewalt und AIDS nicht waeren". Fuer eine Neuseelaenderin haelt mich dagegen (noch) niemand, aber eben auch nie fuer deutsch. Und das, obwohl ich staendig deutsche Woerter in meine Saetze einbaue, fuer die mir keine gute Uebersetzung im Englischen einfaellt. "Ach so", "Quatsch", "genau", "eeecht?" - Ausdruecke dieser Art machen den Grossteil meines Wortschatzes aus, sind also schwierig zu ersetzen. Deshalb bringe ich sie mit missionarischem Eifer meinen neuseelaendischen Mitbuergern bei - mit maessigem Erfolg, "Prost" ist bisher das einzige Wort, das bei meinen bierseligen Freunden haengengeblieben ist.
Weil viele Kiwis deutsch fuer eine harsche, garstige Sprache halten, mache ich sie ausserdem gerne darauf aufmerksam, dass deutsch die englische Sprache laengst infiltriert hat, ohne dass es jemand gemerkt hat: "My doppelganger brought his angsty dachshund to kindergarten for a kaffeeklatsch and some foosball" ist ein voellig verstaendlicher englischer Satz, den wahrscheinlich Millionen Leute tagtaeglich genauso sagen.
Und was nun den Oettinger und sein Stammel-Englisch angeht: Can’t we all just get along? Es gibt doch nun wirklich Schlimmeres (
Gwyneth Paltrows Lifestyle-Tipps zum Beispiel). Jean-Paul Gaultier hat (falls moeglich) einen noch staerkeren Akzent als der EU-Kommissar, aber weil es bei ihm ein franzoesischer Akzent ist, finden wir es tres charmant und fantastique. Ist doch nicht fair! Das geht mir mit meinem Freund genauso: Wenn Jean anfaengt zu sprechen, und sei es ueber das Versagen der Kiwis beim Rugby (ein heikles Thema), schmelzen die Menschen in einem Umkreis von hundert Metern nur so dahin ("Ooooh, kannst du das nochmal sagen? Franzoesisch ist einfach die schoenste und romantischste Sprache der Welt. Willst du ein Bier? Tausend Dollar? Mich?").
Wenn ich dagegen in ausgefeiltem Englisch etwas beliebiges sage, etwa "Gott, ich liebe neuseelaendische Eiscreme, sie ist so sahnig und toll", kommt zu 90 Prozent die Antwort: "Yeah... So when are you going back to Ireland?"
von Louisa von Reumont um 6:17
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Zum SeitenanfangIch esse jeden Tag Fleisch, fahre gerne und viel in den Urlaub, und dusche mindestens siebenmal die Woche - was mich nicht nur sehr sauber und proteinreich macht, sondern auch zur typisch deutschen Durchschnittsnudel.* Aber: Ich laufe auch drei Kilometer pro Tag (naja, gefuehlt), lese ein Buch pro Monat und lebe in einem 200 Quadratmeter grossen Haus - was amerikanischen Verhaeltnissen entspricht. Ich trinke keinen Kaffee und fahre nur wenig Auto - genau wie die Japaner.** Und: Ich trinke ueberhaupt nicht viel Bier (was daran liegt, dass zwei schon reichen, um mich anzuschaekern) - sehr franzoesisch. Mein Gott, bin ich weltmaennisch und interessant. Und ich hatte schon Angst, der
1LIVE Dein Leben lang Test wuerde mich als mittelmaessigen Langweiler entlarven - Buecher statt Bier ist schliesslich nicht besonders Rock'n'Roll. Aber dank des Tests kann ich jetzt beeindruckende Dinge sagen wie: "Ich geh ja immer super viel ins Kino - das ist die islaendische Ader in mir."*** Schick!
Eine Frage stellte sich mir aber: Wie wuerden die Neuseelaender in diesem Laendervergleich abschneiden? Und wie sehr wuerde ich mit den neuseelaendischen Durchschnitt uebereinstimmen? Vielleicht bin ich ja nach fast drei Jahren im Kiwiland schon dermassen assimiliert und integriert, dass ich die perfekte Jane Doe (englisch fuer Erika Mustermann) abgeben wuerde. Immerhin werde ich beim Grillen immer geschickter, schaetze meine Gummistiefel und kann mich des hiesigen Slangs bedienen, eh bro?
Die harten Fakten zuerst: Sex (sorry fuer das lahme Wortspiel)
Die Kiwis haben (
laut Umfrage) ein etwas vielseitigeres Sexleben als wir Deutschen. Wir haben durchschnittlich zweimal pro Woche das Vergnuegen, also 104 mal im Jahr. Neuseelaender duerfen zehnmal mehr ran, was sich aller Wahrscheinlichkeit nach zu gleichen Teilen auf Weihnachtsbetriebsfeiern und Urlaube in Surfers Paradise aufteilen laesst. Ausserdem haben Kiwis durchschnittlich sechs Sexpartner mehr in ihrem Leben (auch hier der Grund: Weihnachtsfeiern und Surfers Paradise). Kleiner Trost: Wir haben die besseren Sexsymbole. Laut einer Umfrage ist der milchgesichtige Rugby-Spieler Daniel Carter der sexieste Neuseelaender; gaaaeeehn. Nicht zu vergleichen mit unseren
Sexiest German Men, Not Alive, Just This Year.
Staustehen
Jedes Jahr stehen alle Deutschen zusammengezaehlt insgesamt ueber eine halbe Millionen Stunden im Stau – fluchend, entnervt, mit voller Blase und leerem Magen. Ich kenne zwar die entsprechende Statistik nicht, aber vorsichtig geschaetzt wuerde ich sagen, der durchschnittliche Stau in Neuseeland ist ungefaehr... nicht vorhanden. Stauaehnliche Verhaeltnisse kommen im ganzen Land ohnehin nur in Auckland vor, weil es nur da sowas wie eine Autobahn gibt. Diese laeppischen Rushhour-Staus bringen die Menschen zwar in Rage und sind einer der Hauptgruende, warum so viele Neuseelaender Auckland nicht ausstehen koennen, sind aber auf globaler Ebene Pipifax. Ein groesseres Problem sind die Landstrassen, die ab und zu zuschneien oder sonstwie gesperrt sind, sodass ganze Regionen bisweilen unerreichbar sind - Kiwis nehmen das gerne zum Anlass, einfach noch zwei Tage laenger bei ihren Verwandten zu bleiben, anstatt alles zu versuchen, um puenktlich zur Arbeit zu kommen. Das liegt sehr auf meiner Linie; Punkt fuer Neuseeland.
Bier
115,8 Liter Bier trinken die Deutschen im Jahr. Kiwis bringen es nur auf 77 Liter pro Jahr. Das heisst aber nicht, dass sie moderate Trinker sind; es gibt ja noch Wein (von dem Neuseeland jede Menge exzellenten hat); und Spirituosen; und selbstgepantsches Zeug. Stolz sind Kiwis auf ihr Bier trotzem: Fuer Steinlager Pure gibt es einen Werbespot mit Harvey Keitel, in dem er Neuseelands Errungenschaften preist (erstes Stimmrecht fuer Frauen; Blockbuster-Filme; besagtes Bier), und ein Bekannter von mir steht dermassen auf die Marke Tui, dass er sich ihr Logo auf den Arm taetowieren liess. Auch Radler kennen die Kiwis, allerdings heisst das Gebraeu hier meistens Shandy, weil eine Brauerei das Monopol auf das Wort Radler hat. Eine freche Konkurrenzbrauerei wurde vor einiger Zeit abgemahnt, weil sie ihre Bier-und-Limo-Mischung ebenfalls Radler nannte. Notgedrungen wurde sie umbenannt - in Cyclist. Ich selbst bin wie gesagt kein grosser Biertrinker und sympathisiere deshalb wieder mit Neuseeland.
Wohnflaeche
Es ist ja so: In Neuseeland gibt es sehr viel Platz fuer sehr wenige Menschen. Deshalb kann man sich erlauben, grosse Haeuser mit grossen Garagen, grossen Gaerten und grossen Balkonen zu bauen. Wohnungen gibt es, wie alles Boese (siehe Staus), fast nur in Auckland. Der Rest wohnt in alleinstehenden Haeusern mit
durchschnittlich 172 qm Wohnflaeche. Da kann man sich ausbreiten, Partys feiern, laute Musik spielen, mit Highheels herumklackern, Trampoline im Garten aufstellen, alles ohne Beschwerden von griessgraemigen Nachbarn. Himmel. In Deutschland dagegen muss man sich auf 43qm zusammenferchen, freitags den Flur wischen und mittwochs die Treppe kehren, seine Nachbarn mit im Hausflur aufgehaengten Zetteln und/oder Einladungen besaenftigen, wenn man seinen Geburtstag feiert. Nicht schoen. Wohnst du noch oder lebst du schon? In Neuseeland eindeutig das Letztere.
Buecher
Wir Deutschen lesen 320 Buecher im Leben. Das ist verhaeltnismaessig wenig. Aber ich spekuliere, dass zumindest die Qualitaet der Buecher um einiges besser ist als in Neuseeland. In den Top Ten der derzeitigen Spiegel-Bestsellerliste befinden sich immerhin eine Literaturnobelpreistraegerin, ein philosophischer Roman ueber Religion und Stieg Larsson. Der ist zwar auch in Neuseeland ganz weit vorne, aber sonst herrschen kitschige Liebesromane, Fantasy und Dan Brown. Die oertliche Bibliothek hat ausser ein paar Selbsthilfebuechern, Biografien und Kriegsschilderungen nicht viel zu bieten in ihren zwoelf mickrigen Regalen. Und als ich einmal Franny And Zooey gesucht habe, wusste die Dame im Buchgeschaeft nicht mal, wie man Salinger buchstabiert. Hier bin ich eindeutig auf deutscher Seite.
Tja - sieht doch gut aus mit dem Integrieren und Assimilieren. Ich bin scheinbar auf dem besten Weg, wie ein Kiwi zu leben. Bloss das viele Duschen, das wird man mir niemals austreiben koennen.
*Wie kann es uebrigens sein, dass wir jeden Tag duschen und deutsche Maenner trotzdem zu den
unbeliebtesten Liebhabern gewaehlt wurden, weil sie angeblich mangelnde Hygiene praktizieren? Da stimmt doch was nicht.
**Und die Japaner sind doch wohl die wahren schlechten Liebhaber: nur 45 Mal Sex im Jahr, kaum Vorspiel und bloss mickrige drei Stellungen im Repertoire! Pah.
*** Der gemeine Islaender verbringt 438 Abende seines Lebens im Kino. Das habe ich glaube ich schon getoppt. Ich habe halt nicht so viele Hobbies, na und?
von Louisa von Reumont um 13:44
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...bezüglich der harten fakten in puncto sex hätte ich mal eine frage: wenn es die deutschen zwei mal pro woche machen, die kiwis aber zehn mal mehr, dann sind das zwanzig mal pro woche. und das sind drei mal am tag!!!
warum haben die dann nur knapp vier millionen einwohner; das müßten doch längst viel mehr sein.
und dann wäre es auch vorbei mit den staufreien straßen und den 170-qm- häusern...
also, ich glaube das nicht.
ellen berlin am 27.01.10 14:39
moment, es heisst nicht 'eh bro' sondern 'ay bro' ^^
aber neuseeland ist schon irgendwie cooler als deutschland ^^ also in den meisten sachen zumindest.
Caro am 27.01.10 17:23
..jetzt habe ich schon mal das vergnügen auf einem foto in deinem blog zu erscheinen und dann auch noch in diesem bezaubernden kontext..lucky me...das kriegste zurück, schwesterherz;)
dean am 29.01.10 16:19
Die Fakten stimmen schon, die Jungs da unten sind halt alle ganz schön Schaaf...
joern am 29.01.10 17:40
@ ellen berlin: Missverstaendnis, sorry: Kiwis haben (angeblich) 114 mal sex im jahr, also 104 plus 10, nicht mal 10. Sooo wild sind die dann doch nicht.
Louisa am 31.01.10 2:32
@ ellen berlin ...
ich hab den text zwar nich gelesen;) :D aber wenn du sagst, dass die deutschen es zweimal pro woche treiben, die kiwis 10mal mehr, müssten das dann nicht 12 mal in der woche sein?! und nicht 20 mal? :D
hans am 2.02.10 18:40
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Zum SeitenanfangIch weiss ja nicht, was ihr so macht, wenn euch langweilig ist und das Wetter schlecht, aber mich kann man in dieser Situation hauptsaechlich an zwei Orten finden: vor dem Kuehlschrank, wo ich gierig Walnuss-und-Ahornsirup-Eiscreme direkt aus der Packung in mich hineinloeffele - oder vor dem Computer, wo ich mich im Schlawi herumflaeze und mir Musikvideos bei Youtube angucke (wahlweise mit Eiscreme-Packung auf dem Schoss). Ich wuerde gerne sagen, ich mache Pilates oder raeume das Haus auf, aber das waere gelogen.
Gestern sah ich mir zum ersten Mal
Lady Gagas Video zu Bad Romance an, und weil mein Freund ganz geschaeftig mit dem Staubsauger um mich herumwuselte (einer muss halt doch das Haus aufraeumen), konnte ich fuer die gesamten fuenf Minuten, die der Clip dauert, nichts von der Musik hoeren - was wiederum meine gesteigerte Aufmerksamkeit auf den Inhalt des Videos lenkte. Zusammenfassung: Lady Gaga liegt gemuetlich mit ihrem mp3-Player in der Badewanne, als zwei Damen in weiss sie herauszerren, mit ukrainischem Vodka abfuellen und nackig machen. Man zwingt sie zum Tanzen in einem Glitzerfummel und Lampenschirm auf dem Kopf vor ein paar Maennern, die ebenfalls Vodka sueppeln. Lady Gagas Getanze scheint zu gefallen, denn einer der Herren laesst sich ganz nonchalant (Vodkaglas in der Hand) auf einem Bett nieder, vor dem sich Lady Gaga aus ihrem Eisbaeren schaelt - doch bevor sie sich auch der weissen Reizwaesche entledigen kann, laesst sie das Bett in Flammen aufgehen. Spaeter liegt sie rauchend neben dem zum Skelett verkohlten Mann, waehrend ihr BH vor sich hinknistert. Was sagt uns dieses Video? Ist es eine Attacke gegen die Ausbeutung von Frauen? Das absurde Werk des kranken Hirns eines verstoerten Maedchens? Oder bloss Werbung fuer ukrainischen Vodka?
Welche geheimen Botschaften wuerden andere Musikvideos offenbaren, wenn man den Ton abdreht und nur auf den Inhalt des Clips achtet?
Das wollte untersucht werden. Ich mobilisierte meinen inneren Hobby-Psychologen, um die seelischen Abgruende hinter scheinbar oberflaechlichen Pop-Videos zu ergruenden. Hier ein paar interessante Ergebnisse.
Robbie Williams: You Know Me
Inhalt: Robbie schlaeft in der Maske ein. Nachdem er wieder zu sich kommt, krabbelt er durch den Spiegel an der Wand in ein fernes Wunderland, in dem er ein Hase ist. Fortan knabbert er Karotten, hoert Salatkoepfen beim Singen zu, riecht an den Rosen und haelt Picknicks auf weichem Waldboden. Eine Postkarte, die ihm jemand aus der wirklichen Welt schickt, beeindruckt ihn nicht. Er ist gluecklich.
Moegliche Botschaft: Nun. Ich wuerde mal sagen, da will jemand nicht erwachsen werden. Peter-Pan-Syndrom. Das Wunderland koennte Robbies Sehnsucht nach einer heilen, unkomplizierten Welt ohne Pressetermine, anspruchsvolle Freundinnen und Erfolgsdruck symbolisieren. Hier kann er ganz er selbst sein, sich austollen und in Frieden leben, ohne dass ihn Reporter jagen oder
Ayda mit ihrem Kinderwunsch nervt. Was jetzt der Hase soll, weiss ich allerdings auch nicht.
David Hasselhoff: Hooked On A Feeling
Inhalt: David geht auf Weltreise. Dank des technisch brillanten Einsatzes eines Green Screens sehen wir ihn im Safari-Outfit vor der Steppe Afrikas, wo er mit den Wilden tanzt, mit Angelausruestung vor einem Fluss in Kanada, eingemummelt in Felle auf einem Snowboard vor Schneelandschaft oder auch im Anzug vor romantischer Kulisse mit Sonnenuntergang. Zwischendurch spielt David mit zwei kleinen Maedchen in Engelskostuemen vom Kaufhof, die an Faeden ins Bild geflattert kommen, faehrt stehend auf seinem Motorrad durch malerische Landschaften, tanzt froehlich mit einem Fisch im Mund umher oder fliegt auch gerne mal durchs Bild.
Moegliche Botschaft: Dieses Ausbund an Schlechtheit kann nur ein Hilferuf an die Plattenfirma gewesen sein. Vermutlich wurde das Budget fuer den Dreh des Videos schon damals von The Hoff, aeh, liquidiert, sodass er vor einer erbaermlichen Leinwand im Studio herumzappeln musste, anstatt wirklich in Afrika und Kanada zu drehen. Im Nachhinein sind alle Zeichen vorhanden: extreme Ueberschwaenglichkeit. Sinnloses Tanzen. Der Fisch im Mund. Ganz klar: Hasselhoff wollte mit subtilen Mitteln auf seine Trinksucht aufmerksam machen. Haette man doch bloss richtig hingesehen.
Britney Spears: Gimme More
Inhalt: In einem zwielichtigen Club schaut eine blonde, gepflegte Britney einer dunkelhaarigen Luder-Britney im knappen Leder-Outfit, loechriger Strumpfhose und mit verschmiertem Make-Up beim Poledancing zu. Die blonde Britney ist verunsichert, aber fasziniert von Luder-Brit, die alle Hemmungen verliert und durch ihre lasziven Moves alle Blicke auf sich zieht.
Moegliche Botschaft: Die arme Britney! Da der Clip in einer fuer sie eher schwierigen Phase entstanden ist (Exzesse! Rehab! Verlust der Kinder! Scheidung! Hoeschenlose Naechte mit Paris Hilton!), liegt der Schluss nahe, dass Britney mit diesem Clip ihre duale Persoenlichkeit verarbeiten wollte - die blonde Britney ist die respektable Person, die die Oeffentlichkeit sehen will, und Luder-Brit ist ihr dunkler, dreckiger Kern, der ab und zu an die Oberflaeche kommt, zuviel Gin trinkt und sich die Haare abrasiert. Entweder das, oder ein sauschlechter PR-Berater hat nicht aufgepasst.
50 Cent: Baby By Me
Inhalt:
50 Cent sieht Kelly Rowland auf der Strasse, schaekert ein bisschen mit ihr - und ist sofort verliebt. Er stellt sich vor, wie er mit Kelly eine Familie grosszieht, abends auf der Strasse tanzt, im Bett herumturtelt und sie mit teuren Geschenken verzaubert. Leider ist alles nur Einbildung und Kelly schon vergeben. 50 Cent ist traurig.
Moegliche Botschaft: "Seht her! Ich bin eigentlich ein ganz grosser Softie. Bitches und Bullets, das war frueher. Jetzt steh ich auf Gefuehle, Treue und Kelly Rowland (vor allem seit ihrer Brustvergroesserung). Das liegt uebrigens kein bisschen daran, dass mein Image als knallharter Gangsta mittlerweile ausgelutschter ist als ein altes Bonbon, nein - ich habe halt bloss meine feminine Seite entdeckt. Vielleicht verkaufe ich bald sogar Klamotten und Parfum. Ach Gottchen, das mach' ich ja schon. Hihi!"
Sir Mix-A-Lot: Baby Got Back
Inhalt: Ein Klassiker: Sir Mix-A-Lot steht auf einem gigantischen Plastikhintern, waehrend kleine Mini-Hintern durch die Luft fliegen und Taenzerinnen ihre Hintern schwingen. Ab und zu tauchen Fruechte und Gemuese auf, die die vage Form eines Hinterns haben (Tomaten; Paprikaschoten; Orangen; Zitronen; Birnen).
Moegliche Botschaft: Man muss nicht Freud sein, um das zu interpretieren - ich glaube, der Fall ist klar. Um es mit Sir Mix-A-Lots Worten zu sagen: "I like big butts, and I cannot lie!" Das sporadisch erscheinende Gemuese koennte ausserdem nahelegen, dass Sir Mix-A-Lot Vegetarier ist.
Falls irgendjemand die geheime Botschaft hinter Bonnie Tylers Clip zu Total Eclipse Of The Heart versteht: Ich waere sehr interessiert. Schwieriger Fall.
von Louisa von Reumont um 12:28
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Total Eclipse Of The Heart - Versuch einer Interpretation
Bademantel, Tüllvorhänge, Duftflacons, seichtes Licht -> ganz klar ayurvedischer Wellnesstempel. Tanzende Derwische, tanzende Bankerjungs, tanzende Freaks -> hier tanzt alles nach meiner Pfeife! Und zum Schluss bekommen die netten kleinen Jungs noch ein großes Lob, weil sie so schön mitgemacht haben. Alles zusammen ein klares Statement zur Emanzipation der Frau. Sie übt sich in meditativer Entspannung, während die Welt drumherum nach ihrem Willen tanzt - und wer alles richtig gemacht hat verdient sich am Ende sogar ihren wohlwollenden Dank.
Kenne ich von meiner Freundin ohne weiße Tauben und Weichzeichner auch so.
Tom am 19.01.10 15:16
Tom,
So muss es sein! Grossartig. Da waere ich beim besten Willen nicht drauf gekommen.
Louisa am 20.01.10 0:52
Zum Anfang dieses Eintrags
Zum SeitenanfangNeulich Abend in der Videothek: Mir stand der Sinn nach etwas Blutruenstigem, Reisserischem. Der weisse Hai musste her (gerade jetzt, zur Badesaison)! Ich schaute also unter "W" wie White Shark im Action-Regal nach. Nicht da. Ich fragte den Jungen an der Kasse, ob der Film verliehen sei. Er: "White Shark? Nie gehoert." Ich: "Doch doch, das ist dieser Film, in dem der weisse Hai alle Leute frisst." Er: "Ach so. Du meinst Jaws." Jaws? Es war mir nie in den Sinn gekommen, dass Der Weisse Hai im Original irgendetwas anderes heissen koennte als The White Shark. Bis mir einfiel, dass die deutschen Filmverleiher ja grundsaetzlich an englischen Filmtiteln rumdoktern, um den Film dem deutschen Publikum "zugaenglicher" zu machen. Es koennte ja sein, dass jemand nicht weiss, dass "Jaws" "Kiefer" heisst oder eine Doku ueber Zahnchirurgie vermutet und deshalb den Film nicht sehen will.
Wir alle haben Englisch in der Schule gelernt. Oder beim Gucken englischer DVDs mit Untertiteln. Oder sonstwie. Trotzdem traut man uns nicht zu, englische Filmtitel zu verstehen und interessant genug zu finden, um uns den Film anzusehen. Lieber erfinden einfallslose Leute einfallslose Titel auf deutsch, um uns Filme so richtig schmackhaft zu machen - gewoehnlich mit katastrophal peinlichen Folgen (Kostprobe? Der schwarzen Komoedie
Hot Fuzz wurde der unsagbare Untertitel Zwei abgewichste Profis angehaengt).
Eine originalgetreue Uebersetzung waere scheinbar viel zu langweilig, und weil diese Nullen in Hollywood ganz offensichtlich nichts draufhaben, muessen wir halt die ganze Arbeit machen und schmissige Titel erfinden, die man gerne an der Kinokasse sagt. Revenge of the Pink Panther aus der Inspektor Clouseau-Reihe wurde dementsprechend nicht als Die Rache des Pinken Panthers uebersetzt - nein, das waere ja viel zu einfach! - sondern kam hierzulande als Inspektor Clouseau - Der irre Flic mit dem heissen Blick in die Kinos. Na, ist das nicht fesch?! Zwei Tickets fuer den irren Flic mit dem heissen Blick, bitte, und zweimal Popcorn. Hier wurde offenbar an die gute alte deutsche Dichterskunst angeknuepft, um uns den Film naeherzubringen. Geradezu lyrische Qualitaet hat auch dieser Brocken hier:
Nie wieder Sex mit der Ex, im Original Forgetting Sarah Marshall. Diese Reime - herrlich.
Die romantische Komoedie ist uebrigens ein Genre, das ganz besonders gerne von den Unsinnigen Uebersetzern attackiert wird. Dass saemtliche Chick Flicks ausschliesslich davon handeln, wie Kate Hudson/Jennifer Aniston/Drew Barrymore mit Hugh Grant/Matthew McConaughey/diesem anderen Typ umherturteln, wissen wir alle und stoert uns nicht weiter. Schliesslich gucken wir uns diese Filme nicht wegen der ergreifenden Handlung an, sondern einzig und allein des guten Aussehens der Hauptdarsteller wegen. Aber dass selbst die Titel im Deutschen alle gleich heissen, sorgt fuer gehoerige Verwirrung an der Kinokasse: "Zweimal
Lieber verliebt, bitte. Aeh, ich meine Hauptsache verliebt. Sorry, Schwer verliebt. Nee, Ploetzlich verliebt. Ganz normal verliebt? Verliebt in Sally?
Verliebt in die Braut? Eine Hochzeit zum Verlieben? Himmel, wie heisst dieser Kackfilm denn jetzt?" Im englischen Original war man kreativer, da heissen diese Filme zum Beispiel The Rebound, Shallow Hal, The Other Sister oder Made Of Honour.
Fuer den deutschen Markt wollte man wohl hundertprozentig sicher gehen, dass auch der Letzte kapiert, dass es in diesem Film um LIEBE geht - falls man das Plakat mit dem haendchenhaltenden Paerchen uebersehen hat - und zwar wahlweise "mit Risiko" (Gigli), "auf Umwegen" (Raising Helen) oder "
auf den zweiten Blick" (Last Chance Harvey). Als ich kuerzlich nach der Online-Rezension von Did You Hear About The Morgans? suchte, vermutete ich schon das Schlimmste: Liebe im Hinterland etwa, oder Verliebt im Zeugenschutzprogramm. Stattdessen hat man sich diesmal fuer die sperrige Eins-zu-eins-Uebersetzung
Haben Sie das von den Morgans gehoert? entschieden. Hm. In diesem Fall haette ich Verliebt im Zeugenschutzprogramm vorgezogen.
In den 80ern war eine Zeit lang alles total verrueckt und unglaublich: Kurze, knackige Titel wie Ruthless People und Airplane! wurden ungeniert zu Die unglaubliche Entfuehrung der verrueckten Mrs. Stone und Die unglaubliche Reise in einem verrueckten Flugzeug umgewurschtelt. Dieses Konzept wiederum hat Zukunft, finde ich: Die unglaubliche Welt des verrueckten Avatar zum Beispiel wuerde ich mir sofort angucken.
Noch besser haben es die Franzosen hinbekommen. Da Frankreich bekanntermassen das Land der Leichtigkeit und Luesternheit ist (um saemtliche Stereotypen aus dem Hut zu ziehen), hat man einfach alle Teenager-Filme aus Hollywood mit dem Wort "sexy" gewuerzt, auf dass die bruenstige Bevoelkerung in Scharen in die Kinos renne. Auf dem Spielplan: Sexy Dance (Step Up), Sexy Movie (Date Movie) und Sex Academy (Not Another Teen Movie). Very sexy indeed.
Meine derzeitige liebste Humbug-Uebersetzung betrifft Braindead, einen Splatterfilm aus den fruehen 90ern von Kiwi-Regisseur Peter Jackson, der sich vor Hobbits sehr eingehend mit Zombies und Kunstblut beschaeftigt hat. Der Film ist in Deutschland derzeit auf dem Index wegen zu viel Gewalt, hat aber einen sehr possierlichen Untertitel verpasst bekommen: Braindead - Der Zombie-Rasenmaehermann. Wenn das nicht niedlich ist! Wenn meine Katze nicht Jimmy hiesse, ich wuerde sie sofort Zombie-Rasenmaehermann nennen.
Ich giere nach mehr! Jeden Hinweis auf eine bescheuerte Filmtitel-Uebersetzung nehme ich gerne an!
von Louisa von Reumont um 5:05
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Verpatzte Filmtitel-Übersetzungen?
Da gibt's ne Menge. Hier ein paar schöne Beispiele.
http://tiny.cc/filmtitel
Liebe Grüße ans andere Ende der Welt.
A.K. am 12.01.10 12:25
ich sag nur "2 glorreiche Halunken" bzw. "The good, the bad and the ugly"
der hammer sowas !!!
Marc am 12.01.10 14:11
Also ganz toll sind auch James Bond Filme, dort wird zwar 1:1 übersetzt,
besser wird es dadurch auch nicht.
Ein Quantum Trost - Quantum of Solace
Der Morgen Stirb nie - Tomorrow Never Dies
Ganz toll sind auch die Deppen die anstatt des original englischen Titels einen anderen englischen Titel vergeben für das Deutsche Publikum, warum macht man so etwas?
Leider fällt mir gerade kein passendes Beispiel ein.
Bescheuert finde ich auch wenn
man den original Titel belässt man einen Deutschen Untertitel benötigt.
Aber wenn noch bedarf an blutrünstigem und auch lustigem besteht, kann ich "Black Sheep" empfehlen, falls noch nicht gesehen.
"There are 40 million sheep in new zealand ... and they're pissed off!"
Georg am 12.01.10 17:53
ich biete dir hier keine übersetzung bescheuerter filmtitel, wohl aber bescheuerte namen für deine katze (in erinnerung der besten helge-scneider-cd "helge live in gelsenkirchen): was hälst du also von telefonmann, anstatt jimmy. oder orang-utan-klaus? dann müßte dein freund auch mal öfter deutsch sprechen...
kitty kino am 12.01.10 20:17
kann es sein das du filme magst?!
Jumpin Jack am 13.01.10 8:18
Neben den verzweifelten Versuchen einen möglichst entmündigenden deutschen Titel zu finden finde ich die Übersetzung vom Englischen ins Englische noch faszinierender!
Aus den Meisterwerken "Mean Girls" wurde für den deutschen Kinobesucher "Girls Club" und aus "Bring It On Again" wurde "Girls United". DAS soll mir einer erklären!
Cutter am 13.01.10 9:27
Noch schöner finde ich wenn der Originaltitel in Deutschland mit einem Anderen englischen Titel released wird.
Mein lieblingsbeispiel hier ist.
(deutscher Release Titel) Born 2 Die
(original Release) Cradle 2 the Grave
Herrlich
Abgesehn von den ganzen Godzilla Filmen die in Deutschland aufeinmal irgendwas mit Frankenstein zu tun haben
Beispiel
Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn
Viel Spass noch in deutschen Videotheken
Ereaserhead am 13.01.10 10:47
So so, Du kennst also Braindead, bzw. Dead Alive alias der Zombi-Rasenmähermann? Dann nenn Deine Katze doch einfach Lionel! ;-) Der original Titel Braindead, find ich passt aber sehr gut, da der Film ja einfach nur Gehirntod ist!
Dann kennst Du sicher auch Evil Dead? Den man in Deutschland auch Tanz der Teufel nennt! Vielen ist der ja auch noch gut bekannt unter dem Namen Let's Dance!!! *lach*
Dann wünsch ich Dir mal weiterhin viel Spaß beim Übersetzen!
LG nach Neusee..
MadMatt am 13.01.10 12:06
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Zum SeitenanfangIch bin verstoert. Mein neues Jahr fing so gut an: Silvester mit meinem Freund am Strand mit Feuerwerk und Champagner (war beim Countdown im Angebot); Neujahr Lunch mit Freunden auf einem Weingut unter strahlend blauem Himmel - das Leben, eine Auster. Ich freute mich schon auf ein Jahr voller Dekadenz, Sonnenschein und Prawncocktails. Bis ich auf mein
Jahreshoroskop stiess, das alles versaut hat (na toll, Angie!). Statt Saus und Braus wurden mir ein "piesackender Jupitermond" und "permanente Ueberforderung" fuer 2010 prophezeit.
Das konnte ich nicht auf mir sitzenlassen - niemand wuerde sich zwischen mich und meine Prawncocktails stellen, schon gar nicht piesackende Jupitermonde. Ein Mentor musste her. Jemand, der mir den rechten Weg weisen, mit Rat zur Seite stehen und tiefe innere Weisheit in mir pflanzen konnte. Jemand, der vom Leben gelernt hat, mit allen Wassern gewaschen ist und sich auskennt. Meine erste Wahl fiel auf den Dalai Lama. Sehr schwer ranzukommen. Wahrscheinlich auch ein bisschen unpraktisch im Hinblick auf die Prawncocktails. Ich wollte ja nicht gleich die komplette Erleuchtung, sondern bloss ein wenig Orientierungshilfe fuer das Meistern der permanenten Ueberforderung, die mir drohte.
Hilfe nahte in Form von Gwyneth Paltrow, ihres Zeichens Vorzeigemutter, -moviestar und -makrobiotin. Gwyneth hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen wie mir - also unreichen, unbekannten, uninspirierten Normalos - zu einem besseren und erfuellteren Leben zu verhelfen. Wie spendabel von ihr! Sie tut das auf ihrer Homepage mit dem seltsamen Namen Goop, was englisch fuer 1. Narr, 2. Schwindel oder 3. Klebezeugs ist. Nachdem ich mich ein bisschen auf
Goop.com umgetan hatte, beschlich mich der Verdacht, dass eine Mischung aus 1 und 2 zutrifft. Die Homepage, die in hilfreiche Kategorien wie sein, machen und sehen unterteilt ist, scheint Gwyneths ganz eigenes Jodeldiplom zu sein. Unter dem vielsagenden Motto "Ernaehre den inneren Aspekt" verteilen sie und ihre Freunde Tipps zu allen Lebenslagen: Wo man "total untoxische" selbstgebastelte Puppen fuer nur 69 Dollar kaufen kann, wie man seine Ehe rettet ("Fuelle des anderen Becher, aber trinkt nicht aus demselben Becher") und wo in New York man die besten zuckerfreien, glutenfreien, veganen Muffins bekommt. Um auch nur den kleinsten Nutzen aus Gwyneths Seite zu ziehen, muss man also eine reiche Oeko-Mutti mit Eheproblemen sein, die in New York wohnt - mit anderen Worten: Gwyneth Paltrow.
Gwyneths Versuche, eine von uns zu sein, scheitern klaeglich: Ihre gutgemeinte Sammlung von Partytracks, ausgewaehlt von "ein paar supercoolen Musikexperten", wird dadurch zerstoert, dass sich Frau Paltrow selbst zu diesen dazuzaehlt mit der Begruendung, sie wisse how to get down. Haende hoch, wer sich Gwyneth "Ich stehe jeden Morgen um 4.30 Uhr auf und mache Yoga" Paltrow abzappelnd auf der Tanzflaeche eines Clubs vorstellen kann. Keiner? Dachte ich mir. Auch die von Liqueur, Spirituosen und Sahne nur so ueberlaufenden Cocktail-Rezepte, die Gwyneth zu Silverster empfahl, nehme ich ihr nicht so ganz ab.
Und schliesslich konnte sie mir nicht mal einen guten Shoppingtipp geben. Von Weisheit und geistlicher Fuehrung hatte ich mich sowieso schon verabschiedet, als ich halbwegs hoffnungsvoll Gwyneths Gedanken zum Thema Mode abfragte, aber nicht mal das ging gut: Statt die heissesten Trends aus dem East Village zu verraten, wie das jede halbwegs anstaendige Fashion-Bloggerin tun wuerde, macht uns Frau Paltrow mit etwas bekannt, das sie ihre "Uniform" nennt, und das im Wesentlichen aus Leggings und einem grauen Tanktop besteht. Wahlweise mit Stiefeln oder Trenchcoat drueber. Wow. Laut Gwyneth funktioniert dieses Ensemble vom Backen morgendlicher Pancakes bis hin zur schmucken Dinnerparty. Ich persoenlich denke sofort an verschwitzte Joggingrunden oder Rumgammel-Sonntage zu Hause. Jedenfalls nicht an Prawncocktails.
Tja – und da bin ich nun. Jahreshoroskope und Gwyneth Paltrow haben mich kein bisschen weiser gemacht. Ich glaube, ich versuch’s in Zukunft wieder allein. Frohes Neues!
von Louisa von Reumont um 11:41
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Hi Louisa,
auch Dir frohes Neues!
Verfolge schon seit langer Zeit Deinen Block und kenne nun seit dem 31.12. auch endlich Deine Stimme:-).
Freue mich auf weitere lustige Blogeinträge im kommenden Jahr!
Winterliche Grüße aus Deiner alten Heimatstadt W-upper-valley
Nat
Nat am 4.01.10 18:57
*lach* ..jetzt aber erst einmal ein frohes neues Jahr nach Neuseeland! Ach Louisa, das neue Jahr ist erst ein paar Tage alt und Du machst Dir schon Gedanken, wer Dich 2010 alles piesacken wird und warum! Menno.. genieße doch einfach die Sonne, leg Dich an den Strand, schlürf einen Prawncocktail, oder geh schwimmen und denk immer daran, wie sehr sich die Leute in Deiner alten Heimat jetzt den Arsch abfrieren! *hrrrr*
;-)
Wünsch Dir (bzw. Euch) viel Erfolg & Glück für 2010!!!
MadMatt am 6.01.10 15:06
...dann will ich dir mal mit dem jahres-horoskop der vogue auf die sprünge helfen. da steht: der mondknoten sorgt dafür, daß due beruflich in 2010 fast alles erreichen kannst. auch privat sind die sterne auf glück geschaltet.
und du sollst darauf vertrauen, daß alles, was in 2010 geschieht, sich spätestens im nachhinein als großer segen erweisen wird. das dört sich doch nicht schlecht an, oder?
sibylle am 7.01.10 15:18
Prawn Cocktail SCHLÜRFEN?????????
IHHHHHHHHHHHH, wer macht denn so etwas?!
Du hoffentlich nicht loulou, dass soll der MadMatt mal schön alleine austrinken...
IHHHHHHHHHH BÄH
J to the R am 8.01.10 21:55
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Zum SeitenanfangJahresrueckblicke sind langweilig. Mit Ausnahme von Koma-Patienten, die nach zwoelfmonatiger Abwesenheit ploetzlich aufgewacht sind und dringend wissen wollen, was sie verpasst haben, braucht sie kein Mensch. Viel mehr Sinn machen Jahresprognosen, vor allem, wenn sie frei erfunden sind (was meistens der Fall ist). Folgende Ereignisse koennten 2010 zu einem ganz besonderen Jahr machen:
- Die Miniatur-Nachbildung des Mailaender Doms wird mit ueber 800.000 Verkaeufen zum Must-Have-Souvenir des Jahres 2010 gewaehlt. Eine italienische Dotcom-Firma, die sich auf den weltweiten Export des schmucken Geschosses spezialisiert, schafft es auf die Top-Ten-Liste der erfolgreichsten neuen Unternehmen laut Forbes Magazine. Prominente Kaeufer des Mini-Doms sind Barack Obama, der Papst und Veronica Lario.
- Nachdem
"Wo die wilden Kerle wohnen" 2009 so ein grosser Erfolg war, stuerzt sich Hollywood auf die Ausbeutung anderer Kinderbuch-Klassiker: Highlights des Jahres sind Jim Knopf mit Mos Def als Jim und Michael Douglas als Lukas der Lokomotivfuehrer, Hanni und Nanni in Las Vegas mit den Olsen Twins und Robert Pattinson als Struwwelpeter.
- Ein gewisser Peter H. wird mit seinem Gedichtband "Langweilt mich!" der Ueberraschungshit auf der Frankfurter Buchmesse. Seine messerscharfen Observationen des Alltags aus der Sicht eines Obdachlosen "ueberzeugen, irritieren und regen zum Nachdenken an" (Sueddeutsche Zeitung). Das
titelgebende Gedicht wird in den Pflichtstoff fuer Deutschlehrer aufgenommen und sorgt fuer ein Revival der deutschen Lyrik:
Sie wissen
Dass dies eine Bushaltestelle ist
Sie sagen
Ich soll gehen
Ich sage
Sie gehen
Dann sage ich
Arschloch
Und Sie
Bekommen eine Anzeige
Wegen Beleidigung
Wen interessiert denn das
Mich
Langweilt mich
Langweilt mich
Das langweilt mich
Langweilt mich
- Ein geschiedener und in den Suff abgerutschter Tiger Woods verspielt in Las Vegas nach und nach sein Vermoegen, bis er Paris Hilton ueber den Weg laeuft und sie eine Woche spaeter, ganz klassisch, in der Little White Chapel ehelicht. Die beiden verstehen sich ueberraschend gut, und auch Tigers Kinder moegen das blonde Maedchen mit dem kleinen Hund. Ein Deal mit MTV wird schnell geschlossen und schon ab Juni koennen wir Newlyweds - Tiger and Paris im Fernsehen verfolgen.
- Knacki Deuser wird, dank des Lobbyismus eines
weitgehend unbekannten Blogs, vom People Magazine zum Sexiest Man Alive gekuehrt. Johnny Depp, der den Titel in 2009 abgeraeumt hat, gratuliert seinem Nachfolger: "Das musste ja irgendwann so kommen. Congrats, Crispy!"
- Nachdem ihr Science-Fiction-Film Cyberborg Babe From Outer Space hoellisch floppt, nimmt Angelina Jolie ein Sabbatjahr und pilgert zur spirituellen Erbauung in geflochtenen Sandalen und ohne Make-up den Jakobsweg entlang. Begleitet wird sie von ihren zwei Lieblingsleibwaechtern und fuenf Kamerateams, die das gesammelte Material zu einer Doku-Soap verarbeiten, die nur auf DVD erhaeltlich ist und deren gesamter Erloes an alleinerziehende Muetter in Nicaragua geht. Unterwegs findet Angelina sich selbst, adoptiert zwei weitere Kinder und laesst sich ihre Wanderroute aufs Brustbein taetowieren.
- Erfolgreichstes TV-Formate 2010 ist Deutschland sucht den Vollpfosten, eine Show, in der sich ausschliesslich Menschen mit einem IQ unter 90 bewerben duerfen, um sich vor einer ausgewaehlten Jury aus Soapstars als Hofnarr zu beweisen. Wer in der finalen Pruefung am haeufigsten frontal gegen einen Pfosten rennen kann, ohne (sichtbare) Verletzungen davonzutragen, hat gewonnen und darf eine Woche lang Britt moderieren.
- Nachdem zahlreiche Prominente ihr eigenes Parfum auf den Markt gebracht haben, versucht sich auch Charlotte Roche an der Kunst des Duftmischens. Ihr Parfum kommt kurz vor Weihnachten in einer Spezial-Geschenkebox zusammen mit ihrem Roman Feuchtgebiete heraus und heisst wie das Buch. Die Inhaltsstoffe sind alle zu hundert Prozent organisch und von Charlotte persoenlich nach ihrem Eigenduft komponiert. Das Produkt erweist sich als Ladenhueter.
von Louisa von Reumont um 9:21
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sehr geil wenn ich das o lese freu ich mich ja schonriesig aufs neue jahr wenn es auch nur ganz eventuel so wird!!!
hast echt immer wieder gute Ideen!!!!!!!!!
Hanna am 30.12.09 1:41
Hi Louisa.
Happy new Year!
Schön mal was live am Telefon von Dir im Radio zu hören. Lese deinen Blog immer gerne und hoffe Deine Wahlheimat auch irgendwann mal besuchen zu können.
Deine Werbung hatte also Erfolg. ;-)
Viel Spaß und Glück weiterhin in Neuseeland.
Grüße aus Köln.
Markus
Markus am 31.12.09 12:30
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Zum SeitenanfangEs gibt Zeiten, da lebe ich sehr ungerne in Neuseeland. Na ja, gut - eigentlich nur jetzt. Ja, ich weiss: Hier ist es jetzt Sommer; und heiss; und ich rieche nach Kokosnusssonnencreme. Das Leben koennte so schoen sein. Aber wir brauchen ja immer was zum Meckern, und in meinem Fall ist das die Tatsache, dass es fast
Weihnachten ist und ich mich nach Kaelte, Schnee, Gluehwein und Drei Nuesse fuer Aschenbroedel verzehre. Scheiss auf 25 Grad im Schatten und Strandspaziergaenge in Flipflops und Shorts! Alles, was ich will ist, mit Muetze und Handschuhen eingemummelt abends auf dem Weihnachtsmarkt zu stehen, Poffertjes zu mampfen und
Last Christmas mitzupfeifen, waehrend sich meine Zehen langsam blau faerben.
Zugegeben, abgenudelte Weihnachtslieder kann ich auch hier haben: Gestern war ich nach einer halben Stunde Geschenkeshoppen dermassen Weihnachtslieder-uebersensibilisiert, dass ich kein Geschaeft mehr betreten konnte, ohne mir die Ohren zuzuhalten. Das haelt man aber nicht lange aus, ohne fuer autistisch gehalten zu werden (Notiz an Gehirn: Naechstes Mal an Ohrenstoepsel denken), und als ich wieder Geraeusche vernahm, droente mir Bing Crosby entegegen, "I'm dreaming of a white Christmas". Ich verliess fluchtartig den Laden, zumal ich mich aus unbekannten Gruenden in einem Fachgeschaeft fuer Modelleisenbahnteilen befand (sowas passiert beim Weihnachtseinkauf: Es ist laut, voll und alles so schoen bunt hier, und ehe man sieht versieht, hat man Teppichreiniger oder zehn Kilo Steak gekauft, obwohl man Parkett hat und Vegetarier ist). Im naechsten Geschaeft plaerrte es "let it snow, let it snow, let it snow" aus den Boxen. Ich schnaufte veraechtlich und trat gegen die wattene Kunstschneedeko, was mir kritische Blicke von der Verkaeuferin bescherte. Nennt mich Grinch, aber das ist doch laecherlich! Hier in Napier schneit es vielleicht alle acht Jahre fuer zehn Sekunden, und zur Weihnachtszeit schonmal gar nicht.
Auch das Suggerieren von froehlicher Stimmung durch virtuelle Stimulation hat nicht geklappt: Mariah Careys Videoclip zu All I Want For Christmas Is You ist normalerweise ein idiotensicheres Mittel, mich in vorweihnachtliche Extase zu versetzten, aber auch beim zehnten Mal Abspielen auf Youtube habe ich nichts gefuehlt ausser dumpfer Leere. Mein Herz: ein Block Eis.
Jetzt koennte ich mich vielleicht zusammenreissen und vom traditionellen europaeischen Weihnachten verabschieden und stattdessen einfach das familiaere, sommerliche BBQ geniessen, das die Kiwis Christmas nennen - aber man laesst mich ja nicht! Man muss ja Schneeflocken in die Fensterscheiben kleben! Und Bing Crosby spielen! Und einen sich zu Tode schwitzenden, unterbezahlten Santa im roten Mantel in die Fussgaengerzohne stellen, mit dem sich die Kleinen fotografieren lassen koennen! Wie soll man sich denn da auf die Weihnachtsverdraengung konzentrieren? Ist es nicht hart genug, dass ich nicht mit meiner Familie feiern kann und stattdessen meine Katze beschenken muss? Muss man mich so quaelen?
Mike Litt hat schon recht: Daheim im Sektor wuenschen sich alle weisse Weihnacht und sind dann jedesmal enttaeuscht, wenn nix draus wird - aber wenigstens ist es die richtige Jahreszeit! Wenigstens seht ihr die Lichterketten an den Baeumen und muesst nicht erst nach dem Stromkabel am Stamm suchen, um sie zu identifizieren. Wenigstens muesst ihr euch nicht bescheuert vorkommen, wenn ihr Kerzen anzuendet, weil das im strahlenden Sonnenschein irgendwie untergeht. Wenigstens schmelzen euch die Schokonikolaeuse nicht unter der Nase weg.
Also: Wenn ihr an Heilig Abend mit euren Familien vorm Weihnachtsbaum sitzt, froehlich seid und so tut, als faendet ihr die Thermalunterwaesche, die ihr von Oma bekommen habt, total dufte - denkt an mich! Auch Geschenke sind willkommen (meine Adresse hat der WDR). Keine Thermalunterwaesche, bitte.
Frohe Weihnachten an euch alle!!!!
von Louisa von Reumont um 4:43
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Halli Hallo
20-25 cm Schnee im Ruhrpott.
Frohe Weihnachten ans andere Ende der Welt. :-)
Liebe Grüße
Klaus
Klaus Brenner am 21.12.09 14:25
Oh weh, Ihr armen Sonnenkinder, wie soll man bei solchen Temperaturen auch in Weihnachtlichs-Stimmung kommen!? Nach dem Schneekaos im Sektor (und in Holland) freue ich mich jetzt schon auf meinen Heimaturlaub in Österreich, mit Snowboard, genügend Schnee, heißem Tee und natürlich der mega weihnachtlichen Stimmung bei dem Wetter!
Ich wünsch Euch aber trotz BBQ und Badewetter frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!!!
PS: Ob die über 1000 Leute, die bei diesem vorweihnachtlichen Wetter schon einen guten Rutsch hatten und Ihre Karre jetzt Schrott gefahren haben, sich immer noch weiße Weihnachten wünschen, mag ich jetzt mal ganz stark bezweifeln!? ;-)
MadMatt am 22.12.09 13:53
Du hast mein volles Verständnis! Wie soll man an einem Ort - der weiter weg von Sektor nicht sein kann als der Mond - bei strahlend blauem Himmel von Plätzchenduft und Räuchermännchen träumen können!
Sei versichert, Du bist nicht allein! Meine Tochter feiert Weihnachten in Queenstown, an der Brücke hängend - meinen Sohn kannst Du sicher - wie die vielen anderen in die Sonne verbannten, beim BBQ am Strand in Napier treffen... und wir allein zu Hause gebliebenen MÜSSEN tatsächlich alle Leckereien ohne Hilfe auffuttern! O Du fröhliche!
Marion am 22.12.09 16:19
Bitte, wie kann man denn schöne Weihnachtsklassiker niedermachen und sich "Last Christmas" wünschen?!? Last Christmas ist so ziemlich das einzige Lied, dessen Nervfaktor problemlos mit den Liedern irgendwelcher Kunstfiguren mithalten kann, und dessen erste drei Töne ein automatisches Fingerzucken auf der Sendertaste am Radio verursachen...
Verursach doch einfach eine Revolution auf der Südhalbkugel und verleg Weihnachten auf den winterlichen 24. Juni. Gut, man könnte blöd angesehen werden, wenn man dann als einziger einen Tannenbaum schmückt und das Haus dekoriert. Aber Erfinder leben nun mal auf einem schmalen Grat zwischen Bewunderung durch die Massen und Einweisung in die Klapse - etwas Restrisiko besteht immer ;)
PS: wenn du das nächste Mal auf einem Weihnachtsmarkt bist, tausch die Flip Flops gegen Winterschuhe aus, dann gibts auch keine blauen Zehen ;)
Olaf am 24.12.09 11:54
hehe jetzt mach doch mal halb lang gut die paar tage weihnachten sind anderes und da verstehe ich dih verdammt gut bin ja selber in queenstown aber sonst?? ich liebe denn sommer hier also bitte die paar tage und ein jahr ohne weihnachten überlebt man auch!!
Ich freu mich jetzt auf silvester im sommer mann kann viel mehr machen !!!
Hanna am 25.12.09 20:29
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Vielleicht liegt es am aufkeimenden neuseelaendischen Sommer. An der Hitze, den Fruehlingsgefuehlen, den aufwallenden Hormonen: Irgendwie (Google-Suche) fand ich mich vor kurzem auf der jaehrlichen
"Sexiest Man Alive"-Liste des People Magazine wieder und verbrachte ein paar Minuten (Stunden) damit, die diesjaehrigen Gewinner einer genauen Ueberpruefung zu unterziehen (mich im dargebotenen Testosteron zu suhlen). Das Konzept der Liste finde ich zwar grundsaetzlich fragwuerdig - wie kann jedes Jahr jemand anderes sexiester lebender Mann sein, obwohl der Gewinner vom Vorjahr auch noch lebt? - aber die Cosmo-Leserin in mir war dennoch beglueckt, Johnny Depp auf Platz 1 zu sehen. Die drei most boring men alive Brad Pitt, George Clooney und Matt Damon waren diesmal ueberhaupt nicht vertreten, was mich diebisch gefreut hat - diese Langweiler.
Eines hat mich dann aber ziemlich gewundert: Wo sind die ganzen sexy Europaeer und vor allem: Deutschen? Ausser einem sehr, sehr, sehr gutaussehenden Franzosen (Gilles Marini, der Typ, der im Sex And The City-Film nackig zu sehen ist) und zwei blassen Briten (Beckham und, natuerlich, Robert Pattinson) sind die sexiest men alive allesamt Amerikaner. Entweder haben also US-Buerger einfach viel schoenere Gene als alle Anderen, oder das People Magazine will hauptsaechlich Werbung fuer die naechsten Filme und Alben seiner Landsmaenner machen. Schwierige Entscheidung.
Schwamm drueber, dachte ich, das koennen wir auch! Schliesslich gibt es HAUFENweise sexy deutsche Maenner, die man einfach nur mal ins Rampenlicht ruecken muss, der internationale Durchbruch kommt dann schon automatisch. Bitte sehr:
Hiermit praesentiere ich The Sexiest German Men, Not Alive, Just This Year, Or Until We Decide Otherwise, Just Because We Can
Matthias Schweighoefer
Liegt auf der Hand. Wie toll ist dieser Junge?! Matthias hat schoene blonde Locken und einen, huh, Spitzenkoerper, den er netterweise oft enthuellt, Sinn fuer Familie,
kann Klavier spielen und singen, kennt Rimbaud und ist sich nicht zu fein dafuer, sich fuer eine Rolle mit schlechter Peruecke und runder Brille zu verunstalten (siehe Rainer Langhans in Mein wildes Leben). Seine selbst-designten Hemden sind nicht so mein Fall, aber ein zweites Standbein ist immer sexy.
Jan Boehmermann
Jawoll! Unser hauseigener Pointenproduzent spielt definitiv mit in der Top-Liga of Sexiness, was mich persoenlich zwar ein bisschen verstoert, weil er meinem kleinen Bruder bizarr aehnlich sieht, aber damit muss ich wohl klarkommen. Jan, falls du dies liest, meine scheuen und doch verfuehrerischen Blicke, die ich dir damals im Freie-Autoren-Raum zuwarf, hast du wahrscheinlich nie bemerkt (ich war die mit dem Pferdepulli an). Aber ich verzeihe dir, weil du so gut in Anzuegen aussiehst und so ein schelmisches Laecheln hast und einen geileren Quiff als Robert Pattinson. Ausserdem
tanzt keiner so schoen Roboter wie du. Da kann ich kann dir sogar verzeihen, dass du mitunter
Schweissflecken in der Form von Sarah Kuttner auf dem Ruecken hast.
Andreas Froehlich
Wer?! Tja, das fragt ihr jetzt, aber wer schon mal Bob von den Drei Fragezeichen gehoert oder einen Film mit Edward Norton oder John Cusack gesehen hat, der kennt Andreas: Er ist Synchronsprecher und hat die verdammt sexieste Stimme ueberhaupt. Ich kann das beurteilen, ich habe mich umgehoert. Von allen maennlichen Attributen ist die Stimme naemlich fuer mich eines der wichtigsten (neben Geruch und Zaehnen - ja, Zaehnen). Andreas koennte 200 Kilo wiegen, einen Vollbart und Rueckenbehaarung haben, ich wuerde ihn trotzdem mit ins Bett nehmen, so toll ist seine Stimme. Ich weiss aber zufaellig (Google-Suche), dass er sogar ganz suess aussieht, was ihn natuerlich noch sexier macht. Mein persoenlicher Geheimtipp.
Benno Fuermann
Tja, muss man zu Benno noch viel sagen? Er sieht fantastisch aus, ist ein toller Schauspieler und sozial noch obendrauf (er setzt sich fuer Amnesty International und die Aids-Hilfe ein). Und dann ist da diese gewisse Derbheit, diese raue Stimme, diese Boxer-Augen, diese breiten Schultern - ich glaube, der Fall ist klar: Benno Fuermann ist einfach natursexy. Das weiss jeder, der ihn in Nackt gesehen hat. Wenn wir nur die dunklen 90er Jahre, speziell Und tschuess!, vergessen koennten...
Knacki Deuser
Oh ja! Knacki ist der James Bond der deutschen Unterhaltungsbranche: stets charmant, schoen angezogen und immer bereit,
fragwuerdige Witze zu reissen. Er muss gar nicht aussehen wie ein Hollywood Heartthrob, um sexy zu sein (obwohl er eine gewisse Aehnlichkeit mit Hugh Jackman aufweist, der letztes Jahr die "Sexiest Man Alive"-Liste anfuehrte). Es reicht, dass er die zwei Schluesseleigenschaften fuer den Erfolg bei Frauen besitzt: Humor und Selbstbewusstsein (jetzt wisst ihr’s, Jungs: Vergesst das schicke Auto). Seine sympathische Art, sein nettes Laecheln und sein volles Haar helfen auch. Ein Typ fuer romantische Abende zu zweit, meine Damen.
Bitte schoen, liebe Leser, und natuerlich -innen! Wer gehoert noch auf die Liste? Habe ich jemanden vergessen? Wer ist total fehl am Platz und kein bisschen sexy? Sollte man diese Liste auch fuer Frauen anlegen, im Zuge der Gleichberechtigung quasi? Sagt es mir!
von Louisa von Reumont um 8:16
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Ha, mir sagte der Name Andreas Fröhlich sofort etwas:-)
Drei??? am 14.12.09 22:14
Was ist mit Jean? Warum taucht er nicht auf?
Und Du hast Dominik vergessen!
Schade, dass wir uns zum Jahreswechsel nicht sehen werden. Aber vielleicht klappt es ja im Februar.
Liebe Grüße von Gela (mit links)
Gela am 15.12.09 11:12
Also Clueso gehört für mich auch auf die Liste. Bitte ergänzen!
Ansonsten finde ich deinen Blog toll und lese ihn sehr gerne
Mimi am 16.12.09 10:45
ich wußte nicht, wer andreas fröhlich ist, aus dem ???-alter bin ich längst raus; aber jetzt, nach google-recherche weiß ich es! der typ ist wirklich 1a, manno, manno. und der lebt auch noch in berlin...weißt du zufällig, in welchen restaurants, bars, clubs etc. der so rumläuft? übrigens: das bild von knacki deuser ist scheiße, der sieht in echt viel besser aus...
roma berlina am 16.12.09 22:22
moritz bleibtreu, alltime fav. hat irgendwie was.
wuerd jetzt gern bei nem steinlager weitere kandidaten diskutieren, oder vielleicht mudhouse sauvignon blanc, egal, waer jetzt gerne in neuseeland. lg
Tanja am 28.12.09 16:35
Zum Anfang dieses Eintrags
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Der Titel klingt nach einer Figur aus meinen alten Lady-Lockenlicht-Kassetten, aber das Konzept ist spitze: Til Schweigers Film
Zweiohrkueken zeigt, was nach dem Happy End passiert. Wenn die Liebenden sich endlich gefunden haben, der Vorhang gefallen ist und die Leute nach Hause gegangen sind.
Eigentlich wissen wir alle, dass es happily ever after gar nicht gibt - bloss bekommen wir staendig so viele Ritte in den Sonnenuntergang vorgesetzt, dass man manchmal ganz vergisst, dass nach dem Sich-Finden die eigentliche Beziehung anfaengt, und damit: Kompromisse. Alltag. Desillusionierung. Schmutzige Socken (bei mir zumindest. Und es sind nicht meine Socken). Diese Post-Happy-End-Phase veranschaulicht also Zweiohrkueken und kriegt deshalb von mir das Praedikat "Paedagogisch Besonders Wertvoll" (unter Vorbehalt, immerhin habe ich den Film noch nicht gesehen, aus logistischen Gruenden). Schliesslich ist ein Realitaetsschock meistens heilsam, und weil es nie genug lehrreiche Filme geben kann und Hollywood eh nichts Neues mehr einfaellt, sollte das Prinzip Zweiohrkueken in Serie gehen: Ich schlage hiermit folgende Fortsetzungen beruehmter Liebesfilme vor - auf dass wir alle fuers Leben lernen und etwas weicher von Wolke Sieben auf den Boden der Realitaet fallen.
Pretty Woman
Happy End: Millionaer Edward holt Prostituierte Vivian von der Strasse, erfuellt all ihre Wuensche (materiell und emotional; aber vor allem materiell) und macht ihre bescheidenen Kindheitsfantasien wahr, indem er mit Limo vorfaehrt und "Prinzessin Vivian" bruellt. Sie ist gluecklich. Er verklaert.
Und danach? Nachdem durchgesickert ist, dass der Millionaer ein Ex-Callgirl geehelicht hat, macht in Pretty Woman Gone Ugly die Boulevard-Presse dem Traumpaar die Hoelle heiss. Videos tauchen auf, die Vivian in Aktion mit ehemaligen Kunden zeigen, Kolleginnen preisen in Interviews ihre Gelenkigkeit und ein Zuhaelter fordert eine siebenstellige Summe ein, die Vivian ihm angeblich fuer die Finanzierung ihrer Cracksucht schuldet. Edward verliert zwei seiner Firmen und beschliesst schweren Herzens, zu seiner Exfrau und -hund auf Long Island zurueckzukehren. Vivian geht nach Georgia zurueck und wird Automechanikerin.
Vier Hochzeiten und ein Todesfall
Happy End: Der heiratsscheue Charles fasst sich ein Herz und gesteht der anbetungswuerdigen Carrie seine Liebe. Obwohl er deutlich macht, dass er keine Lust auf Ehe hat - niemals - ist sie hin und weg.
Und danach? Dass er auch keine Lust auf Kinder hat, hat Charles damals listig verschwiegen, und als sich in Keine Hochzeit, keine Scheidung sechs Monate spaeter der Streifen blau faerbt, weil Carrie die Pille "vergessen" hat, schlaeft er in einer rebellischen Kurzschlussreaktion mit Scarlet, die immer noch eine Wohnung mit ihm teilt. Die erklaert ihm am naechsten Morgen, dass er bindunsphobisch ist und einsam sterben wird, wenn er sich nicht zusammenreisst, mit Carrie zusammenzieht und das Kind grosszieht. Charles hoert auf ihren Rat, fragt sich aber sein Leben lang, ob er mit Duckface nicht doch gluecklicher gewesen waere. Als er 20 Jahre spaeter feststellt, dass sein Sohn seinem kleinen, stummen Bruder wie aus dem Gesicht geschnitten ist, setzt sich Charles ohne Bescheid zu sagen nach Amerika ab, wo er den Rest seines Lebens in einem VW-Bus umherzieht.
Die fabelhafte Welt der Amelie
Happy End: Die vertraeumte Amelie schafft es trotz ihrer Merkwuerdigkeit irgendwie, nach einem Eroberungsfeldzug, den sie selbst staendig boykottiert, ihren Wunschkandidaten in die Arme zu schliessen und mit ihm Vespa zu fahren.
Und danach? In Die neuen Leiden der jungen A. befremdet Nino Amelies Angewohnheit, mit leblosen Gegenstaenden zu konversieren und minutenlang ins Leere zu starren. Ihre weltfremde und versponnene Art macht Supermarkteinkaeufe und Sparkontoeinrichtungen zur Tortur. Nino weiss zwar, dass auch er einigermassen seltsam ist, aber nicht soo seltsam. Und wenn er genauer drueber nachdenkt, findet er sogar ihren Haarschnitt bloed. Als er Amelie von seinen Bedenken berichtet und sie unter Traenen schluchzt "Aber meine Nachttischlampe hat gesagt, wir passen super zusammen!", zieht er die Konsequenzen und geht. Er findet eine bessere Gefaehrtin in seiner Kollegin aus dem Sexshop, die wenigstens das Jahr weiss, und was eine Rentenversicherung ist. Amelie ist eine zeitlang sehr traurig, erfindet dann aber kurzerhand einen imaginaeren Freund, der aussieht wie Alain Delon und wunderbar kochen kann. Weil das so gut klappt, erfindet sie auch einen imaginaeren Freund fuer ihre Katze, ihre Nachbarin und Renee Zellweger.
Eiskalte Engel
Happy End: Annette verliert zwar ihre erste grosse Liebe Sebastian durch einen Autounfall, aber da sie noch jung ist, wird sie darueber hinwegkommen. Wenigstens hatte sie ihr erstes Mal mit jemand Gutaussehendem und erbt Sebastians schickes Auto. Die boese Kathryn wird ins soziale Abseits verstossen.
Und danach? In Noch gefaehrlichere Liebschaften uebernimmt Annette Kathryns Rolle als Schuelersprecherin, was sie in Kontakt mit der High Society der Schule bringt. In ihrer gutherzigen Naivitaet merkt sie nicht, dass sie mehr und mehr korrumpiert wird, bis sie eines Tages wegen einer Romanze mit ihrem Ethiklehrer von der Schule fliegt. Alle Versuche, eine Autobiografie mit dem Titel Gefallener Engel – Die Annette Hargrove Story zu veroeffentlichen, scheitern aus diversen Gruenden, von denen miserabler Schreibstil der praegnanteste ist. Als Annette nach einem Fall durch alle sozialen Schichten allein und verstossen von allen in einem Vorort in New Jersey lebt, klingelt es an ihrer Tuer. Vor ihr stehen Kathryn und Sebastian, dessen Tod nur vorgetaeuscht war, um aus Spass und Langeweile Annettes Leben zu versauen. Voellig geschockt greift Annette zum Messer und bringt beide um. Die darauf folgende Autobiografie verkauft sich hervorragend.
Slumdog Millionaire
Happy End: Unterschichten-Kind Jamal gewinnt nicht nur den Jackpot bei Wer wird Millionaer, sondern auch das Herz seiner Angebetenen, obwohl sie fabelhaft schoen ist und er nur so na ja aussieht, und nicht mal wegen der Kohle, sondern weil sie ihn wirklich liebt.
Und danach? In The Beauty And The Millionaire verloben sich die beiden und reisen um die Welt. Sie bekommt einen Werbevertrag mit L’Oreal, er internationale Anerkennung als Schauspieler. Und das ist die reine Wahrheit.
Es gibt halt doch noch echte Happy Ends.
von Louisa von Reumont um 21:22
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Die Fortsetzung von Eiskalte Engel ist sehr gut gelungen!
Also schnell Drehbuch schreiben und an Hollywood schicken, viel Geld und Ruhm bekommen und glücklich bis ans Ende aller Tage leben :)!
Noch gefaehrlichere Liebschaften würde ich mir auf jeden Fall angucken!
Irina am 11.12.09 0:50
Von Eiskalte Engel gabs schon Teil 2 und 3, nächstes Jahr kommt Teil 4 ... DirectToVideo natürlich,hat mit Teil 1 ja nur noch den Namen gemein.
Freddi am 14.12.09 15:23
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